Pregetter Otmar
25.10.2015 | 01:48 73

Deutsche Bank: Schluss ohne lustig ?

Geld, Macht, Gier. Der Weltuntergang am frühen Morgen kann einem den ganzen Tag versauen. (Kalenderspruch)

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Pregetter Otmar

Der Schluss ohne Lustig ist überfällig

Mal ehrlich: allen, die wissen, was eine exponentielle Kurve bedeutet, ist klar, dass irgendwann das "Ende des Systems" kommen muss! Die nicht-rühmlichen Ausnahmen sind Banker, ÖkonomInnen - und fast hätt´ ich`s vergessen: PolitikerInnen.

O.K. die Letzteren lasse ich außen vor, weil seit Jahrhunderten diese Kaste noch nie was verhindert - sondern im Gegenteil immer nur was ausgetragen hat: egal ob Kriege, Finanzdesaster, Machtkämpfe aufkosten der Ärmsten, Bürgerkriege usw. usw.

Schon klar - wir leben in "Friedenszeiten", wo

- sich in den USA z.B. 48 Mio. Menschen mit "Food-Stamps" über Wasser halten - wobei die Gewinne der US-Unternehmen im Jahr 2014 mit ca. 7.000 Mrd. US-$ das 100-fache des Aufwandes für Lebensmittelkarten ausmachen und die gigangtischen Profite ungefähr 40% der seit 1946 aufgelaufenen Staatsschuld betragen,

- Deutschland und Österreich die höchste Ungleichheit beim Vermögen mit einem Gini-Koeffizienten von ca. 77% ausweisen (bei 100 würde nur 1 Haushalt über 100% des Reichtums verfügen)

- sich in Deutschland eine Alters- und Kinderarmut abzeichnet, die sich gewaschen hat,

- in Wien - die Stadt die immer so um Platz 1-3 beim Ranking der lebenswertesten Städte liegt - ca. 30% der 1,8 Mio. Metropole, also 500.000 Menschen, unter der Armutsschwelle leben - m ü s s e n,

usw. etc.

O.K. - uns geht´ s doch allen gut - meinte Merkel, so sinngemäß zitiert. Und sie hat auch, irgendwo, recht:

uns ging es noch nie so schlecht auf hohem Niveau und ungleich besser als zu Zeiten des "Manchester-Kapitalismus" mit Kinderarbeit und 7-Tagewoche zu Hungerlöhnen ohne soziale Sicherheit.

Uns geht’s auch entschieden besser als um ca. 1715, wo JOHN LAW, ein Freund des damaligen Regenten Philipp von Orleans und Erfinder des "Papiergeld-Kapitalismus", zwar alle Menschen zu Millionären machen wollte - aber wo nach dem Platzen der Börsen, viele Menschen Gras essen mussten ... so die historischen Überlieferungen.

Uns geht`s richtig gut – keine Widerrede!

Wann geht die Deutsche Bank „pleite“?

Ich weiß, angesichts der zuvor veröffentlichten Lobhudelei, klingt die Frage wie purer Hohn und Panikmache. Beides sind keine deutschen Tugenden . . . nicht.

Mir egal, ich bin auch kein deutscher Staatsbürger und diese Unsicherheit über den Überlebenskampf eines der wichtigsten Finanzinstitute der Welt, berichten vorwiegend internationale Online-Plattformen, wie z. B. www.zerohedge.com

Nicht nur ich spreche von einer möglichen Pleite und wenn man 1 und 2 zusammenzählt, könnte sich ein ausgewachsener Kollateralschaden ergeben.

Shareholder L o s s / Kurs- Zinsmanipulationen / Steuerbetrug / Insolvenz?

https://lh5.googleusercontent.com/--29CoySlHE4/ViwSmE_Z1KI/AAAAAAAABU0/_qDNqrh6htY/w958-h719-no/2015%2B-%2B10%2B-%2BDB%2B-%2BKursentwicklung%2Bseit%2B1991%2B-.jpg

- War man schon 1991 im Besitze der DB-Aktie, so hat man über 24 Jahre gerechnet, zumindest keinen Kursverlust und ob die Dividendenrendite über die gesamte Dauer über jener der festverzinslichen Papiere, oder sogar den Spareinlagen, lag, wissen die Aktienbesitzer selbst sehr gut;

- legt man nur die Kursentwicklung einer Beurteilung zugrunde, stellt sich die alles entscheidende Frage:

was machten all die Vorstandsdirekteren und CEO`s die letzten 25 Jahre beruflich ... so?

