Philipp Adamik

Philipp Adamik war wissenschaftlicher Assistent am soziologischen Seminar der Universität Basel. Er ist Herausgeber des Blogs thedigitalisedworld.org.
Philipp Adamik
RE: Will die Linke den Kapitalismus abschaffen? | 18.08.2017 | 22:39

"Bei p (Wirtschaft = Geld) beginnt es doch bereits unscharf zu werden." An dieser Stelle machen Sie meiner Ansicht nach den gleichen Fehler, wie Lessenich in seiner Kritik an Nassehi. Einer Theorie, die auf mehr Unschärfe zielt, vorzuwerfen, dass sie auch unscharf ist, ist genauso sinnvoll, wie sich unter eine Dusche zu stellen und sich dann zu beschweren, dass die Dusche einen auch nass gemacht hat. Nämlich gar nicht. Das Ziel der Unschärfe lässt sich aber freilich kritisieren.

RE: Will die Linke den Kapitalismus abschaffen? | 18.08.2017 | 22:20

Ich würde nicht so pauschal urteilen, dass man Nassehi wegen meinen Artikel nicht mehr lesen müsse, aber im Kern haben sie da schon recht. Viele Aspekte bei Nassehi sind unterkomplex, aber einige interessantere Aspekte bei Nassehi habe ich hier aus Gründen ausgeblendet.

Ihre systemtheoretische Argumentation findet sich u. a. ausführlich bei T. Kern "Soziale Bewegungen", oder eben auch in dem zitierten Luhmann Interview. Diese ist nicht falsch, reduziert die Linke aber quasi auf eine Form der ausserparlamentarischen Opposition, wie wir es z. B. beim 2. Atomausstieg nach Fukushima erlebt haben. Eine solche Linke ist natürlich nützlich für das System, aber ist eine solche Linke auch Links im Sinne von revolutionär? Ich glaube nicht.

RE: Will die Linke den Kapitalismus abschaffen? | 18.08.2017 | 18:56

Die Unschärfe Relation ist deutlich mehr als eine Analogie. Als Slogan benutze ich gerne: "Die Soziologie muss von der Unschärfe der Physik lernen" und hat, z. B. Bei Latour, White und Castells (unterschiedliche Netzwerktheorien) bereits von ihnen gelernt. Leider wird es dort häufig nicht sonderlich transparent gemacht. Der Vergleich zwischen luhmannscher Systemtheorie und u. a. Diesen Netzwerktheorien lohnt sich meiner Ansicht nach besonders wegen ihrer unterschiedlicher Zielsetzung. Um eine Anologie aus der Mathematik/Informatik zu bemühen, die luhmansche Systemtheorie ist p die Netzwerktheorien sind np. Die Frage ist dann, wann können wir uns mit p (Wirtschaft = Geld) begnügen und wann müssen wir np anwenden und zum Beispiel die Verpflechtungen zwischen Wirtschaft und Politik untersuchen. Bei Wahlen funktioniert Luhmanns z. B. noch recht gut, beim Dieselskandal versagt er aber. Die Frage ist dabei für mich von höchster forschungslogischer Relevanz. Reicht eine relativ Zeit und kostengünstige theoretische Reflexion, oder muss es eine mehrjährige, mehrere Millionen teure empirische Forschung sein? Klar, die empirische Forschung kann immer die besseren, detaillierten Beschreibungen liefern, aber ob sich der Einsatz wirklich gelohnt hat, weiss, kann ich erst mit Sicherheit nach der Forschung sagen. Hier vorab bessere theoretische Abschätzungen liefern zu können, dass ist für mich der Vorteil dieses Vergleichs. Zwangsläufig muss ein solche Abschätzung mit Unschärfen arbeiten.

RE: Vormarsch der Rechten | 25.05.2016 | 14:42

Zugegeben, der Artikel ist tatsächlich ein Beispiel für schlechten linken Journalismus ala TAZ, aber die nicht vorhandene Lesefähigkeit der hier vertretenen rechten Kommentatoren zeigt, das ihnen Sprachvermögen zur eigenen Meinungsbildung fehlt. "Die Hälfte der Österreicher hat spätestens nach diesem Sonntag ihren Anteil daran." Heißt nicht das 50% der Österreicher Nazis sind, sondern nur, dass 50% einen Nazi gewählt haben.

RE: DIEM25: "Transparenz in Europa Jetzt!" | 23.03.2016 | 12:29

Nichts. Das war auch nicht so gemeint, bloß schlecht formuliert. Aber es gibt dort eben auch diese Leute, die diesen von den Medien erzeugten Bild folgen.

RE: DIEM25: "Transparenz in Europa Jetzt!" | 23.03.2016 | 11:46

Danke. Das ist mir in der Community bereits aufgefallen. Es gibt dort zwar so ein paar Ja-Sager, die den Popstar Yanis einfach folgen, aber die meisten haben durchaus ihre eigene Meinung.

RE: DIEM25: "Transparenz in Europa Jetzt!" | 23.03.2016 | 06:08

Ist Yanis Varoufakis erster Forumsbeitrag vom 16. März eine direkte Reaktion auf meine ursprünglich auf democratising.org in Englisch geäußerte Kritik? Die deutsche Version meiner Kritik ist ebenfalls der Community des Freitags erschienen.

RE: DiEM 25 Muss sich selbst demokratisieren | 13.03.2016 | 21:23

Der Arikel hier ist nur ein teaser für den eigentlichen Artikel auf meinem Blog. Der Link befindet sich im Text, aber ich füg ihn hier auch noch mal gerne ein. http://digitalrealism.info/2016/03/11/diem-muss-sich-selbst-demokratisieren/

RE: Das Gespenst von Griechenland | 13.01.2015 | 12:52

Sehr schöner Artikel, der einen guten und realistischen Überblick über die zu erwartenden Entwicklungen nach der Wahl liefert.