RE: Der Phallus-Träger denkt nach | 02.03.2021 | 22:46

Also ich zumindest habe nicht mehr in Erinnerung, gefragt worden zu sein, mit welchen Geschlechtsteilen ich denn geboren werden wollte. Anschließend 'steuerten' die Hormone usw., wie sich das Weitere so gefühlsmäßig darüber legte, und ob man dann den kulturellen Erwartungen entsprechen würde, bzw. ob das mit den eigenen Vorstellungen/Gefühlen denn überhaupt so zusammenpasste, war erst mal gesetzt/vorgegeben (falls überhaupt bemerkt oder auch verwirrend/irritierend/krank machend).

Plausibel nun in dieser Hinsicht den naturalistischen Faktor zumindest von der gesellschaftlich/kulturellen Ebene zu trennen. Wer sich wo mehr aufgehoben, fremdbestimmt oder gar abgelehnt fühlt(e), ist dann eine jeweils sehr individuelle Kiste.

Wenn Du nun aus der patriarchalischen Einseitigkeit (die ich übrigens in vielen Ausprägungen ätzend finde!) den zukünftigen gesellschaftlichen neuen Entwurf derart ableitest/begründest:

"Und jetzt wirds Zeit - nach Jahrtausenden der Vorherrschaft dieser Männer -, dass jetzt mal diese Frauen ans Ruder kommen. Dass die Veränderung der Geschlechterverhältnisse auch eine Veränderung der Muster von Männlichkeit und Weiblichkeit braucht und hervorbringt, haben sie nicht immer alle auf dem Schirm.",

dann würde ich mal schließen, dass Du weniger die 'andere Seite der Medaille' meinst, also keine neue Einseitigkeit propagierst, sondern eben eine, die die 'Weiblichkeit' in der Gesellschaft so aufnimmt, dass sich dadurch die Strukturen endlich ändern können (und es nicht mehr nötig ist, über Suffixe zu reden), also genau jene halt, die ich zumindest mit dem 'Schöpferischen', dem 'Bewahrenden', des Weiblichen verbinde. Nicht nur deshalb die Erde, die Sonne, die Wärme, die Schöpfung, die Geborgenheit, aber auch die Kraft, die Besonnenheit, die Kunst und nicht zu vergessen: die Schönheit! (spontanes Listing)

Eines noch: was mir noch nie stimmig erschien, sind Bezeichnungen wie: 'eine Rolle einzunehmen'. Genau das soll es eben nicht sein. Wenn man sich also um seine Kinder/Enkel/Partnerin 'sorgt', dann ist das eben keine Rolle, die ich wie die Kleider wechseln kann. Entweder identifiziere ich mich damit oder ich lasse es bleiben. Und dann gilt eben nicht: Et kütt wie et kütt.

Folglich wäre das eine Gesellschaft, wo man mit sich identisch leben könnte und das wäre mit Sicherheit keine neoliberale mehr.

Eines noch, ich kann durchaus beobachten (keine Namen jetzt), dass es das "Muster der Männlichkeit" recht offensichtlich auch in die weiblichen Domänen geschafft hat. Aber vermutlich hat es die Ausnahmen schon immer gegeben.

RE: Könnte von Interesse sein, muss aber nicht | 01.03.2021 | 17:09

Marcia Pally schreibt in "Die hintergründige Religion" über die USA folgendes (und das gilt für beide Parteien!):

"Lesen wir, was Woodrow Wilson zu sagen hat, ein Demokrat, wie wir wissen:

„Da der Handel die nationalen Grenzen ignoriert und der Produzent darauf besteht, die Welt als Markt zu haben, muss die Flagge seiner Nation ihm folgen. Und die Türen der Nationen, die geschlossen sind, müssen aufgebrochen werden. Das Entgegenkommen von Investoren muss von Staatsministern geschützt werden, auch wenn die Souveränität von widerstrebenden Nationen in diesem Prozess mit Füßen getreten wird.“" (Fallon, J. April 2005/Vital signs: American Empire)

Und was das für Dutzende von Staaten bedeutet hat (und noch immer bedeutet), von offiziellen und inoffiziellen Attentaten ganz zu schweigen, lässt sich aktuell an Kuba, Venezuela, Iran, Russland wie auch China beobachten, wobei die vielen kleineren "Baustellen" weltweit gleich unter den offiziellen Tisch fallen (müssen).

