Herr der Dinge

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Die Welt ist im Wandel, meinte einst Tolkien, als er an seinen Hobbits und Elfen schrieb. In seiner grandiosen Geschichte zeichnete er phantastische Bilder, fern unserer Wellt, welche dieser jedoch so nah sind, wenn man nur zwischen den Zeilen liest. Wie recht er dabei hatte, sie ist immer im Wandel, nur gibt es ein Wesen in dieser, den Mensch, welcher das alleinigeRecht für sich in Anspruch nimmt, Wandel zu verursachen und jenen, den die Natur verursacht, zu beklagen. Dabei sind Ursacheund Determinismus von Naturgewalten völlig belanglos. Auch wenn eine Lawine losgeht, die der Mensch selbst ausgelöst hat, ist sie nicht ihm zugeschrieben. Wird ein Ort in den Bergen unter Schlamm begraben, nach dem man die Hänge abgeholzt hat, ist das Geschrei groß. Ein Hauch von Solidarität geht durch die Reihen, um sogleich wieder in der Versenkung zu verschwinden. Andererseits interessiert es kaum jemand, wie viele Menschen überhaupt an den sogenannten Zivilisationskrankheiten versterben oder in der dritten Welt verhungern. Was ist mit denen, die den Anschluss an die Schnelllebigkeit unserer Zeit oder die sogenannte Leistungsgesellschaft verpassen, sich daraufhin selbst aufgeben? Meist nur beiläufig, werden solche Zahlen in den Medien genannt. Ganz anders ist es bei Katastrophen. Alles ist eben so, wie es offensichtlich sein muss! Es lässt sich nichts daran rütteln. Gibt es in den Bergen dann keinen Schnee mehr, hat der Mensch die Schneekanone erfunden, um weiterhin seinem Wintersport nachgehen zu können. Wenn keine Eisscholle für den Eisbären mehr da ist, bleibt ja noch der Zoo für den Riesen im flauschig weißen Pelz. Da kann man Knut noch beiläufig zum winkwnden Volksbären erklären. So etwas als gegeben hinzunehmen, verstehe ich nicht. Was ich jedoch verstehen kann ist,wie Tolkien eine solch großartige Geschichte schreiben konnte, wenn ich noch mal auf„Herr der Ringe“ zurückkommen darf. Die zwei Seiten von Gollum stecken doch in jedem von uns und von elfenartigen Wesen mit übersinnlichen Fähigkeiten träumen wir seit je her, wie auch die dunkle Seite in Gestalt von Orks o.ä. schon immer da gewesen ist.Den verzauberten König Theoden findet man zu Hauf in unserer Welt, wenn man nur richtig hin schaut.Jetzt braucht es noch 9 Dinge dessogenannten Wohlstandes:Mein Haus, mein Konto, mein Auto, meine Schatzbriefe, mein Feriendomizil, meine Yacht, meine Pferdchen, mein Golfclub, meine Kreditkarte. „Blind vor Habgier, nahmen sie sie an. Ein Ring sie alle zu knechten“, hieß es bei Tolkien. Nur bedarf es in unserer Welt keines Ringes. Was uns knechtet, steckt naturgemäß in uns, die Gier! Mein Schaaaaatz! Vielleicht hat er es daher genommen und nur eine Metapher daraus gemacht. Die Hobbits jedenfalls gibt es auch noch unter uns, in fernen Ländern, wo Mensch im Einklang mit der Natur lebt, weil er weiß, dass sie sein Ernährer und sein zu Hause ist. Man weiß durch statistische Untersuchungen sehr wohl darum, dass solche Menschen glücklicher sind, als die Einwohner der Industriestaaten. Was jedoch noch kein Grund ist, etwas zu ändern, bis jetzt! Ein erfüllter materieller Wunsch, zieht bekanntlich nur den nächsten nach sich.Das Fass hat am Boden ein Loch, weshalb du so viel hinein schütten kannst, wie du willst. Es wird einfach nicht voll! „Der größte Reichtum ist die Selbstgenügsamkeit“ sagte Epikur und gründete den Kepos, in dem die Menschen, wie jene Hobbits lebten. Naja, nicht ganz, ihre Türen waren sicher nicht rund und auch mögen sie nicht so viel und ausgiebig gespeist haben.Aber sie lebten frei von Ängsten und hatten auf alle Fragen eine Antwort.

Wie wäre es, es fände sicheine Gruppe von „Neun Gefährten“, die sich aufmachte, eine lange und beschwerliche Reise auf sich zu nehmen, um am Ende jenen begierigen Drang in uns, der immer mehr will, in den Tiefen des Schicksalsberges zu vernichten, auf dass die 9 Dinge ihre Macht verlören. Utopie? Sicherlich ja, doch auch diese hat ihre Daseinsberechtigung und wer von uns kann heute schon sagen, was der Wandel morgen zu erschaffen vermag. Geträumt haben Menschen von so einer anderen Welt schon lange, jedenfalls seit dem sie sie verloren hatten. Doch gab es ja die 9 Dinge und es gibt sie immer noch.......

20:18 27.02.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

philoron

Ein verdorrter Geist ist leicht zu entflammen. Ein verstörter Geist ist leicht zu geleiten. Ein befangener Geist ist leicht einzunehmen, ein freier und offener Geist dagegen, schwer zu finden.
Avatar

Kommentare 3