Peter Nowak
19.12.2013 | 01:52 29

"Demokratie als Herrschaftsform des Kapitals"

Alain Badiou Eine Diskussionsrunde mit dem „gefährlichsten Philosophen Mitteleuropas“ im Berliner HAU

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Peter Nowak

"Demokratie als Herrschaftsform des Kapitals"

Alain Badiou auf einem (anderen) Podium

Foto: Foto: Jean-François Gornet/ Flickr (CC)

„Wir sitzen im Theaterbild von Frontex“, erklärte die Leiterin des Berliner Theaters Hebbel mit Blick auf die eine blau-weiß staffierte Weltkarte an der Bühnenwand. Sie ist Teil der Requisiten für die Theateraufführung des Stücks Frontex Security von Hans-Werner Kroesinger. Im Zentrum steht dort das Frontex-System, das die Festung Europas gegen die Armen diese Welt schützt.

Am Dienstagabend warf der französische Philosoph Alain Badiou im Rahmen der Passagengespräche einen anderen Blick auf die Welt. Er gehört zu einer kleinen Gruppe von politisch engagierten Philosophen, die vehement Einspruch gegen den aktuellen Zustand der Welt äußern. Nach 1989 schien es so, als würde eine politisch engagierte Philosophie und Wissenschaft der Vergangenheit angehören. Aber spätestens mit den Interventionen des theoretischen Bourdieu und dem Aufstand der Zapatistas war die TINA-Phase (There is no Alternative) beendet. Mit Stephane Hessel wurde Gesellschaftskritik sogar wieder mehrheitsfähig. Doch Alain Badiou unterscheidet sich von den genannten an einem entscheidenden Punkt. Er kritisiert nicht nur die aktuellen Verhältnisse. Zu ihrer Überwindung hält er am Kommunismus als Ziel fest.

Kein Bannerträger des Antitotalitarismus

Am Dienstagabend konnte man gut beobachten, wie schnell eine meist moralisch imprägnierte, diffuse Kritik an den Finanzmärkten und der Globalisierung beliebig und zahnlos wird. Der Leiter des Passagen-Verlags (http://www.passagen.at/cms/index.php?id=80&L=0&autor=927) Peter Engelmann (http://www.deutschlandfunk.de/der-philosoph-und-verleger-peter-engelmann.1782.de.html?dram:article_id=248174), der seit Jahren Schriften linker französischer Autoren (https://portal.dnb.de/opac.htm) und jetzt auch Badiou verlegt, versicherte immer wieder, wie nahe er in der Kritik dem aktuellen Zustand der Welt mit seinen Diskussionspartner ist. Mit dem Kommunismus als Zielvorstellung könne er sich nicht anfreunden, solange nicht geklärt ist, warum die bisherigen Versuche ihn einzuführen, gescheitert sind. Gescheitert ist auch das beharrliche Insistieren des Moderators René Aguigah, den ehemaligen DDR-Gefangenen Engelmann, der von der BRD freigekauft wurde, als Bannerträger des Antitotalitarismus gegen Badiou in Stellung zu bringen. Engelmann ist dafür zu intelligent und seine gelegentlichen Versuche, die Gestapo und die Stasi in einen Zusammenhang zu bringen, wurden vom zahlreich erschienenen Publikum eher als Peinlichkeit denn als Provokation wahrgenommen.

Die 3 Etappen des Kommunismus

Badiou hingegen, der vom Feuilleton der Berliner Zeitung schon mal zum „gefährlichsten Philosophen Mitteleuropas“ (http://www.berliner-zeitung.de/kultur/philosoph-alain-badiou-und-sei-es-mit-gewalt,10809150,23104062.html) geadelt wurde, konnte sicher nicht alle im Publikum mit seinem Plädoyer für den Kommunismus überzeugen. Aber auch und gerade für seine Kritiker war er in keiner Minute beliebig und langweilig. Zunächst teilte er die Geschichte des Kommunismus in drei Etappen ein. Im 19. Jahrhundert sei der Kommunismus die Utopie einer klassenlosen Gesellschaft gewesen, wie sie von Marx, Proudhon und vielen anderen Theoretikern formuliert wurde. Die wichtigsten Ziele seien eine Aufhebung der Klassengesellschaft und der Arbeitsteilung sowie ein Absterben des Staates gewesen.

Die zweite Etappe sei durch die Oktoberrevolution geprägt gewesen, die Badiou als die erste gelungene Revolution nach den vielen gescheiterten und blutig niedergeschlagenen Arbeiteraufständen des 19.Jahrhunderts klassifizierte. Er benennt aber auch das Dilemma, das in der siegreichen Revolution schon ihr Scheitern eingeschrieben war. Lenin habe aus der Niederlage der Pariser Kommune die Konsequenz gezogen, dass eine zentralistische Organisation nötig sei. Damit konnte die Revolution erfolgreich sein, doch sei es damit nicht möglich gewesen, eine demokratische Zivilgesellschaft aufzubauen. Eine Einheitspartei mit straffer Disziplin konnte keinen linken Pluralismus fördern und sah in jedem Kritiker im Zweifel Verräter. Weder sei die Arbeitsteilung noch der Staat abgeschafft worden, wie es die Kommunisten der ersten Phase anstrebten.