- die DB ist eine allumfassende Kommerzbank, sie betreibt alle Geschäfte, wobei die letzten 30 Jahre (seit Herrhausen) das Investmentbanking eine immer größere Bedeutung gewann und unter Ackermann sie zu einer (fast) reinen Investmentbank, mit angehängtem Kommerzgeschäft, wurde,

- das Investmentbanking war/ist das Kerngeschäft der DB. Meines Erachtens ist der Begriff „Investment“ nicht zutreffend - Spekulations-Bank oder auch Admiral-Casino halte ich für ungleich bezeichnender;

- es gibt keine „Schweinerei“ / keinen Betrug, wo die DB n i c h t involviert war/ist: egal ob es sich um die Manipulation vom Libor/Euribor, den Devisenkursen oder sogar Steuerbetrug im Rahmen der CO2-Zeritifikate usw. usw. handelt;

- die letzte Meldung des neuen CEO`s, John Cryan, verheißt nichts Gutes: die Freisetzung von 23.000 MitarbeiterInnen ist ein Kahlschlag, der verbunden mit dem Lostreten der Postbank, eine gewaltige Redimensionierung darstellt; verwunderlich angesichts des „Weltbank-Anspruchs“ der letzten 3 Dekaden;

- ca. 9 Mrd. US-$ Strafen für die nicht immer gesetzeskonformen Vorgehensweisen wurden bisher bezahlt. Das ist einmalig für eine Bank, deren einziges „Asset“ das Vertrauen der von ihr über den Tisch gezogenen Kunden ist!

- Die beiden letzten Vorstandsvorsitzenden haben den mantraartig heruntergeleiernden Kulturwandel nicht vollziehen können – dafür waren die Altlasten, an denen sie nicht so unbeteiligt waren, viel zu hoch;

- die DB ist unter einer Lawine von betrugs- und korruptionsverdächtigen Gerichtsfällen begraben, weitere Mrd. Verluste sind zu erwarten;

- Cryan sparch ein Machtwort: …"the investment bank’s securities and derivatives trading businesses can’t continue to soak up capital”.

https://lh5.googleusercontent.com/-JLrc4rHNPG4/ViwcewqaHOI/AAAAAAAABVI/_Fhpj2BX77M/w958-h719-no/2015%2B-%2B10%2B-%2BDB%2B%2B-%2B%2BDerivate%2B-%2BBIP.jpg

http://www.zerohedge.com/news/2015-09-14/behold-european-recovery-deutsche-bank-fire-25-all-workers

Angesichts eines ausserbilanziellen Derivatevolumens von 64 Billionen US-$ (zum Vergleich: deutsches BIP 3,9 Bill. - Wirtschaftsleistung der Eurozone 13,2 Bill. US-$) reicht ein Verlust von etwas mehr als 1 Promille aus, um das Eigenkapital aufzubrauchen und ein Insolvenzverfahren einzuleiten.

Und was sagen die Ziffern?

Riskiert man einen kurzen Blick in die Bilanzdaten der DB, so muss man feststellen, dass

- die bisherigen Vergleichsstrafen ca. den 8-fachen durchschnittlichen Jahresgewinn vor Steuern der letzten 3 Jahre ausmachen,

- Ackermanns Ziel - 25% Rendite auf das Eigenkapital – zwar nie erreicht wurde, aber die winzige Eigenkapitalquote von nur 1,4 % (2008) und 2,5% (2010) ein Alarmzeichen für jeden Finanzminister darstellt und auch die annähernd 4% (1-6/2015) keinen ruhigen Schlaf gewährleisten;

https://deutsche-bank.de/ir/de/download/DB_Zwischenbericht_2Q2015.pdf

- die DB mit einer Leverage Ratio (Kredithebel: Fremdkapital / Eigenkapital) von um die 90 per 2008 – und immer noch 20 per 2014, völlig zu recht zu einer der größten „Zocker-Banken“ gezählt werden muß;

http://www.finanzen.net/bilanz_guv/Deutsche_Bank

Ergänzung zu den Derivaten:

In der Bilanz per 30.6.2015 kann man ca. die Hälfte der Bilanzsumme von 1.694 Mrd. Euro, also 800 Mrd. Euro, diesen zuordnen.

