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Große Transformation. Auf der Suche nach gesellschaftlichem Wandel
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RE: Fakten des Fleischkonsums (2) | 23.02.2015 | 22:27

Ich stimme Ihrem Kommentar weitgehend zu. Wie Sie gelesen haben, sehe ich den Fleischkonsum als einen Teil des Gesundheitsproblems. 80 kg pro-Kopf entsprechen nicht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Der Überkonsum hat aufgrund der Produktionsmethoden auch Einfluss auf unsere Ökosysteme. Die entsprechenden Fakten werde ich in einem der nächsten Kapitel darstellen.

Viele Grüße

RE: Eigentum verpflichtet ... nicht? | 23.02.2015 | 16:02

Klingt nicht schlecht. Der ersten Satz sollte m.E. heißen: Die menschlichen Tugenden reichen nicht aus.

RE: Im Namen des Kreml | 09.12.2014 | 14:46

Ich vermute aber, dass die Mehrzahl unter ihnen sich ebenso den gegebenen Herrschaftsverhältnissen anpasst wie es die meisten von uns tun, indem sie tagtäglich 'funktionieren', dh in dem Rahmen handeln, welchen Herrschaft setzt.

Ein sehr treffender Gedanke. Andernfalls hätten wir nicht den Klimawandel, Verlust der Biodiversität,Zerstörung diverser Ökosysteme und und und....Die Jagd nach Sündenböcken befreit (nicht) von Selbstkritik.

PS: Grundsätzlich stimme ich mit einer seriösen Medienkritik überein. Hängt das Problem nicht mit einer alles erfassenden Ökonomisierung zusammen? Ich habe gelesen, die wiederum sei eine immanante Eigenschaft des Kapitalismus....

RE: Die Lotsen gehen von Bord | 07.12.2014 | 09:28

Absolut! Die Hoffnung schließt das Handeln nicht aus (sondern beflügelt es). Deshalb sind wir ja u.a. auch hier.

RE: Die Lotsen gehen von Bord | 06.12.2014 | 20:17

Gilt auch als Antwort an Herrn Jäger

Um ein Missverständnis zu vermeiden, ich habe keine Frage, gestellt sondern in meinen letzten 3 Absätzen Herfried Münkler (2014) zitiert. Seine Vorstellungen mögen falsch sein, mir erscheinen sie (unter Berücksichtigung fehlender absoluter Wahrheit) plausibel. Münkler skizziert dort ein vom „alten Muster imperialer Politik“ (M. Jäger) abweichendes Bild. Er benutzt dabei die Begriffe „Kontrolle des Festen“ (Russland) und „Kontrolle des Fluiden“ (USA).

Mit der Formulierung „Europa muss seine neue Rolle noch finden“ korrigiert er m.E. seine ältere, von Herrn Jäger erwähnte Äußerung, nach der „Europas Entwicklung zum Modell der neuen Weltordnung werden sollte“. Damit lässt er die zurzeit unbeantwortbare Frage nach Weltordnung des 21. Jahrhunderts folgerichtig offen.

Meine Hoffnung gründet augenblicklich auf Folgendem: Die außerwestliche Welt ist offensichtlich nicht bereit, den westlichen Kapitalismus zu übernehmen, ohne allerdings auf einen damit in Verbindung stehenden Wohlstand verzichten zu wollen. Inwieweit dieser Wohlstandsbegriff im Einklang mit irdischen Ressourcen stehen wird, bleibt abzuwarten.

