2)UN-f*** ...Why are the rich getting richer?

Geld Ungleichheit Politik 1 % der Menschen hat mehr Vermögen als der Rest. Hohe Vermögenssteuern und das Austrocknen der Steueroasen sind nur ein Placebo - die Ursache liegt im Schuldgeldsystem.
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Hier der Link zum 1. Teil.

https://www.freitag.de/autoren/pregetterotmar/un-f-the-world-economy-for-the-99

https://lh5.googleusercontent.com/-reKhdhoM1X0/VqPIOV9jbyI/AAAAAAAABew/JUGYmgoGoNQ/w958-h719-no/2016%2B-%2B1%2B%2B-%2B%2BProf.%2BBinswanger%2Bzuum%2BGeldsysem.jpg

Ursache ist nicht gleich Wirkung.

Die Hauptursache aller extremen Auswüchse der Ungleichheit bei Vermögen/Einkommen - der irren Umverteilung durch den Zins von unten nach oben - als auch der astronomischen Verschuldung aller Wirtschaftssektoren (Staat, Haushalte und Unternehmen) bei privaten Banken, liegt im 100%igen Schuldgeldsystem.

Darauf weist Prof. Binswanger neben vielen anderen (auch nicht gehörten) Ökonomen seit Jahren hin. Lösungsvorschläge gibt es schon seit Jahrzehnten genug: wie z.B. Irving Fisher: "100% Money", 1936 und "Chicago Plan re_visited", IWF, 2012, um nur zwei zu nennen.

- Das britische Parlament debattierte nach 170 Jahren ( ! ) im November 2014 das erste Mal über: "Money Creation & Society",

- die BoE (BANK OF ENGLAND) zerbröselte in ihrem Quaterly-Bulletin 1/2014 quasi die gesamte Geldtheorie . . .

- und ISLAND hat im März 2015, im Auftrag des Premierministers, eine Studie zur Geldreform erstellt: Island will als 1. Land den Banken das Geld, besser gesagt die Geldzereugung wegnehmen!

MARTIN WOLF, Chefökonom der Financial Times - London,, kommentierte all diese Befunde en detail, als auch in britischen Medien und der AFP (Agence France Press)Berichte darüber erschienen sind.

Nur im deutschsprachigen Raum haben alle "ExpertInnen" diese sehr fundierte Debatte verschlafen ...?

So absurd - wie eigentümlich.

Auch an OXFAM und Attac z.B. scheinen diese Erkenntnisse spurlos vorübergegangen zu sein. So bleiben die Lösungen auf vierteltem Weg stecken. Sie beschäftigen sich nur mit den Nebenwirkungen und dringen zur Ursache nicht vor. Leider.

Um nicht falsch verstanden zu werden:

N o n a (auf wienerisch: No NA Net vielleicht... ;-) ) bin ich für hohe Vermögenssteuern und dem totalen Austrocknen der Steueroasen - nur: eine Geldsystemänderung wird dadurch nicht bewirkt!

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Positive.Money-UK: Why are the rich getting richer?

https://www.youtube.com/watch?v=ZzCegQVljdY

In nur 3 Minuten erklärt das Video unser Geldsystem und wieso es s y s t e m i s c h zu einer Konzentration des weltweiten Reichtums in den Händen einer kleinen Elite kommen muss.

Von der Erzeugung des Geldes aus dem Nichts bei den privaten Geschäftsbanken - über die Trickle-Down Theorie - bis hin zum Umverteilungsturbo - Zins(eszins), werden die Zusammenhänge klar und anhand leicht verständlicher Abbildungen dargestellt.

Einfach brillant!

Pferdeäpfel-Theorie (Trickle-Down-Theory):

„Wenn man einem Pferd genug Hafer gibt, wird auch etwas auf die Straße durchkommen, um die Spatzen zu füttern“, meinte John K. Galbraith und ergänzte, dass diese Theorie in seinen jungen Jahren als „horse and sparrow theory“ bekannt war.

https://lh5.googleusercontent.com/-c5oocxTFksA/VqPgfhkHtCI/AAAAAAAABfE/nR32GQa5oJk/w958-h719-no/2016%2B-%2B1%2B%2B-%2BPositive%2BMoney%2B-%2BTrickle%2BDown.jpg

Adam Smith meinte (sinngem.). dass... die arbeitsteilige Produktion einen großen Zuwachs an Gütern hervorbringt, wobei der dadurch entstandene "universelle Reichtum" sich bis zu den niedrigsten Schichten verbreitern würde. Er gilt als der Begründer der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik, die unter Ronald Reagan´s (sein Chefberater David Stockman meinte, „Trickle-Down“ wäre den Menschen schlecht zu vermitteln) Administration mit großem Nachdruck umgesetzt wurde.

