Auf den Spuren von Blackrock und Co

Blackrock-Konferenz 2022 Sie fand am 16. und 17. September m Audimax der Potsdamer Universität statt. Ein Gespräch mit Ulrike Kölver und Ulrike von Wiesenau,

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Vor zwei Jahren haben Sie in Berlin das Blackrock-Tribunal veranstaltet. Warum habt Ihr jetzt in Potsdam eine Konferenz organisiert?

Kölver: Die Form des Tribunals, so schien es unserer Vorbereitungsgruppe, kann sich als Präsentationsform sehr schnell abnutzen und nicht mehr wirken. Angesichts der aktuellen Lage und mittelfristig erschien es uns passender, die neutralere Form einer Konferenz zu wählen. Und natürlich ist es auch eine Würdigung unseres Freundes Peter Grottian, Impulsgeber der Initiative BlackRock-Tribunal, der im Oktober 2020 verstarb. Eine Fortsetzung des Blackrock-Tribunals als Konferenz bedeutet auch, dass wir nun zwar in seinem Gedenken, aber doch ohne ihn, weiterarbeiten.

Was waren in diesem Jahr die Schwerpunkte auf der Konferenz?

Kölver: Wir haben diesmal Themenschwerpunkte ausgewählt: Umwelt, Digitalisierung, Arbeit, Rente, weil in diesen Bereichen Blackrock aktuell seine Dominanz noch zu stärken versucht. Beim Engagement für Umwelt und angeblicher „Nachhaltigkeit“ zeigt sich aber, dass dieser nicht definierte Begriff hier beliebig ausgedehnt wird, Blackrock betreibt lediglich „Grünwäsche“, von echtem Umwelt- oder Klimaschutz kann nicht die Rede sein. Das zeigt sich z.B. bei der sog. „E-Mobilität“, die in Wirklichkeit nur ein Umstieg auf andere Grundlagen von fossiler Energie ist. E-Mobilität verschlingt Wasser und Rohstoffe ohne Ende. Das gilt ebenfalls für Digitalisierung generell. Darüber wird aber in den mainstream-Medien kaum berichtet.

Warum haben Sie als einen Schwerpunkt die Rente gewählt?

Kölver: Auch bei der sog. „kapitalbasierten Rente“ bestehen – wie seinerzeit bei der „Riesterrente“ - schwerwiegende Risiken, die vom Staat auf den einzelnen Rentenempfänger abgewälzt werden. Man kann nur davor warnen.

Wie bewerten Sie die Konferenz?

von Wiesenau: Die Konferenz an der Universität Potsdam war für uns ein grosser Erfolg, wir haben uns als Veranstalter über die durchweg positive Resonanz gefreut. Am Freitag und am Samstag kamen jeweils deutlich über 100 Besucher*innen ins Audimax, in Teilen auch wechselnd zu den einzelnen Vortrags-Schwerpunkten Arbeit, Rente, Digitalisierung und Umwelt. Erfreulich war für uns, dass dieses Mal viele Multiplikator*innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen kamen, Initiativen, Organisationen, NGOs und Gewerkschaften, und wir bereits mit etlichen eine fruchtbare politische Weiterarbeit in Nachfolge der Konferenz verabreden konnten. Eine Video-Aufzeichnung der gesamte BlackRock-Konferenz werden wir in den nächsten Tagen bearbeiten und dann ins Netz und auf unsere Website stellen.


Gab es auch praktische Initiativen auf der Konferenz?

Kölver: Bereits am Freitag wurde dazu aufgerufen die Petition für unseren Referenten Orhan Akman, der seit Jahren bundesweit die Streiks und Aktionen bei Amazon für Tarifbindung sowie gute und gesunde Arbeitsbedingungen leitet und koordiniert, zu unterstützen. Es gab ein grosses Interesse daran, aus unserem thematischen Hintergrund und dem Impuls der Konferenz heraus weitere Aktionen zu unterstützen und zu planen.


Wie finanziert Ihr Eure Arbeit?

Kölver: Im Gegensatz zu den Finanz-Giganten waren wir für unsere Aufklärungsarbeit auf „crowdfunding“ durch möglichst viele Interessierte angewiesen. Dank der Universitätsgesellschaft Potsdam und der Zusagen einer Reihe von Spendern haben wir eine Basisfinanzierung.

Interview: Peter Nowak

Die Finanzierung der Veranstaltung ist nach der Konferenz noch nicht vollständig gesichert: Die Veranstalter*innen binden darum, Spenden zu überweisen auf das Konto der Universitätsgesellschaft Potsdam:

IBAN: DE 15 1207 00240327017000

Verwendungszweck: New Work - Black Rock

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