Pregetter Otmar

Prom. Ökonom, Uni-Lektor, Buchautor. Mein Credo: gute Recherche + griffige Kritik = Lesenswert.
Pregetter Otmar
RE: „Es geht nicht um die Nation“ | 22.10.2018 | 12:43

"Die EU ist ein Kapitalisten-Club" !

(Jeremy Corbyn).

Sahra: Meinetwegen kann man vom „Territorialstaat“ sprechen. Es geht nicht um die Nation. Es geht darum, dass es außer- oder oberhalb der Staaten k e i n e ... i n s t i t u t i o n e l l e n Voraussetzungen für Demokratie und soziale Sicherungssysteme gibt. Nur die Staaten können, wenn sie denn wollen, den Kapitalismus wieder bändigen, im Interesse derer, die in ihnen leben.

Völlig d`accord!

Die - vermeintlich - Linke Forderung, dass man nur in der EU den Kapitalismus bekämpfen könne, ist eine Illusion, denn dass gerade die EU ein "Club der Kapitalisten und Globalisten ist", entspricht den Tatsachen.

Egal ob man die Petition zu "Right to water" (1,8 Mio Stimmen, Juncker hat sie nicht mal entgegengenommen...)

- alle Handelsverträge - von CETA bis TiSA - analysiert, die nur den Kapitalinteressesen dienen und sogar stark in die Gewerkschaftsvertretungen und die Lohnstruktur eingreifen und überdies sogar die Demokratie über die "Regulatorische Kooperation" aushebeln (was bei vielen Möchtegernlinken noch immer nicht angekommen ist?!

- den Kampf gegen Steueroasen (die grössten wurden innerhalb der EU ... erschaffen, insbesondere LUX von Juncker !) nimmt, wo gerade die wenigen Länder jede Reform verhindern,

- eine einheitliche Besteuerung der Gewinne der global agierenden Konzerne - oder gar eine Finanztranskationssteuer ...

- als auch die Erpressung der EZB (wo Trichet in einem Brief 2010 an Zapatero, dam. Premier in Spanien, ihm nur Kredite in Aussicht stellte, wenn dieser massiv die Löhne s e n k t ... als auch die Lohntarife aushebelt !) alles andere als ein Beispiel gilt, dass diese EU auch nur annähernd das Leben der Menschen verbessert:

In keinem Feld hat diese EU auch nur annähernd Lösungen zu bieten, die die Lebenssituation der Menschen "da draussen" verbessern würde !

RE: Das kommende Beben | 18.10.2018 | 14:18

Nochmals zurück zur Behauptung - die Wirtschaft sei gewachsen und das bei sinkenden Staatsschulden bis ca. Mitte der 1960 er Jahre ?

Wie gesagt, ist dies in einem 100% igen Schuldgeldsystem nicht möglich!

So hatte Deutschland 1950 Schulden von 10 Mrd. Euro / 1960 = 29 Mrd

und 1970 = 64 Mrd. Euro.

Die Quelle findet man innerhalb von 2-3 Minuten.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154798/umfrage/deutsche-staatsverschuldung-seit-2003/

Ich finde, dass allein durch solche Behauptungen - die eben auf geringe bis keine Kenntnisse des Geldsystems schliessen lassen - die Glaubwürdigkeit verloren geht:

zumindest die Geld-Basics sollte man schon verstanden haben ... :)

RE: Das kommende Beben | 18.10.2018 | 14:09

Ergänzung 4.)

Dass n u r eine Investition in Finanzmärkte - statt einer Realinvestition in die Produktion von Gütern und DL - eine höhere Rendite bringt, mag als Durchschnitt vielleicht zutreffen, wobei auch das Risiko des Verlustes beim Finanzmarkt höher ist.