Die ideologisch-begründete Kernaussage – nur die Spitze der Ökonomie, also Unternehmer und der Geldadel, würden Wachstum, Innivationen, Ivestitionen und Erträge produzieren, die dann, später ..., in Form von neuen Arbeitsplätzen und höheren Löhnen „nach unten“ weitergegeben würden – wurde nie empirisch bestätigt. Reagan reduzierte die Steuersätze für hohe Einkommen und Konzerne massiv und leitete genau jene Entwicklung ein (seine Nachfolger taten es ihm gleich), die seit Jahren von Oxfam und anderen NGO`s als extreme Verwerfungen und Ungleichheiten dokumentiert werden.

Bereits 2008 kritisierte Paul Krugman diese These im Managermagazin wie folgt: „Aber die extreme Auslegung dieser Erkenntnis, wie wir sie in meinem Land in den vergangenen 20 Jahren erlebt haben, hat ein Maß an Armut und Ungleichheit erzeugt, das unerträglich ist ... Wir warten auf diesen Trickle-down-Effekt nun seit 30 Jahren - vergeblich. Derweil hat unsere Gesellschaft einen unglaublichen Abstand zwischen Arm und Reich entwickelt, die Mittelschichten sind immer kleiner geworden. Ein Gewinn für die Gesamtgesellschaft ist nicht zu erkennen.“

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-554651.html

Gelderzeugung: Kredit = Schuld = Geld

https://lh3.googleusercontent.com/-zxWN5rEmc9c/VqPgmlTr_HI/AAAAAAAABfU/vPnKIymEBJ0/w958-h719-no/2016%2B-%2B1%2B%2B-%2BPositive%2BMoney%2B-%2BZinsen.jpg

Ich fasse nur die wichtigsten Passagen der glasklaren Aussagen zusammen:

*) Die Weltwirtschaft ist in folgende Sektoren gegliedert:

- Außenwirtschaft (Ex-/Import von Gütern, Dienstleistungen und Kapital, Tourismusbilanz etc.)

- Staat (der die soziale Unwucht des Kapitalismus auszugleichen versucht)

- Privatwirtschaft, die man in

- Banken (Zentral- Geschäftsbanken, ZB,GB),

- Nichtbanken (Unternehmen) und

- Haushalte (Konsumenten) aufteilt.

*) W e r erzeugt das Geld und wieso ist alles Geld = Schuld/Kredit?

- Die ZB (Zentralbanken) erzeugen das gesetzl. Zahlungsmittel (Münzen,Scheine),

- die privaten GB (Geschäftsbanken) erfinden das virtuelle Geld aus dem Nichts, das keine gesetzliche Basis hat und in England ca. 97 % der Geldmenge der Wirtschaft ausmacht;

*) Das Geld entsteht ausschließlich als Kredit/Schuld, weil

a.) sich die GB die Münzen/Scheine von der ZB kaufen müssen und diese schuldig bleiben - sie haben ja bei ihrer Gründung "kein Geld", mit dem sie Münzen und Scheine bezahlen könnten;

b.) alle anderen Wirtschaftssektoren (Staat, Haushalte und Unternehmen) das Geld nur als Kredit und gegen Zinsen von den Geschäftsbanken bekommen.

Kurz zusammengefasst:

- alles Geld entsteht als Schuld / werden alle Kredite getilgt, gibt es kein Geld;

- nur Münzen und Scheine sind das gesetzliche Zahlungsmittel – nicht das Buchgeld der GB;

- a l l e Sektoren der Wirtschaft (Staat, Haushalte und Unternehmen) sind bei privaten Banken verschuldet und müssen die Kredite + Zinsen an diese zurückzahlen;

- nachdem k e i n Sektor bei Kreditaufnahme das Geld für den Zins von den GB erhalten hat und daher immer viel mehr Geld an die Banken zurückfließt, als die Schuldner erhielten, kann das Geld für den Zins wiederum nur aus einem Kredit stammen - und zusätzlich wirkt dieser wie ein Umverteilungsturbo von unten nach oben;

"Trickle Down" is a MYTH - Money is being sucked up"!