Nun stößt der Kapitalismus auch innerhalb der westlichen Welt zunehmend auf Kritik bzw. Ablehnung. In der Diskussion taucht hierzulande verstärkt Marx’s Kapitalismus-Kritik auf. Ich habe kürzlich in einer Vorlesung der Uni HH gelernt, dass Max in seiner Kapitalismuskritik die kontinuierliche Steigerung von Ungleichheit als eine immanente Eigenschaft des Kapitalismus nachweist. Genau diesen Zusammenhang dokumentiert Thomas Piketty (Das Kapital im 21. Jahrhundert) nun mit aktuellen Zahlen. Die Diskussion erfasst seit längerem auch die orthodoxe Volkswirtschaftlehre die seit ca. 200 Jahren(?) auf der Gleichgewichtsbeziehung von Angebot und Nachfrage basiert und damit die einzige nichtdynamische Wissenschaft darstellt. Wenn ich die darüber an zahlreichen Stellen geführte Diskussion richtig verstehe, können die meisten Krisen der (jüngeren) Vergangenheit damit in Zusammenhang gebracht werden. Das gilt insbesondere für die fortschreitende Zerstörung der Ökosysteme. Nun zu meiner Hoffnung: Das Bedrohungsszenario durch Ökonomische Krisen, soziale Ungerechtigkeiten, Zerstörung von Ökosystemen und Gewaltprozessen werden das globale Bewusstsein und damit auch die politischen und wirtschaftlichen Prozesse positiv verändern. Ich weiß, dass ist wenig konkret. Aber sollte ich es konkreter machen, könnte ich es nur mit meinem linearen Denkvermögen. Dann müsste ich die Katastrophe prognostizieren. Aber Wissenschaft und Erfahrung zeigen: Entwicklungen verlaufen erfreulicherweise nichtlinear.

RE: Die Lotsen gehen von Bord | 06.12.2014 | 15:43

@Michael Jäger @Alphabetta und Diskutanten

Für einen am Weltgeschehen interessierten Normalbürger bildet die Diskussion eine ziemliche Herausforderung. Ich bin nicht sicher, alles verstanden zu haben. Um den Anspruch des Aufklärens nahe zu kommen, sollten vielleicht einfachere Formulierungen überlegt werden. Die Imperiumsdiskussion finde ich zu akademisch. Im Sinne einer Selbstkritik „westlicher“ Politik erfüllen die Beiträge m.E. ihren Zweck. Als Unterstützung einer neutralen Meinungsfindung erscheinen sie mir zu einseitig.

Eine Suche nach Ursachen und Wirkung landet m.E. leicht in der Festlegung von Gut und Böse. Eine Analyse unterschiedlicher, im ersten Schritt gleichberechtigter, Interessen beteiligter Akteure (Mächte) erscheint mir als der bessere Weg.

In der ZEIT-Debatte über die aktuellen Veränderungen der Welt kam vor Wochen u.a. Herfried Münther mit einem Artikel zu Wort, der m.E. diesen Ansatz verfolgt. Ich hatte mir Notizen zu seinem Aufsatz gemacht. Hier ein Ausschnitt:

„Während Putin möglicherweise versucht, einen eurasischen Machtblock wiederherzustellen, um territoriale Macht auszuüben, konzentriert sich die USA auf die Macht der Kontrolle des globalen Geamtzusammenhanges, d.h. auf die Kontrolle von Strömen (Kapital, Informationen, Gütern, Dienstleistungen, Rohstoffen, Personen).

Bei Putin handelt es sich dem zur Folge um die Kontrolle von etwas Begrenztes (Festes) und damit auch um eine territoriale Begrenzung der eigenen Normansprüche. Dagegen konzentriert sich die amerikanische Kontrolle der Ströme auf etwas sich stets Veränderndes, auf etwas Fluides. Dabei müssen universelle Werte berücksichtigt werden. Welche Machtstruktur wird die Weltordnung des 21.Jahrhundert bestimmen?