Es gibt auch auch viele reale Unternehmen, die sehr hohe Renditen (Apple ca. 25 %, MS um die 20% und Porsche um die 15% Eigenkapitalsrendite haben !) Ich weiss, dass sind die grossen Ausnahmen und jene Unternehmen, die auf der grossen Kapitalistenorgel weltweit spielen.

Weiters muss man auch bedenken, dass es oft an realen Investitionsmöglichkeiten mangelt, weil viele Betriebe sich lieber über Kredite finanzieren (ein Kredit ist i m m m e r billiger als Eigenkapital), als eben neue Eigentümer mit einer Einlage hereinzunehmen.

RE: Das kommende Beben | 18.10.2018 | 13:55

Naja ... Schulmeister hat das Geldsystem nicht verstanden.

Seine Abhandlungen beinhalten einige korrekte Hinweise - ich möchte aber kurz jene anführen, wo er irrt:

1.) Dass die Staatsschulden bis in die 1960er Jahre saken ... und dennoch das Wachstum kräftig anstieg, ist nicht korrekt, weil

- das Schuldgeldsystem exponentiell steigen muss - und daher auch die Schulden aller Sektoren (Unternehmen, Staat und Haushalte) stiegen!

- sie 1950 11,5 Mrd - und 1964 bereits 27,3 Mrd. Schilling betrug https://www.wifo.ac.at/bibliothek/archiv/MOBE/1965Heft05_163_171.pdf

- es nicht möglich ist, mit weniger Geld zu wachsen, zumal gerade nach dem Wiederaufbau irre investiert wurde und nachdem der Staat nur Geld als Schukld/Kredit erhält, diese eben - geldsystemisch - steigen m ü s s e n !

2.) er interpretiert immer rückwärtsgewandt, d.h. für ihn (insbes. in seinem Buch) sürzt er sich auf die Geldverwendung - die Gerlderzeugung aus dem Nichts ... lässt er links liegen.

zB. ja, es gab ab 2000 bis 2008 eine Immo-, Aktien und Rohstoffblase - die war aber nur deshalb möglich, weil die FED (und in weiterer Folge die Privatbanken) die Mindestreserve aus Null setzte (was einer uferlosen Kreditvergabe der privaten Banken gleichkommt = Casinomentalität) . . . und sich daraus eine irre Kreditvergabe (Stichwort: Sub Prime) an viele nicht kreditwürdige Kunden entwickelte, die die Preise/Kurse nach oben trieben:

anders gesagt: Die Ursache war die total gelockerte Kreditvergabe und damit das Schuldgeldsystem - die Verwendung in Finanzprodukten wegen der vermeintlich höheren Rendite war dann die Folge.

3.) Die Aussage - so lange das Wachstum höher als der Zins sei, gäbe es kein Problem - ist eine Nullaussage und nicht zutreffend.

Das reale Wachstum entspricht der Produktivität je Stunde = Output = Stück / INput = Stunden, anders gesagt:

2016: 100 / 100h = 1

2017: 103 / 100 = 1,03 oder eben ein reales Wachstum von 3%.

Wenn ich dieses mehr an Stück (eben 3) in eine Gleichung mit dem Zinssatz packe, so ist dies eine Nullaussage:

ich vergleiche Kürbisse mit Äpfeln ...

Selbst wenn man sehr generös ist und annimmt:

3% mehr Stück = 3% Zinssatz ... das sei kein Problem (ich also nur die %sätze vergleiche) ergibt dies auch keinen Sinn, weil 3% mehr Stück ja nichts darüber aussagt, ob...zuwelchem Preis ... ergibt welchen Umsatz für die Unternehmen ... womit man die Zinsen für die aufgenommenen Kredite bedienen könne (wie Schulmeister wahrscheinlich unterstellt?!) ... überhaupt der Realität entspricht !

