Philip Grassmann

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Philip Grassmann
RE: Im Schlafwagen ins Abseits | 07.09.2009 | 13:28

Lieber schlesinger,
ja, Parteien können sich am besten in der Opposition erneuern. So wird es auch der SPD ergehen.Aber anders als am Ende der sozialliberalen Koalition ist die Partei heute nicht ganz so tot. Es gibt (immer noch) gute Leute, leider haben sie derzeit zu wenig zu sagen. Deshalb glaube ich auch, dass es diesmal nicht 16 Jahre Opposition sein werden, sondern wesentlich weniger. Übrigens kann auch die Linkspartei noch etwas Zeit gebrauchen, um sich inhaltlich zu organisieren. Aber hätte es in der SPD mehr mutige Leute gegeben, dann hätten beide Parteien diesen Prozess schon hinter sich. Denn mit einer klaren Perspektive auf ein rot-rot-grünes Bündnis wären viele inhaltliche Fragen längst geklärt worden.

RE: Im Schlafwagen ins Abseits | 04.09.2009 | 15:04

Lieber schkid
natürlich hat die Agenda 2010 nichts mit linker Politik zu tun. Aber Regierungspolitik und Parteien sind für mich zwei unterschiedliche Dinge. Die SPD ist mehr als die Agenda 2010 und die Grünen sind mehr als sieben Jahre rot-grün. Im Prinzip müssten wir darüber debattieren, was links ist. Ok, diese Debatte ist nicht neu, aber sie ist trotzdem immer wieder spannend. Und ich bin sicher, dass diese Debatte nach der Wahl nicht nur in der SPD losgehen wird, sondern auch bei der Linkspartei.

RE: Versuch, Augstein in die Tonne zu treten | 09.07.2009 | 17:15

Lieber Bildungswirt,
es ist in der Tat so, dass der Freitag für vieles, was wir hier versuchen, angegriffen wird. Das Beispiel von Herrn Schütte ist da besonders krass. Die Community hat dazu eigentlich schon alles gesagt, und Leute, es macht wirklich Spaß, die Threads zu lesen.
Eines möchte ich aber noch klarstellen: Wir werden uns in unserem Kurs nicht beirren lassen. Der Freitag will intellektuell sein, angriffslustig, unterhaltsam, und ja, auch linken Boulevard wollen wir ab und an machen. Das ist nichts schlechtes, wenn es intelligent gemacht ist. Wir halten viel von Überzeugungen, aber wenig von alten Denkmustern. Und wir stellen uns auch gerne der Kritik. Mit einer Polemik a la Schütte kann ich aber beim besten Willen nichts anfangen. Was man dazu sagen kann, hat Bildungswirt gemacht. Vielen Dank für diesen Blog.

RE: Darf man den Tod Nedas zeigen? | 29.06.2009 | 13:40

Auch Spiegel-TV hat am Sonntag ein Interview mit Hejazi gesendet. Darin erzählt der Arzt unter anderem, dass einige Demonstranten dem Schützen die Waffe entrissen und ihm auch seinen Ausweis abgenommen haben. Der Täter war, so sagt Hejazi, ein Mitglied der Bassidsch-Miliz. Offenbar ist auch dessen Name bekannt. Soviel zu den Gerüchten, dass Neda angeblich von Demonstranten erschossen worden ist.

RE: Darf man den Tod Nedas zeigen? | 25.06.2009 | 19:34

Liebe Anna Dorothea,
es gibt Nachrichten, auch schreckliche, die nimmt man wahr und vergisst sie nach ein paar Tagen. Bei Bildern ist das anders. Sie können einen verfolgen. Das Video von Nedas Tod ist so ein Fall. Es gibt anderes Beispiel: vor ein paar Jahren gab es bei youtube ein Vidoe, dass zeigte, wie eine amerikanische Geisel vor laufender Kamera enthauptet wurde. Wer das gesehen hat, wird es nie vergessen. Unserer Job als Journalisten ist es, zu entscheiden, was relevante Information ist und was nicht. Ich bin überzeugt davon, dass man in beiden Fällen die Bilder nicht braucht, um über ihre Wirkung zu berichten. Egal, was die Konkurrenz macht. Und ich halte die Ansicht des Lehrers für zynisch. Er kann nicht wissen, wer geschossen hat. Ich weiß es auch nicht. Darum geht es auch nicht. Es geht um den Tod der jungen Frau. Und was er für die Opposition im Iran bedeutet. Es geht nicht um Verschwörungstheorien.
Viele Grüße, Ihr Philip Grassmann

