So ruhig war der Feiertag

Fernsehen Am Tag der Deutschen Einheit hat es neben den alltäglichen Verrichtungen wie Wäschemachen usw. nur zu einer Odysee durch die Fernsehprogramme gereicht.
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So ruhig war der Tag der Deutschen Einheit bei mir. Ich habe noch eine Erkältung auskuriert und ferngesehen. Das Fernsehen fast so was wie eine Art Hilflosigkeit in der Beziehung. dass es ein Zeugnis davon ist, dass ich mit dem Tag kaum etwas Besseres anzufangen wusste.

So etwas wie verlorene Zeit die im Orbit mit samt meiner Lebensenergie vom 3ten Oktober 2016 die nun verraucht ist, aber jede Entscheidung hat eben ihre Konsequenzen.

Von einem Mann , der den Rhein durchschwommen hat, hörte ich beim Fernsehen während ich mein Tagebuch No. 67 bis zu seinem Ende vollschrieb. (Flussgeschichten, Der Rhein, WDR).

Aufhorchen liess mich dann aber, dass der gute Mann, das nicht etwa der Breite nach "sondern der Länge nach" getan hatte. Der war da in dann in den 1960ern in dieser Mission mal drei Wochen lang die 1200 km schwimmend unterwegs gewesen.

Das Fernsehen hatte aber auch trotz seiner meist gähnenenden Langweiligkeit so etwas wie einen Höhepunkt für mich.

"Mord in Eberswalde" (ARD, 3.10.26.21:45h ) hat gestern glatt bei mir die ultramodernen Forensiker von "Criminal Minds" (VOX) geschlagen. Ein wahrer Fall aus der alten DDR im Fernsehen wohl dennoch etwas romanhaft verfilmt. Der Fall vom Kindermörder Erwin Hagedorn. Spannend.

Einen homosexuellen sadistisch motivierten Kindermörder durfte es im real existierenden Sozialismus eben nicht geben. Der wurde hingerichtet. Ein Hauptmann der Kriminalpolizei war der "Held". Er fing Erwin Hagedorn indem er versuchte in den Koipf des Täters hineinzuschlüpfen. So etwas wie" Profiling ala DDR." Ich kann da nicht aus meiner Haut. Ich bin nun mal ein Krimi-Fan und wenn er dann er dann noch an einer wahren Geschichte orientiert ist, finde ich den Krimi ganz besonders spannend.

Der Hauptmann der Kripo der DDR , der den Kindermörder von Eberswalde suchte, verfolgte zum besseren Verständnis seiner Zielperson den ähnlich gelagerten "Fall Jürgen Bartsch" in Westdeutschland. Jürgen Bartsch war ein Kindermörder aus Langenberg im Rheinland.

An die Zeit als der Fall Jürgen Bartsch in Westdeutschland öffentlich diskutiert wurde, kann ich mich noch gut erinnern. Auch wenn es hier im Westen keine Todesstrafe gab, hörte man zu dieser Zeit hier auch noch oft dieses unselige Wort "Rübe ab".

Für so etwas wie kranke Täter, die eigentlich schuldunfähig waren, wie es die Gerichte erst viel später anerkannten, fehlte hier damals in derf breiten Masse noch komplett das Verständnis.

Die "Bild"-Zeitung spielte diese Hängt-ihn-Höher"-Musik" damals kräftig in der Rolle des Dirigenten mit.

Natürlich darf man Kindermörder nicht frei rumlaufen lassen , aber Jürgen Bartsch wurde hier damals auch nur als vermeintliches Ungeheuer und nicht auch als kranker Mensch, der er ja wohl vor allem war, gesehen.

Insofern braucht der Westen sich da der DDR die "ihren Kindermörder" Erwin Hagedorn hingerichtet hat, nicht überlegen fühlen. Da

Zwar liess Walter Ullbicht als letzte Instanz keine Gnade walten, hätte aber damals die gesetzgebende oder die urteilssprechende Kraft bei einer Volksbefragung gelegen wäre Jürgen Bartsch ganz sicher auch hingerichtet worden.

Dann auch noch das Europamagazin auf irgendeinem Programm der Öffentlich-Rechtlichen (WDR,ARD?). Thema Irland. Es ging um die 13 Milliarden Euro die Irland nicht von Apple haben will. Es wurden Beispiele von Sozialkürzungen in Irland gezeigt. Eine Faminlie O´ Sullivan bei dem , dem gehörlosen Sohn eine Art Sozialunterstützung um 700 Euro im Jahr gekürzt worden ist. Auch sonst scheint es dieser Familie nicht so gut zu gehen, auch wenn sie ein eigenes Reihenshaus haben. Sie demonstrieren gegen den Sozialabbau. Es wurden aber auch Iren gezeift, die den Erlass für Apple richtig finden . Es ist wohl schon so, dass diese Konzerne wie Apple in Irland eine Art Jobmotor sind. Ein interviewter Fischhändler hat dem Steuererlass für Apple ausgesprochen wohlwollend zugestimmt.

Vielleicht hat er Kunden , die vom Jobmotor profitieren?

Die O' Sullivans wollen sich den Spozialabbau aber nicht mehr gefallen lassen. Sie wollen keine Grundsteuer mehr zahlen.

Am Ende des Berichts wurde aber angezweifelt, dass der Staat Irland mit den O´Sullivan´s soviel Geduld wie mit Apple haben könnte. Das bezweifele ich auch.

18:58 04.10.2016
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Geschrieben von

poor on ruhr

Vielseitiger interessierter Arbeiter und ziemlich stark in die in die in aller Welt bekannten Pandabären vernarrt. 🐼
poor on ruhr

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