Peter Nowak

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RE: Andere Wende | 04.09.2017 | 11:55

Dieser Artikel hebt sich wohltuened von den Texten der ewigen Aufarbeitungsliteratur ab. Nur einige Passage in dem Text von Krampitz hat mich irritiert:

"Das heißt, dass alle, die Besitz und Vermögen hatten, von den Nazis ermordet, ins Exil getrieben oder durch die Eigentumspolitik der KPD/SED seit Kriegsende enteignet wurden. Bis zum Mauerbau verließen Massen die DDR, viele Akademiker. Sie gingen auch, weil sie für ihre Kinder keine Zukunft sahen."

In der NS-Zeit wurden nicht alle, die Besitz und Vermögen hatten, ermordet oder ins Exil getrieben. Ermordert und enteignet wurden von den Nazis zu Jüdinnen und Juden erklärten mit und ohne Vermögen. Ihre Ausplünderung geschah zum Nutzen und in eifriger Mitwirkung der "Deutschen Volksgemeinschaft". Mittlerweile gibt es Ausstellungen, die die Dokumente zeigen, wie Nachbarinnen und Nachbarn selbst die Bettwäsche und die Bestecke der verschleppten Menschen an sich nahmen. Und die Arisierungen bei größeren Vermögen geschahen im Interesse der nichtjüdischen Kapitalkreise, die im NS in wichtigen Positionen waren und bis zum Schluss die Wirtschafts- und auch Kriegspolitik im NS maßgeblich bestimmt haben. Diese Differenzierung ist wichtig und nötig, weil der Absatz, den sicher auch von Krampitz nicht intendierten Eindruck hinterlässt, NS und DDR hätten das ihre dazu beigetragen, die Besitzenden aus Deutschland zu vertreiben. Das ist sachlich falsch, entnennt die Politik des Antisemitismus im NS und fördert eine Gleichsetzung DDR-NS, die ja sonst im Artikel erfreulicherweise nicht vorkommt.

RE: Andere Wende | 04.09.2017 | 11:55

Dieser Artikel hebt sich wohltuened von den Texten der ewigen Aufarbeitungsliteratur ab. Nur einige Passage in dem Text von Krampitz hat mich irritiert:

"Das heißt, dass alle, die Besitz und Vermögen hatten, von den Nazis ermordet, ins Exil getrieben oder durch die Eigentumspolitik der KPD/SED seit Kriegsende enteignet wurden. Bis zum Mauerbau verließen Massen die DDR, viele Akademiker. Sie gingen auch, weil sie für ihre Kinder keine Zukunft sahen."

In der NS-Zeit wurden nicht alle, die Besitz und Vermögen hatten, ermordet oder ins Exil getrieben. Ermordert und enteignet wurden von den Nazis zu Jüdinnen und Juden erklärten mit und ohne Vermögen. Ihre Ausplünderung geschah zum Nutzen und in eifriger Mitwirkung der "Deutschen Volksgemeinschaft". Mittlerweile gibt es Ausstellungen, die die Dokumente zeigen, wie Nachbarinnen und Nachbarn selbst die Bettwäsche und die Bestecke der verschleppten Menschen an sich nahmen. Und die Arisierungen bei größeren Vermögen geschahen im Interesse der nichtjüdischen Kapitalkreise, die im NS in wichtigen Positionen waren und bis zum Schluss die Wirtschafts- und auch Kriegspolitik im NS maßgeblich bestimmt haben. Diese Differenzierung ist wichtig und nötig, weil der Absatz, den sicher auch von Krampitz nicht intendierten Eindruck hinterlässt, NS und DDR hätten das ihre dazu beigetragen, die Besitzenden aus Deutschland zu vertreiben. Das ist sachlich falsch, entnennt die Politik des Antisemitismus im NS und fördert eine Gleichsetzung DDR-NS, die ja sonst im Artikel erfreulicherweise nicht vorkommt.

RE: Kubitschek träumt | 30.08.2017 | 00:26

Ich finde in dem Artikel wird etwas als so sensationell neu verkauft, was zumindest einen bewussten Zeitungsleser lange bekannt ist. Seit 20 Jahren wird über Rechte, die ihren Gramsci gelesen haben, geschrieben und seit 10 Jahren gibt es Rechte, die die linke Apo imittieren. Dass jetzt der 21. Mai 1970 als Gründungsdatum der rechten Apo genannt wird, halte ich für einen Mythos. Die Aktion Widerstand war ganz eindeutig nazistisch, dass die NPD an Bedeutung verlor, lag daran, dass sie 1969 knapp nicht in den Bundestag gekommen ist und daher für die Rechte an Bedeutung verlor. Dass würde der AfD übrigens ähnlich gehen, wenn sie an der 5 % Hürde scheitern würde. Eine Frage aber müssten Thomas Wagner und auch der Freitag beantworten. Warum meinen sie, damit dass sie die Rechten interviewen, könnte mehr von ihnen bekannt werden? Tragen sie damit nicht eher dazu bei, die Rechten zu normalisieren und als akzeptable Interview- und Gesprächspartner_innen erscheinen zu lassen? Hätten in der Weimarer Republik mehr Zeitungen Hitler und Co, interviewen sollen und die NS-Herrschaft wäre uns erspart geblieben?

Was wird durch die Interviews bekannt, was nicht auch durch die Lektüre ihrer anderen Texte bekannt ist?