Stellt man diesen 800 Mrd. Euro an „Derivaten + Handelsaktiva“ die zuvor dargestellte Ziffer von ca. 57.000 Mrd. Euro (64.000 US-$ zu 1,10 umgerechnet) gegenüber, so kommt man ca. auf das 70-fache!

Ob die 57.000 Mrd. nun korrekt sind, kann niemand sagen, da die außerbilanziellen Daten kein Mensch kontrolliert . . .

https://deutsche-bank.de/ir/de/download/DB_Zwischenbericht_2Q2015.pdf

- - -

*) Ackermanns „Konzept“: Eigenkapitalrentabilität 25 % // Kredithebel (Leverage Ratio) ab 40 // Basel I+II // „Too Big to Fail“.

Ich gebe zu, ich weiß nicht ob Ackermann`s Strategie so wie ich es sehe, aussah. Aber es lässt sich leicht eine ökonomisch-logische Argumentation in diese Zusammenhänge einbetten:

- Die irre Zielsetzung einer Eigenkapitalrentabilität von 25% lässt sich ja nur erreichen, wenn das Eigenkapital (und damit das Ausfallsrisiko für die Bankeigentümer!) möglichst gering - und daher das Fremdkapital (bei Banken meist die Schulden aus den „freihändig und größzügig“ vergebenen Krediten) umso höher ist: z.B. 2% zu 98%!

- Der Kredithebel (Fremdkapital / Eigenkapital - hier: 98 : 2 = 49) bedeutet, dass nur 2 Geldeinheiten der Eigentümer mit 98 von Gläubigern „gehebelt“ werden, um ein Gesamtkapital (Bilanzsumme) von 100 zu erreichen.

- Basel I + II: wie wir alle wissen, ist die Politik – also die gewählten VolksvertreterInnen – völlig aus dem Meinungs- und Konzeptionsprozess . . . wie man Banken (de-)REguliert, wie hoch man die Kreditforderungen (Assets) mit Eigenkapital unterlegen muss, usw. . . . ausgekoppelt. Dieser findet nur innerhalb des Bankensektors selbst, bei der BIZ (Bank für internationalen Zahlungsausgleich, der Holding aller Nationalbanken) statt.

Die Banken schreiben also ihrer Regeln selbst, die dann den Mandataren des Europaparlamentes - fix und fertig ausformuliert - vorgelegt werden. Wen wundert`s, wenn sich die Banken die Regeln nur zu ihren Gunsten absegnen lassen ?!

Anders gesagt: in BaselI + II wurde die Eigenkapitalunterlegung für Kreditforderungen sehr zum Vorteil der Banken gestaltet.

- „Too Big to Fail“: Lasche Regeln führten seit Jahrhunderten immer dazu, dass sich der Bankensektor maßlos in seiner Gier gebärdete und sehr sorglos (höflich formuliert) in seiner Kreditvergabe agierte. Damit wurden die Banken rasch größer und erreichten Volumina, die jenseits jeder Vorstellungskraft liegen:

so hat die DB eine – offizielle! – Bilanzsumme von ca. 70-90% der deutschen Wirtschaftsleistung und die UBS, die größte Bank der Schweiz, hatte im Jahr 2008 sogar das Mehrfache des schweizer BIP`s an Krediten vergeben.

Wenn nur ein winzig kleiner Bruchteil der Kredite nicht mehr getilgt werden kann, wird die Todesmelodie „Too Big to Fail“ angestimmt – und schon gehen die PolitierInnen wie vom Blitz getroffen in die Knie. Mit tatkräftiger Unterstützung der Medien bombardieren sie die BürgerInnen mit ihrem doofen Mantra: „Es ist alternativlos“.

