Fukushima bald 20x schlimmer als Tschernobyl?

Fukushima Die Mainstreammedien verschweigen uns das Ausmaß der noch immer katastrophalen Zustände in Fukushima, die Tschernobyl bald blass und unscheinbar aussehen lassen könnten.
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Es gibt nur einen Grund, warum ich von dem drohenden Weltuntergangszenario erfahren habe: Weil ich nach Japan reisen wollte. Zuvor wollte ich mich über die Verbreitung von Radioaktivität in Japan informieren, um die Gefahren rund um Fukushima ungefähr abschätzen zu können und die sicheren Landesteile herauszufinden.

Doch mein freudig erwarteter Trip fällt ins Wasser. Es gibt für mich im Moment keinen vernünftigen Grund, mit dem ein psychologisch Gesunder eine Japanreise rechtfertigen könnte. Zu katastrophal sind die Zustände vor Ort, zu hoch die Strahlenwerte, zu hoch die Unwägbarkeiten.

Man sagt, die japanische Regierung habe seit Kurzem einen Notfallplan zur Evakuierung von Tokyo in der Schublade; es geht darum die Hauptstadt weiter nach Süden zu verlegen und wichtige Regierungsfunktionen aufrechtzuerhalten. Doch im Ernstfall wird das nicht viel helfen. Die Apokalypse ist zum ersten Mal nach dem Ende des kalten Krieges wieder ein reales Szenario geworden.

Die Probleme mit dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi sind nämlich noch nicht vorbei. Das letzte was man in unseren Medien gehört hat, mag sein, dass die Lage sich stabilisiert hat. In gewisser Weise hatte sie das - auf ein stabil schlechtes Niveau. Doch seit Monaten verschlechtert sich die Lage wieder.

Dabei sind aktuelle Informationen kaum zu bekommen. Die japanische Regierung und das Management der Betreiberfirma Tepco mauert und übt sich in der asiatischen Disziplin des Gesicht-Wahrens.

Fakt ist: Noch immer sind weite Areale der Reaktoranlagen und der Umgebung - ähnlich wie nach Tschernobyl - nicht betretbar. Dort Arbeiter reinzuschicken wäre aufgrund der hohen Strahlungswerte ein staatlich/betrieblich organisierter Massenmord. Auch die hochmodernen japanischen Roboter sind dem Strahlenbeschuss nicht gewachsen und versagen mit ihren hochempfindlichen Mikrochips in dieser Umgebung. Experten gehen davon aus, dass es viele Jahre dauern wird, bis man eine neue Generation von Robotern entwickelt hat, die weitgehend strahlungsresistent sind.

Doch Handlungsbedarf bestände jetzt:

  • Die Freigabe von bestimmten radioaktiven Materialien (unter anderem z.B. Cäsium-137) ist laut offiziellen Zahlen von Tepco bereits viermal so hoch wie bei Tschernobyl (85,000 TBq von Cäsium-137 verglichen mit 360,000 TBq bei Fukushima). Tatsächlich sind im Sommer 2012 die höchsten Strahlenwerte um Fukushima seit dem Beginn der Katastrophe gemessen worden. Die lokale Regierung hat die Ergebnisse von Messungen veröffentlicht, die mehr als 120fache Strahlungswerte zeigen, verglichen mit denen, die in der Evakuierungszone um Tschernobyl gemessen wurden. Das Problem wird also nicht kleiner, sondern größer. Immernoch fließen radioaktive Stoffe in den Boden, die Flüsse und das Grundwasser, und aufgrund der hohen Strahlungswerte vor Ort kann man kaum dagegen vorgehen. Japan ist nicht die Sowjetunion, die ihre Arbeiter einfach zum Strahlentod verurteilen konnte, um Räumungsarbeiten durchzuführen.
  • Nach einem Vor-Ort-Besuch einer US-Kongress-Abordnung im April 2012 wandte sich der US-Senator Ron Wyden an die Presse: Die Lage vor Ort sei deutlich schlimmer als bekannt, und ein nationales Sicherheitsrisiko für die USA. Hintergrund: In den Abklingbecken von Fukushima liegen große Mengen ausgedienter, aber hoch radioaktiver Brennstäbe, die noch immer heiß sind und gekühlt werden müssen. So ist scheinbar allein im Abklingbecken von Reaktor 4 mehr Cäsium als in allen 800 Atombomben, die im Laufe der Zeit überirdisch getestet worden sind. Wenn hier die notdürftige Kühlung unterbrochen wird, beginnt innerhalb von drei Tagen erneut eine Kernschmelze und das Cäsium wird freigesetzt. Erst diesen Sommer war die Kühlung für kurze Zeit unterbrochen worden. Experten sind sich einig, dass in Japan, dass regelmäßig von Erdbeben heimgesucht wird, keine Zeit für Tepcos Plan bleibt, die Brennstäbe ab 2014 über mehrere Jahre aus dem Gefahrengebiet zu entfernen. Das Kühlbecken kann zudem durch ein Erdbeben zerstört werden. Dabei gehen Seismologen von einem erneuten Erdbeben in oder um Tokyo innerhalb der nächsten 4 Jahre aus.
  • Dies ist besonders beunruhigend, da Reaktor 4 laut einem Bericht der New York Times von Ende Juni 2012 in die Erde abzukippen scheint. Tepco behauptet, das Gebäude sei trotzdem stabil, doch das Lagerbecken unter dem Dach des Reaktorgebäudes mit verbrauchten und ungenutzen radioaktiven Brennstäben könnte am Ende doch einstürzen. Zudem wird an verschiedenen Stellen berichtet, dass Reaktorgebäude 2 und 3 Risse in der Wand aufweisen würde und einige Experten vermuten, dass diese bereits Erdbeben der Stärke 1 oder 2 auf der Richterskala nicht mehr überstehen würden.

Experten aus aller Welt schätzen den Unfall in Fukushima als gleichwertig oder schlimmer als Tschernobyl ein - so z.B. das Institute for Radiological Protection and Nuclear Safety in Frankreich, schwedische und norwegische Experten der nationalen Sicherheitsbehörden und Arnold Gundersen, ein ehemaliger Atomenergie-Manager und -Experte aus den USA.

Doch was kommen könnte, ist weitaus größer - und gefährlicher. Wenn die katastrophalen Zustände vor Ort nicht schnell korrigiert werden und die Japaner internationale Hilfe annehmen und auch aktiv anfordern, könnte ein nukleares Desaster, ein MEGA GAU, unbekannten Ausmaßes die Folge sein. Dies könnte Japan unbewohnbar machen und die gesamte menschliche Rasse in vernichtender Weise radioaktiv kontaminieren.

Für weitere Informationen:

http://www.youtube.com/watch?v=mMpCfqqxu5I

12:25 21.10.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

s0cialliberalism

Ich bin überzeugt davon, dass sozial und liberal nur zusammen gut geht und die Antwort auf viele gesellschaftliche und andere Fragen bietet.
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