RE: Der Schaumschläger | 10.06.2009 | 23:49

Vielen Dank für den Hinweis. Wir gehen dem mal nach.

RE: Steinmeiers Debakel | 10.06.2009 | 23:27

Da habe ich in der Tat ein anderes Verständnis von Politik. Für mich bedeutet Politik, dass man den Willen hat, die Gesellschaft zu gestalten. Dass man in der Opposition ist, gehört mit dazu, aber sie als Dauerzustand anzustreben, halte ich für fatal. Die SPD hat diese Frage in den fünfziger Jahren diskutiert und mit dem Godesberger Programm entschieden. Die Linkspartei hat sich um diese Frage bisher herumgedrückt, mal ist Opposition Mist, mal ist es Regieren. über etwas mehr Klarheit in dieser Frage würde ich mich freuen. Ein Parteiprogramm wäre dabei sicher hilfreich, aber leider gibt es das ja aus taktischen Gründen erst nach der Bundestagswahl. Nun ja. Das ist weder kindisch, noch unreif. Es ist einfach nicht gut. Die Linkspartei könnte da ruhig etwas selbstbewusster auftreten. Schaden würde ihr das sicher nicht, denn eines stimmt ja nun ohne Zweifel: Viele Dinge, vor denen die Linke schon lange gewarnt hat und für die sie belächelt wurde, sind in den vergangenen zehn Monaten eingetreten. Aber man muss die Dinge ändern wollen - es nur besser zu wissen, reicht meiner Meinung nach nicht aus.

RE: Zeit für Veränderung | 29.05.2009 | 11:50

Lieber Bildungswirt,
ich finde Ihre erste Anregung sehr interessant. Ich werde das in der Redaktion auf der nächsten Konferenz diskutieren. Im Prinzip finde ich die Idee gut. Denn wir möchten ja möglichst eng mit der Community zusammenarbeiten.

Was Ihre zweite Anregung betrifft: wir arbeiten daran.
viele Grüße, Ihr Philip Grassmann

RE: Der Freitag trifft die Menschen der Wende | 21.04.2009 | 14:06

Lieber Thorsten,
wir werden über alle Veranstaltungen berichten, im Netz und in der Zeitung.
Viele Grüße,
Philip Grassmann

RE: An der Staatsgrenze | 06.03.2009 | 14:34

Lieber knorpeli,
der Freitag ist ein offenes Medium. Wir bieten unseren Lesern eine Plattform an, um über die Texte, die wir veröffentlichen, zu diskutieren. Auch die Redaktion stellt sich dieser Diskussion. Das ist ein Teil des publizistischen Konzepts des neuen Freitag. Ich würde mich deshalb freuen, wenn Sie sich vielleicht auch inhaltlich mit dem Artikel von Herrn Augstein auseinandersetzen würden. Ich Ihrem Beitrag kann ich jedenfalls davon nichts erkennen.
Da Sie aber auch die Redaktion ansprechen, möchte ich Ihnen gerne auch etwas dazu schreiben. Der Freitag hat einen klaren Kurs. Aber wir sind auch eine pluarlistische Redaktion. Weil wir eine attraktive, interessante Zeitung machen wollen. Das hat den Freitag immer ausgezeichnet. Es geht um den Diskurs. Und es wundert mich, dass Sie das als Freitag-Leser nicht zu schätzen wissen. Die Freitag-Redaktion jedenfalls sieht sich dieser Tradition verpflichtet und wird diesen Kurs auch künftig beibehalten.
Herzliche Grüße, Ihr Philip Grassmann