Scheiß Spiel ist das, wenn unter dem Label von Liberalismus und Freiheit die eigene gemeint ist, und solange das Spiel nach den Regeln der Amis läuft, spielt es auch keine Rolle, ob die Menschenrechte dabei verletzt werden. Ein passendes Beispiel dafür der NATO-Partner Türkei. Allerdings steht Europa da kein Jota besser da, solange jedenfalls, wie es einträglichen Geschäften/Interessen dient.

Zusammenfassung: westliche, noch US-dominierte Doppelzüngigkeit und Desavouierung der eigenen Ideale.

RE: Was blüht uns jetzt? | 01.03.2021 | 12:11

'Die Viren' haben wir ja schon, aber das ist ja auch nicht stimmig. Neutral müsste es (auch der Unbestimmtheit dieser Teile wegen), das Viren heißen.

Obwohl die Sprache hatte es nie mit Logik, denn 'der Mann', 'die Männer' geht doch gar nicht, oder? Aber wir sind bei dem Thema in 'nem falschen Beitrag. Ich nehme die Schuld auf mich. :-)

RE: Was blüht uns jetzt? | 01.03.2021 | 11:39

Da hatte ich mit voller Ironie zugelangt (Impfung usw.), insofern ist dein Kommentar aber dann doch nachvollziehbar gewesen, siehe hier.

Das hast you mit the gemäßen Sprachanwendung auch ganz ohne Suffix drauf. :-) Wobei 'der Virus' besser immer mit 'das Virus' bezeichnet wird, obwohl, hier soll sich doch der Virus umgangssprachlich eingeschlichen haben. Das kann so aber nicht stehen bleiben! Setzen 'wir' mal auf die nächste Rechtschreibreform.

RE: Selber Suffix! | 01.03.2021 | 00:19

Ok, mit der "Narrenfreiheit" kann ich leben, solange man dabei nicht den Zweck aus den Augen verliert. :-)

RE: Selber Suffix! | 28.02.2021 | 19:11

Frau Koester schreibt aber auch, was Sie ganz locker auslassen:

"Kurt Starke ringt, das respektiere ich. Ringen wir also weiter. Denn eines darf Sprache nicht: einfrieren, stehenbleiben."

Dagegen schreiben Sie mit "Gelassenheit" und der Diskussion förderlich:

"Starkes "Warnung" davor, dass das Gendern die Person auf ihre Geschlechtlichkeit reduziere, ist nur eine etwas elaborierter formulierte Variante des täglich hier und anderswo hingerotzten pätz-blöden "Arguments", (...).

Man kann auch über die eigene Intellektualität stolpern, sollte es aber zumindest danach bemerken können (wollen).

RE: Selber Suffix! | 28.02.2021 | 18:02

Das Handicap (dieser Anglizismus und viele weitere schleicht sich so nebenbei ganz in den Alltag ein) dabei für Männer, die ja überhaupt nicht gegen eine sensibilisierte Sprachwahrnehmung sind, ist allein die Tatsache, wenn sie dann das eine oder andere als 'Überziehung' kritisieren, dann wird ihnen quasi die Berechtigung dazu abgesprochen, bzw. gleich die Keule gezogen.

Bisherige Substantive, die für mich zumindest beides beinhalteten, wie: "ich habe einen Termin beim Arzt", wohl wissend, dass das Geschlecht dabei sowohl enthalten, wie auch irrelevant ist (abgesehen von der Arztwahl selbst), werden sozusagen in eine neue Dimension verschoben.

Und solange ich zu meiner Hausärztin nicht "Herr Doktor" sage, dürfte sich mein Bezug zu ihr auf der erwarteten Ebene bewegen.

RE: Selber Suffix! | 28.02.2021 | 17:29

Wenn schon, dann 'Säckchen' bitte. :-)

Wobei das Thema einen gelegentlich ganz 'koesterlich' auf den Sack gehen kann. Wobei sich gleich die Frage stellt, ob diese Redewendung dann zukünftig so noch 'stehen' bleiben kann.

RE: Was blüht uns jetzt? | 28.02.2021 | 15:46

Wusste ich noch nicht, dass das Durchschnittsalter im Forum bereits so so hoch ist: danke für die Info! Das erklärt dann einiges.