Wer braucht denn so was?

Denkmal Deutsche Einheit Es war klar, dass sich die politische Klasse mit dem kurrzeitigen Aus für dieses Denkmal aus finanzeilen Gründen nicht zufrieden geben würde.
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Ich schlage vor, als Denkmal des Tages der deutschen Selbstfindung vor die Namen aller Menschen zu anzubringen, die seit dem 9.11.1989 aus rassistischen, faschistischen und antisemitischen Gründen vom Leben zum Tod gebracht wurden. Die NSU-Mordopfer sind da nur die nun Bekanntesten. Ohne den 9.11. wären sie wie viele andere noch am Leben. Zudem sollten die Namen all der Menschen genannt werden, die an den Kriegen, an denen Deutschland seit 1989 beteiligt war, dort genannt werden. Dazu gehören die Toten, die durch die maßgelbich von Deutschland vorangetriebene Zerschlagung Jugoslawiens zu beklagen waren ebenso, wie natürlich die Opfer in Afghanistan, die oft nicht einmal namentlich bekannt gemacht wurden. Auch die Toten in der Ukraine gehören dort aufgeführt. Denn die politische Klasse hat den Maidan-Putsch wesentlich mit gefördert. Die Opfer der neuesten deutschen Nationwerdung könnte als Klanginstallation aber auch in anderer Form gestaltet sein.

Ein solches Denkmal würde die Phrase von der "Friedlichen Revolution" als Propaganda des aktuellen deutschen Imperialismus kenntlich machen, die nicht besser wird, wenn sie völlig unkritisch auch im "Freitag" verwendet wird, wie in dem Artikel von Christine Käppeler (https://www.freitag.de/autoren/christine-kaeppeler/lasst-blumen-sprechen-warum-berlin-einen-park-der-deutschen-einheit-braucht). Wenn Journalist_innen diese Phrase " verwenden, unterwerfen sie sich freiwillig der neuen deutschen Sprachpolizei, wie die Kolleg_innen, die vor 20 oder 30 Jahren immer von Terrroist_innen schreiben mussten, wenn sie die RAF oder ähnliche Gruppen erwähnten. Das hatte Folgen. Heute schreiben auch linke Zeitungen völlig selbstverständlich von Terrorismus, wenn sie über linken bewaffneten Kampf schreiben. Die Nato hingegen wird nicht als die weltweit größte Terrororganisation kenntlich gemacht, wie sie es verdient hat.

Zweifache Konterrevolution

Der 9.11. war ein deutsch-nationaler Erweckungstag, an dem die Konterrevolution gleich in zweifacher Hinsicht in Deutschland gesiegt hat. An diesem Tag siegte der Nachfolgestaat des 3. Reiches über die autoritären Kommunist_innen, die ein anderes Deutschland aufbauen wollten, das sich am Schwur von Buchenwald orientierte. Das was aber mit "diesen Volk" nicht möglich und auch nicht an diesen Kommunist_innen. Der 9.11. aber war eine direkte Konterrevolution gegen den Versuch der linken DDR-Opposition, die Utopie eines freiheitichen Sozialismus auf dem Boden der DDR umzusetzen. Dafür stand die Großdemonstration am 4.11.89 am Alexanderplatz Dieses Vorhaben war mit dem 9.11. gestorben und das haben die linken DDR-Oppositionellen sofort erkannt. Leider wird auch in dem erwähnten und verlinkten Artikel von Christine Käppeler kein Unterschied zwischen den Plänen der linken DDR-Opposition nach einer demokratischen und sozialistischen DDR und der Annexion der DDR gemacht. Erstere Versuche verdienen ein Gedenken, dazu braucht es keinen Gedenkort, sondern den steten Kampf gegen die aktuellen deutschen Verhältnissen. Das Gebilde, das sich aber mit dem 9.11.89 wieder in Europa und der Welt ausbreitete und seitdem vorerst politisch und ökonomisch vor sich hinsiegt, verdient Verachtung und Widerstand. Gedenken sollten wir Deutschlands Opfern.

Peter Nowak

13:40 15.02.2017
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