Wenn wir hassen, verlieren wir

EIN LEBEN FÜR VERSTÄNDIGUNG In diesen Tagen wird die Märchenerzählerin Philomena Franz als "Frau Europas 2001" ausgezeichnet. In Schulen und an Universitäten erzählt sie von ihrer Sinti-Kindheit, der die Nationalsozialisten ein jähes Ende setzten
Exklusiv für Abonnent:innen

Wenn Philomena Franz aus ihrer Kindheit erzählt, strahlen ihre dunklen Augen und es klingt wie im Märchen: Sie erzählt von dem Zigeunermädchen, dem das glänzend schwarze, lockige Haar bis zum Knie reicht und das in ungarischem Kostüm mit den roten Stiefelchen den Csardas tanzt. Das zu den Geigen die traurigen und fröhlichen Melodien seines Volkes so inbrünstig singt, dass die Menschen von überallher zusammen kommen. Und dass sie dabei den Kummer und ihre Sorgen vergessen. Erzählt davon, wie sie es als Kind liebte, vierspännig durchs Land zu fahren mit ihren Eltern, Brüdern und Schwestern, Onkeln und Tanten, Cousins und Cousinen. Von ihrem alten Großvater Johannes Haag, der in Tübingen bei Hölderlin begraben ist, und