Die dritte Phase des Kommunismus hat für Badiou nach 1989 begonnen. Damit müsse man sich von der Macht und dem Staat emanzipieren und wieder an die Basis gehen. Damit dementierte Badiou auch alle Versuche, ihn in die Schublade des Stalinismus oder der Marx-Orthodoxie zu stecken. Die von ihm vorgeschlagene Bewegung von unten, die sich in Streiks, in Besetzungen und Asambleas materialisiert, ist durchaus kompatibel mit Politikformen, wie sie in der außerparlamentarischen Bewegung seit Jahrzehnten praktiziert werden, mögen sich die Akteure nun Kommunisten nennen oder nicht.

Demokratie als Herrschaftsform des Kapitals

Den größten Widerspruch am Dienstagabend erntete Badiou für seine Demokratiekritik. Dabei betonte er, dass er damit nicht die Vollversammlungen und Asambleas, sondern die bürgerliche Gesellschaft meine. Als er dann Demokratie als Form der staatlichen Organisierung des entwickelten kapitalistischen Staats klassifizierte, erntete er sowohl spontane Zustimmung als auch heftigen Widerspruch. Engelmann konnte nicht verstehen, dass man die Fundamentalkritik an der Demokratie mit Applaus belohnen könne. Wenn er dann aber selber die Demokratie als die beste Form, einen Bürgerkrieg bzw. einen sozialen Aufstand zu verhindern, bezeichnete, war er zumindest theoretisch gar nicht so weit von seinem französischen Kontrahenten entfernt. Sehr präzise benannte Badiou das Ringen verschiedener Parteien, sich an der Verwaltung des kapitalistischen Staates zu beteiligen, als Demokratie in Aktion. Dazu fallen einem spontan viele Beispiele aus der aktuellen Politik ein. Wie manisch sich auch die Medien daran beteiligen, die verschiedenen Farbspielereien der Parteien immer wieder neu auszuleuchten und daran die Essenz der Demokratie zu entdecken. Wie dann gleich noch immer neue Dummwörter kreiert werden, die dann noch von anderen Dumm-Dumm-Gremien zu Wörtern des Jahres erklärt werden. Da plappern alle Blöd-Medien, nicht nur die mit den großen Buchstaben davon, welchen Coup Merkel oder Gabriel gerade gelungen sei. In der Taz hat der Satiriker Deniz Yüksel kürzlich in eine Glosse Kommentare aus den unterschiedlichen Zeitungen mit diesen Dumm-Deutsch zusammengestellt. Da kann man nur mit Badiou sagen: dabei geht es doch nur um die Verwaltung des Kapitalismus. Nur leider fielen dem Publikum solche naheliegenden Dinge in der Fragerunde nicht ein. Dafür verwiesen die Badiou-Kritiker darauf, dass momentan in der Ukraine gerade für die bürgerliche Demokratie gekämpft werde. Da zeigte sich, wie recht der Philosoph mit seiner Demokratiekritik hat. Schließlich kämpfen in der Ukraine zwei Machtblöcke um die außenpolitische Orientierung des Landes, die einen wollen mit Deutschland kooperieren, die anderen mit Russland. Die deutschfreundliche Linie wird massiv von der hiesigen Wirtschaft, Politik und den Medien unterstützt und der Kampf zwischen zwei bürgerlichen Fraktionen wird zur Entscheidungsschlacht um die Demokratie aufgeblasen. Dabei stehen beide Fraktionen auf dem Boden der bürgerlichen Demokratie. Auch die staatliche Repression gegen die Proteste ist nicht Dementi, sondern Teil der bürgerlichen Demokratie. Dabei war der Einsatz der Polizei gegen die Blockupy-Proteste in Frankfurt/Main Anfang Juni wesentlich härter als momentan die Polizeieinsätze gegen die Protestler in Kiew. Wäre nach dem Ende der Passagen-Gespräche einer der zahlreichen Zuhörer aus dem linken Milieu auf den Gedanken gekommen, den „gefährlichsten Philosophen Mitteleuropas" in die Praxis umzusetzen und die SPD-Bundeszentrale gegenüber dem Hebbel-Theater zu blockieren, hätte man die Demokratie in ihrer repressiven Form sofort beobachten können.

Peter Nowak

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Kommentare (29)

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Ehemaliger Nutzer 19.12.2013 | 05:38

spannend ... wenn es in die tiefe geht ... das passiert leider selten

Dabei stehen beide Fraktionen auf den Boden der bürgerlichen Demokratie. Auch die staatliche Repression gegen die Proteste ist nicht ein Dementi sondern Teil der bürgerlichen Demokratie. Dabei war der Einsatz der Polizei gegen die Blockupy-Proteste in Frankfurt/Main Anfang Juni allerdings wesentlich härter als momentan gegen die Polizeieinsätze gegen die Protestler in Kiew.

genau dieses beispiel zeigt ganz ganz einfach, was an der "demokratie" nicht stimmt und jede art von kritik an ihr notwendig macht und lebendig gehalten werden muss

vielleicht fehlt nur das passende wort ... das es noch nicht gibt - das nicht missbraucht wurde - badiou nennt es weiterhin kommunismus ... als gegenstück zu demokratie ... da ist auseinandersetzung im programm, ob diese jedoch nur zu konfrontation oder auch zu erkenntnisgewinn führt , wird erst eine breitere auseinandersetzung zeigen ... frontex ist ein gutes beispiel dafür, jedoch für die breiten massen im deutschen alltag zu weit weg ...

