USA: Roche nimmt Aknemittel vom Markt

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Wie die US-Niederlassung des Schweizer Pharmakonzerns Hoffmann La Roche am 29. Juni bekanntgab, wird es die Herstellung und den Vetrieb des Aknemittels Isotretinoin (Accutane®, in anderen Ländern auch Roaccutane® bzw. Roaccutan®) mit sofortiger Wirkung einstellen. Das Unternehmen begründet dies mit wirtschaftlichen Überlegungen. Isotretinoin sei seit einiger Zeit auch als preiswertes Generikum erhältlich.

Sicherheitsgründe, so die Pressemeldung, seien für die Marktrückname nicht verantwortlich. Allerdings räumt Roche den enorm hohen finanziellen Aufwand ein, den das Unternehmen für Schadensersatzprozesse in Zusammenhang mit Isotretinoin aufgebracht habe.

Nach Informationen des Nachrichtendienstes Bloomberg News gibt es gegen den Hersteller Schadensersatzforderung von bis zu 5.000 mit Isotretinoin behandelten Patienten. Mehrere Fälle wurden von dem Unternehmen verloren und verursachten Kosten in Millionenhöhe.

Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Einnahme des Medikaments und schweren Depressionen sowie entzündlichen Darmerkrankungen wird seit geraumer Zeit diskutiert. Bekannt sind ferner u.a. schwere Fehlbildungen beim Fötus, so dass das Mittel nicht während oder unmittelbar vor einer Schwangerschaft eingenommen werden darf.

Eine Marktrücknahme ist in Europa nach derzeitigem Stand offenbar nicht geplant.

08:44 01.07.2009
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Pharma-Marketing-Beobachter

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