RE: Ungern Opfer | 21.06.2018 | 16:21

Mich hat es nicht irritiert, dass Kohl an SS-Veteranen Geld spendete. Da hat der Publizist Bernd Engelmann schon vor mehr als 40 Jahren in dem Buch "Grosses Bundesverdienstkreuz recherchiert:

Zitat aus einer Rezension des Engelmann-Buches:

"Die durch ihre Nazi-Vergangenheit schwer belasteten Fritz Ries und Hanns-Martin Schleyer planten bereits Anfang der Siebziger den Aufstieg Helmut Kohls an der Seite von Kurt Biedenkopf. Auch F. J. Strauss taucht in diesem "Vierergespann" noch einmal auf, und diese untereinander gepflegten und von Engelmann gut ausgeleuchteten Verknüpfungen machen allzu deutlich, wie man sich gegenseitig bevorteilte.

Bernd Engelmann

Grosses Bundesverdienstkreuz

Das Buch ist noch erhältich:

https://steidl.de/Buecher/Grosses-Bundesverdienstkreuz-0122335161.html

In dem Buch wird klar, wie eng verbunden de Aufstieg von Kohl mit Arisieren und NS-Belasteten Eliten war.

Diese Politik trug Früchte. 1986 sorge Kohl dafür, dass US-Präsident Reagan auf dem Soldatenfriedhof in Bitburg auch SS-Täter ehrte.

Das hat bei Linken und Liberalen in den USA Empörung ausgelöst. Hier ein Interview von Elie Wiesel (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513931.html)

Die Linke in der BRD protestierte gegen Reagan und ignorierte die SS-Ehrung weitgehend.

Dagegen intervenierten Linke aus den USA in einen Offenen Brief an die deutsche Friedensbewegung, den maßgeblich der kürzlich verstorbene Soziologe Moishe Postone verfasste.

Der Bitburgbesuch fand auch Eingang in die Musikkultur. Die Punkband Ramones widmete ihm den Song Bonzo goes to Bitburg. Die von Bednarz imagienierte Trennung zwischen Konservatismus und NS war in der Realität sehr flexibel.

Peter Nowak

RE: Es geschah im vollbesetzten Zug | 04.04.2018 | 00:27

Ich habe das jetzt korrigiert, es war eine Metallstange, um welches Metall es sich handelte, konnte nicht ermittelt werden. Danke für die Korrektur.

Peter Nowak

RE: Eine neue linke Erzählung | 05.01.2018 | 02:06

Zunächst finde ich die Analyse von Sebastian Friedrich sehr gelungen, den Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung, sowie patriarchale und rassistische Unterdrückung zusammen zu denken. In den letzten Wochen wurden in diese Kämpfe oft bewusst getrennt und herauskommt eine regriessive Nationalsozialdemokraite a la Wagenknecht auf der einen und ein diverser vielfältiger Neoliberalismus wie ihn große Teile der Grünen vertreten, auf der anderen Seite. . Nur müsste jetzt als nächster Schritt die Frage kommen, wie wird das Zusmmenwirken der Kämpfe organisiert. Und da stellt sich eine Frage, die weder bei Friedrich noch bei den Diskutant_innen genannt wurde. Es bedarf einer kommunistischen Organisation auf der Höhe der Zeit, dire diese Kämpfe verbinden kann. Vor 100 Jahren ist es den Bolschewiki für kurze Zeit gelungen, diese Kämpfe zusammenzubinden. Nur so war der Oktoberaufstand möglich. In der Folge wurde auch der Kampf gegen Patriarchat (Alexandra Kollontai) und Rassismus/Kolonialismus auf die Agenda gesetzt. Es ist müssig darüber zu lamentieren, dass heute sowenige Lohnabhängige diese Kämpfe unterstützen, wenn die Organisationen dazu fehlen.

RE: Sozialismus oder Sieg | 30.12.2017 | 15:19

Was Krätke verschweigt, aber Corbyn wahrscheinlihc weiß, das EU-Regime würde gar nicht zulassen, dass er einen Großteil seines Programms vor allem auf wirtschaftlichen Gebiet umsetzen kann. Daher ist es wahrscheinlich, dass Corbyn spätestens dann zum EU-Anhänger wird, wenn er die Möglichkeit hat, an die Regierung zu kommen. Wie wir wissen, ist er damit nicht an der Macht. Aber dann hat er eine Ausrede warum er die sozialdemokratischen Reformen nicht durchsetzen kann, die er versprochen hat.