Aussie42 19.12.2013 | 09:27

Dass ernsthafte Demokratie-Kritik moeglich wird und nicht gleich mit Bonmots abgewuergt wird ("Demokratie ist die miserabelste Staatsform die es gibt, aber ich kenne keine bessere") ist ein grosser Fortschritt.

Die Gefahr besteht aber, dass vor allem auf der Ebene von Erscheinungen (Ukraine, Aegypten, GroKo etc.) die Maengel demokratischer Beteiligung diskutiert werden. Ohne eine solide Unterfuetterung mit der Analyse der gegenwaertigen oekonomischen "Bewegungen" ueberall auf der Welt kommt man aber m.E. nicht weiter.Nur drei Fragen, die mich seit einiger Zeit beschaeftigen:

Wie kann/muss beispielsweise man den Widerspruch zwischen dem "Finanzsektor" und der "realen Oekonomie" einschaetzen. Ist das ueberhaupt ein Widerspruch?

Wie bedingen/verstaerken/schwaechen sich Korruption, wirtschaftliches Wachstum , Armut und Demokratie in Staaten wie Indien?

Welche Rolle spielen die globalen NGOs fuer den "Zusammenhalt" von globalem Kapitalismus und dessen "Demokratie-Konzepten"?

Eine dritte Phase des Kommunismus ist mir sehr willkommen. Aber waere dafuer nicht ein anderes label besser?

Aussie42 19.12.2013 | 09:43

Dass ernsthafte Demokratie-Kritik moeglich wird und nicht gleich mit Bonmots abgewuergt wird ("Demokratie ist die miserabelste Staatsform die es gibt, aber ich kenne keine bessere") ist ein grosser Fortschritt.

Die Gefahr besteht aber, dass vor allem auf der Ebene von Erscheinungen (Ukraine, Aegypten, GroKo etc.) die Maengel demokratischer Beteiligung diskutiert werden. Ohne eine solide Unterfuetterung mit der Analyse der gegenwaertigen oekonomischen "Bewegungen" ueberall auf der Welt kommt man aber m.E. nicht weiter.Nur drei Fragen, die mich seit einiger Zeit beschaeftigen:

Wie kann/muss beispielsweise man den Widerspruch zwischen dem "Finanzsektor" und der "realen Oekonomie" einschaetzen. Ist das ueberhaupt ein Widerspruch?

Wie bedingen/verstaerken/schwaechen sich Korruption, wirtschaftliches Wachstum , Armut und Demokratie in Staaten wie Indien?

Welche Rolle spielen die globalen NGOs fuer den "Zusammenhalt" von globalem Kapitalismus und dessen "Demokratie-Konzepten"?

Eine dritte Phase des Kommunismus ist mir sehr willkommen. Aber waere dafuer nicht ein anderes label besser?

Aussie42 19.12.2013 | 09:58

Dass ernsthafte Demokratie-Kritik moeglich wird und nicht gleich mit Bonmots abgewuergt wird ("Demokratie ist die miserabelste Staatsform die es gibt, aber ich kenne keine bessere") ist ein grosser Fortschritt.

Die Gefahr besteht aber, dass vor allem auf der Ebene von Erscheinungen (Ukraine, Aegypten, GroKo etc.) die Maengel demokratischer Beteiligung diskutiert werden. Ohne eine solide Unterfuetterung mit der Analyse der gegenwaertigen oekonomischen "Bewegungen" ueberall auf der Welt kommt man aber m.E. nicht weiter.Nur drei Fragen, die mich seit einiger Zeit beschaeftigen:

Wie kann/muss beispielsweise man den Widerspruch zwischen dem "Finanzsektor" und der "realen Oekonomie" einschaetzen. Ist das ueberhaupt ein Widerspruch?

Wie bedingen/verstaerken/schwaechen sich Korruption, wirtschaftliches Wachstum , Armut und Demokratie in Staaten wie Indien?

Welche Rolle spielen die globalen NGOs fuer den "Zusammenhalt" von globalem Kapitalismus und dessen "Demokratie-Konzepten"?

Eine dritte Phase des Kommunismus ist mir sehr willkommen. Aber waere dafuer nicht ein anderes label besser?

Seifert 19.12.2013 | 10:36

Lieber Mopperkopp!

Zu 2.: In der Zwischenzeit ist auf www.freitag.de doch einiges zu Badiou zu finden. Die Auseinandersetzung mit seinen Grundlagenwerken (wie Das Sein und das Ereignis) steht allerdings noch aus.

Gerade habe ich sein Theaterstück Der Vorfall bei Antiochien aus dem Jahr 1989 gelesen, das kürzlich im Passagen Verlag erschienen ist. Es geht um die drei Etappen des Kommunismus, die auch Peter Nowak erwähnt - allerdings in poetischer Form. Entscheidend ist für mich (wie ich bereits anderweitig ausgeführt habe) sein Bezug zum Apostel Paulus, dem "Begründer einer aktivistischen Form der Universalität" (Badiou). Paulus sah sich, wie später die kommunistische Bewegung, "permanent mit der Bilanz des Scheiterns wie mit der Gefahr des Sieges konfrontiert" (Badiou).

