Wie Corona unser Leben auf den Kopf stellt

Krise Schon über ein Jahr hält die Corona-Pandemie die Welt in Atem. Zahlreiche Maßnahmen haben unser aller Leben von Grund auf verändert.
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Doch welche Auswirkungen haben diese?

Umwelt - eine Chance auf Erholung?

Die Einschränkungen haben zur Entschleunigung des Lebens geführt: weniger Flugzeuge heben ab, die Industrieproduktion wurde in vielen Ländern gebremst. Viele kennen die Videos, die von der scheinbaren Erholung der Natur zeugen: Delfine kehren in den Hafen von Venedig zurück. Doch leider trügt der Schein: die Delfine tummeln sich nicht in Venedig, sondern in Cagliari in Sizilien. Sie sind dort auch vor der Pandemie keine Seltenheit gewesen. Das Umweltbundesamt stellt klar: kurzfristige Verbesserungen haben keine Auswirkungen auf das Klima. Um nachhaltig etwas zu verändern, müsste das vielfach geforderte Umdenken endlich vonstattengehen.

Wirtschaft - sinkendes Bruttoinlandsprodukt

Deutschland befindet sich aufgrund des Lockdowns und den Einschränkungen in der Rezession. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes geben die Menschen weniger aus, investieren weniger in Fahrzeuge und Maschinen. Im ersten Quartal 2020 sank das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent. Der Konjunktureinbruch ist noch nicht überstanden. 2020 gilt bereits als das Jahr der schwersten Rezession seit der Nachkriegsgeschichte. Weiters steigt die Arbeitslosenzahl immer weiter an. Im Juni 2020 lag sie bei 6,2 Prozent. Im Vergleich: im selben Monat im Jahr 2019 lag sie lediglich bei 4,9 Prozent.

Umzüge – Die Gesundheitsbehörde mischt nun mit`

Verboten sind Umzüge auch in Zeiten der Pandemie nicht, es sei denn, einer der an dem Umzug Beteiligten ist am Corona-Virus erkrankt oder steht diesbezüglich gerade in Verdacht. Unter Einhaltung hygienischer Maßnahmen ist ein Umzug in eine neue Wohnung auch in Pandemie-Zeiten umsetzbar. Um sich den Umzug so leicht wie möglich zu machen und dabei nichts zu vergessen, empfiehlt es sich nicht nur, sich an einer Umzugscheckliste zu orientieren, sondern in Gebieten mit hoher Inzidenz zur Vermeidung des Falles, dass der Umzug plötzlich abgebrochen werden muss, eine Bestätigung von den zuständigen Gesundheitsbehörden einzuholen.


Arbeit - neue Bedingungen

Viele Menschen sind aufgrund der Pandemie in Kurzarbeit, andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in der Lebensmittelversorgung oder im Gesundheitssystem tätig sind, leiden unter der Belastung und dem Ansteckungsrisiko. Außerdem arbeiten viele Menschen von zuhause aus im Homeoffice. Auch nach der Pandemie werden die Vorteile der Arbeit im Homeoffice nicht in Vergessenheit geraten. Eine Studie des Personalunternehmens Adecco zeigt auf, dass hybride Arbeitssituationen zukünftig immer wichtiger werden: eine Gruppe von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wird im Büro vor Ort sein, die andere wird von zuhause aus arbeiten. Das hat auch positive Auswirkungen auf die Umwelt, da der Weg zur Arbeit bei vielen wegfallen wird.

Medien - Rückkehr des linearen Fernsehens

Natürlich erhöhte sich der Medienkonsum seit dem Beginn der Pandemie. Nachrichten sind seitdem enorm gefragt. Die Nutzung von zahlungspflichtigem Content stieg um 25 Prozent. Auch bei der jüngeren Generation erfreut sich lineares Fernsehen seit Beginn der Pandemie immer größerer Beliebtheit. Dennoch freuen sich auch Video-on-Demand-Dienstleister über Zuwächse. Beliebt sind auch Podcasts, die die Hörerinnen und Hörer aufgrund fundierter Hintergrundinformationen erfreuen. Obgleich sich Medien während der Pandemie großer Beliebtheit erfreuen, haben Verlage mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Dies ist auf mangelnde Werbeeinnahmen zurückzuführen.

Kunst - digitale Umsetzungen

Aufgrund der Pandemie musste auch im Kunstsektor ein Umdenken erfolgen: Kunstmessen finden digital statt, Livestreams sind von überall zugänglich. Auch der sonst oft unterschätzte Onlinehandel erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das hat aber auch zur Folge, dass bekannte Auktionshäuser in finanzielle Nöte geraten. Kunst ist aber auch in Corona-Zeiten allseits beliebt, die Pandemie bremst das künstlerische Schaffen nicht ein.

Theater - geringere Einnahmen

Die zahlreichen Einschränkungen machen auch vor dem Theater nicht Halt und führen zu geringeren Einnahmen und weniger Mitteln für Produktionen. Vor der Pandemie gab es in Deutschland so viele Theater, Museen und Konzerthäuser wie nirgendwo anders auf der Welt. Nach der Krise muss viel investiert werden, um die zahlreichen Folgen abzufedern. Somit stellt sich die Frage, welche Förderungen für das Theater Fortbestand haben werden.




18:47 20.04.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Petra Schöffler

Gesellschaft & Politik sind meine Themen, freue mich auf lebhafte Diskussionen hier. Grüße aus dem schönen Norden (Kiel).
Petra Schöffler

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