Peter Knobloch

Seit September arbeite ich als ifa-Redakteur bei Radio Neumarkt in siebenbürgischen Neumarkt, Târgu Mureș
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Peter Knobloch
RE: Religion ist Teufelszeug | 09.01.2015 | 15:56

Ich glaube wir sind uns einiger als Sie glauben. Dass die Jesiden keinen Teufel kennen und als gottlos bezeichnet werden, ist ein interessanter Punkt, den ich nicht kanne.

"...sondern ob dies tatsächlich die einzige Wahrheit ist. Die Schwachstelle der Religionen liegt exakt in diesem Anspruch, denn wenn das Leben die Existenz eines Widerspruchs ist, in diesem Punkt teile ich Ihre Argumentation, wozu dann noch die zwanghaft aufgestellte Pflicht der Anerkennung der einen Wahrheit?"

Meinen Sie den Anspruch der Religionen, die einzige gültige Wahrheit zu sein? Denn genau darin sehe ich ja das Problem und das Teuflische, also das Teilende, Zwanghaft-denfinieren-wollende, Keinen-Widerspruch-zulassende.
Ihrem zweiten Absatz stimme ich voll zu. Deswegen beschreibe ich Gott und Teufel ja auch nur als Ideen von Vereinendem und Teilendem. Da kann man die Begriffe Gott und Teufel auch weglassen, das sehe ich genauso. Ich fand es halt einfach mal spanned durchzuargumentieren, unter welchen Annahmen der Satz "Religion ist teufelszeug" zutrifft. Und Gott als vereinede Energie und Teufel aus teilende sind für mich. Minimaldefinitionen. Darin ist nicht enthalten, dass Gott alleiniger Schöpfer ist. Wie gesagt, ohne die Sünde, vom Baum der Erkenntnis naschen, gibt es nach meiner Auslegung keine Schöpfung, sondern nur Paradis, also Einheit, Unendlichkeit, Harmonie, wenn Sie so wollen Nicht-Leben, also Tod.
Ich weiß, es ist provokant und streitbar dann trotzdem noch mit den Begriffen Gott und Teufel zu arbeiten.
Ich tue das aber um für alljene, die eine gefestigtere Vorstellung von Gott bzw. Teufel haben, sich neuen Vorstellungen zu öffnen bzw. ihre alten Vorstellungen zu hinterfragen und vielleicht irgendwann Spiritualität leben zu können ganz ohne Gott oder Teufel.

RE: Die Selfmade-Macht | 28.06.2014 | 22:06

Sehe ich genauso. Das erklärt auch warum Firmen wie Chevron in Ländern wir Rumänien über Leichen gehen, um an Bohrrechte zu kommen. Im Grunde müssten die gar nicht boren, nur so tun als wollten sie und warten bis die Blase platzt. :D

RE: Der Sturschädel | 12.04.2014 | 14:13

Szia Agnes,

a Freitagnál megismerkedtünk 2012-ben, emlékszel? Én az Erdély fiatal Srác voltam/vagyok :)
So jetzt auf Deutsch: Toller Artikel, nur Regierungszeit von 1998 fehlte mir auch. Ansonsten musste ich sofort Orbán fiatal korában (Orbán in seinen jüngeren Jahren) nachgoogeln. Lustige Bilder zum Teil. Und als ich ans Ende des Artikels kam, hätte ich gerne weitergelesen. Hat da jemand etwas zu radikal gekürzt? Mein Gefühl sagt mir, der Artikel war einmal deutlich länger.

Minden jót

RE: 30 Millionen zu 31 Millionen | 11.10.2013 | 20:57

"Alles, was Geld bringt, ist dort ein Segen."

Kurzfristig ja. Aber auch als verarmter Bauer, – sagen wir mal als Beispiel in Rumänien, wo ich mich auskenne – scheint es mir vielleicht anfangs ein Segen, wenn Gassondierungsfirmen, ohne zu fragen, auf mein Land kommen, um Probebohrungen zu machen. Denn sie "entschädigen" mich mit ein paar Hundert Euros. Für mich viel Geld. Aber wenn das Grundwasser erstmal vergiftet ist, denke ich da ganz anders drüber. Und so ist es leider mit vielen, vielen Dingen, die naiv als außländische Investitionen gepriesen werden in solchen Ländern. Hier mehr zum Thema, falls Interesse:

http://www.peterknobloch.net/index.php/politik/Widerstand_gegen_Gassondierungen_in_Suedsiebenbuergen

RE: 30 Millionen zu 31 Millionen | 11.10.2013 | 20:56

"Alles, was Geld bringt, ist dort ein Segen."

