Braunau: FPÖ_(Nazi)_Stadtratte macht Karriere

Österreich, Nazis, FPÖ Vergesst nicht, dass ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt.
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Dass es HC Strache als "Neonazi" bis zum Vizekanzler und Sportminister schaffte, dürfte auch in Deutschland bekannt sein.

Die zuerst wöchentlichen, später dann fast täglichen, Aufreger um irgendwelche "naziaffinen" Meldungen aus dem Braunen Haufen (Wolfgang Ambros nannte die FPÖ so) erreichten über Ostern einen 1. Höhepunkt, meint man. Die verbalen "Ausrutscher", wie sie so liebevoll von den FPÖ-Politikern bezeichnet werden, kommentiert der BK entweder gar nicht, mit zeitlicher Verzögerung und fast immer mit einer "herzenserwärmenden Nonchalance", so als ob er damit nichts zu tun hätte...

Die Stadtratte aus Braunau

Diesmal war es ein bisserl anders – aber wirklich nur ein ganz kleines, winziges bisserl…

In einem Gedicht arbeitete sich Christian Schilcher - FPÖ, der Vizebürgermeister aus Braunau, (dem Geburtsort Adolf Hitlers) am Thema Integration und Immigration ab. Menschen mit "Ratten" zu vergleichen - so eine irre Idee kann nur in ganz wenigen, sehr exklusiven ... Rattenhirnen gedeihen!

Schilcher hatte unter dem Titel "Die Stadtratte (Nagetier mit Kanalisationshintergrund)" aus der Sicht einer "heimischen Ratte" geschrieben. Wörtlich formulierte er unter anderem:

"So, wie wir hier unten leben / müssen and're Ratten eben / die als Gäst' oder Migranten / auch die, die wir noch gar nicht kannten / die Art zu leben mit uns teilen! / Oder rasch von dannen eilen!" (siehe oa. Link)

Ob der FP_Vizebürgermeister an eine internationale Karriere als Dichter, Lyriker - oder gar an den Nobelpreis dachte, ist nicht überliefert.

Internationale Karriere der "Stadtratte"

Dieses Gedicht, sprach sich schnell auf den "Weltmärkten" herum und so konnte man in der NY-Times folgendes lesen: "The poem said that "just as we live down here, other rats who (came) as guests or migrants, including the ones we didn't know, must share our way of life! Or get out of here fast!" Schreiner said the fact that the author himself wrote from the perspective of a rat "doesn't make things significantly better" but also argued that the poem was "ultimately a failed attempt to address a serious issue in verse form."

The ditty titled "The Town Rat" appeared in a local publication of the Freedom Party in Braunau. It warned against mixing cultures and drew strong criticism from the center-left opposition.

Outcry sparked by “deeply racist” rat poem in Austria, 23 April 2019

las man in den BBC-Nachrichten.

"Just as we live down here, so must other rats," the poem states, telling them to "share with us the way of life, or quickly hurry away" and saying that if you mix different cultures, "it's as if you destroy them".

Natürlich hat der FPÖ-Mann, Vizebürgermeister Schilcher, niemanden verletzen wollen - wo denken sie hin ?! Er wollte sich nur literarisch betätigen ... oder so halt irgendwie. Ob er sich ein Lob, einen Zuspruch vom Meister - HC himself - erwartete, liegt im Bereich der Möglichkeit.

BBC: "He apologised for ignoring the "historically burdened" comparison between rats and humans, saying the poem aimed to describe changes "which myself and others quite rightly criticise" from a rat's perspective".

Die Verniedlichungsmaschine Kurz/HC

Üblicherweise werden solche zu vernachlassigenden Hoppalas der nazi-affinen FPÖ schnell zwischen Kurz und Strache abgehandelt: Message_Control_mässig halt.

Dieses neue PR-Instrument ist darauf ausgerichtet, zum Einen den Medien nur vorgefasste Berichte, Meinungen der Regierung zum Fraß vorzuwerfen - und andererseits dient es zu einer kompletten Meinungskontrolle innerhalb der Regierung. Dies musste die A_sozialministerin (sie meinte ernsthaft, dass die Ärmsten mit 150,.- / Monat locker leben könnten) , Hartinger-Klein, FPÖ, erfahren. Zuerst befahl man ihr, ihre Pressemeldungen mit dem Bundeskanzleramt abzustimmen, um ihr dann später auch die Ministerkompetenz für die neue Mindestsicherung zu entreißen:

Tja ... so funktionert eine diktatorische Demokratie,

das neue neoliberale Modell!

Ist es diesmal anders?

