Corona und linke Kritik(un)fähigkeit

Corona und die Linke Erfreulicherweise gibt es jetzt auch Versuche, sich den Corona-Zuständen mit den Mitteln der Ideologiekritik zu nähern.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community
Wird der Corona-Notstand eine Dauerwelle? Und was bleibt von unseren erkämpften Grundrechten und der Art, wir bisher gelebt haben übrig? Diese Fragen stellen sich immer Menschen. Auch solche, die erfreulicherweise Abstand halten von Querdenker*innen und Irrationalist*innen aller Coleur. Aber sie wollen sich nicht mehr mit dem Spruch abspeisen lassen, dass die Corona-Maßnahmen alternativlos sind. Die TINA-Politik (there ist no alternativ) haben wir schließlich lange genug von den Exponent*innen des Kapitalismus gehört. Es ist erfreulich, dass die Wochenzeitung Freitag für eine Diskussion über Corona und die Folgen Raum gibt. Damit ist er ein Solitär in der gegenwärtigen Presselandschaft. Dabei zeigt sich an zahlreichen Leser*innenbriefen in Taz, junge Welt, aber auch der Monatszeitung Konkret, dass viele Leser*innen eine kritische Diskussion übe Corona und die Folgen wollen.
Hier soll auf eine Radiosendung hingewiesen werden, auf der Jeniffer Benett verschiedene Interviews zum Thema Corona und Pandemie gesammelt hat.
Hier noch die Einladung zu einer Online-Diskussion zum Thema
"Corona und linke Kritik(un)fähigkeit" am 7. Dezember von 19 - 20.30 Uhr.

Corona und die Folgen bestimmen wieder den Lebensalltag. Handelt es sich um die zweite Welle oder ist Corona längst zur Dauerwelle geworden, zu einer Krise, die das Leben in vielerlei Hinsicht entscheidend verändern wird?
Was bedeutet diese Krise für Einzelne und welche gesellschaftlichen Auswirkungen lassen sich beobachten?

Tausende Kritiker*innen der Coronamaßnahmen gehen gemeinsam mit Rechten jeglicher Couleur auf die Straße, bei sogenannten Hygiene- und Querdenkerdemonstrationen. Wie reagieren Linke darauf? Und was wird aus einer linken Kritik an Staat, Konzernen und bürgerlicher Gesellschaft, wenn plötzlich staatlich approbierte Virolog*innen als unhinterfragte Wahrheitsinstanz auftreten und alle Hoffnungen auf der Pharmaindustrie zu ruhen scheinen?

Ist die Kritik an autoritärer Staatlichkeit suspendiert, wenn ein scheinbar naturwissenschaftliches Ereignis keine Diskussion zulässt? Ist nicht spätestens seit den Schriften von Michel Foucault bekannt, dass Biopolitik auch ein Teil von Staatlichkeit ist? Muss da eine Antifa die Einhaltung der Hygieneregeln anmahnen oder gibt es auch in Zeiten von Corona Raum für linke Kritik und Zweifel an vermeintlichen Alternativlosigkeiten?

Darüber diskutieren:
• Anne Seeck, die sich mit den (psycho)sozialen Folgen der Corona-Maßnahmen und deren gesellschaftlichen Auswirkungen beschäftigt hat. Sie ist seit Jahrzehnten aktiv in der Erwerbslosenbewegung und anderen sozialen Bewegungen.
• Gerhard Hanloser, der in den letzten Monaten einige Hygienedemonstrationen beobachtet und darüber unter anderem im Neuen Deutschland und der Wochenzeitung Freitag geschrieben hat. Dabei hat er genauer hingeschaut und hat Klischeebegriffe wie „Covidioten“ vermieden.
• Peter Nowak, Mitherausgeber von „Corona und die Demokratie. Eine linke Kritik“, der auf der Onlineplattform Telepolis regelmäßig kritische Beiträge veröffentlicht. Dort stellt er auch immer wieder Initiativen vor, die auch in Zeiten von Corona linke Praxis unter erschwerten Bedingungen praktiziert haben.
• Elisabeth Voß, die seit Jahrzehnten zu solidarischen Ökonomien und Selbstorganisation in Wirtschaft und Gesellschaft schreibt und berät. In den letzten Monaten hat sie auch zu Corona recherchiert und kritische Fragen zum Umgang der Linken mit der Krise gestellt.

Die Online-Veranstaltung findet hier statt:
https://meet.jit.si/gesprächcorona
Einwahl mit Telefon:
089 - 380 38 719
PIN: 3956740733#
02:41 05.12.2020
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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