Trump hat Recht: der $ bringt die USA um!

Trump, Davos, US-Dollar "Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden“./Keynes.
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Dies ist mein 1. RT-Artikel, es werden mehrere folgen. Hier ein kleiner Auszug davon:

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Trump wurde heute als 45. Präsident der USA vereidigt, das ist Fakt. Viele Kampagnen wurden in den letzten Wochen gegen ihn aufgefahren, bis hin zu absurden Unterstellungen, er sei kein „legitimierter Präsident“. Korrekt ist, dass Hillary Clinton rund zwei Millionen Stimmen mehr als Donald Trump erzielen konnte – aber gemäß der Verfassung wird der US-Präsident durch Wahlmänner gewählt und dort hatte Trump klar die Nase vorn. Ihn daher als nicht „legitimiert“ anzusehen, zeigt eine hinterfragenswürdige demokratische Einstellung. Mittlerweile scheinen sich die Gemüter wieder zu beruhigen – gut so.

Allen Unkenrufen zum Trotz: er wird den Kapitalismus mit seinen irren Verwerfungen – erst diese Woche berichtete OXFAM, dass nur 8 Milliardäre über mehr Vermögen verfügen als die ärmste Hälfte der Menschheit – nicht zertrümmern. Die Wahl wurde zu seinen Gunsten in den „Rust-Belt-States“, dort wo die Globalisierung mit der Abwanderung der Produktion großer Konzerne Industrieruinen hinterließ, wie in Detroit, entschieden. Vielen Menschen gab er die Hoffnung, Amerika wieder GREAT zu machen und damit auch ihre Lebenssituation und die Zukunftsperspektiven ihrer Kinder, zu verbessern. Der Mittelstand wurde die letzten Jahre immer weiter ausgehöhlt, die Reallöhne sind auf dem Niveau wie vor fast 20 Jahren – und ca. 48 Mio. US-Bürger leben von Food-Stamps (Lebensmittelmarken) – und das in Friedenszeiten!

Bloomberg: Trump steigert US-Konjunkturerwartungen auf 15 Jahres-Hoch

Das Zitat: „Die Hälfte aller Werbeausgaben ist für die Katz. Aber welche Hälfte?“ wird John Rodman Wanamaker, 1838 - 1922, US-amerikanischer Kaufhausunternehmer, zugeschrieben. Mit den Erwartungen an die zukünftige Wirtschaftsentwicklung ist es wohl ähnlich: man weiß nie, wie hoch das psychologische Element einzuschätzen ist. Bloombergs Economic Expectations-Index ist unmittelbar nach der Wahl Trumps in die Höhe geschossen und erreichte im Januar den höchsten Wert seit 2002. Die derzeitige Situation wird pessimistisch, sich verschlechternd, taxiert, was der Grundstimmung des letzten Jahres geschuldet sein dürfte. Der Höchstwert von 56 wird seit 1985 erst zum 9. Mal erreicht.

Der Dollar ist zu stark – das bringt uns um.

Diese Aussage Trumps geistert seit einigen Tagen durch den internationalen Medienwald.

Und in der Tat - er hat Recht!

Niemand geringerer als die US-Notenbank FED bestätigt ihn in seiner Einschätzung: der US- Dollar liegt nach dem eigenen handelsgewichteten Dollarkurs um rund 7 Prozent über dem Vier-Jahres-Durchschnitt – legt man das Jahr 2014 zugrunde, so sind es sogar mehr als 20 Prozent.

Dass dies noch nie ein US-Präsident so direkt und unverblümt zur Sprache brachte, ändert an den Fakten nichts. Es mag auf dem europäischen politischen Parkett nicht so gut „ankommen“, wen jemand entgegen der ausgemachten Usance, Probleme beim Namen nennt. Aber da wird in den Amtsstuben rasch ein Umdenken einsetzen müssen.

Klar ist, dass ein hoher Dollar die Exporte der USA verteuert und die Importe verbilligt.

Wer weiß dies besser als Deutschland, das sich mit seiner Politik des Lohndumpings klare Vorteile im Export verschaffte, die auf kosten aller Importländer gingen. Gäbe es noch die D-Mark, so wären Aufwertungen an der Tagesordnung und eine Politik, wo man den Wohlstand des Nachbarn stiehlt und die Arbeitslosigkeit exportiert, gäbe es nicht. Der Euro jedoch macht dies möglich und die Geldpolitik der EZB ist unter anderem auch darauf ausgerichtet, den Euro „billig“ zu machen und zu halten.

So sackte der Kurs des US-Dollar zum Euro von 1,38 US-Doller je Euro auf 1,05 ab, was einer Aufwertung von ungefähr 30 Prozent entspricht. Dies war – und das ist unbestritten – das klare Ziel der EZB.

Kommt ein Handelskrieg mit China?

Dass Chinas gigantisches Exportplus mit der Welt auf einem sehr günstigen Yuan beruht, ist kein Geheimnis. Der Vorwurf, die Chinesische Zentralbank würde den Kurs des Yuan stützen, hält sich seit zig Jahren. Schätzungen gehen in die Richtung, dass der Devisenkurs des Yuan zum Dollar ohne Intervention um zirca 10 Prozent höher wäre. Legen wir das auf Deutschland um, so wäre der Preisvorteil seit dem Beginn des Euro gegenüber allen Importländern fast zur Gänze weg. Daran kann man ersehen, wie sensibel dieses Thema des zu hohen US-Dollar ist, das Trump - berechtigerweise - ansprach.

Welche Möglichkeiten hat Trump?

China und die Europäer sind aufgewacht. Es gab in der Vergangenheit immer koordinierte Deviseninterventionen des Finanzministeriums mit der FED, um den Dollar die letzten drei Jahrzehnte zu schwächen – oder zu stärken. Das „Plaza-Accord-Meeting“ vom 22. September 1985 war die letzte einseitige Intervention unter James Baker als US-Finanzminister, den Erfolg hatte, den Dollar zu schwächen und das Handelsdefizit zu reduzieren.

Am 12. Februar 2013 kamen die Finanzminister und Zentralbanker der G7-Staaten überein, dass die Schwankungen der Devisenmärkte ein Problem für eine ausgeglichene, nachhaltige Entwicklung der Weltwirtschaft sind, und sie beschlossen, bei Maßnahmen, die die Devisenmärkte betreffen, zusammenzuarbeiten. Einzelne Interventionen sollten aber von keinem Land angestrengt werden.

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Hier gehts dann weiter, wer mag.

https://deutsch.rt.com/meinung/45585-weltwirtschaftsforum-davos-ohne-trump-ist/

23:55 20.01.2017
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Geschrieben von

Pregetter Otmar

Prom. Ökonom, Uni-Lektor, Buchautor. Mein Credo: gute Recherche + griffige Kritik = Lesenswert.
Pregetter Otmar

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