Es wird kritisiert, dass Alain Badiou am Begriff des Kommunismus festhält. Dabei geht es ihm darum, der Traum einer befreiten Menschheit nicht aufzugeben. Badiou analysiert in einer Schärfe, die ich sonst kaum kenne, die Fehler der kommunistischen Bewegung - ohne sich vom Ziel der allgemeinen Emanzipation zu verabschieden.

iDog 19.12.2013 | 11:16

"Mit dem Kommunismus als Zielvorstellung könne er sich nicht anfreunden, solange nicht geklärt ist, warum die bisherigen Versuche ihn einzuführen, gescheitert sind."

Ja ist man zu dumm , das zu erkennen, oder will man es nicht wahr haben?

Solange der "Kommunismus" als Travestie eines Staatsmonopolkapitalismus daherkommt und auf ein Wachstumsparadigma setzt wie die sogenannten "freie Marktwirtschaft" des Kapitaliamus, und sich darüber hinaus auch nich auf eine billige Konkurrenzsituation mir diesem einlässt, wird der "Kommunismus" nie Kommunismus werden können.

In dieser Hinsicht ist die Oktoberrevolution die einzig erfolgreiche Revolution gewesen, der daraus resultierenden STAMOKAP allerdings ist an den selben Fehleren gescheitert, an denen der Kapitalismus regelmäßig scheitert und endgültig scheiteren muss.

Die Überwindung obsoleter Denkmodelle auch für den Kommunismus weg von industriellem Produktivismus und Fortschrittsgläubigkeit ist dann wohl am ehesten die von Badiou gemeinte dritte Phase. Damit tun sich aber besondren erklärte "Parteikommunisten" und Bibelmarxisten sehr schwer. Kommunismus hat eben grundsätzlich nichts mit Machtergreifung zu tun , sondern ist von der Idee her Herrschaftsnegierung. Soviel sollte heute klar sein - selbst den Dummschwätzeren in Sachen Kommunismuskritik bzw. Ablehnung. Wahrscheinlich ist es sogar genau das, was diese Kapitalismusbüttel am meisten fürchten und mit recht zu fürchten haben.

Man lese Graeber , um den moderenen Komminimus zu verstehen. Man lese Sarkar , um zu verstehen warum der historische und realexistierende "Kommunismus" keiner war und nicht funktionieren konnte.

Oberham 19.12.2013 | 14:05

.... kann man alles bei mir nachlesen, etwas weniger verquast :-).

Aber auch der Volksmund ist sich dessen seit jeher bewußt - da braucht es keine Philosophen zu, kein Podium und kein Studium - das Problem, warum trotzdem immer alles im Sinne der Wenigen Gewinner und gegen die Interessen der Massen geschieht- das blendet auch der "Großgeist" aus -

wahrscheinlich weil er ahnt, selber ein Teil des Problems zu sein.

Der Tag an dem der Kleingeist und der Großgeist, das Gute und das Böse, das Begabte und das Unbegabte, dieses ewige messen und bewerten menschlichen Seins überwunden werden, würde jenem ja seine privilegierte Stellung entziehen - und eines mögen sie alle nicht - auf eben jene verzichten.

Doch jedes Privileg ist ein Stück Rechtlosigkeit und Lebensentzug, Freiheitsentzug und Ressourcenentzug für all jene, die sie - so macht man sie glauben - gewähren müssen.

Man könnte das wunderbar entlarven, indem man schlicht die Realität betrachtet.

Statt Hunger zu bekämpfen, lässt man Sklaven auch im Jahr 2013 in der Wüste verrecken, um Tempel für die Zahlungskräftigen zu bauen - vor Jahrtausenden Kultstätten für die Priester, heute Kultstätten für Balltreter.

Statt Hunger zu bekämpfen, baut man Glaspaläste die hunderte Meter in den Himmel ragen, ebenso Kultstätten, Kultstätten für jene die den Wahnsinn dirigieren.

Statt Hunger zu bekämpfen, gräbt man Löcher, baut man Aspahltpisten ins Nirgendwo, hängt man sich nach wie vor komische Dinge um den Hals, oder bindet sie sich um Handgelenke, präsentiert man seine halbgöttische Überlegenheit und eifert bis zum letzten Tag hoffend dem Jungbrunnen hinterher.

Der vernünftige Mensch bestellt ein Feld, bis er von der Unvernunft und der Gier vom Feld vertrieben wird.

Der Hunger in der Welt ist schlicht das Endergebnis unserer "intelligenten" Prozesse.

Die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen, ist schlicht das Endergenis unserer Prozesse.

Vor ca. 60 Jahren erstickten tausende im Londoner Smog - Fortschritt bedeutet, dass heute wohl hunderttausende im Smog der chinesischen Industriezonen krepieren.

Es gibt nichts was nicht dämlich genug wäre, als dass der "kluge" Mensch im hinterherrennt - doch im Sekundentakt verhungern die Verlierer.