Dies reicht auch fürs 1. ... ;)

RE: Entsetzen und Erkenntnis | 14.10.2018 | 17:40

Ja, die AfD wird immer mehr gewinnen, sie ist ein Klon der FPÖ !!! Mitterlweile sind die beiden dabei, die Republik total in Geissehaft zu nehmen: sie färben alle wichtigen Posten mitz ihren Leuten um, so wie es das Land noch nie sah ... die SPÖ ist selbst schuld, sie ist viel zu doof ... für ein durchgestyltee Machtpolitik. Sie hat alles verbockt - nur um einen Kanzler zu haben, haben sie alle Machtpositionen freiwillige geräumt.

Und nun haben endlich auch wir Ösis ... gute Aussichten auf Hartz_the_Ösi_style . . . und noch immer gibt es Depperte, die ihren Hass auf die Geringverdiener auslassen, obwohl 70-80% davon Österrreicher sind.

Tja , einfach zu doof.

RE: Entsetzen und Erkenntnis | 14.10.2018 | 17:35

Tja ... deutsche Strategie, halt. Bei uns läuft dieses Affenshow seit 20 Jahren ...

RE: Entsetzen und Erkenntnis | 14.10.2018 | 17:32

Naja, Kurz und die Intelligenz, das ist halt etwas schwierig mit so Abiturienten, die gerade mal in 5 Jahren Studium das Klo ... gefunden haben ;-) zB. heute in unserer Bibel - der Sonntagskrone (die handgefertigte BLÖD vo, Sonntag) - wurde der Messias auf 3 vollen Seiten ausgiebigst interviewt - Zitat:

"Wenn man Menschen 850 Euro überweist, dann laedt das dazu ein, in der MS zu verharren. Das ist Gift fuer die Gesellschaft." (Kurz in der Krone , S.10).

Das muss man sich schon mal auf der Zunge zergehen lassen ... von einem Cretin, das keinen einzigen Tag in der Welt da draussen ... gearbeitet hat !

RE: Entsetzen und Erkenntnis | 14.10.2018 | 17:27

Ja,. Null von nix = nothing, nada.

RE: Entsetzen und Erkenntnis | 14.10.2018 | 17:25

Ja, es wird immer gespentischer: jeder Lercherlsch**** wird im ORF vom "Braunen Haufen mit türkisen Tupfen" übertragen ...

RE: Bleibt Aufstehen sitzen? | 11.10.2018 | 18:54

Bleibt #unteilbar liegen?

Naja - mit Verlaub: seit Beginn der 1980er Jahre wissen a l l e, die auch nur am Rande das Wort "Polit-)Marketing" hörten, das was Al Ries & Jack Trout in ihrem Buch: Positioning - The Battel for your Mind! beschrieben haben. https://www.amazon.de/Positioning-Battle-Your-Al-Ries/dp/0071373586

#unteilbar ... ist daher von einer Positionierung so sinnvoll wie:

- So jung kumma nimma Z`samm ...

- es wird a Wein sein, und wir werden nimma sein ...

oder: wer für alles offen ist - ist nicht ganz dicht!

Genau aus diesem Grund - und aus politstrategischer Sicht völlig korrekt und überlegt - geht Sahra und #aufstehen nicht hin.

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In Wien wurden vorigen Donnerstag ua. durch Elfriede Jelinekt wieder zur Donnerstag-Demos gegen die Regierung aufgerufen. Und da gibt es auch sehr kreative Zugänge, so zB. dass man gegen die Basti-Bumsti - Regierung an_singt, was dann so in derPresse kommentiert wurde:

Demo in Wien: „Basti ciao, Kickl ciao, HC ciao, ciao, ciao“ ...

https://diepresse.com/home/innenpolitik/5507753/Demo-in-Wien_Basti-ciao-Kickl-ciao-HC-ciao-ciao-ciao

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Also: lieber kleiner Bruder im Norden:

A bisserl mehr Kreativität ... mehr an strategischer Klarheit ... weniger von: wir alle gegen die anderen alle ... wir sind immer die anderen ... usw. wäre nett.

;-)