Deutsche FinTechs behaupten sich in der Krise

Startups Lange Zeit waren Neugründer mit einer gigantischen Milliardenbewertung ein Novum.
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Viele bezeichneten diese Start-ups als sogenannte Einhörner. Doch mittlerweile gibt es immer mehr Neugründungen mit solch hohem Kapitaleinsatz. Egal ob Personio, Fintech Mambu, Wealthpilot oder auch der Lieferant Flaschenpost, um nur einige zu nennen, alle haben eine hohe Bewertung derart erhalten.

Selbstverständlich hat es einen Grund, warum das Gründen von Start-ups in dem Bereich derzeit so stark boomt. Sie wollen die Konkurrenz aus der USA in Sachen Effizienz in Bezug auf das Kapital überflügeln. Die Vorteile in Bezug auf den jeweiligen Standort zeigen sich in der Effizienz des Kapitals. Wettbewerber aus den USA erzielen in etwa nur halb so viel an Umsatz.

Europa ist in der Hinsicht deswegen so erfolgreich, weil dort optimale Forschungs- sowie Bildungsmöglichkeiten in Form von Einrichtungen und Bedingungen herrschen. Es gibt zudem sehr viele Gründer in dem Bereich und eine hohe Rentabilität. Die USA liegen in Sachen Kapital und dessen Effizienz fast am Ende der Liste. Start-ups europäischer Länder scheinen also besser und nachhaltiger zu wirtschaften.

Die Unternehmensbewertungen sind durch die ganzen Standortvorteile von Europa im Vergleich zu den USA wesentlich besser. Durch diese haben EU-Unternehmen mehr Möglichkeiten sowie Chancen auf dem freien Markt und können freier sowie flexibler agieren. Europäische Start-ups haben eine bis zu 10 Prozent höher eingestufte Bewertung, wenn es pro Dollar betrachtet wird, welcher investiert wurde.

Europäische Start-ups generieren höhere B2B-Finanzierungsrunden. Diese haben sich in den letzten Jahren sogar verdoppelt. Das macht es besonders für Investoren attraktiv, dort zu investieren. Geldgeber aus nicht europäischen Ländern haben zudem ein erhöhtes Interesse, in europäische Start-ups zu investieren. Sie versprechen sich davon eine höhere Gewinnausschüttung, unter Umständen vielleicht auch steuerliche Vorteile.

Oftmals ist es jedoch so, dass wenn es zu einem Geschäfts- oder Investmentabschluss mit Investoren oder Geldgeber kommt, Gründer von europäischen Start-ups sich mit viel weniger Einlagen und Gelder zufriedengeben müssen, als Gründer von derartigen Unternehmern beispielsweise aus der USA.

Nicht nur Neugründungen sind auf den Vormarsch, sondern auch Übernahmen und Integration von Start-ups. Wenn es am Beispiel von Fintech und deren Kooperationen betrachtet wird, lässt sich beobachten, dass untereinander weniger Übernahmen oder Geschäftsaufgaben stattfanden als bisher angenommen. Start-ups in dem Bereich sind sehr gut und finanziell solide aufgestellt. Selbst die Corona-Pandemie hat bisher nicht zwingend dazu beigetragen, dass Fintech mitsamt Kooperationen scheiterten.

Unternehmen in dem Bereich, welche es schon mindestens sieben Jahre gibt, scheitern in der Regel nicht oder kaum noch. Auch werden solche etablieren Unternehmen nur selten von anderen Konzernen übernommen. Der Grund für den Erfolg liegt im sogenannten Investment von Venture Capitalists, welche risikobehaftet in Start-ups derart investieren, mit der Gefahr, Verlust zu machen.

01:13 19.04.2021
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Geschrieben von

Petra Schöffler

Gesellschaft & Politik sind meine Themen, freue mich auf lebhafte Diskussionen hier. Grüße aus dem schönen Norden (Kiel).
Petra Schöffler

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