In unseren Breiten wird am Stammtisch über die Bevölkerungsexplosion gejammert, was beweist, das man noch nicht einmal das grundlegende Prinzip des Lebens kapiert.

Nichts kapieren wir, und die Großgeister verquasen die Nuancen und zitieren aus Jahrtausenden die immer gleichen Phrasen.

Jene die Denken schlagen überall in unübersehbaren Lettern, in Kunst und Kultur die Dummheit an den Pranger, doch sie lösen sich selbst im Kulurbetrieb auf und negieren letztlich durch ihre eigenen privaten Kollaborationsverbrechen, sofern sie mit Kaufkraft beworfen werden, sich selbst - ja sie verhöhnen mit ihrer Kunst den Künstler, da er ein schlichter Alltagskonsument mit all den dümmlichen Freuden sein mag - er hat es sich schließlich verdient!

Erst wenn alle die Denken können sich mit dem Hunger solidarisieren und auf die hedonistischen Spielereien - die sie in ihrer Kunst so an den Pranger stellen - oder ihrem Geplauder, Geschreibsel, haben sie meine Achtung.

Mir gibt keiner von ihnen einen neuen Impuls, sie geben mir nur immer neue kleine Kiesel, damit mein Mosaik des menschlichen Grauens täglich ein klein wenig weiter wachsen kann - den für die Chronik der Monstrositäten brauche ich den Übermittler der Neuigkeit -

das Bild kann sich jeder selber machen - sorry - da brauche ich keinen Philosophen der mir erklärt was Demokratie tatsächlich ist - da kann man sehen!

Insofern ist es reiner eitler Gedankentanz der da zu hören ist!

Verrecken tun sie noch alle, das ist der schönste Sieg des Lebens!

So lach ich über all den Wahn und zieh mir nun die Schuhe an,

ich stampfe hinaus durch Wad und Flur,

und denke an meine Mit- Elemente nur,

solang mein Hirn noch denken kann.

Oberham 19.12.2013 | 14:17

.... ja - und natürlich gibts derlei schon tausendfach, -

ja wohl milliardenfach - gedacht, niedergeschrieben und jeder der aus der Armut kommt, vergißt es und freut sich seines hedonistischen Idiotenlebens.

Am Ende, am Ende zählt nur MEIN Vergnügen!

Blöd gelaufen für alle, die im Leben an sich das Vergnügen nicht finden,

die glauben sie brauchten Geld um es sich kaufen zu können!

Solange wir glauben, uns die Freude kaufen zu müssen,

solange gehen wir dem Ende unserer Art entgegen!

Da nutzt es auch nichts, sich vermeintlich ins spirituelle zu begeben, da der gediegene esoterische Bürger des 21 Jhdts.

seinen Yoga Kurs erst bezahlen muss ;-).........................

Punkt ist - wer am Tisch hockt und genießt, dabei an ein verhungerndes Kind in den Armen der elenden Mutter - die keine Milch in der Brust hat, da sie selber mehr Tod als Lebendig ist, der beherrscht die Hölle.

All unsere Artgenossen, die etwas Kraft und Macht haben, Einfluss auch Dinge zu nehmen, jeder hier, der die Kraft hätte und Macht, einige wenige Euros für Projekte zu sammeln, die sinnvoll helfen könnten - sprich wir alle, hocken am Tisch, denken an dies Bild, nehmen die Gabel und führen den Überfluss in unsere Mäuler!

... wer ohne diesen Überfluss lebt, der vernichtet die Strukturen, der kann sich meiner Hochachtung erfreuen, den begrüße ich zu gerne bei mir, das ist für mich ein Mensch und kein Idiot!

Aber was rede ich - die Mehrheit bestimmt wie etwas zu benennen ist - also sage ich konform:

das ist für mich ein Idiot und kein Mensch!

Ich bin ein Idiot!

derde 19.12.2013 | 15:40

Ein sehr interessanter Beitrag! Und das wahrscheinlich wichtigste Thema unserer gemeinsamen Zukunft. Nus so können Denkantsöße gesetzt werden, nur so folgt Diskussion und Erkenntnissgewinn.

Der von Kommunisten gelenkte real existierende Sozialismus auf deutschem Boden hatte von Anfang an, neben dem Mangel an Erkenntnissgewinn aus Diskussion, den Faden des Scheiterns ins gesellschaftliche Gewebe mit eingenäht: der ganz banale Antikommunismus.

Das ist nicht einfach nur eine Begrifflichkeit, ein Denkrythmus, ein Totschlagsargument - es ist eine konsequente elitäre Ersatzreligion und hat auf ganzer Länge "gesiegt".

Und das bis heute: das Scheitern des sozialistischen Ostblocks wird seit eh und jeh als kontextfrei und immanent behandelt, Ereignisse wie Staatsgründung, 17.Juni, Mauerbau etc. entstanden demnach im luftleeren Raum in Reagenzglas-Atmosphäre.

Darum braucht unsere Gesellschaft mehr Diskussion über unsere heiligsten Reiliquien, so oft missbraucht, so oft verbogen und manchmal nur noch zur Flosskel verkommen.