Ein bisserl, nur ein winzig-kleines bisserl ...

Das "neue Regieren" und die nach wie vor steigende Zustimmung basiert auf der Message-Control. Damit will man eine große Harmonie zwischen der ÖVP und FPÖ nach aussen kommunizieren. Dies verhalf der Regierung bisher - trotz aller angedachten und in bisherige Gesetze gegossenen, asozialen Maßnahmen - zu stabilen Umfragewerten.

Die "Einzelfälle" der nazi-affinen Wortspenden der FPÖ, konnten der Harmonie bisher nichts anhaben. Man einigte sich rasch und es reichte für die FPÖ, die wüsten Ausritte mit ein paar netten Worten, dass "man damit nichts zu tun habe ... man sich eh gerade davon distanziert habe ... oder ja eh niemand das Strafrecht (gemeint ist das Wiederbetätigungsgesetz) verstoßen habe" usw., abzuschliessen.

Basta. Schluss, weil Message-Control. . .

Rücktritt des Vizebürgermeisters von Braunau?

Amüsant bei dieser "Kommunikationsstrategie" ist, dass es aufgrund der großen Unterstützung für Kurz im Wahlkampf - der gesamte Boulevard war gegen den SPÖ-Kandidaten Kern, der rechte Mainstream sowieso - bisher nahtlos funktionierte.

In den Umfragen wurde Kurz, dem mittlerweile über 40% Zustimmung als Kanzler zugerechnet werden (?), als "Macher", der ein Machtwort gesprochen habe, gefeiert.

Nur - er sagte nichts, nichts was eine echte Abgrenzung zur FPÖ vermuten lässt. Er positionierte die ÖVP schon während des Wahlkampfes rechts von der FPÖ - nur sagte er dies "sooo lieb"..., dass die Wähler ob dieses Wunderwuzzis wie Frühlingsschnee dahinschmolzen.

Das Medienspiel - oder doch nur Propaganda? - begann gleich wie immer: man forderte eine Distanzierung von seiten der FPÖ-Oberösterreich (Kurz). Der Landeshauptman aus Oberösterreich, Stelzer, ÖVP, stiess auch ins Kurz-Horn und Strache spielte den "Empörten". Eine Rolle, die er in der Regierung nach allen Zügen auskosten darf...

Am Montag wollte der Verfasser noch keine persönlichen Konsequenzen ziehen. Er schrieb in einer Aussendung davon, dass er niemanden verletzen oder beleidigen wollte. Er habe nur provozieren wollen .

Jo eh . . .

Die Opposition trat entschieden gegen diese nazi_affine und menschenunwürdige Art auf und verlangte den Rücktritt des Braunauer FPÖ-Vizebürgermeisters.

Diesem Druck hat aber Kurz bis dato noch nie nachgegeben: So leicht lässt er sich nicht von ein paar "Ausrutschern" der FPÖ in Richtung Menschenhass aus seinem Lebensprojekt, einer stramm rechten Regierung in Österreich, hinausdrängen.

Den Ausschlag dürfte aber die internationale Presse und der dadurch stark steigende Druck gegeben haben, wie man heute in einigen Medien (siehe oben) lesen konnte. Der "internationale Ruf" führte dann zum Rückzug des FPÖ-Mannes aus Braunau!

Das liest sich dann, brav message - controlliert, so:

Kurz erklärte: "Der Rücktritt des Vizebürgermeisters von Braunau war die einzig logische Konsequenz zu diesem abscheulichen und rassistischen Gedicht. Der klare Schritt des Vizekanzlers und der FPÖ-Spitze war notwendig und richtig."

Strache meinte, dass dieser Schritt notwendig war, "um Schaden von der Partei abzuwenden". Das "Rattengedicht" stelle ein Fehlverhalten darf, das nicht mit den Grundsätzen der FPÖ vereinbar sei. "Er hat im wahrsten Sinn des Wortes in den politischen Müll gegriffen."

Der Oberösterreichische FPÖ-Chef und Vizelandeshauptmann Manfred Haimbuchner meinte dazu nur lapidar, er habe den Rücktritt "zur Kenntnis genommen".

Und die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob sie ein Verfahren wegen des Verdachts auf Verhetzung einleitet.

Aus die Maus.

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Als ich jung war, war die Satire absurder als die Realität.

Das war schön ...

17:30 23.04.2019
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Geschrieben von

Pregetter Otmar

Prom. Ökonom, Uni-Lektor, Buchautor. Mein Credo: gute Recherche + griffige Kritik = Lesenswert.
Pregetter Otmar

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