Diese Tage gehören den Opfern der deutschen Volksgemeinschaft

achter und neunter Mai An diesen beiden Tagen wird in aller Welt gefeiert, dass das NS-Regime und die deutsche Volksgemeinschaft besiegt wurde Dabei soll es auch in diesem Jahr bleiben. Wer diesen Tag mit anderen politischen Fragen belastet, relativiert den NS

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Wenn Antifaschisten zum 8. Mai die Parole "Wer nicht feiert, hat verloren" ausgaben, lagen sie genau richtig, weil sie eben an diesen Tag die Perspektive der Opfer des Nationalsozialismus in aller Welt und nicht die der deutschen "Volksgemeinschaft" und ihrer Verbündeten stärken wollten. In der Schmollecke saßen genau die geistigen Erben dieser deutschen Volksgemeinschaft. Erinnert sei nur an rechte Kampagnen, beispielsweise von der Wochenzeitung Junge Freiheit gegen das Gedenken am 8. Mai. In diesem Jahr wird der Krieg in der Ukraine zum Vorwand genommen, um statt von den Opfern der deutschen Volksgemeinschaft über die deutschen Opfer zu retten, also das zu machen, was bis vor 30 Jahren allgemein üblich war. Da wurde über die Leiden der Deutschen schwadroniert, über die alliierten Bombardements und die bösen Russen, nur nicht über die Verbrechen der deurschen Volksgemeinschaft. Der Begriff wird bewußt hier eingeführt, weil es eben nicht Hitler und ein paar Nazis waren, die über die Deutschen gekommen sind, 12 Jahre eine Terrorherrschaft ausgeübt haben und dann verschwunden sind. Das NS-System hätte nicht überleben können, ohne die vielen willigen Vollstrecker*innen, die noch bis 5 Tage nach der Kapitulation Deserteure hinrichten ließen, wie der spätere CDU-Ministerpräsident von Baden-Württemberg Filbinger oder Juden jagten, die von den Todesmärschen entflohen waren.

Dass am 8.und 9. Mai die Opfer und die Widersandskämpfer*innen gegen den NS in aller Welt feierten, war auch ein Ergebnis von Kämpfen, an denen sich gleich nach dem 2. Weltkrieg die Organisationen der Widerstandskämpfer*innen und Opfer des NS beteiligten wie auch junge Antifaschist*innen. Besonders nach 1989 hatte eine deutschlandkritische Ströung der Linken ihren Beitrag dazu geleistet, dass zumindest an diesen Tag die Perspektive der Opfer Deutschlands im Mittelpunkt stand. Dass muss so bleiben und dafür muss vor allem einke linke Bewegung kämpfen, die weiterhin keinen Frieden mit Deutschland gemacht hat. Daran muss in diesem Jahr besonders erinnert werden, denn leider gibt es auch manche deutschlandkritische Linke, die aktuel eine bedingungslose Solidarität zur Ukraine zeigen und dabei sogar manche erkämpften Erkenntnisse über Bord werfen. Dazu gehört die Singularität der Verbrechen der NS-Volksgemeinschaft und ihres Vernichtungskriegs gegen die Jüdinnen und Juden. Daher müsste es sich verbieten, einen grausamen Krieg zwischen zwei nationalistischen Staaten wie den zwischen Russland und der Ukraine jetzt mit den Verbrechen der NS-Volksgemeinschaft gleichzusetzen, indem beispielsweise vom russischen Vernichtungskrieg in der Ukraine gesprochen wird.

Dem Politikwissenschaftler und Antisemitismusforscher Clemens Heni ist zuzustimmen, wenn er in Bezug auf die Berichterstattung über den Ukraine-Krieg in deutschen Medien kritisiert:

"Wer diesen ganz normalen Krieg mit dem Holocaust und dem Warschauer Ghetto vergleicht, handelt antisemitisch und möchte leugnen, was im Warschauer Ghetto passierte, da heute nichts auch nur minimal Vergleichbares in der Ukraine passiert.

Clemens Heni,

Der Begriff normaler Krieg bedeutet nun kene Verteidigung des russischen Angriffs auf die Ukraine. Es soll darauf hingewiesen werden, dass der Krieg insofern "normal" ist, weil er eben alle Widerwärtigkeiten, Grausamkeiten und Menschenrechtsverletzungen in sich trägt, wie jeder Krieg, wp mit nationalistischen Ideologien um ein Territorium gekämpft wird. Daher sollte alles getan werden, damit die Waffen auf beiden Seiten schweigen. Diese Forderung gilt aber unabhängig vom 8. und 9. Mai, an dem Tag soll die Niederlage der deutschen NS-Volksgemeinschaft gefeiert werden. Es ist schon geschichtsrevionistisch, wenn versucht wird, diesen Tag mit anderen aktuell-politischen Themen zu belasten. Dass ist ja auch in der Vergangenheit schon bei verschiedenen Gedenktagen passiert. So haben in der Vergangenheit linke Gruppen mit Recht alle Versuche als antisemitisch zurückgewiesen, ausgerechnet an Erinnerungs- und Gedenktagen für die von der NS-Volksgemeinschaft ermordeten Juden die Nahostproblematik in Anschlag zu bringen. So sollten wir uns auch in diesem Jahr das Feiern über das Ende der NS-Volksgemeinschaft nicht nehmen lassen und uns dagegen verwahren, dass das Datum aktuell politisch instrumentalisiert wird. Der Tag gehört den Opfern des NS und den Nazigegner*innen in aller Welt und dabei muss es bleiben.. Der Tag gehört weder Putin, noch Melnyk (ukrainischer Botschaftler in Deutschland und Verteidiger Ultrarechter Gruppierungen) oder gar den Asow-Brigaden, die als eine Art ukrainsche Kameradschaft bezeichnet werden kann und die zu den fanatistischen Verteidigern des Stahlwerks bei Mariupol gehören.

Peter Nowak

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