Fakten des Fleischkonsums (1)

Mehr oder weniger? Kontroverse Diskussion zwischen Wirtschaft und NGO. Der Verbraucher muss sich entscheiden.
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Wer sich ein objektives Urteil über die Bedeutung des Fleischverzehrs machen möchte, der stößt schnell an Grenzen. Nicht etwa wegen fehlender Informationen, nein, aufgrund der Fülle von Informationen. Hinter den Informationen findet man unterschiedliche Interessenvertreter. Die größte Divergenz erkennt man zwischen Vertretern der Wirtschaft einerseits und den Vertretern ökologischer Interessen und Interessen des Tierschutzes andererseits. Dazwischen versucht die Politik beide Interessen zu vereinigen. Alle Lager bedienen sich in der kontroversen Diskussion des Begriffes Nachhaltigkeit.

Im Folgenden werden wichtige Aspekte des Fleischkonsums betrachtet.

1. Entwicklung des weltweiten Pro-Kopf-Fleischkonsums

In der Abbildung 1 wird die Entwicklung des jährlichen Pro-Kopf-Verbrauches verschiedener Regionen verglichen. Die Unterschiede spiegeln die Wohlstandsniveaus der Regionen wider. Es zeigt sich das bekannte Gefälle zwischen den Industrieländern und den Regionen Subsahara-Afrika und Südasien. Die Industrieländer konsumieren die vierfache Fleischmenge gegenüber den ärmsten Regionen der Welt. Der "Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen" (WBGU) erwartet in Anlehnung an Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) eine globale Steigerung des Fleischkonsums.

Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten beschäftigen sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen eines hohen Fleischverzehrs, der denen zur Folge mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Das betrifft besonders verarbeitetes Fleisch wie z.B. Schinken, Wurst u.ä. (verweisende Quelle: Zentrum der Gesundheit). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt den wöchentlichen Fleischverzehr auf 300-600 g pro Woche zu beschränken. Der daraus resultierende jährliche Pro-Kopf-Verzehr ist den FAO-Daten in Abbildung 1 gegenübergestellt. Danach wurde im Weltdurchschnitt bereits im Jahr 2000 ein der Gesundheit zuträglicher Pro-Kopf-Fleischkonsum von 15 -30 kg pro Jahr überschritten. Aus dieser Sicht ist die Notwendigkeit einer Steigerung der Fleischproduktion nicht erkennbar. Vielmehr sollte eine Überfluss-Reduzierung aus gesundheitlichen Gründen und eine ausgleichenden (gerechte) globale Verteilung angestrebt werden.

Abb.1: Jährlicher Pro-Kopf-Fleischkonsum weltweit

(Quellen: eigene Zusammenstellung aus WBGU, Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

Fortsetzung: Fakten des Fleischkonsums (2) - (In Arbeit)

18:50 29.12.2014
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Geschrieben von

phvollmer

Große Transformation. Auf der Suche nach gesellschaftlichem Wandel
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