Kurzfristig ja. Aber auch als verarmter Bauer, – sagen wir mal als Beispiel in Rumänien, wo ich mich auskenne – scheint es mir vielleicht anfangs ein Segen, wenn Gassondierungsfirmen, ohne zu fragen, auf mein Land kommen, um Probebohrungen zu machen. Denn sie "entschädigen" mich mit ein paar Hundert Euros. Für mich viel Geld. Aber wenn das Grundwasser erstmal vergiftet ist, denke ich da ganz anders drüber. Und so ist es leider mit vielen, vielen Dingen, die naiv als außländische Investitionen gepriesen werden in solchen Ländern. Hier mehr zum Thema, falls Interesse:

http://www.peterknobloch.net/index.php/politik/Widerstand_gegen_Gassondierungen_in_Suedsiebenbuergen

RE: 30 Millionen zu 31 Millionen | 10.10.2013 | 20:29

Kausal teile ich Ihre Auffassung, dass unser Lebenstil Menschenleben in armen Ländern kostet. Aber ich finde, Sie machen es sich ein bisschen zu einfach mit dem Urteil.

"Grob kann jeder selbst ausrechnen was für ein Ressourcenpotential für ihn pro Jahr zur Verfügung steht - er sollte es durch 8 Mrd teilen - und dann betrachten - verbraucht er mehr - ist er definitv ein Dieb, der den ärmeren Menschen die Lebensgrundlagen raubt - flieht so ein Mensch vor dem Hungertod, und stirbt er dann bei dieser Flucht - zumal die Räuber ihre Länder abschotten - dann sollte man nicht so verlogen sein, zu behaupten, man könnte nichts dafür."

Ein Beispiel:

Ein Kind, dass hier in Deutschland auf die Welt kommt, ist erstmal nicht Schuld daran, wo es geboren wird. Ab wann weiß der Einzelne also, dass sein Konsum tötet. Ich baupte: Das wissen die wenigsten wirklich. Schuld beginnt aus meiner Sicht frühestens mit dem Wissen. Jetzt kann man Konsumverzicht üben. Gut. Das hilft schonmal. Aber bis uns der kausale Zusammenhang klar wird, werden wir Jahrelang als Menschen in einer Konsumgesellschaft sozialisiert.


Und selbst wenn ich alles an Konsum verweigere. Ich nutze doch immer noch die Infrastruktur, die Energiequellen etc. und trage damit automatisch zur Ressourcenverschwendung bei. Im Wissen wie viele Lebensmittel (Obst und Gemüse) ein Supermarkt wegschmeißt, dürfte ich keinen mehr betreten.

Individuell bin ich weder Schuld an der Kolonialisierung früher noch an der Ausbeutung heute. Wenn wir unbedingt wie die Kirche bei Schuld bleiben wollen, dann trägt unsere Gesellschaft so etwas wie eine Kollektivschuld. Aber da sind wir ganz nah an Gedanken wie den der Erbsünde. Damit drehen wir uns nur im Kreis.

Ich glaube, dass Schuld in diesem Fall als Kategorie einfach nicht konstruktiv ist. Viel besser ist es, sich die Kausalität bewusst zu machen: Meine Jeans führt zur Ausbeutung von Arbeitern. Zu wissen, dass wir über die Verhätltnisse leben, zu wissen, dass wir als Individuen zwar nicht mit dieser Scheiße angefangen haben, aber wir mit unseren individuellen Konsumentscheidungen dazu beitragen können, das zu beenden und die Verhältnisse wieder in Gleichgewicht zu bringen.

RE: Deutschland und Frankreich aus dem Tritt | 01.06.2013 | 09:44

Sie sieht es aus, wenn in der Türkei Wirtschaftswachstum über allem steht: http://www.spiegel.de/politik/ausland/polizeigewalt-in-istanbul-a-903173.html

Ürbigens hatte die Türkei in der Krise einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Griechen, sie konnte ihre Währung abwerten. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenkrise-die-tuerken-zeigen-den-griechen-wie-s-geht-11860260.html


RE: CDU Merkels Truppe spielt Sozialdemokratie | 30.01.2013 | 14:34

Ach ja wo sie es sagen. Um darauf zu antworten: sowohl als auch. Habe es überssehen, weil ich es wohl für vernachlässigungswert halte. Und wenn der Peer dann nicht mitmacht, so what. Er wurde ja bewusst aufgestellt, um in der Mitte zu fischen. Die Personalie ist somit vielleicht eher eine Methapher dafür, dass man notfalls wieder mit Merkel regiert. Die konkrete Person ist da vielleicht eher Nebensache. Schließlich wurde der Peer ja eher aus der Mottenkiste geholt, als das er gestellt war.

RE: Rumänische Kleptokratie auf Ungarisch | 11.12.2012 | 10:38

Es gibt sicher einfachere Themen :)

Wo haperts denn an Verständlichkeit, dann bessere ich nach.