Was zu tun ist

Post-Trump Die Analyse der US-Wahl ist klar. Das Establishment und die "Qualitätsmedien" haben verloren. Was kann man tun?
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Eingebetteter MedieninhaltAls Kommentar zur US-Wahl schrieb ich auf Facebook Folgendes:

If there hadn't been manipulations in the primaries, if Clinton hadn't been the candidate of the establishment, if the corrupt assholes in the so called "liberal media" hadn't portrayed Sanders as a "radical" (like Trump) and backed the corporate warmonger Clinton, Bernie Sanders could be president now. The problem isn't Trump. The problem is the oligarchy that is running the United States and the whole world. The problem is the capitalistic system that favours the creation of oligopolies and destroys our planet with its paradox demand of permanent growth. The problem is an ideology that favours competition over solidarity and cooperation. The problem is the surveillance state that we are executing with our "smart things". The problem are the Pentagon, NSA, Google, Bayer, Volkswagen, Black Rock, JP Morgan, etc. Our economic model of permanent growth is doomed. Let's DO something about this and not pay attention to the circus the fucked up media is distracting us with.

Daraufhin kommentierte eine Freundin, die Problembeschreibung sei gut, doch wie sähe konkret der Lösungsvorschlag aus? Meine spontane und unvollständige Antwort dazu ist diese:

1. Zunächst einmal gilt es zu verstehen, dass man eine Menge tun KANN. Noch nie in der Menschheitsgeschichte gab es so viele Handlungsmöglichkeiten wie für uns in den privilegierten Industriegesellschaften. "Was kann man schon machen", ist eine faule Ausrede.

2. Bringt Euer Smartphone zum Recyclinghof. Es ist nichts weiter als ein Gerät zur Überwachung und Ablenkung. Ein gebrauchtes Handy tut es auch.

3. Schließt die Gmail- und Hotmail-Accounts und nutzt einen Anbieter, der erneuerbare Energien bezieht und auf Privatsphäre achtet.

4. Bezüglich Privatsphäre finden sich zahlreiche Hinweise und Alternativen auf der Seite:

https://www.privacytools.io/

5. Falls noch nicht geschehen: Schließt Euer Bankkonto bei den Verbrecherbanken und wechselt zu einer ökologisch-sozialen Alternative.

6. Kauft nicht bei Amazon. Geht zu Eurem lokalen Buchhändler.

7. Kauft nicht bei Primark, H&M oder Zara. Eh klar.

8. Kauft nicht bei Ikea. Geht zum Flohmarkt, Trödler oder der Werkstatt um die Ecke. Es gibt bereits mehr als genug ZEUG auf diesem Planeten.

9. Kauft keine Coca Cola oder das Vio-Wasser und die anderen Zuckerwasser von Cola. Es gibt genug lokale Alternativen.

10. Esst weniger Fleisch. Nicht nur aus ethischen Gründen. Die Massenfleischproduktion ist ein Umweltkiller (Land-, Wasserverbrauch, Methan etc.).

11. Falls noch einer rumsteht oder rumhängt: Fernseher zum Recyclinghof bringen.

12. Stattdessen gute Filme schauen oder alternative Medien nutzen. Kunst inspiriert.

13. Aufhören SZ, Spiegel, Zeit und den ganzen Scheiss zu lesen. Bringt gar nichts, nur Ärger. Es gibt genug Alternativen.

14. Bücher lesen.

15. Nicht den ganzen Dreck von Nestle & Co. kaufen. Regional und saisonal ist besser. Wisst Ihr ja, und muss man sich auch gar nicht drüber lustig machen.

16. Die ganze Ironie à la Jan Böhmermann ist sowieso over.

17. Stattdessen: Forschen und informieren, wie Wirtschaft anders organisiert werden kann. Wir brauchen einen breiten Diskurs zu einer Postwachstumsökonomie.

18. Wenn Euch eine Firma gehört oder Ihr für eine arbeitet: Tretet der Gemeinwohlökonomie bei.

19. Weniger Auto fahren. Drive now ist auch Mist. Ihr fahrt damit, was Ihr früher mit der U-Bahn gefahren wärt.

20. Nehmt Euch selbst ernst. Ihr wisst das alles schon? Dann tut die Dinge und tut nicht nur so.

21. Forscht, wie Mobilität anders organisiert werden kann. Städte sollten für Menschen gebaut sein, nicht für Autos.

22. Falls noch nicht geschehen: Stromanbieter wechseln zu 100 % erneuerbar.

23. Geht auf die Straße für den Kohleausstieg.

24. Wählt nicht die SPD. (Ok, eh klar.)

25. Verzichtet auf Flugreisen. Tut weh, ist aber so. Es gibt kein Menschenrecht auf Urlaub in Thailand oder Wochenendausflüge nach Paris.

26. Mit dem Schiff fahren ist sowieso viel schöner. Die müssen allerdings wieder auf Segel umstellen. Vielleicht hilft zusätzlich auch noch Sonnenenergie.

27. Don't believe the hype. Google oder Elon Musk werden die Welt nicht retten.

28. Setzt Euch für ein anderes Bildungssystem ein. Kinder raus aus den Kasernen.

29. Macht diese Dinge gemeinsam mit anderen. Das gibt Mut, Hoffnung, Freude und Kraft.

30. Sucht nach positiven Beispielen und Geschichten. Erzählt sie. Besucht sie. Nehmt daran Teil. Das inspiriert und macht Mut.

31. Meditiert.

32. Bildet Verbindungen zwischen verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft. Wir brauchen mehr Kontakt mit dem Anderen.

33. Tanzt, singt, musiziert.

34. Maschinen sind dazu da, uns zu helfen und nicht uns zu versklaven.

35. Deshalb ist ein bedingungsloses Grundeinkommen möglich. Aber NUR zusammen mit einem anderen Wirtschaftssystem und nicht als Maßnahme um die kapitalistische Maschine aufrechtzuerhalten, wenn im Zuge der Computerisierung menschliche Arbeitskraft weiter wegrationalisiert wird.

36. Arbeitslosigkeit ist nicht das Problem. Es gibt MEHR ALS GENUG zu tun.

37. Geht in den Wald, arbeitet eine Zeitlang auf einem Bauernhof. Wir sind Naturwesen und (noch) keine Google-Produkte.

38. Schaut in den Himmel, seht die Sterne. Ist es nicht ein Wunder, dass unser blauer Planet existiert?

39. Teilt und erweitert diese Liste! Neue Ideen willkommen!

12:15 11.11.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Philipp von Becker

Filmemacher und Autor von: Der neue Glaube an die Unsterblichkeit. Transhumanismus, Biotechnik und digitaler Kapitalismus. Passagen Verlag 2015.
Philipp von Becker

Kommentare 18

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