Was heisst "Demokratie" in Anbetracht der Unterwerfung vor dem globalen Bankensystem und dem bevorstehenden Freihandelsabkommen, was heisst "Freiheit" in Bezug auf Konsum-Notwendigkeit und Wachstums-Zwang.

Es ist so überdeutlich und will doch nicht gesehen werden.

Die Heuchelei war noch nie so demokratisch, so freiheitlich und sowas von logisch, daß einem manchmal die Spucke weg bleibt.

Und darum: wir brauchen deutlich mehr Diskussionen!

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Ehemaliger Nutzer 19.12.2013 | 19:11

Ich denke, das ist der Punkt, den auch Herr Seifert in seinem Kommentar weiter unten trifft.

Badiou "verletzt" (wie ich ihn einschätze, sehr bewusst) zwei Tabus:

einmal, indem er Demokratie offen in Frage stellt (ich versuche mir gerade vergeblich vorzustellen, ein deutscher Philosoph würde das enrsthaft wagen,

das andere, dass er unverdrossen drauf beharrt, seine Utopie Kommunismus zu nennen, obgleich der Begriff von den bisherigen Umsetzungsversuchen verbrandt scheint.

Beides macht es vielen schwer, sich auf die Inhalte, die er damit benennt, zu konzentrieren, ohne sich von den Reizworten ablenken zu lassen.

Aber ich denke, er hat recht damit, darauf zu beharren und beide Begriffe nicht in gefällige Euphemismen zu tranferieren.

Man muss Demokratie in Frage stellen dürfen, man muss sich fragen, ob und welche Realisierungsformen der Demokratie nicht gerade mindestens ebenso scheitern, wie das für den Kommunismus konstatiert wird.

Und es ist wichtig, Kommunismus gerade weil er bisher nicht erfolgreich war, zu analysieren und evtl. richtig und in die aktuelle Zeit übersetzt zu verstehen. Nur das ermöglicht, aus den Erfahrungen zu lernen. Mehr, als zu glauben, man hätte den Stein der Weisen neu erfunden und blind in Fallen zu laufen, deren Gefahr die kommunistischen Umsetzungsversuche bereits gezeigt haben.

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Ehemaliger Nutzer 19.12.2013 | 19:48

dialog und diskussion wird ja in der gesellschaft absichtlich verhindert oder als tv-farce medial gestaltet ... ich hab ja eher die idee, genau diese komödienbühnen zu akzeptieren ... scheinbar als zuschauer mitzuspielen und durch laute buh-rufe oder beifall ein millionenpublikum zu erreichen ... das publikum ... die bürger werden die protagonisten und nicht das geplapper der hampelmänner bestimmt das spiel ...

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Ehemaliger Nutzer 20.12.2013 | 00:09

Demokratie als Herrschaftsform des Kapitals

oder

Kommunismus als Herrschaftsform des Staatsmonopolkapitals

Wie wir das Kind nennen, ist doch eigentlich völlig egal, weil in jedem System Missbrauch getrieben werden kann.

Wenn Politiker und Neokapitalisten sich gegenseitig befruchten, gibt der von Politikern okkupierte Staat seine soziale Kontrollfunktion auf.

Wenn Politiker einen zentralistischen Staatsmonopolkapitalismus installieren und jegliche Kritik in den Gulag verbannen, gibt der von Politikern okkupierte Staat seine soziale Kontrollfunktion auf.

Gleiches kann in jedem beliebigen Regierungssystem durch Politiker missbraucht werden.

Alte Muster helfen darum nicht weiter, weil sie bereits als falsch erkannt und auf dem Müll der Geschichte gelandet sind - Trash.

Politiker haben in Jahrhunderten ihre Methodik auf einem informellen Vorsprung entwickelt; mit dem Internet ist dieser Vorsprung auf ein Minimum geschrumpft ( die NSA und ihre Helferlein versuchen zwar mit ihrer Sammelwut verzweifelt einen winzig kleinen Vorsprung zu ergattern - das wird jedoch vergeblich sein ).

Abhilfe kann eine transparente Politik sein; allerdings erfordert das von den Politikern einen geistigen Durchbruch in die klassenlose Gesellschaft freier Bürgerinnen und Bürger.

derde 20.12.2013 | 08:12

"Abhilfe kann eine transparente Politik sein; allerdings erfordert das von den Politikern einen geistigen Durchbruch in die klassenlose Gesellschaft freier Bürgerinnen und Bürger."

Sie müssen sich irren - wir können keine Klassen mehr haben:

Unser Herr BP Gauck hat jüngst auf dem Parteitag des BDA ältere Menschen ermahnt, doch endlich das im "Staatsbürgerkundeunterricht .. auswendig gelernte" Klassendenken aufzugeben und dem vielleicht etwas irritierten Publikum beigefügt, er "habe gehört, dass auch im Westen alte stereotype Denkweisen gelegentlich noch existieren"

Und er hätte seine These auch fundiert untermauern können:

wenn z.B. ein Arbeitgeber mit seinem Q7 zum Aldi einkaufen fährt, werden spätestens, aber wirklich aller-spätestens an der Kasseschlange endgültig alle Klassenschranken aufgehoben!

