Zeitloses zur Zeit

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Gedanken zur Zeit scheinen mir immer zeitlos.

Wo sind eigentlich die Schlagzeilen des vergangen Jahres geblieben? Mit der Schweinegrippe haben wir wohl Schwein gehabt. Jedenfalls hört man nichts mehr darüber. Kein Wunder, wo es den Impfstoff schon vor dem Virus gab. Sind die von uns allen bezahlten Impfdosen eigentlich schon nach Afghanistan verschifft? Werden sie vielleicht in dem Aussteiger Program für austrittbereite Taliban verrechnet? Jedenfalls klingt Hilfe durch Medikamente (ob wirksam oder nicht) irgendwie humaner, als immer nur das liebe Geld geben zu wollen. In diesem Fall an recht schwer käufliche Gesellen, wie ich denke. Vielleicht nehmen sie auch dankend an und warten dann nur noch Tag X ab. Wenn der letzte Ungläubige das Land verlassen hat, können sie es sich ja wieder anders überlegen und zu ihrem Glauben zurückkehren. Bin ich bei diesem Gedanken etwa von mir ausgegangen? Verzeihung bitte! Bin Laden, welcher sicher den Mythos „Bin immer da, selbst wenn ich Bin tot“ in sich trägt, soll ja kürzlich was zum Klimawandel gesagt haben, wie ich auch im Freitag lesen konnte. Freilich will den keiner in seinem Boot sitzen haben, auch wenn seine Absichten echt wären und wir letztendlich alle in einem Kahn sitzen, klimatisch gesehen. Offensichtlich hat er die Rechnung nicht mit dem Winter gemacht, der uns den Klimawandel in die andere Richtung bescherte. Das Klima hat uns im Griff, denke ich, wenn ich Nachrichten sehe oder höre, wie zu Zeiten des Klimagipfels. Gespannt warte ich derzeit auf das Wort „Jahrhundertwinter“ in den Medien, obgleich das Jahrhundert noch einige Winter aufzubieten hat. Oder habe ich es bereits verpasst? Die weiße Pracht ist als Ärgernis momentan allgegenwärtig. Wann gab es denn schon mal Schneewehen im Radio? Man könnte fast meinen, jener Klimagipfel im letzten Jahr sei umsonst gewesen. Im doppelten Sinne wohlbemerkt! Einzig die Natur wird uns zeigen, wo es lang geht. Was wir vorgelegt haben, bekommen wir sicher zurück, ob heiß oder kalt!

Würde ich über Politik schreiben wollen, müsste ich gestehen, mir fehlen ein paar Grundlagen. Sicher passte ich in der Schule damals nicht richtig auf! Deshalb verstehe ich heute nicht, warum auf der einen Seite von Steuersenkungen gesprochen wird, auf der anderen jedoch von klammen Kassen in Ländern bis Kommunen. Hiobsbootschaften, soweit das Ohr reicht. Schlage ich die Zeitung meiner einsteigen Heimat auf, stelle ich fest; es steht schon wieder eine Werftengruppe auf der Kippe. Wie viele tausend Arbeitsplätze sind es diesmal, inklusive meines Bruders?

Was wird eigentlich aus Hartz IV, nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes? Ist es anzuheben angesichts der finanziellen Verhältnisse? Woher wird’s genommen oder geben die, welche es beschließen etwas von dem ihrem ab? Dass es bald nicht mehr reichen könnte, in dem jetzigen Maße, für alle, darüber spricht keiner. Ob Merkel, Westerwelle oder Co, ich kann die Visionen für eine gesicherte Zukunft nicht erkennen, statdessen viele widersprüchliche und oberflächliche Aussagen

Vielleicht liegt es daran, dass ich am Meer aufgewachsen bin und deshalb in all den Dingen zu nahe am Wasser gebaut scheine, wie man immer so schön sagt. Oder ich bin einfach der einzige Pessimist, den ich kenne?Für solche ist es schon immer eng gewesen auf dieser Welt, denke ich. „Es ist zu spät, ein Pessimist zu sein!“ heißt es am Ende von Home, dem Dokumentarfilm. Also muss man sich aufraffen zu neuen Ufern! Die gesamtgesellschaftliche Depression, die im kollektiven Unterbewusstsein schlummert, sollte erkannt und andere Wege gesucht werden!

Ach ja, was nun das Unverständnis, der in den Medien aufgezeigten Meldungen angeht, da fällt mir doch noch etwas ein, das Zitat von Christoph Schlingensief:

Politik ist nicht wirklich real an Lösungen interessiert. Genauso wenig wie die Medien. Politik ist eine Simulation, die Lösungen vorgaukelt, die Medien simulieren die Aufdeckung dieser Simulation und manipulieren dadurch auf ihre Art.

20:13 12.02.2010
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Geschrieben von

philoron

Ein verdorrter Geist ist leicht zu entflammen. Ein verstörter Geist ist leicht zu geleiten. Ein befangener Geist ist leicht einzunehmen, ein freier und offener Geist dagegen, schwer zu finden.
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