RE: Jeder ist selbst Schlüssel zur Integration | 12.12.2016 | 14:24

Vielen Dank für diesen Beitrag. Gemeinsam mit "Sanktion heißt Zersetzung" sollte es ein Schrei nach Solidarität mit den Betroffenen sein.

Vor einem Jahr gab es viel ehrenamtliche Unterstützung im Bereich der Flüchtlingshilfe. Diese nahm immer mehr ab. Es ist ja auch eigentlich nicht die Aufgabe von Bürger_innen, dafür zu sorgen, dass Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht werden können, sondern sie sollte vom Staat wie auch immer organisiert und bezahlt ! werden. Der Staat beauftragt schon in den Erstaufnahmen mehrere Dienstleister (Caterer, Betreiber, Security, Soziale Dienste, Ehrenamts-Koordination). Viele Ehrenamtliche sind frustriert und flüchten sich in "Fortbildungen" - so hält man sie von wichtigen Schauplätzen fern; in Vorträgen und Treffen werden sie abgelenkt.

Sinnvolle Betreuung, Aufklärung über das Asylverfahren, über Widerspruchs- und Klagemöglichkeiten für die Flüchtlinge gibt es nur rudimentär. Abschiebungsbescheide gehen inzwischen direkt in die Erstaufnahmen. 30 Tage Zeit, um das Land wieder zu verlassen oder 7 nach Dublin II Staaten. Widersprüche haben keine aufschiebende Wirkung. Widersprüche zu schreiben ist für die Personen auch fast nicht möglich.

Diejenigen, die nicht abgeschoben werden, werden in die Bürokratie- und Sanktionshölle geschickt, an denen schon einheimische Bürger_innen zu zerbrechen drohen. Wenn so mit z.T. höchst traumatisierten Menschen umgegangen wird, die die deutsche Sprache nicht oder schlecht verstehen, dann wird das alles in einer Katastrophe für diese Menschen enden.

Leider hofft man vergeblich auf Solidarität aus der Bevölkerung. Hier wird ein Sprachcafe organisiert und dort die Kleiderkammer bedient, vielmehr ist nicht drin... "Ein Deutscher muss sich dem System ja auch unterordnen..." Meiner meiner wird mit solchen Gesetzen bewusst darauf abgezielt, vermeintliche Minderheiten (Hartzer) gegen andere Minderheiten (Asylbegehrende) zu hetzen.