Erdogans Papagei

Büşra Delikaya Wie eine "muslemische Kurdin" die Kraft, die von Anfang an gegen den IS kämpfte mit selbigen in einen Topf wirft.
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Wwas hat die Propaganda des türkischen Präsidentne im Freitag zu suchen? Um nichts anderes handelt es sich bei dem Beitrag "Das bin nicht ich!", den eine Büşra Delikaya in der aktuellen Ausgabe veröffentichte. Sie stellt sich gleich im ersten Satz als muslemische Kurdin vor, die in Deutschland geboren wurde. Danach kommt auf einer ganzen Seite Erdogan-Propaganda. Die Kernthese des Aufsatzes besteht nur darin, dass IS und PKK beides terroristische Organisationen seien, was Erdogan nun seit Jahren behauptet. Mehr kommt auch bei Büşra Delikaya nicht.

Türkischer Staatsterror kein Thema

Der Terror des türkischen Staates wird bei ihr natürlich mit keiner Silbe erwähnt. Dass in den letzten Wochen nicht nur in den kurdistischen Gebieten blutiger Terror von Staatsorganen vereübt wurde, dass seit Jahren in der gesamten Türkei Oppostion brutal unterdrückt wird, ist der Autorin keine Silbe Wert.

Natürlich beschäftigt sie sich auch nicht wirklich mit der Ideologie, den Brüchen und Zielen der kurdischen Nationalbewegung. Dass dort längst Rätestrukturen als Modell für eine Gesellschaftsumwandlung propagiert werden, dass feministisches und anarchistsiches Gedankengut einen großen Stellenwert haben, erfahren wir von dem Erdogan-Papagei natürlich nicht. Dass sich die kurdistische Nationalbewegung über Jahre für eine gewaltfreie Transformation der Gesellschaft eingesetzt hat, ebenfalls nicht.

Was aber die Ergüsse von Erdogan aka Büşra Delikaya so besonders reaktionär macht ist die Gleichsetzung einer Bewegung, die wesentlichen Anteil am Kampf gegen den IS vor mehr als einem Jahr hatte, mit diesen Islamfaschisten. Es ist der PKK und ihren syrischen Schwesternorganisationen zu verdanken, dass Tausende Jesid_inen vor dem IS-Terror gerettet werden konnten., In den letzten Monanten sind bei blutigen islamistischen Anschlägen viele Menschen umgekommen oder schwer verletzt worden, die sich im Kampf gegen den IS engagieren wollten. Der Vorwurf, sie seien PKK-Sympathisant_innen ging dem Terror voraus. Auf der gleichen Linie ist der Text von Büşra Delikaya. Es ist schon die Frage, warum der Freitag Erdogan-Propaganda abdruckt und dann noch die Kommentarspalten schließt. Fürchtet die Redaktion eine Intervention von Erdogan, wenn es dazu viel Kritik gibt?

HIer der Link zu Erdogan aka Büşra Delikaya

https://www.freitag.de/autoren/bdelikaya/das-bin-nicht-ich

Peter Nowak

02:59 06.04.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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