Philibuster
06.04.2011 | 12:09

Rettung des Gazelle-Magazins: Hall of Fame

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Philibuster

Am Montag haben wir auf Philibuster zur Rettung des Print-Magazins "Gazelle" aufgerufen (bit.ly/dMC8ow) - und damit einen kleinen Blog-Flashmob losgetreten, denn die Solidarität der KollegInnen mit dem Gazelle-Team, dass das multikulturelle Print-Magazin seit Jahren als Non-Profit-Produkt (eigenfinanziert, selbstverlegt) herausgibt, ist fast schon beispiellos.

Zur Sachlage: 1000 AbonnentInnen benötigt die "Gazelle", um weiterhin verlegt werden zu können - ansonsten wird das Magazin endgültig eingestellt. Wir überlegten, ob es möglich sein könnte, gesammelt auf diesen Fall aufmerksam zu machen und stellten fest: Es ist machbar, Blog sei Dank.

Annina Luzie Schmid rief im Anschluss an den Philibuster-Appel als erste auf "GIRLS CAN BLOG" dazu auf, ein "gutes Projekt am Leben" zu erhalten und zählte zu den ersten AbonnentInnen nach Aufruf (bit.ly/ewU0mJ).

Es folgte "Ninia Lagrande", die es in ihrem Blog folgendermaßen auf den Punkt brachte: "Die Gazelle ist vom Aussterben bedroht. Nicht das Tier, sondern das sehr gute Printmagazin aus Berlin. Um die Gazelle zu retten, geht ein Aufruf durch alle Blogs: Werdet AbonnentIn!" (bit.ly/hNvLM3).

Auch die "Mädchenmannschaft" ließ - selbstredend - nicht lange auf sich warten und reagierte; hier ihr Aufruf zur Rettung der "Gazelle": bit.ly/iil5vq

Von so viel Bewegung fasziniert, griffen die KollegInnen von "Vorwärts" die angegangene Rettungsaktion auf: "Innerhalb von zwei Tagen haben mehrere renommierte Blogs dazu aufgerufen, die "Gazelle" vor dem Aussterben zu bewahren." (bit.ly/ec9UGN)

Bei "Hollaback" machte sich ausgewachsene Bestürzung breit: "Grundgütiger! Unser Lieblingsfrauenmagazin steht vor dem Aus! Um das zu verhindern müssen schnell ein paar mehr Abonnoment_innen her! Sonst stirbt `Schlands einziges nicht Dominanzkultur verherrlichendes Frauenmagazin!" (bit.ly/g13IY9)

Die "West-Östliche" Diva rührte ebenfalls die Solidaritätstrommel: "Es lohnt sich! Schlagt zu! Rettet die Gazelle!" (bit.ly/gfno42)

Und Kübra Gümüsay von "Ein Fremdwörterbuch" sprach in "Rettet ein bisschen Pluralität!" direkt Tacheles ("Die deutsche Medien- und Politiklandschaft ist weiß, männlich und zwischen Anfang 30, Ende 40") - um gleichzeitig auch nochmal die Gesamtleistung der "Gazelle" zu würdigen: " (...) ein Magazin, das der multikulturell(en) (interessierten) Frau Raum, Bild und Stimme gibt. Sie ist endlich nicht nur Opfer und Problem, sondern auch Mensch und Lösung. Gazelle ist kein Medium für die Nische, sondern für alle." (bit.ly/dHxIrO)

Auch Kollege Michael Kneissler machte in seinem Blog die Gazelle-Aktion aufmerksam - und zwar ganz besonders charmant: "Eine Freundin von uns macht diese wunderbare, völlig unmögliche Frauenzeitschrift. Aber wenn nicht 1.000 neue Abos dazukommen, muss sie das Ding einstellen." (bit.ly/c6HQjf)

Auch das Missy-Magazin plädiert für schnelle Rettung: "Gazelle hat es anders gemacht und multikulturellen Frauen einen Raum und eine Stimme gegeben. Wenn diese Zeitschrift nun verschwindet, wäre das ein herber Verlust für die Medienlanschaft." (bit.ly/fzwIiS)

Und "Der Spiegelfechter" bot den Gazelle-KollegInnen direkt an, in seiner Sidebar auf die Aktion aufmerksam zu machen (bit.ly/97YQFv).

Wie man sieht, schloss sich hier eine Bewegung großer und kleiner Blogs zusammen, um für eine gute Sache zu sprechen. Solidarität im Netz und kooperative Vernetzung: Keine leeren Schlagworte, sondern in diesem Fall mal - warme - Realität. Ja, das gibt`s auch!

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.