Es tropfelt kein Geld von den Reichen zu den Ärmsten hinab - im Gegenteil: es kommt zur extremen Umverteilung von den 90% Zinsschuldnern - zu den 10% Zinsprofiteuren.

Der Zins beträgt in England ca. 192 Mio. Pfund .- PRO TAG!

Unser Schuldgeldsystem ist daher ein Ponzi-Scheme (Pyramidenspiel)!

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Exkurs: Die Wirtschaft ist ein Nullsummenspiel (volkswirtschaftliche Saldenmechanik).

Der so häufig wie stumpfsinnige Spruch: ... "das ist eine WIN-WIN-Situation" ..., mag vielleicht in privaten Beziehungen zutreffen – nicht aber für die Volkswirtschaft.

Wirtschaftswissenschaftlich definiert:

Die Salden der intersektoralen Vermögens- und Schuldbeziehungen ergeben horizontal addiert immer NULL - denn es gilt: der Vermögenszuwachs des einen - entspricht der Schuldenzunahme eines anderen Sektors; dies gilt ebenso für Einnahmen und Ausgaben."

Damit ist die Austeritätspolitik ausgehebelt, denn die Ausgabenkürzungen (Löhne, Renten usw.) - entsprechen einer Abnahme der Einnahmen anderer Sektoren (Handel, Tourismus, z.B.). Die Spardoktrin führt direkt in eine starke Depression, was man an der verheerenden Entwicklung der südeuropäischen Länder sehen kann.

Einfacher gesagt:

wenn Sie sich ein Auto auf Kredit kaufen, dann hat der Sektor „Haushalte“ (also Sie) einen Schuldenzuwachs – und der Sektor Banken in der Höhe der Kreditforderung einen Vermögenszuwachs: der Saldo aus beiden ist volkswirtschaftlich daher Null.

Letztendlich - und das ist entscheidend! - landen sämtliche Vermögenszunahmen (egal ob aus Miete, Zins oder Gewinn, egal ob über eine GmbH, Familienstiftung u.a.m. irgendwann an die Kinder als Begünstigte ausbezahlt) bei natürlichen Personen und damit im Sektor - Haushalte.

https://lh5.googleusercontent.com/-mQ0Ytdkvnt8/VRc6D7hrXxI/AAAAAAAAAv4/tdYA05nwbmc/w958-h719-no/2015%2B-%2BNULL%2B-%2BSummen%2B-%2BSpiel%2B%2B%25C3%2596sterreich.jpg

In der Grafik ist dies klar zu erkennen: der Haushaltssektor hat ein Nettovermögen von sagenhaften 332 Mrd. (2010) - währenddem der Staat mit 125 Mrd. netto verschuldet ist.

Und wie im ersten Teil beschrieben, stellte OXFAM korrekt fest, dass das Vermögen sehr ungleich unter den Menschen verteilt ist: nur eine winzig-kleine Schicht der Superreichen profitiert extrem vom Kapitalismus und verfügt über unverstellbares Vermögen – währenddem der Rest der Menschheit hart in der realen Wirtschaft arbeiten muss, um über Zinsen den Reichtum der Reichen weiter zu vermehren, während ihre eigenen Schulden permanent weiter zunehmen.

https://lh5.googleusercontent.com/-ZloyZ13d7PI/VghRm1KWtbI/AAAAAAAABO4/AbR8OcDrStk/w958-h719-no/2015%2B-%2B9%2B-%2B%25C3%2596%2B-%2BVerm%25C3%25B6gen%2B-%2BSchulden.jpg

Die Bilanz ist immer ausgeglichen:

Die Ziffern dieser Grafik spiegeln die Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen der Wirtschaftssektoren seit 1950 wider und zeigen, dass die Schulden - und gegengleich die Vermögen exponentiell steigen.

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Das Vermögen der Superreichen = alle Schulden dieser Welt.

OXFAM berichtete über die extrem-ungleiche Vermögensverteilung – aber was ist mit der anderen Seite der Bilanz: den Schulden dieser Welt?

Nun, annäherungsweise, und das reicht völlig aus um die Richtung und Dimension zu verstehen, hat dies 2014 das Mc.Kinsey Global Institut analysiert (siehe auch die entsprechenden Quellenverweise u.a. zur Bank für Internationalem Zahlungsausgleich, der Holding aller Zentralbanken).

Auch wenn die Ziffern nicht deckungsgleich jenen des Vermögens von OXFAM (unterschiedliche Zeiträume, Anzahl der analysierten Länder usw.) auf der anderen Seite der Bilanz sind, so zeigt sich, dass

- die weltweite Verschuldung ca. von 2000-2014 von 87 auf 199 Trillionen US-$ explodierte, was in einem exponentiellen Schuldgeldsystem nicht anders möglich ist; (Hinweis: US-Trillionen entsprechen Billionen in der deutschen Sprache).

- die Schulden des Banksektors zwischen 2000-2007, also vor dem Ausbruch der Krise, am stärksten wuchsen, was durch die sehr freihändige Kreditvergabe (Moral Hazard) als auch die Deregulierung des Finanzsektors seit 1998 zu erklären ist;

- als Folge davon (Stichwort: alternativlose Bankenrettung?) die Staatsschulden zwischen 2007-2014 um 9,3% PRO JAHR zunahmen, d.h. alle Malversationen, Betrügereien, wurden den Bürgern der Welt von der Politik und den Geldeliten aufgehalst, um ein nicht nachhaltiges Geldsystem zu „retten“ ?!

https://lh5.googleusercontent.com/-qKnAWkHVaHQ/VRcnVnWRjFI/AAAAAAAAAvk/-NzOFjvo0DY/w958-h719-no/2015%2B-%2BWelt%2B-%2BSchulden%2B-%2BSektoren.jpg

Ad) Einkommen:

*) Deutschland: wie ist hier die Entwicklung?

Es zeigt sich in fast allen Ländern (außer den skandinavischen), dass es in den letzten 10-20 Jahren zu realen Einkommensverlusten der ArbeitnehmerInnen kam. Aber Vorsicht: die Netto-Einkommen sind noch um die (zumeist) den Beschäftigten vorenthaltene Produktivität, zu korrigieren.

https://lh5.googleusercontent.com/-OF7pdPxuiHo/VqVHq280rlI/AAAAAAAABgQ/GFCFjPUPgag/w958-h719-no/2016%2B-%2B1%2B%2B-%2BDE%2B-%2BUSA%2B-%2BGewinne%2B-%2Breall%25C3%25B6hne.jpg

Die linke Abbildung zeigt die irre Entwicklung der Profite der US-Corporations auf, die sich seit der Rezession 2008 innerhalb von nur 3 Jahren mehr als verdoppelten! Natürlich gibt es mehrere Einflussfaktoren:

die wichtigsten sind real gesunkene Einkommen und die Verlagerung der Produktion in Länder mit sehr niedrigen Löhnen, kaum vorhandenen Umweltstandards, von den menschenunwürdigen Produktions- und Gesundheitsbedingungen (Stichwort: Fabriken der Textil- und Handytelefonindustrie) ganz zu schweigen. Alles zusammen also ein riesiges Kosteneinsprarungsprogramm um irre Profite aufkosten der Ärmsten zu vermehren:

alles politisch geplant und umgesetzt.

By the way ... im letzten Quartal 2014 betrugen die Gewinne der Corporations fast 1.800 Mrd., im ganzen Jahr waren es ca. 7.000 Mrd. US-$ – ungefähr 40% der gesamten Staatsschuld der USA seit dem Ende des 2. Weltkrieges.

Die rechte Abbildung zeigt deutlich auf, dass in Deutschland die Produktivität (braune Linie) n i c h t an die Beschäftigten in Form von Lohnzuwächsen weitergegeben wurde. Dies erklärt die Gewinnexplosion der Arbeitgeber.

Die Produktivität wird nicht von ManagerInnen, Aufsichträten oder gar den Eigentümern erwirtschaftet – sondern von den vielen Arbeitnehmerinnen, die sich für Ihr Unternehmen aufopfern und diesen Wohlstandszuwachs unter immer ärger werdenden Wettbewerbsbedingungen hart erarbeiten. Ihnen diesen vorzuenthalten, ist der Verhandlungsmacht der Gewerkschaften zu verdanken. Dass die x-fach auf diese Zusammenhänge geschulten „Genossen“ das nicht verstehen, glaubt niemand.

*) Ein Vergleich: Schweden – Deutschland (1999-2010).

https://lh5.googleusercontent.com/-O0rtaSWbb9k/VqU6amYaJXI/AAAAAAAABfo/JGXzES8frP8/w958-h719-no/2016%2B-%2B1%2B%2B-%2BDE%2B-%2BSE%2B-%2B%2BLohndumping%2B-%2BWachstum.jpg

Nun, es wird niemand überraschen, dass Lohndumping nur eines zum Ziele hat: aufkosten aller Beschäftigten sich irre Gewinne zu verschaffen! Und man glaubt es kaum, genau dies wird sogar bestätigt. . .

Die einfältigen - ja, der Begriff passt haarscharf - Argumente von Unternehmensseite: hohe Gewinne bedingen höhere Investitionen ... schaffen Arbeitsplätze ... und kommen so allen ArbeitnehmerInnen zu Gute (die deutschte Variante von „Trickle-Down“) ist empirisch über Jahrzehnte widerlegt.

Ein rascher Blick im Vergleich zu Schweden zeigt folgendes:

-die Reallöhne sanken zw. 2000-10 in DE um 4,5 %

-während dem sie in Schweden um satte 14,4 % stiegen: die Differenz macht ca. 19% aus, oder Daumen x Pii gerechnet – ca. 2% r e a l PRO JAHR.

Und – versank das skandinavische Vorzeigeland in eine tiefe Depression?

Mitnichten.

Schweden erzielte zwischen 1999-2010 ein mehr als doppelt so hohes Wachstum (+ 2,5% p.a.) als Deutschland (1,2% p.a.). Das so oft durch den Äther aller Medien gejagte Mantra der noblen Lohnzurückhaltung, dem alle Gewerkschaften wie gläubige Scientologen anheim gefallen sind, wirkte sich in einer Wachstumsschwäche aus, die sich gewaschen hat.

Dabei lasse ich den Vorteil des Euro für Deutschland (keine Aufwertung + Explosion der Exportüberschüsse ab ca. 2004) außen vor.

*) „Trickle-Down-Deutschland“: wurden die hohen Gewinne re_investiert?

Wo denken Sie hin?

Legt man denselben Zeitraum zugrunde (2000-2010) so sank die Nettoinvestitionsquote (Brutto minus Abschreibung) von ca. 26 % des Gewinnes auf bescheidene 10% für das Jahr 2010.

Obwohl sich die Gewinne von ca. 300 Mrd. der deutschen Kapitalgesellschaften auf über 500 Mrd. fast verdoppelten (danach pendelten sie sich auf ca. 500 Mrd. ein) wurden diese nicht investiv verwendet – sondern überwiegend an die Eigentümer ausgeschüttet.

Genau diese Entwicklung lässt die realen Arbeitnehmereinkommen zu den Gewinnen diametral und rasant auseinanderdriften, wobei dieser Entwicklung zusätzlich durch die Steuerreform der Regierung Schröder (Absenken der Körperschaftssteuer und des Spitzensteuersatzes der Einkommenssteuer) ein Turboschub verliehen wurde.

Und . . . alle wundern sich über die irre Ungleichheit bei den Einkommen?

https://lh5.googleusercontent.com/-1p-g1kYTD20/VqVFYMSPH-I/AAAAAAAABgA/wKuOuZ24B_U/w958-h719-no/2016%2B-%2B1%2B%2B-%2BDE%2B-%2BGewinne%2B-%2BNettoinvestitionen%2B-%2B1991-2010.jpg

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Schlussfolgerungen:

Die Frage, wieso die von OXFAM vorgeschlagenen Maßnahmen – hohe Vermögenssteuern + Austrocknen der Steueroasen – „Placebos“ sind und keine nachhaltige Verbesserung der unfassbaren Ungleichheit bei Vermögen und Einkommen bewirken werden, müsste sich nach meiner breit-angelegten Analyse von selbst beantworten.

1.) Vermögen / Schulden:

- Durch das Schuldgeldsystem m ü s s e n sich alle Sektoren (Haushalte, Staat und Unternehmen) bei privaten Banken verschulden – womit sich automatisch die „Rollenverteilung“ der Ungleichheit (Gläubiger - Schuldnerverhältnis) ergibt. Die Konsumenten zahlen einfach alles - denn sie tragen die Kosten der Staatsschulden über höherer Steuern und den Zins an die Unternehmen bezahlen sie über die Preise der gekauften Produkte und Dienstleistungen.

Nachdem es nie eine Tilgung der Schulden aller Volkswirtschaften geben kann (dann würde ja kein Geld mehr im Wirtschaftskreislauf zirkulieren) – diese daher immer weiter steigen müssen, explodiert die Ungleichheit, weil die Vermögen ja immer synchron mit-steigen.

Das Vermögen der Superreichen = immer gleich den Schulden der Ärmsten der Armen.

- Der Zins(eszins) wirkt wie ein perfider Umverteilungsterminator und beraubt die Menschen über Jahrzehnte ihres hart verdienten Wohlstandszuwachses zugunsten einer kleinen Finanzelite.

Dass es auch o h n e Zins geht, ist allen klar, die sich en detail mit alternativen Geldmodellen befasst haben. Bei Wegfall des Zinses käme es zu einem Vermögensschub bei allen Beschäftigen, den der IWF auf 30-50% schätzte.

- Vermögenssteuern – welcher Art auch immer (Substanz- Zuwachssteuern usw.) – bringen keine substanzielle Schubumkehr, weil sie am Schuldgeldsystem und der Gelderzeugung nichts ändern. Ja, es wird ein Beitrag zur Staatsfinanzierung geleistet, das ist korrekt. Sie sind daher kein probates Mittel den Status quo, die extreme Ungleichheit, wo 1% der Superreichen mehr Vermögen hat als der Rest der Menschhei, nachhaltig zu verändern.

- Echte Abhilfe kann nur „souveränes Geld“, d.h. die öffentliche Gelderzeugung schaffen. Es muss die Geldzerzeugung - nicht die Geldverteilung (diese kann weiters von den Banken übernommen werden) verstaatlicht werden.

Die meisten Industrieländer haben eine Steuerquote um die 50% des BIP – und wenn der Staat den Banken einfach das Geld weg nimmt und selbst erzeugt, so braucht er sich nicht mehr privat verschulden . . . und ergo dessen fallen auch keine Zinsen an.

Dies würde einen echte Geldrevolution darstellen – und das Leben aller Bürger extrem verbessern.

2.) Einkommen:

- Reale Einkommensverluste und Dumpinglöhne, so wie es Deutschland seit Jahren umsetzt, haben auf der anderen Seite unmittelbar eine Explosion der Gewinne zur Folge – und dies ist auch das Ziel. Dass aber nur hohe Löhne den Binnenkonsum stimulieren und daher Voraussetzung von steten Wachstum sind, ist ebenso klar. Schweden ist das soziale Gegenmodell zu Deutschland, was längst erwiesen ist.

Werden die stark gestiegenen Gewinne nicht re-investiert sondern ausgeschüttet, dann ergeben sich die von OXFAM weltweit festgestellten irren Ungleichgewichte beim Einkommen – und in weiterer Folge selbstverständlich auch beim Vermögen.

- Klar ist, dass das Geldsystem keinen Einfluss auf die Lohnverhandlungen hat – genauso wenig wie das Stilllegen von Steueroasen.

Diese liegen in der Verantwortung der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände. Eine gerechte Lohnformel kann nur darin bestehen, den Beschäftigten, die ja zu 99% den Wohlstandszuwachs erarbeiteten, sowohl die erzielte Produktivität als auch die volle Inflationsabgeltung als Lohnerhöhung zu geben.

- Zwar wäre es sehr wünschenswert – ich befürworte dies ja auch – alle Steueroasen völlig auszutrocknen, damit alle Konzerne genauso viel und gerechte Steuern in jenen Ländern bezahlen, wo sie ihre Produkte erzeugen und ihre Umsätze erzielen. Dies würde sicher ein großer Schritt zur mehr Gerechtigkeit beitragen. Nachdem aber genau die EU-Steueroasen (Irland, Belgien, Niederlande, Luxemburg usw.) von der Politik die letzten 20 Jahre bewusst geschaffen und geduldet wurden, bleiben Vorschläge der OECD z.B. nichts als Lippenbekenntnisse.

"Over time - who ever controls the money system,

controls the nation"

(Stephen Zarlenga, Director, American Monetary Institute)

20:16 24.01.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Pregetter Otmar

Prom. Ökonom, Uni-Lektor, Buchautor. Mein Credo: gute Recherche + griffige Kritik = Lesenswert.
Pregetter Otmar

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