Ägypten: "Elshaheed" über den Protest auf Facebook

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Vor rund einem Jahr wurde der Blogger Khaled Said in Ägypten zu Tode geprügelt - seitdem steht sein Name für den Protest gegen das Mubarak-Regime. Die Person hinter des „We are all Khaled Said“-Projekts bleibt anonym und nennt sich “Elshaheed” – wirkt aber keinesfalls mysteriös, sondern in der Kommunikation via Mail und Google-Chat absolut unprätentiös und unkompliziert. Dass seine Seite mit etwa 35.000 Mitgliedern inzwischen eine der Nummer-Eins-Adressen im Netz ist, wenn es um den Abruf und Austausch von Informationen rund um Ägypten geht, ist dabei nicht nur Zufall: Das Streben, über ägyptische Zustände aufklären zu wollen, bestand lange vor dem „Egypt Uprising“. Khaled Saids schreckliches Schicksal zeigt, welches Ausmaß an Unterdrückung ägyptische Regimegegner oder Oppositionelle seit Jahrzehnten erleben mussten und weist zudem darauf hin, dass es in Ägypten nicht allein um Presse- und Meinungsunfreiheit oder Armut geht, sondern auch und vor allem um insgesamt massive Menschenrechtsverletzungen, die Folter und Mord im großen Stil nie ausschlossen. Insofern ist das zurückhaltende Gebahren vieler Politiker der Weltöffentlichkeit absolut unerträglich, hinsichtlich spezifischer Interessenlagen aber nachvollziehbar. Und es bleibt das Resümee: Ohne das Internet hätte das von vielen Seiten erwünschte Schweigen zum Polizeistaat Mubaraks vielleicht auch Erfolg gehabt.

Hier geht es zum Interview bei Philibuster: Rage against the Regime im Netz

08:36 31.01.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Philibuster

Meinungsstarke, streitbare und unterhaltsame Essays und Kolumnen für die Generation Facebook. Pop trifft auf Politik. Nicht minutenaktuell aber stets kritisch.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare