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Er geht durch die Strassen und sieht die, die nicht mehr sind. Sein Leben ist ist eher eine einsame Geschichte, aber irgendwie hat er sich damit arangiert. ...oder hat er irgendwann aufgegeben? Wie verzaubert schaut er auf die Kinder, wenn er sie sieht.

So was Kleines ist ihm nicht gegeben wordem. Er glaubt fast, dass er, wenn er so etwas bekommen hätte, vor Liebe wahnsinnig geworden wäre.

Diese süßen hellen kleinen Stimmen und diese kleinen Hände, das hätte ihn weich gemacht.

Auf seiner Arbeitsstätte wo sie mit ihren Müttern und Vätern parken, findet er ab und zu mal einen kleinen Handschuh oder einen Schnuller.

Auch wenn diese Dinge fast nie abgeholt werden, bringt er es kaum fertig, diese Dinge weg zu schmeissen.

Es ist so als ob er die Stimmen von ihnen hört und ihre kleinen Hände berühren kann, wenn er diese Dinge betrachtet.

Doch die kleinen Engel sind dann schon lange wieder mit ihren Eltern daheim.

Nie würde er diesen kleinen niedlichen Wesen zu nahe kommen , aber er will es sich nicht verbieten, an sie zu denken, wenn er ihre Hinterlassenschaften vom Parken betrachtet.

Manchmal ist es auch eine vollgemachte Windel, die irgendwo rumliegt, aber selbst davon wird ihm nicht mehr übel, wenn er sie entsorgt. Da waren die Mütter wohl im Stress gewesen.

Heute er ist nicht auf der Arbeit und er geht weiter durch die Strassen. Wege ohne Liebe.

Es sind einsame Wege, aber seit viel zu langer Zeit tun sie schon nicht mehr weh.

Er denkt an die Körper der Mütter. Ihre Haare und Augen. Manchmal blicken ihn die Augen bei der Arbeit freundlich an.

Er ist sehr freundlich und geschäftsmässig, doch was ihre Augen austrahlen, versteht er nicht.

Es sind für ihn fremde Wesen geworden.

Die freundlichen Blicke ihrer Augen irritieren ihn nicht, aber für ihn ist ein Leben aus einer anderen Welt, was ihn da anblickt.

Auch wenn er eigentlich fast nie einen richtig bekommen hat, mag er die Frauen.

Wenn er doch nur die Eine gäbe, die etwas mit ihm anfangen könnte? Sex? Er muss lachen. Er weiss kaum noch wie das geschrieben wird.

Das liegt ganz weit hinten im Kopf, unter seinem Gedanken-Himalaya-Gebirge verborgen.

So viele Jahre ohne einen Menschen von der anderen Seite. Kalt sind die Strassen nicht nur auf dem Mars sondern auch auf der Erde.

Die Venus, die liegt so weit weg.

Einsame Jahre. Er hat trotzdem nicht wieder angefangen zu saufen. Seit ein paar Jahren ist er sogar ohne Selbsthilfegruppe trocken, sieht auf den Strassen aber noch den verstorbenen Gruppenkunpel von damals. Der war genauso einsam wie er gewesen und der war die selben einsame Wege durch die kalten Strassen gegangen.

Eines Tages hörte er nichts nichts mehr von dem Typ aus der Gruppe. Er war im Urlaub gestorben.

War er genau so einsam wie der Jan gewesen?

Der Jan kannte ihn nicht so gut, aber der Typ hatte seine Musik gehabt, für die er lebte.

Wofür lebte der Jan?

21:00 04.12.2010
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Geschrieben von

poor on ruhr

Vielseitiger interessierter Arbeiter und ziemlich stark in die in die in aller Welt bekannten Pandabären vernarrt. 🐼
poor on ruhr

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lausemaedchen | Community
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hibou | Community