RE: Das Roosevelt–Moment | 02.01.2021 | 10:41

Uahhhh gähn, ist ja alles richtig, was Katja Kipping da brav aufschreibt, aber es ist auch dermaßen dröge, uninspiriert, unkämpferisch und im Vokabular (und dem Beispiel) dermaßen gestrig – „Wir Linken fordern eine Vermögensabgabe“ … „Sollte der Staat nicht vielmehr steuernd in die Wirtschaft eingreifen und neue soziale Akzente setzen?“ – , mein Gott ja, aber das kann und will doch SO niemand mehr hören und ernst nehmen, kein Wunder, dass die Partei, der Kipping die letzten Jahre vorsaß, kümmerlich unter zehn Prozent dümpelt und auf absehbare Zeit garantiert niemanden darüber hinaus hervorlocken wird.

Warum nicht endlich die konkreten „progressiven“ Ideen pushen, die alle seit Jahrzehnten auf dem Tisch liegen? Mehr Bürgerbeteiligung – etwa durch zum Teil geloste Parlamente oder sonstige Gremien, in denen Bürger tatsächlich etwas zu sagen und entscheiden haben, mehr Genossenschaften, Restrukturierung des Informations- und Kommunikationssektors, mit einer Vermögens- respektive Erbschaftssteuer zum Beispiel für jeden ein Startergeld von 50.000 Euro jeweils einmal im Alter von 20 Jahren und 30 Jahren finanzieren, (weitestgehend) autofreie Städte bis 2030, sofortiges Verbot von Inlandsflügen, jeweils ein verpflichtendes soziales Jahr nach der Schule und im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, sofortiges Verbot der Massentierhaltung respektive Flächenbindung für Tierfutter, massive Investitionen in öffentliche Verkehrsinfrastruktur, Revolution des völlig kranken und bescheuerten „Bildungssystems“ etc. etc.Kurz: Endlich MUT und konkrete VISION statt dem schlaftablettösen sozialdemokratischen Konsenspalaver.

Ach ja, und es ist einfach zu sehr zum verrückt werden, dass fast niemand links-liberal-Intellektuelles 2020 auch nur irgend verstanden hat, was passierte und worum es ging – bzgl. Corona hat niemand mehr VERSAGT als die gesamte Linke (damit meine ich nicht nur die Partei). Sich den Begriff der SOLIDARITÄT dermaßen entwenden zu lassen und dann nur betreten zuzuschauen, wie eine Gesellschaft in den Wahnsinn getrieben, die soziale Spaltung noch weiter vertieft wird und der „kontaktlose“ TECH-FASCHISMUS jetzt auch noch im Gewand lebensrettender Barmherzigkeit daherkommen kann (der Tech-Faschismus wird kommen, dafür muss nämlich kein einziger Nikestore oder Instagramaccount geschlossen oder Mallorcaflug storniert werden – China fand die Linke ja immer schon toll), war und ist ein völliges DESASTER, das mal wieder zeigt, dass diejenigen, die im saturierten Mediamarktdeutschland die Diskurshoheit und leitmediale Öffentlichkeit haben/bekommen, zu einem Großteil zur „gehobenen Mittelschicht“ gehören und von einem WIRKLICHEN LEBEN nicht mehr die geringste Idee besitzen.

RE: Was zu tun ist | 13.11.2016 | 11:47

Uaaaaaa, wie langweilig. War völlig klar, dass genau so ein Kommentar kommt. Von dem, was Sie mir hier indirekt unterstellen ("alle wieder auf den Acker und nur Dinkel essen"), ist hier gar nicht die Rede (im Gegenteil). Die Rede ist (indirekt) genau von Leuten wie Ihnen, die wahnsinnig geistreich und aufgeklärt tun, aber nicht bereit sind, daraus Konsequenzen für das eigene Handeln zu ziehen. Arbeiten Sie doch mal ein halbes Jahr in einer Coltanmine im Kongo, würden Sie sich dann immer noch drüber lustig machen? Schuld sind immer nur die Anderen (die nicht so schlau sind wie Sie), aber nie man selbst. Lieber bequem bleiben. Lieber weiter auf Kosten anderer leben. Super. Geht auch gar nicht um (protestantische) Selbstkasteiung. Geht um die Realität und die Frage, ob man sich selbst ernst nimmt.

RE: Willkommen in der Hölle des 21. Jahrhunderts | 18.05.2016 | 09:10

Dankeschön! Der Film ist hier: http://www.fukushima-mopsfledermaus.com/ Was die Form angeht, etwas völlig anderes.. Ein Film, der eher dem Inhalt und Stil dieses Texts entspricht, ist gerade in Arbeit... Oder welchen Film meinen Sie?

RE: Kapitalismus, ein bisschen schöner. | 06.04.2016 | 17:02

Mason spricht von "Postkapitalismus" und falls seine bzw. Rifkins Vorstellungen Wirklichkeit werden sollten, könnte man vielleicht durchaus von einer "postkapitalistischen" Gesellschaft sprechen. Nur halte ich seine Analyse für unvollständig und seine Prognosen deshalb für unrealistisch.