Der Staat braucht seinen Krieg

Im Gespräch Saben Dayanan, Vizepräsident des Internationalen Menschenrechtsvereins (IHD) in der Türkei, über Isolationshaft und "weiße Folter" in den Gefängnissen des F-Typs
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Die Fernsehbilder Ende Dezember erinnerten an dunkle Zeiten der türkischen Militärdiktatur. Mit der Operation Rückkehr zum Leben gingen Sondereinheiten der Gendarmerie mit Bulldozern und Gasbomben gegen über 1.000 politische Gefangene vor, die mit ihrem "Todesfasten" eine Verlegung in neue Zuchthäuser des "F-Typs" und damit den Weg in die Isolationshaft verhinderten wollten. Drei Gefangene sollen während der Erstürmung bei lebendigem Leib verbrannt sein. Offizielle Stellen sprechen von 30 toten Häftlingen und loben den "großen Erfolg der Aktion". Zugleich rufen Tausende schwerbewaffnete Polizisten bei einer Kundgebung unter der Parole "Ein Gewehr, das nicht schießen darf, ist nichts wert" zur blutigen Abrechnung mit der linken Opposition in