Ausnahme – ISLAND:

Island bewies, dass es auch ganz andere Lösungen gibt – nämlich auch die großen Megabanken einfach in die Pleite zu schicken und nicht die Krankenschwestern, Arbeiter, Lehrer und VerkäuferInnen für die Gier der Banker die Zeche zahlen zu lassen.

Island ließ die 3 größten Banken insolvent werden, was man sich in Deutschland und Österreich kaum vorstellen kann – geschweige denn, dass Politiker- und ExpertInnen überhaupt in die Nähe einer sachlichen Debatte über die Vorteile einer solchen Abwicklung gelangen.

**.) Ackermanns „Milchmädchenrechnung“:

Machen wir eine ganz einfache Rechnung, um die Zusammenhänge zwischen Kredithebe, Eigenkapital- und Gesamtkapitalsrentabilität zu erklären:

Bilanzsumme 100, Eigenkapital 10 / Fremdkapital 90, Gewinn 1,- . // Kredithebel 9 (90 Fremdkapital / 10 Eigenkapital)

Eigenkapitalrentabilität = 10 %, (Gewinn in % des Eigenkapitals)

Gesamtkapitalrentabilität = 1% (Gewinn in % der Bilanzsumme, des Gesamtkapitals)

- - -

Ziel = 25% Eigenkapitalrentabilität:

Bilanzsumme 100, Eigenkapital 4, Fremdkapital 96, Gewinn 1. // Kredithebel 24 (96 / 4)

Eigenkapitalrentabilität = 25% (Gewinn 1,- in % des Eigenkapitals von 4,-)

Gesamtkapitalrentabilität = 1% (Gewinn von 1,- in % des Gesamtkapitals von 100,-).

Resumee:

Durch eine massive Erhöhung der Verschuldung/des Fremdkapitals und der damit einhergehenden Reduzierung des Eigenkapitals, explodiert die Rendite für die Eigentümer in irre Höhen, wodurch das Unternehmerrisiko total verschoben wird und im Falle von „systemrelevanten Banken“ den Steuerzahler mit ganzer Wucht trifft.

Solch eine wohlfeil durchdachte „Strategie“ ermöglicht es, LeistungsträgerInnen der Finanzwelt, völlig risikolos Geschäfte – immer aufkosten der Allgemeinheit zu tätigen! Mit Leistung hat dies ebenso wenig zu tun, wie mit Unternehmertum, zumal die exorbitanten Gewinne ausschließlich über Wetten und Spekulationen erzielt wurden.

Wenn die Summe der Derivate das 30-50fache der Bilanzsumme der eigenen Bank oder gar das 10-20fache der Wirtschaftsleistung eines Staates erreicht, dann ist es Zeit für die Zivilgesellschaft, diesem irren Treiben schnell und ohne auch nur 1 Sekunde zu zögern, ein rasches Ende zu bereiten.

Schluss o h n e lustig!

- - - - -

Nachwort:

In derZeit vom 22. Oktober, Seite 13, gibt es einen sehr interessanten Artikel zur Entwicklung der DB mit dem Titel: „Sie nennen es Sterbehaus“. (Leider ist er noch nicht online verfügbar) Darunter ist das häusliche Ausgedinge gemeint, in dem die pensionierten Alt-Vorstände ihre Freizeit verbringen, in der Hoffnung vielleicht noch einmal gefragt oder gebraucht zu werden.

Ich zitiere sinngemäß einige Passagen daraus:

- Der Slogan der Deutschen Bank: „Vertrauen ist der Anfang von allem“, hat sich längst ins totale Gegenteil verkehrt, zumal die DB ca. 6.000 Prozesse anhängig hat und heute als Hort der Geldwäsche, Steuerkriminalität und Zinsmanipulation gilt. Seriösität und Verlässlichkeit gehören - offensichtlich - nicht mehr zum Geschäftsmodell.

- Im „Sterbehaus“ residiert die alte Garde, genau jene CEO`s also, die für die Misere direkt verantwortlich sind. Aus pensionären Loylitätsgründen reden sie auch nicht gerne über die Vergangenheit und das Zitat, das an die italienische Mafia erinnert, hört man oft: „Das Gespräch hat nie stattgefunden“ – wie die Redakteure derZeit berichten.

