Eine Begegnung mit der deutschen Geschichte der anderen Art

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Heute war ich mit einem Freund auf einem Ausflug durch die Elfringhauser Schweiz.

Das ist ein landschaftlich sehr schönes Gebiet zwischen Essen und Wuppertal mit eher sanften Hügeln auf denen sich Waldgruppen entlangziehen. In den weit ausladenden Tälern dazwischen gibt es viele Wiesen mit Pferden oder Nutzvieh.

Viele Getreidefelder lockern dieses kleine Paradies im Herzen Nordrhein-Westfalens noch weiter auf.

Der Tag , der deutschen Einheit war vom Wetter her doch sehr trübe. Der wolkenverhange Himmel wirkte nicht gerade freundlich. Die Elfringhauser Schweiz ist ein Teil des Niederbergischen Landes und Bestandteil des Rheinischen Schiefergebirges, das in dieser Gegend seine schönen milden Ausläufer hat, die mein Herz und meine Seele erfreuen.

Mein Freund wollte mit mir einen Verkaufshof eines großen bäuerlichen Verkaufsbetriebes besuchen. Mit kam das zu paß, weil mir der Tag der deutschen Einheit gestern zwar nicht entglitten war, aber weil ich aufgrund meines nachgeholten Schlafes nicht mehr zum Einaufen gekommen war.

Im Eingang dieses Hofes steht auf einem Ehrenplatz eine alte Dreschmaschine:

Mengele Günzburg steht da in schönen alten deutschen Lettern auf dem kompakten alten landwirtschaftlichen Gerät.

Es kommt in mir eine gelesene Geschichtserinnerung an einen gewissen "Arzt" auf , der auf einer Rampe in Auschwitz Menschen mit weißen Handschuhen bei klassischer Musik selektierte. Manche von ihnen wurden von diesem "feinen Herrn" der Vernichtung durch Arbeit zugewiesen. Andere kamen direkt in eine industrielle Mordfabrik, in der Menschen industriell durch Vergasung bestialisch getötet wurden. Ein nicht wieder gut zu machendes Unrecht, dass vom deutschen Boden ausgegangen ist! Der Mörder im Arztkittel entzog sich seiner Verantwortung durch Flucht nach Südamerika. Er verbrachte dort sein restliches Leben ganz gut,- im Gegensatz zu den hochtraumatisierten Opfern, die den Verbrechern des Nazisregime entkommen waren. Der Herr mit den weißen Handschuhen auf der Rampe in Auschwitz wurde in Südamerika von seiner Günzburger Familie im unfreiwiligen Exil natürlich auch noch finanziell unterstützt. Sogar Besuch aus Deutschland gab es. Der Prokurist der Günzburger Landmaschinenfabrik, die seinen Verwandten gehörte, unterstützten ihn natürlich auch finanziell. Der Prokurist der Günzburger Landmaschinenfirma verquatschte sich im Urlaub im Suff. Ein Zuhörer gab das Gehörte an den Staatsanwalt. Der Skandal war da, aber wo er war, der Mörder von Auschwitz , war damit immer noch nicht raus.

Mengeles Tod war ein Herzinfarkt im Swimminpool. Später kam die Wahrheit raus,wer der Herr gewesen ist.

Das ist ein etwas anderer Bericht von einem Ausflug zum Tag der deutschen Einheit in Westen. Die Geschichte eines Meisters aus Deutschland, auch Tod geheißen, tritt einem über den Weg und was bleibt, ist für viele Menschen bis heute die Trauer.

22:09 03.10.2009
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Geschrieben von

poor on ruhr

Vielseitiger interessierter Arbeiter und ziemlich stark in die in die in aller Welt bekannten Pandabären vernarrt. 🐼
poor on ruhr

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