Ägypten - Panik vor den Muslimbrüdern

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Da fragt man sich, was der Okzident denn nun erschreckender findet: Diktatorische Schreckensregime oder die Aussicht auf eine eventuell bald an der ägyptischen Regierung beteiligte Muslimbruderschaft.

Wir haben in unserem neuesten Blogbeitrag die Muslimbrüder-Gespenster mal genauer unter die Lupe genommen und dabei einige steile Thesen ausgegraben, die für vielleicht noch mehr Angst und Schrecken sorgen könnten: Zum Beispiel die Annahme, dass man den radikalen Islam eventuell auch als progressiv deuten könne, da auch im Islam religiöse Elemente und Motive entwickelt wurden, die denen sehr ähnelten, die Max Weber - als entscheidende innere Voraussetzungen für den okzidentalen Rationalismus und Kapitalismus - dem Protestantismus zuschrieb. Mein lieber Herr Gesangsverein, das ließ auch unsere Augenbrauen auf allerhöchster Stirnhöhe aufschlagen.

Und dennoch, was Islamforscher bereits in den 1980er Jahren herausfanden ist bei weitem interessanter und aktueller als vielerlei orientalistisch angehauchter Quark, der sonst so geschrieben und diskutiert wird. Deutsche Medien und Rezipienten übertrumpfen sich ja geradezu im Zementieren des "Orient-Okzident"-Antagonismus - auch wenn die letztgenannten es mit dem guten Vorsatz des Hobby-Anthropologen tun. Da werden auch mal Bilder ägyptischer Frauen, die bei den Protesten im eigenen Land in erster Reihe stehen, als Glanzlicht arabischen Feminismus gefeiert - ganz so, als habe man gerade einen Neandertalerstamm im Nahen Osten entdeckt, der überraschenderweise das aufrechte Gehen mit uns gemeinsam hat. Wir und "die Wilden", der Westen und die Orientalen: Die ganze Geschichte kann man auch komplett lesen, wenn man mag. Einfach, in dem man dem Link folgt: www.philibuster.de/themen/alte-welt/aegypten-panik-vor-den-muslimbruedern.html.

13:22 07.02.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Philibuster

Meinungsstarke, streitbare und unterhaltsame Essays und Kolumnen für die Generation Facebook. Pop trifft auf Politik. Nicht minutenaktuell aber stets kritisch.
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