- Die DB hat einen nicht unbedeutenden Anteil an der Krise 2007 bis . . . . zumal sie selbst nach dem Ausbruch weiter auf den Einbruch der Weltwirtschaft wettete als auch nach der 1. "Rettung Griechenlands" weiter Anleihen zu einem billigen Preis aufkaufte. Diese verkaufte sie später an die IKB (die vom Staat "gerettet" werdeb mußte) und so profitierte die Deutsche Bank indirekt vom Steuerzahler. Die vollmundige Ansage von Ackermann - wir brauchen keine Staatshilfe - war nur ein naiver PR-Schmäh. Auch ist die DB nach wie vor einer der größten Player im Hochfrequenzhandel, der nicht unbedingt kleine Anleger bevorzugt - um es mal anders rum zu formulieren.

- Der einzige Vorstand, der sich gegen all diese Machenschaften stellte, war Otto Steinmetz. Er wurde gefeuert und er verlor einen 4-jährigen Prozess gegen die DB. Er stellte sich gegen die Macht der Investmentabteilung unter Anju Jain, dem späteren Vorstand im Duo mit Fitschen. Jain hat die Bank mittlerweile verlassen - Fitschen wird ihm nächstes Jahr folgen.

- 1989 erstellte die Strategieabteilung einen Bericht, der den Kauf der britischen Investmentbank Morgan Grenfell ablehnte. Der damalige Vorstandssprecher Herrhausen schob die Kritik mit den Worten: „Gute Arbeit, haben sie bitte Verständnis dafür, das wir uns anders entschieden haben“, einfach weg.

Hilmar Kopper (Vorstand von 1977-97, danach noch 5 Jahre im Aufsichtsrat), der ihm nach folgte, setzte den Fokus auf das Investmentbanking.

Ackermann, der Ralf Breuer 2002 ablöste, etablierte das „Group Executive Committee“, das unter dem Vorstand angesiedelt war aber alle Entscheidungen im Investmentbanking unabhängig traf.

- 2005: Für Ackermann ist eine Eigenkapitalsverzinsung von 25 % das oberste Konzernziel!

- An Boni sollen über 15 Jahre ca. 45-50 Mrd. Euro ausbezahlt worden sein.

- „Bankraub von Innen“ kann man die Strategie der verantwortlichen Vorstände benennen, zumal sie sich an den Boni in Mio.-Höhe labten, nebenbei fast alle Industriebeteiligungen verkauften, kaum noch im ursprünglichen Kreditgeschäft tätig waren und die Gewinne zu einem großen Teil aus „übel riechenden Geschäften“ lukrierten, für die bis jetzt ca. 9 Mrd. Euro an Strafen für Vergleiche zu berappen waren.

- Ein nicht genannter Vorstand des „Sterbehauses“ meinte: „Wir waren alle taktisch – haben alle gelogen“.

- - -

Ob John Cryan ein Neustart gelingen wird, steht in den Sternen, obwohl er alles daran setzt, die Vergangenheit rasch zu entsorgen:

so mussten 5 von 8 Vorständen die DB verlassen, er hat das „Group Executive Committee“ aufgelöst und treibt den Umbau radikal voran. Obwohl er schon bei der UBS bewies, was in ihm steckt, bleibt es offen, ob er die DB wieder zu der einst seriösen und verlässlichen Bank zurückführen kann. Zu sehr ist sie in ihre jahrzehntelangen Malversationen verstrickt, sodass der Weg zum Erfolg, ein sehr, sehr steiniger werden wird.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (73)

Costa Esmeralda 25.10.2015 | 19:12

Lieber Otmar,

einen herzlichen Dank nach Wien! Du siehst, wie die deutsche Kapital-Fraktion eifrig an ihren Stuhlbeinen sägt. Schafft sie es noch, wenigstens einiges Kapital ins Ausland zu schaffen, bevor sie die deutsche Zivilgesellschaft im Dunkeln lässt? Es stinkt gewaltig in der Republik. Ich weiss nicht, ob sich der Mief schon beim Kanzlerinnen-Essen verbreitet?