Viva la Menschheit!

fahrwax 20.12.2013 | 12:26

Die Macht schützt das Privileg der Ausbeutung und damit sich selbst. Dabei dient die jeweilig unterlegte Glaubensformel allein der schmückenden Tarnung zur Motivation verdummter Büttelhorden.

Jedes Formelwerk verkommt zwangsläufig zum Machterhalt. Regelmäßig feiert sich die Macht als Wohltäter und füllt dabei Knäste und die Reihen ihrer Sondereinheiten.

Wer Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit nachhaltig einfordert macht sich zum Opfer der Macht. Die ist der Unrat der jedes Leben erstickt. Erst wenn aus dem abgeschlagenen Kopf nicht die drei Nächsten wachsen wird Leben möglich.

Oberham 20.12.2013 | 13:07

Freiheit, Gelichheit und Brüderlichkeit kann man eben nicht einfordern, man kann sie nur selbst versuchen zu leben.

Daher - ich denke das schwingt in Deinen Zeilen sehr gut mit - ist es ja die Masse, die die Macht stütz, ihr die Privilegien gewährt und glaub sie würde durch ihre Untertanentum erst ein zivilisiertes Leben möglich machen.

Der Mensch glaubt schlicht, er sei zu blöd um ohne Macht friedlich, gleich und brüderlich zu leben.

Wir können von Glück reden, dass er ein vegetatives Nervensystem hat, sonst könnte einer sagen - stirb - und die angesprochenen würden brav tod umfallen -

wobei - die meisten von uns erledigen das dann über den Umweg von Krieg - sagt die Macht - zieh in den Krieg -

jubelt die Masse, packt das Gewehr und schießt sich gegenseitig tod - wer nicht mitmacht, wird gleich aufgehängt.

Die Realität zeigt uns, die Mehrheit folgt lieber tumb und blöde den Rattenfängern, als endlich den Mut zu finden, ans sich und die Artgenossen zu glauben.

Wir kommen langsam an einen Punkt auf dieser Welt, das wäre sogar eine chaotische Anarchie wohl besser als jedes Herrschaftssystem - wobei ich eben selbst ganz naiv der Meinung bin, wir könnten global eine soziale Anrachie der Recoursenäquivalente und des regionalen Komplexes mit der globalen Interaktion realisieren -

würden wir so leben - wir bräuchten weder Verwaltungsstrukturen, noch Militär, Polizei, Justiz, Beratungsmassen, Banken, - es gäbe nur eine globale Währung - das Recoursenäquivalent - als reines Tauschmittel.

Es würde schlicht versucht an der Spitze der Nahrungskette angstfrei zu existieren und den vernünftigen hedonistischen Grad möglichst allen Menschen möglich zu machen.

Man kann es ruhig ein Lebenszeitparadies nennen, den man würde nicht den Jungbrunnen suchen, nicht Maßlosigekeit anstreben - man würde schlicht sein Leben mit den Artgenossen genießen, Kinder und Enkel heranwachsen sehen und selber glücklich eines Tages gehen.

Der Mensch, jeder Mensch träumt davon, doch das Schöne reden wir uns als utopisch ein, das widerliche als realistisch.

Ich kann nur sagen, selbst in unserer widerlichen und irrsinnigen Welt, gibt es Menschen die zumindest für sich in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu leben versuchen - sie werden kaum in einem Prozess integriert sein - es sei den, sie haben das große Glück einen der wenigen sinnvollen mit ihrem Tun befruchten zu können - die meisten findet man in der Landwirtschaft, manche in sozialen Berufen -

man findet sie niemals bei den eitlen Vorsprechern, die sich durch die Aulen bewegen und ihre Großgeistigkeit zelebrieren.

Den das erste was ich unter Freiheit verstehe, ist, keiner Macht zu dienen - das werfe ich auch einem Menschen wie Jean Ziegler vor - der wahrlich seine Finger in die Wunden legt, doch der längst begriffen haben sollte, das er nichts bewegt, ausser ein Feigenblatt des Establishment abzugeben.

Wobei - das ist hart gesprochen von mir - doch empfinde ich, ich würde ihm dies auch persönlich so übermitteln, was nicht meinen Respekt vor seinem persönlichem Kampf gegen das Establishment berührt - nur ich glaube eben, man spielt mit ihm, und da kommt die Eitelkeit ins Spiel, jene giftige Pille, die uns alle glauben läßt, wir wären doch nicht gleich, sondern einmalig - vor allem - eben gewertet besser als andere.

Jeder Mensch ist einmalig, doch kein Mensch ist besser oder schlechter - womit ich wieder von vorne anfinge - schriebe ich nun weiter.

Die Analyse bedürfte einiger hundert Seiten, doch die spare ich mir, da sie jeder für sich selber betreiben kann - man nehme einen Moment aus der Realität und vergleiche ihn mit dem theoretisch Möglichem - in 99 von 100 Fällen wird das Mögliche besser sein, als die Realität.

In mehr als der Hälfte der Realitätsschnipsel findet man den blanken Wahnsinn wieder, ihn zu protokollieren, habe ich aufgegeben, den bevor man eine Zeile beendet hat, könnte man zehn neue beginnen!

Lieber Fahrwax - Du fasst dich kurz und bündig - auf Deiner Hallig haben sie es angeschrieben - leider nicht ganz gelebt -

Lieber tod, als Sklave......................

