Von der Schweiz in der Krise lernen

Corona Was können Deutschland und andere EU Länder von der Schweiz und Skandinavien lernen? Laut Statistiken meistern diese EU Länder die Krise am besten.
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COVID-19 hat bisher kein Land verschont und so ist auch die Schweiz von dem Virus und den verheerenden Auswirkungen betroffen. Die tatsächlichen Auswirkungen sind nicht immer umgehend offensichtlich, jedoch scheint die Schweiz, welche für seine stabile Wirtschaft bekannt ist, besser abzuschneiden als andere.

Wie in jedem anderen Land hat es auch in der Schweiz viele Einschränkungen gegeben und dies hatte sich verheerend auf die Wirtschaft ausgewirkt. Mit der Zeit werden die Regelungen gelockert, die Geschäfte wieder eröffnet und die Schweizer scheinen spendierfreudig zu sein, wie schon lange nicht mehr. Die bisherigen Zahlen für den Monat Mai zeigen, dass sich die Wirtschaft langsam von dem Tief im April erholt.

COVID-19 und die Industrie in der Schweiz

Die Industrie leidet in allen Ländern und so auch in der Schweiz. Gerade Firmen in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie verzeichnen immer noch hohe Verluste. Bis alle Arbeiter wieder in Vollzeit an ihren Arbeitsort zurückkommen können, wird es wohl noch ein wenig dauern.

Doch nicht nur die Industrie selbst, sondern gerade der Tourismus hat ebenfalls einen starken Rückgang zu verzeichnen, doch auch hier gibt es sehr positive Prognosen. Es wird erwartet, dass es in den nächsten Quartalen einen Aufholeffekt gibt, die wenigstens für einen gewissen Ausgleich sorgen werden.

Schweiz in der Rezession

Der Verlauf des BIPs des Landes zeichnet einen klaren Trend ab. Bereits im ersten Quartal gab es einen Rückgang von 2,6 Prozent. Wichtig ist hier jedoch zu vermerken, dass die meisten Restriktionen erst im März begonnen haben. Die tatsächlichen Auswirkungen dieser werden sich daher erst im zweiten Quartal richtig abzeichnen. Mit dem bisherigen Rückgang liegt die Schweiz etwa im europäischen Durchschnitt (3,3-Prozent). Länder wie Italien (4,7-Prozent), Frankreich (5,8-Prozent) und Spanien (5,2-Prozent) hat es dagegen bereits wesentlich schlimmer getroffen.

Wie der Virus tatsächlich die Wirtschaft geschädigt hat, wird sich jedoch erst im zweiten Quartal herausfinden lassen. Die bisherigen Zahlen sind nur erste Anzeichen über die tatsächlichen Schäden. Prognosen für die Schweiz liegen bei einem Rückgang von bis zu 25-Prozent während des Hochpunkts. Diese Zahlen stammen von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich.

Finanzsektor als rettender Anker in der Corona-Krise

Wie genau der weitere Verlauf der Corona-Krise und somit der wirtschaftlichen Situation sein wird, ist schwierig zu sagen. Dies ist ganz davon abhängig, wie sich einzelne Bereiche der Wirtschaft über die Zeit wieder erholen. Ein größer Vorteil für die Schweiz ist hier der stabile Finanzsektor, welcher die Rückgänge andere Wirtschaftszweige abfedern könnte.

Der Vergleich mit der USA

Die Industrie leidet vor allem unter den Exportrückgängen. Gerade die weltweit bekannte Schmuckbranche ist hier besonders getroffen. Schweizer Uhren sind auf der ganzen Welt bekannt und werden das ganze Jahr über ihn hohen Stückzahlen exportiert. So hat die Uhrenbranche einen Rückgang von 70-Prozent zu verzeichnen.

Der Vorteil der Schweiz war die stabile wirtschaftliche Lage der Schweiz vor dem Beginn der Corona-Krise. Mit einer sehr hohen Beschäftigungsquote und einem gut fundierten Finanzhaushalt, war das Land besser auf die Krise vorbereitet als andere Nationen. Daher gab es die Möglichkeit zu schnellen finanziellen Hilfspakete für Unternehmen in Not und so haben bisher nur wenige Leute ihre Jobs verloren. Anders in den USA. Hier ist die Arbeitslosenquote über die letzten Wochen rapide angestiegen und ist so schlimm, wie schon seit 1930 nicht mehr.

21:36 13.06.2020
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Geschrieben von

Petra Schöffler

Gesellschaft & Politik sind meine Themen, freue mich auf lebhafte Diskussionen hier. Grüße aus dem schönen Norden (Kiel).
Petra Schöffler

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