Wir hören voneinander.

Beste Grüsse und noch einen schönen Sonntagabend, CE

Pregetter Otmar 25.10.2015 | 19:30

So - nachdem die Zusammenhänge für ökonomisch nicht so versierte Leser nicht ganz einfach ist, habe ich zum Schluss noch ein Beispiel eingefügt.

Dieses zeigt anhand von einfachen Ziffern die elementaren Verschiebungen des Risikos auf, wenn man die Verschuldung aufkosten einer soliden Eigenkapitaldecke (die ja dazu dient, etwaige Verluste "aufzufangen") b e w u s s t in die Höhe treibt.

Die einzigen Profiteure sind immer die Bankeigentümer - und wenn wir nun den Gedanken auch zu Ende denken, dann haben genau wieviele BürgerInnen Bankaktien ... ?!

Pregetter Otmar 25.10.2015 | 20:13

Wachstum - Zinseszins + Kreditausweitung?

Ich habe dies aus meiner Sicht mal klargestellt, weil hier die Begriffe Produktivität und Rentabilität (also der Zins) verwechselt werden.

Stephan Schulmeister meint immer: "so lange das Wachstum (die Produktivität) grösser als der Zins sei ... gäbe es kein Problem"?

https://www.youtube.com/watch?v=qB9seP4Zxzg

Ich sehe das nicht so - und habe es ihm mal vor 4 Jahren erklärt, siehe ab Min. 62 ca.

- ab Min,. 55 erkläre ich die Zusammenhänge - Schulmeister bestätigt, dass er das Geldsystem nicht verstanden hat

- ab Min. 62.50 stellt ein Kinogast die Frage: woher kommt das Geld für den Zins? und Schulmeister antwortet ... mit dem BIP... der Rentabiltät ... usw.

Gegen Ende , ab Min 72.40 ca, erkläre ich ihm die Zusammenhänge, d.h.

- Produktivität erzeugt kein Geld ...

- dasselbe gilt auch für die Rendite!

Heinz 25.10.2015 | 20:40

«Stephan Schulmeister meint immer: "so lange das Wachstum (die Produktivität) grösser als der Zins sei ... gäbe es kein Problem"?»

Damit hat er ja auch recht, weil der Markt so komplex ist, daß niemand merkt, daß der Zins letztlich von einem anderen Kredit bezahlt worden ist, also von einer positiven Rückkopplung; positive Rückkopplung ist, wenn du Radio hörst und mit der Moderation telefonierst, dann pfeift es.

Beim Geld ist das auch so, ... Draghi läßt ja schon pfeifffffen :-)

Heinz 25.10.2015 | 21:10

Wir leben schon seit Jahrzehnten in einer Gesellschaft mit Postwachstum, nur merken die meisten Leute das nicht, weil weiter Geld (wider besseres Wissen) geschöpft wird; inzwischen haben wir eine GeldUmlaufquote unter 1, also mehr Geld, als Waren und Dienstleistungen nachgefragt werden.

Ich kann mich noch an Umlaufquoten von ca 7 erinnern - lang, lang ist's her und damals gab es auch noch ordentliche Wachstumsquoten, um das zerstörte Europa nach dem WK2 wieder aufzubauen. Damals stimmte diese Regel ja auch noch: Solange (echtes) Wachstum > Zins, läuft der Laden.

Das ist aber auch schon lange her.

Heinz 25.10.2015 | 22:54

In Minute 58 dagst du: Wir sind der Staat.

Das ist falsch, weil der Staat eine juristische berson ist mit Vertreterversammlaung/Aufsichtsrat (Parlament), Vorstand (Regierung), wir sind also nicht der Staat, sondern die Gesellschafter, also die Eigentümer.

Ich bin der Staat, konnte nur ein Absoluter Feudaler sagen; aber die haben wir ja zum Teufel gejagd.

Inzwischen tun die selbst ernannten PolitEliten so, als gehöre ihnen der Staat, da müssen wir noch lernen, denen ganz kräfig auf's Maul zu hauen.