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Ehemaliger Nutzer 20.12.2013 | 13:40

In Australien ist es im Moment sicher zu warm für die Server;

Jingle Bells und Beach Party ist eben Aussie :-)

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Fragen zu aktuellen Rollenspielchen und meine Antworten:
1. Wie kann/muss beispielsweise man den Widerspruch zwischen dem "Finanzsektor" und der "realen Oekonomie" einschaetzen?
Ist das ueberhaupt ein Widerspruch?
Nein, das ist kein Widerspruch, weil der Finanzsektor eine Zockerbude ist, deren eigene Sicherheiten nicht existieren, sondern die Sicherheiten der Realwirtschaft für eigene ausgeben, eigene Sicherheiten also nur vortäuschen.

2. Wie bedingen/verstaerken/schwaechen sich Korruption, wirtschaftliches Wachstum , Armut und Demokratie in Staaten wie Indien?
Über Demokratie kann ich nichts sagen, was über Ephraim Kishon hinausgeht: Demokratie ist die Beste aller Regierungsformen, man darf die eigene Regierung ungestraft beschimpfen.
Wirtschaftliches Wachstum findet ständig dort statt, wo Arbeit in Dienstleistungen und Dinge transformiert werden; eigentlich ist Arbeit selbst eine Dienstleistung.
Korruption und überproportional regulierendes Beamtentum, also allgemein eine zu große Verwaltung, schöpfen konstruktive Dienstleistung ab, reduzieren also das wirtschaftliche Wachstum.
Armut ist relativ zur Volkswirtschaft ein Kriterium, mit dem die ungleiche Verteilung der Dienstleistungen dargestellt wird; die Ursachen können in der Produktivität der Volkswirtschaft liegen, oder staatlich verordnet sein, um politische und wirtschaftliche ELITEN zu alimentieren.


3. Welche Rolle spielen die globalen NGOs fuer den "Zusammenhalt" von globalem Kapitalismus und dessen "Demokratie-Konzepten"?
Eine NGO ist ein Interessen-Verein und bei der Vielzahl an NGOs kann eine allgemeine Bewertung nicht seriös sein; die Frage ist darum falsch gestellt.
Richtig wäre die Frage nach kategorisierten NGOs:
3.1. Welche NGOs fördern die Befruchtung von Politik und Neokapitalisten?
3.2. Welche NGOs behindern die Befruchtung von Politik und Neokapitalisten?

4. Eine dritte Phase des Kommunismus ist mir sehr willkommen. Aber waere dafuer nicht ein anderes label besser?

Eine Antwort von Radio Eriwan:
Im Prinzip ja, aber bisher gibt es noch keins.

fahrwax 20.12.2013 | 14:07

Auf der Hallig wird zwar gern die Fahne mit dieser Aussage gehisst, aber der Inhalt geriet in Vergessenheit, taucht nur noch selten in das Bewusstsein der Einwohnerschaft. Meine Versuche als Gedächtnisstütze zu wirken waren sehr unbefriedigend.

Der Internationale der Sklavenhalter ist es gelungen die Sklavenhaltung kostengünstiger zu gestalten:

weder muss der Sklave heute erst mühselig eingefangen und abgerichtet werden, noch ist die Einzäunung notwendig.

Die kapitalistische Implantationstechnik hat ihm alle notwendigen Module in der dummen Birne verbaut, mit täglichem Update seiner neuen Normen.

Er begibt sich "vollkommen selbstständig" - Peitsche und Ketten sind verzichtbar - an die Orte seiner Verwertung. Die Ketten im Kopf poliert er "eigenständig" täglich schön blank und lobt ihre Wirkung.

Zur Belohnung erhält er Glasperlen die ihm die Illusion von Existenz schenken. Von der Höhe dieser Müllhaufen "seiner" Besitztümer hängt sein Ansehen in der Sklaven-Horde ab. Der Schutz "seiner" Glasperlen vor den bösen Neidern ist sein Lebensinhalt, der Betrug an den Mitsklaven sein liebstes Hobby.

Die Denkerei überlässt er gern seiner Herrschaft, die seift ihn mit köstlichen Worthülsen ein, damit die Rasur besser gelingt.

Oberham 20.12.2013 | 15:17

Tja Fahrwax, leider denken die meisten Menschen anders als wir.

Ich denke ein paar Dekaden kann ich dem Treiben noch beiwohnen.

Ich fürchte, sie werden erst ernsthaft nachdenken, wenn wieder mal eine grandiose Widerlichkeit aus den vielen, täglichen Widerlichkeiten sprießt und die Leute nicht irgendwo sekündlich verhungern oder an Dummheit der Prozesse verrecken, sondern hundert oder mehr Millionen im Jahr entweder gemetzelt werden, oder aus anderen Gründen einen unnatürlichen Tod finden.

Falls ich da noch dabei bin, hoff ich mitzugehen, den wahrscheinlich fangen die Überlebenden nicht vernünftiges mit ihrem Überleben an, sondern leben erneut die Narrenprozesse - die sie dann wieder ins Unglück führen - bis endlich mal ganz Schluss ist mit unserer Art.

In diesem Sinne - gesund bleiben!

lg