RE: In England ist Marx ein Hipster | 30.12.2017 | 15:13

Die Naivität von Mason ist erstaunlich. Mindest 100 Jahre steht die SPD als Arzt am Krankenbett des Kapitalismus, er tut so, als finge das erst in den letzten Jahren an. Zudem stellt er die Krise der SPD nicht den Kontext der allgemeinen Krise der europäischen Sozialdemokratie von Italien über Holland bis Frankreich. Wie das Experiment Corbyn ausgeht, ist noch gar nicht ausgemacht. Vor verfrühten Optimismus und der Ausrufung eines neuen Hoffnungsträgers ist zu warnen. Da gab es schon zu viele? Bernie Sanders, Tsipras .... Wurde nicht auch Schulz noch vor einem Jahr auch im Freitag als ein solcher Hoffnungsträger gehandelt?

100 Jahre nach der Oktoberrevolution sollten wir lieber mit kritischen Blick auf die politischen Kräfte schauen, die schon vor 100 Jahren recht gut, das Wirken der Sozialdemokratie erkannten, auch wenn sie später andere Fehler machtne.

RE: Einen rechten Schnaps zum Totensonntag | 23.12.2017 | 23:12

Ich bin immer beeindruckt über die Menge an Büchern der unterschiedlichen Themen, die Erhard Schütz so wegliest. Doch manchmal fehlt dann wohl die Zeit für die kritische Verarbeitung. Das zeigte sich bei seiner Kurzrezension des Buches "Fakenews machen Geschichte " veröffentlicht in Freitag 49, 7.12.2017. Da der Text nicht online ist, poste ich meine kritischen Anmerkungen dazu hier:

Dort schreibt Schütz "über die angebliche Isolationsfolterhaft der RAF.Häupter", die die Autoren des besprochenen Buches als Fakenews abtun. Das verwundert bei den staatsnahem Autoren Sven Felix Kellerhoff und Lars-Broder Keil nicht. Sie beten nur die staatsoffizielle Lesart nach, die trotzdem davon nicht Richtiger wird. Dass die RAF.Gefangenen unter Isolationshaftbedingungen gehalten wurden, kann niemand bestreiten und wurde sogar von verschiedenen Gerichten bestätigt. Dass Isolationshaft für die Betroffenen folterähnliche Folgen hat, wurde von verschiedenen Wissenschaftler_innen akribisch nachgewiesen. Die Bücher gibt es, wenn sie auch in den Medien meist ignoriert wurden. Ich würde mich freuen, wenn Herr Schütz eins dieser Bücher mal. im Freitag rezensiert und empfehle ihn mehr kritische Distanz zu Büchern staatsnaher Autor_innen, woher sie auch immer kommen.

RE: Galoppierende Gefahr | 23.12.2017 | 16:12

Das ist ein sehr guter Beitrag. Nur wenige erinnern, wenn sie Freiheit für Deniz Yüksel fordern daran, dass auch in Deutschland und in anderne EU-Länder Repression an der Tagesordnung ist. Im Fall Yücel dürfen dann sogasr Politiker_innen, die für Repression in Deutschland verantwortlich sind, auf Veranstaltungen reden, die von kritischen Linken organisiert werden und nachdem sie geredet haben, treten dann Bands mit deutschlandkritischen Texten auf. So geschehen bei einem Soli-Konert für Yücel am Brandenburger Tor.

RE: Galoppierende Gefahr | 23.12.2017 | 16:12

Das ist ein sehr guter Beitrag. Nur wenige erinnern, wenn sie Freiheit für Deniz Yüksel fordern daran, dass auch in Deutschland und in anderne EU-Länder Repression an der Tagesordnung ist. Im Fall Yücel dürfen dann sogasr Politiker_innen, die für Repression in Deutschland verantwortlich sind, auf Veranstaltungen reden, die von kritischen Linken organisiert werden und nachdem sie geredet haben, treten dann Bands mit deutschlandkritischen Texten auf. So geschehen bei einem Soli-Konert für Yücel am Brandenburger Tor.

RE: Schnitzel ohne Leiden | 23.12.2017 | 16:06

Sind das nicht die Probleme einer gutverdienenden Mittelschicht? Es müsste doch erst mal darum gehen, dafür zu sorgen, dass alle Menschen überall auf der Welt egal wo sie leben. gute und gesunde Nahrung zur Verfügung haben. Es geht nicht nur darum, satt zu werden. Selbst das ist ja nicht gewährleistet, sondern es geht um gute und gesunde Nahrung. Das wäre heute auf dem Stand der Produktivkräte möglich und wird durch die Schranke der kapitalistischen Verwertung verhindert, wo Nahrung eher weggeworfen als aslle, die sie brauchen verteilt wird. Wenn das gelöst ist, können wir auch noch für das Kleinbürger_innentum, das keine Tiere töten will, aber trotzdem gerne Fleisch und Fisch ist, Lösungen finden.

RE: „Die sind doch bekloppt“ | 12.12.2017 | 02:48

Aber genau damit hat er doch Rambatz angegriffen, während sie von Rechten bedroht wurde und das, weil sie in einen geschlossenen Forum nach Filmen suchte, in denen Deutsche sterben.