UN-Studie über Nachhaltigkeit/ Sustainability

Befragung von 1.000 CEO: Die UNO beauftragte Accenture (ehemals Anderson Consulting) zu einer globalen Studie über nachhaltiges Wirtschaften. Im Jahr 2013 wurden die Ergebnisse veröffentlicht.
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Von der United Nations Global Compact Seite:

"Presents findings from the world’s largest CEO study on sustainability to date. More than 1,000 top executives from 27 industries across 103 countries assess the past, present and future of sustainable business; discuss a new global architecture to unlock the full potential of business in contributing to global priorities; and reveal how leading companies are adopting innovative strategies to combine impact and value creation. Supplemental reports include regional insights from Africa and a study of consumer perceptions."

Leider liegt diese Studie nur in Englisch vor, aber ich gehe davon aus, dass der Text trotzdem von den meisten gelesen werden kann. Es geht mir zudem nicht um die ganze Studie, sondern vor allem auf den Teil der Manageraussagen, die sich auf Seite 45 finden. Denn hier erfährt man überraschende Aussagen aus der anonymen Befragung, wie sie von Seiten der Politik so jedenfalls (für mich) nicht bekannt waren und es wert sind, bekannter zu werden. Denn hier präferieren mehr als 80% der CEO für einen strengeren gesetzlichen Ordnungsrahmen, also "radikalere" Vorgaben der Politik, damit sich der Wettbewerb in die richtige Richtung bewegen kann: meint nachhaltiges Wirtschaften!

Solange dieser notwendige Ordnungsrahmen nicht im ausreichenden Maße vorliegt, sind die Konzerne (Konzernlenker) mehr oder weniger gezwungen (um sich nicht aus dem Markt zu katapultieren), eine "kurzfristige" Geschäftsstrategie zu betreiben, die im wesentlichen zu den Ergebnissen führt, wie sie Allerorten zu besichtigen sind. Deregulierung und Privatisierung unter reinen Marktbedingungen kann einfach nicht zu Nachhaltigkeit führen, da börsennotierte Konzerne anderen Systemzwängen unterliegen, der sich aus dem inneren Mechanismus selbst ergibt. Diese "Klammer" gilt es zu öffnen.

Auf Seite 45 titelt die Überschrift:
"CEOs believe that government intervention and regulation will be essential to provide an enabling environment for business action". (Die CEO glauben, dass staatliche Intervention und Regulierung unverzichtbar sind, um ein Umfeld zu konstituieren, dass wesentlich ist für unternehmerisches Handeln).

Daraus nur ein Zitat: "Business leaders believe that only with greater government intervention—at global, national and local levels—can sustainability move from sporadic incremental advances to a collective and transformative impact enabled by a new global architecture."

Die Studie als pdf-Datei.

Warum werden diese vernünftigen Forderungen von Seiten der Manager ausgeblendet und verhindern einen schädlichen Wettbewerb, wie es sich z.B. bei tariflosen Zuständen beobachten lässt. Es muss also klar definiert werden, wie der Wettbewerb reguliert und was ggf. komplett davor geschützt wird.

Der Hinweis zu dieser Studie hier.

20:34 03.04.2018
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