Europa muss seine neue Rolle noch finden. Die Jahrelange Expansion der EU sollte zum Stillstand kommen, um eine Eskalation mit Russland zu vermeiden. Sie muss zur Stabilität an ihrer Peripherie kommen.“

RE: Wie kommen wir aus der Krise? | 04.12.2014 | 09:56

Herr Seifert,

ein interessanter Beitrag. Bitte nennen Sie den Titel des von Ihnen angesprochenen Suhrkamp-Bandes. Danke

Viele Grüße

RE: Willkommen in der Postdemokratie | 03.12.2014 | 23:23

Auf die Frage, weshalb bisher nichts passiert ist, hätte ich mehrere Antworten:

1. Die Sache ist komplex

2. Die Spezies "mündige Bürger" ist den Hedonisten zahlenmäßig deutlich unterlegen.

3. Es gibt möglicherweise eine immanente Verschwörung der Macht gegen Demokratie

RE: Eigentum verpflichtet ... nicht? | 29.11.2014 | 17:45

Welches menschliche Tugenden setzt Libertarismus voraus?

Welche Funktion hat Werbung?

Wie werden Ressourcen nachhaltig genutzt?

RE: Wie Deutschland sich und die Welt rettet (2) | 28.11.2014 | 19:41

Die Zukunftscharta enthält nichts, was nicht schon seit Jahren (Jahrzehnten) bekannt ist. Es existieren zahlreiche ähnlich lautende Papiere. Was diesen Papieren meistens fehlt, sind quantifizierte Ziele. Die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie (NNS) bildet einer der wenigen Ausnahmen. Hier hat die Bundesregierung Ziele genannt. Das statistische Bundesamt überprüft die Einhaltung der Ziele und veröffentlicht die Ergebnisse jährlich in Indikatorenberichten. Die Ziele werden überwiegend verfehlt. Ich empfehle die Bundestagsabgeordneten Eures/Ihres Wahlkreise in Offenen Briefen (z.B. Blog oder Abgeordnetenwatch oder??) regelmäßig auf diesen Sachverhalt hinzuweisen/zu befragen.

Die NNS ist weiter zu entwickeln. Vermutlich geschieht das im Zuge der Post-2015-Agenda. Sie zeigt jedoch, dass Politik weiß, worauf es ankommt. Die verlagert allerdings die Verantwortung auf die Mitglieder der Gesellschaft. Das reicht nicht. Das zeigt sich seit Jahren in der Stagnation bzw. Verschlechterung relevanter Nachhaltigkeitsindikatoren. Über die Zielewerte kann man sich streiten. Aber die Kommunikation der Zielverfehlungen mit den MdB Eurer/Ihrer jeweiligen Wahlkreise übt Druck aus. Selbst der Rat für nachhaltige Entwicklung fordert die Politik zum Handeln auf.

Wenn Ziele nicht erreicht werden, sind Maßnahmen zu ergreifen um gegenzusteuern. Ich gehe davon aus, dass gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen/verändert werden müssen. Diese Regelungen müssen dazu führen, dass u.a. der Ressourcenverbrauch in Wirtschaftsmodellen berücksichtigt wird. Auch Eigentum und Geldwesen und dessen Aufgaben und Verpflichtungen sind neu zu definieren. Es zeigt sich seit Jahren, dass Kapital daran kein Interesse hat und glaubt, sich auf den Klimawandel einrichten zu können. Das Kapital hat in der gegenwärtigen Marktwirtschaft die intrinsische Eigenschaft, sich vermehren zu müssen. Das verkauft man dann dem sogen. Verbraucher (man „meditiere“ einmal diesen Begriff) als den Zwang zum Wirtschaftswachstum, den wir zur Vermehrung unseres Wohlstandes benötigen.

Eigentlich wollte ich gar nicht so viel sagen. Vielleicht ist auch einiges dilettantisch formuliert. Aber ich bin davon überzeugt, dass der Bürger seine demokratischen Möglichkeiten nicht ausschöpft (s.o.). Hier die Links zu Informationen, die meinen Äußerungen zu Grunde liegen:

Zukunftscharta

Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Indikatorenbericht 2014

meine Offenen Briefe

Abgeordnetenwatch

Rat ür nachhaltige Entwicklung

Plurale Ökonomik

Loske. Gestaltungsmittel Geld

Piketty: Zwänge des Kapitals

Grüsse nach Panama