Wie die Kommunen ihre Haushalte aufbessern

Moderne Wegelagerei: Gegen eine sinnvolle Geschwindigkeitsüberwachung wird der Autofahrer keine Einwände haben, wenn es denn der Gefahrenreduzierung dient. Ist das auch noch in NRW so?
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Aktuelle Berichte der Blitzer-Einnahmen in NRW zeigen einen deutlichen Trend nach oben, der folgendes aussagen kann:
1. Es gibt deutlich mehr Geschwindigkeitsüberschreitungen,
2. Es wurden mehr Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt,
2.1 über mobile Einheiten,
2.2 über neue "Starenkästen",
3. Faktoren 1 und 2 treffen zu.

Mit mehr Geschwindigkeitsmessungen erhöht sich natürlich auch die Zahl der "Schnellfahrer". Insoweit dürften die Mehreinnahmen nicht am veränderten Verhalten der Autofahrer liegen.

Aus den verschiedentlich zu lesenden Berichten, Sendungen und eigenen Erfahrungen liegt der Verdacht nahe, dass es sich nur noch vordergründig um die Gefahrenabwehr handelt, sondern zunehmend die Einnahmen im Vordergrund stehen, die quasi in die kommunalen Haushalte mit eingeplant werden.

Aus den anhängenden Links dürfte ersichtlich werden, dass da mehr dran ist, als eine persönliche subjektive "Eintrübung" als betroffener Autofahrer. Mit dem Sicherheitsargument lässt sich noch jede Wegelagerei ausargumentieren, selbst wenn es Messstellen betrifft, die bisher keine Unfallschwerpunkte anzeigten.

Ralf Jäger, unser trefflicher, fürsorglicher Minister für Inneres und Kommunales in NRW lässt da erst gar nichts auf die Städte und Gemeinden kommen, wenn er die kritischen Fragen von Dieter Könnes (Moderator des WDR) beantwortet.

Der Blitzer-Bluff - Wie Kommunen mit Radarfallen im Straßenverkehr abkassieren

Demgegenüber Minister Jäger (aus Kölner Stadtanzeiger): "Bis Mitte 2014 durften Kommunen nur an Unfallschwerpunkten und Gefahrenstellen blitzen. Diese Einschränkung hat NRW-Innenminister Ralf Jäger per Erlass aufgehoben.": Privatfirmen verdienen kräftig an Radarkontrollen mit

Wie man als Autofahrer auf nicht bekannte Radarkontrollen reagiert: Super-Blitzer verursachen wohl Stau auf der A40 in Essen.
und:
Wer viel im Verkehr unterwegs ist, schafft es einfach nicht, immer exakt die gewünschte Geschwindigkeit einzuhalten. Es ist nicht das Problem innerhalb geschlossener Ortschaften, sondern in den Bereichen auf Landstraßen und Autobahnen, wo im Schilderwald der wechselnden Geschwindigkeitsvorgaben der Autofahrer einfach überfordert wird. Zudem fährt der "erfahrene" Autofahrer auf bekannten Strecken nach Gefühl und dass steht häufig im Widerspruch zur vorgegebenen Beschränkung. Es geht mir nicht um das Pro und Contra genereller Einhaltung von Regeln, sondern um die Erfahrungen im Alltag, die immer mal wieder der Vernunft widersprechen.
Ich kann es an einem einfachen Beispiel verdeutlichen: Fußgängerampel ist rot und kein Auto zu sehen. (vice versa). Man entscheide selber, was als vernünftig erscheint.
19:30 21.02.2017
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Geschrieben von

pleifel

Die Gedanken sind frei und das ist vielleicht der größte Irrtum.
pleifel

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