Der Geist ist aus der Flasche

Ukraine Auf Viktor Juschtschenkos Reprivatisierung folgt die Privatisierung
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Das Dumme an Revolutionen, wird sich der ukrainische Präsident inzwischen wohl denken, ist ihre Eigendynamik. Oft, zu oft sprach Viktor Juschtschenko in den heißen Tagen der Orange-Revolution einen Satz in die Mikrofone, den er heute vermutlich bitter bereut: "Diebstahl von Staatseigentum wie die Privatisierung des Stahlwerks Kriworoschstal muss sofort rückgängig gemacht werden." Das gefiel - in der von Armut, Korruption und Oligarchen geplagten Ukraine ist das Verlangen nach einer Revision der undurchsichtigen Privatisierungen aus den frühen neunziger Jahren populär.

Vom Elan des Sieges angetrieben, setzte Julia Timoschenko im Februar, als sie Premierministerin wurde, noch einmal nach. Kriworoschstal sei nur die Spitze des Eisberges, man müsse bis zu 3.00