RE: Das Amt und die Spitzelei | 30.08.2017 | 00:15

Der Ex-KP-Funktionär Trinh Xuan Thanh, der schon lange den kapitalistischen Weg geht, muss sich wegen seiner Korruption in seiner Heimat vor Gericht verantworten. Darin sehe ich nichts Verwerfliches. Ich wundere mich nur, dass seine Zuführung in sein Land zu einer Menschenrechtsverletzung aufgeblasen wird und sich eine Menschenrechtsanwältin wie Petra Schlagenhauf für ihn einsetzt. Ich verstehe auch nicht, warum die geschätzte Kollegin Mai, sich hier in eine Kampagne gegen die vietnamesische Regierung einspannnen lässt. Es gibt soviele Geflüchtete, die die Unterstützung brauchen, Trinh Xuan Thanh gehört nicht dazu. Wir müssen nicht jeden gefallenen Funktionär zum Menschenrechtsfall aufblasen. Und es schon merkwürdig, wenn ein vietnamesischer Mitarbeiter des Ausländerbehörde nicht dafür kritisiert wird, dass er für eine Behörde der Selektion von Menschen arbeitet, sondern weil er angeblich der vietnamesisches Regierungspartei nahesteht, die ich bestimmt nicht für kommunistisch sondern für staatskapitalistisch halte. Aber es ist genau die Partei, die wesentlich zum Sieg über die USA beigetragen hat und dafür weltweit bewundert wurde.

RE: Die bewegte Hete | 25.07.2017 | 11:34

Müller vergisst, dass genau diese opportunistische Anpassung an den t für viele NS-Verfolgten unerträglich war. Gründgens Karriere im NS-Staat wurde zum Vorbild für Klaus Manns in der BRD lange verbotenen Roman Mephisto.

RE: Die bewegte Hete | 25.07.2017 | 11:32

Es mag viele gute Beispiele für die Ehe als Notwehr geben. Dass Gustav Gründgens und die Schauspielerin Marianne Hoppe im NS-Staat ihre Karriere weiter fortsetzen konnten, ist keines . Müller vergisst, dass genau diese opportunistische Anpassung an den NS-Staat von vielen NS-Verfolgten als Schlag ins Gesicht und als Unterstützung des Terrorregimes verstanden wurde. Klaus Mann hat in seinem Roman Mephisto genau diesen Gründgens so gut getroffen, dass das Buch in der BRD jahrelang verboten war.

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RE: Die bewegte Hete | 25.07.2017 | 11:30

Es mag viele gute Beispiele für die Ehe als Notwehr geben. Dass Gustav Gründgens und die Schauspielerin Marianne Hoppe im NS-Staat ihre Karriere weiter fortsetzen konnten, ist keines . Müller vergisst, dass genau diese opportunistische Anpassung an den NS-Staat als Schlag ins Gesicht für viele NS-Verfolgte verstanden wurden. Sie waren damit Unterstützer_innen des NS-Regimes. Klaus Mann hato genau diesen Gründgens deswegen zum Vorbild für seinen Roman "Mephisto" genommen.

Peter Nowak

sseDamit : Auch sie heirateten 1936, galten fortan offiziell als heterosexuell und konnten ihre Karrieren im NS-Staat fortsetzen: Die Institution Ehe kann also helfen, Leben oder Karrieren zu retten. D

RE: Tragödie der Spaltung | 18.07.2017 | 14:03

Ich finde es sehr wohl relevant, wenn linke DDR-Oppositionelle, die Kritik, die sie damals an der autoritären DDR übten, auch heute noch haben. Und das trifft für die Herausgeber_innen des telegraph zu.

RE: Tragödie der Spaltung | 18.07.2017 | 14:02

Ich finde es sehr wohl relevant, wenn linke DDR-Oppositionelle, die Kritik, die sie damals an der autoritären DDR übten, auch heute noch haben. Und das trifft für die Herausgeber_innen des telegraph zu.

RE: Der gekränkte Politiker | 27.05.2017 | 23:53

Ich weiß nicht, warum Zeitungen, die sich irgendwie als kritisch bezeichnen, dieses skandalöse Urteil verteidigen. Auch Tobias Riegel hatte schon mit Verve das Persönlichkeitsrecht von Kohl verteidigt. Warum eigentlich? Diese Figur hat bis heute die anonymen Spender in die CDU-Kasse nicht enthielt und hat auc hsonst genug kriminelle Energie gezeigt. Es ist also nur begrüssen, wenn da noch aufgedeckt wird. Zudem brauchte es nicht das Buch von Schwan, um die angebliche freundschaft zwischen Gorbatschow und Kohl zu zerstören. Schon vergessen, dass Kohl den sowjetischen Präsidenten mit Göbbels verglichen hatte. Wenn es trotzdem zur Freundschaft kam und die ist jetzt zerstört. Was soll es? Da kam eben der wahre Kohl raus. Mich interessieren eher die Persönlichkeitsrechte von Hartz IV-Empfänger_innen ,von Prekär Beschäftigten etc.. die tagtäglich von einem System, dass Kohl etal. aufgebaut haben, ausgebeutet und getreten werden. Diesen Menschen würde kein Gericht für die Verletzjng ihrer Persönlichkeitsrechte zuerkennen.

Peter Nowak