Es zählt nicht mehr, wenn Schröder es getan hätte!

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Wenn Schröder es getan hätte, zählt das heute nicht mehr!

Sicher ist es richtig, dass die Vermeidung des Irakeinsatzes der Bundeswehr auf Gerhard Schröders Habenseite gerechnet werden muss. Ohne auf die unbewiesenen Behauptungen über den Einsatz von Agenten des Bundesnachrichtendienstes bei der Übermittlung potentieller Ziele an die Kampfgruppen der USA weiter einzugehen, bitte ich auch die gewährten Überflugrechte der USA-Streitkräfte über Deutschland in den Irak nicht zu vergessen.

Ich war damals bei Bekannten , die in der Einflugschneise des Franfurter Flughafens wohnen, zu Besuch.

Die 6 -strahligen Galaxies des US -Militärs waren zu dieser Zeit des Irakkrieges ernorm stark am Luftverkehr über dem Großraum Fankfurt beteiligt.

Die Bekannten meinten, dass man schon vor dem eigentlichen Beginn des Irak-Krieges an der extrem hohen Frequenz der riesigen Militärtransporter abschätzen konnte, dass es bald losgehen würde.

So sind auch bei diesem Pluspunkt Gerhard Schröders leider einige Abzüge zu machen.

Was Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 und Hartz IV gemacht hat, reicht mir!

Auch wenn es stimmt, dass in der damaligen historischen Situation der Globalisierung die meisten anderen Parteien ähnliche Maßnahmen verlangt haben und wahrscheinlich auch durchgeführt hätten, würde ich Hartz IV alleine schon wegen der "Basta"-Politik von Gerhard Schröder als dicken Minuspunkt ansehen. Hartz IV war politisch gewollt und keine sachliche Notwendigkeit.

Was Gerhard Schröder vielleicht sonst noch getan hätte, möchte ich lieber nicht wissen, wenn ich an seine populistischen Äußerungen zu straffällig gewordenen Aylanten ("Raus") und zu Sexualstraftätern denke. Das war menschenverachtender Populismus erster Güte!

Gerhard Schröder hätte vor allem das getan, was in den Meinungsumfragen ganz oben gestanden hätte.

Es geht mir hier nicht darum den Menschen Gerhard Schröder abzuqualifizieren.

-Den kenne ich gar nicht, aber eine politische Würdigung von Gerhard Schröder kann bei mir leider nicht anders ausfallen.

Trotz meiner sich in ziemlich engen Grenzen haltenden Begeisterung für Gerhard Schröder bin natürlich keinesfalls für den Afghanistan -Einsatz der Bundeswehr.

Dieser Krieg, der als solcher nicht so genannt werden darf, kann nicht gewonnen werden und wird nicht helfen, das Leid der afghanischen Bevölkerung zu verringern. Zudem wird in Deutschland weiter über tote Soldaten getrauert werden.

Es zählt aber trotzdem nicht, wenn Gerhard Schröder den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan bewirkt hätte, weil er nicht mehr Bundeskanzler ist und das nicht durchsetzen kann.

Warum also jetzt im Nachhinein noch einen Lorbeerkranz für Gerhard Schröder knüpfen? Diese Lorbeeren kann er sich nicht verdienen und ich trauere ihm nicht nach, so sehr ich auch für den Truppenabzug aus Afghanistan bin!

Den Truppenabzug aus Afghanistan fordert übrigens auch die Partei "DIE LINKE".

Was zählt ist, was jetzt für den Truppenabzug der Bundeswehr aus Afghanistan getan wird, ob man nun Schröder - Fan ist, oder nicht!

15:11 18.08.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

poor on ruhr

Vielseitiger interessierter Arbeiter und ziemlich stark in die in die in aller Welt bekannten Pandabären vernarrt. 🐼
poor on ruhr

Kommentare 5