Medical Tribune: das Boulevardblatt für Ärzte

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"Krebs hat Angst vorm Herrgott?", "Krasse Leberentzündung vom Sex ohne Gummi", "Kollege völlig pleite - Patientendaten müssen an Insolvenzverwalter!" - Diese Schlagzeilen stammen nicht etwa aus der "Bild", sondern aus einer Zeitung, die sich an Ärzte wendet. Der Medical Tribune berichtet seit Jahren jede Woche im lockeren Tonfall über das, was Mediziner offenbar wirklich bewegt. Da darf natürlich auch der überaus praktische Alkohol-Rechner nicht fehlen. Frei nach Otto Waalkes: "Seht Euch an den Doktor, / in der Ecke hockt er! / Zwitschert einen und macht Krach, / legt die Oberschwester flach."

Nach eigenen Angaben zählt das Blatt zu den "beliebtesten und meistgelesen Fachtiteln für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte". Eine Auflage von rund 67.000 Exemplaren, das ist kein Pappenstiel!

Sicher, über die Qualität kann man sich streiten, und vielleicht sollte der Patient ja sogar froh darüber sein, dass Laien keine Zugang zu den Inhalten des Arztbereichs der Internetausgabe haben. Wer weiß, ob er sonst noch zu einem Mediziner ginge, auf dessen Schreibtisch ein Exemplar dieser Zeitung liegt.

Wer aber steckt hinter dem Blatt? Kaum zu glauben, es ist der Süddeutsche Verlag, aus dessen Haus auch die beliebte Süddeutsche Zeitung stammt. Für Letztere erstellt der Medical Tribune übrigens alle zwei Monate eine Beilage.

09:30 20.06.2009
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Geschrieben von

Pharma-Marketing-Beobachter

Mein Blog beobachtet das Gesundheitswesen. Es sieht sich der evidenzbasierten Medizin verpflichtet.
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