Heinz 26.10.2015 | 09:45

Sicher weiß ich, wie du das gemeint hast, der Spruch kommt aber aus der nazionalen Ecke und hatte und hat den Zweck, BürgerInnen in die Staatszwecke einzuspannen.

Die Erkenntnis, daß wir eine Zivilgesellschaft sind und der Staat ein Verein dieser Gesellschaft von Eigentümern eröffnet ganz andere Positionen gegenüber der selbst ernannten LügenPolitik, die sich immer noch wie die Kurfürsten geben.

Als Eigentümer habe ich Verantwortung und die LügenPolitik hat Pflichten, die ich einfordern kann.

Pregetter Otmar 26.10.2015 | 10:39

Najo ... Du willst mir ja nicht allen Ernstes einen Bezug zur "nazionalen Ecke" unterstellen, nehme ich mal an!

Das wäre dann auf dem Niveau, wo - auch hier im Freitag, oder war`s doch der Donnerstag. . . ;) - mir einige sogar die Erklärung des Begriffes "Fiat-Money" als FPÖ-lastig ... andichten wollten.

Als Zivilgesellschaft - das ist mein Bezug - sind wir an a l l e n Einrichtungen des Staates MITbeteiligt (egal in welcher Form der Rechtskörperschaft oder welcher staatlichen Machtkonstellation, Legislative, Exekutive usw.) und daher auch MITverantwortlich!

Wir alle ... lassen uns von einem Geldsystem "beherrschen", das nachweislich noch nie funktionierte - und das alle in Kenntnis der expontentiellen Kurve für Schwachsinn halten müssen.

Und nun können wir trefflich darüber streiten, w i e s o ... dieses System über Jahrhunderte "funktionierte", wer an den Kriegen hervorragend verdiente - vor allem w i e s o kaum ein Medium und noch weniger jene, die sich als "4. Gewalt" im Staate geriereren und "echauffieren" . . . sich des Themas annehmen wollen. Und wenn - w i e s o sie nicht zur Quelle - also zur Wahrheit - vorstossen . . . ?

Du weisst ja, wie ich es meine ;-)

Heinz 26.10.2015 | 13:50

:-)))

einen aus der nazionalen Ecke kann man nicht sensibilisieren, also habe ich dir das nur darum vorgetragen, weil du kein Nazionaler bist.

«Als Zivilgesellschaft - das ist mein Bezug [meiner auch] - sind wir an a l l e n Einrichtungen des Staates MITbeteiligt (egal in welcher Form der Rechtskörperschaft oder welcher staatlichen Machtkonstellation, Legislative, Exekutive usw.) [MITbeteiligt oder Opfer, das ist hier die Frage]und daher auch MITverantwortlich![Mitverantwortlichkeit setzt einiges voraus:

1. Durchblick, Information, Wissen

2. Mitwirken, Einflußnahme

3. Zeit, sich darum zu kümmern]

In einer arbeitsteiligen, komplexen Gesellschaft, sollten wir davon ausgehen, daß alle ihren Job verantwortlich ausführen und das tun ja auch die meisten Menschen. Offensichtlich läuft in Europa und in der EU etwas so eindeutig schief, daß wir annehmen müssen, die LügenPolitik tut ihren Job schlecht.

Genau darum geht es mir, dafür sensibel zu werden, daß wir als Zivilgesellschaft die Arbeit an die Parteien abgegeben haben und die Parteien sind geschlossene Gesellschaften, die nicht das Gemeinwohl, die Allmende, die Commons im Fokus haben, sondern ausschließlich ihren Eigennutz.

Genau dort, beim Eigennutz, finden wir dann auch die Ursache dafür, daß keine Sau sich darum schert, was mit eine Geldpolitik der exponentiellen Kurven passiert, weil die Parteien von Parteispenden leben, die natürlich leicht mit dem Militäkomplex verdient werden können.

Pregetter Otmar 26.10.2015 | 19:13

Deine 3 Punkte sind ja der Antrieb, wieso Gunkl und ich "unterwegs" sind. Dass der Eigennutz alles überlagert - auch da stimme ich voll zu und würde darüber hinausgehen:

er scheint die alleinig treibende Kraft, vor allem in der Politik zu sein; jeder will sich seinen kleinen Schrebergarten "sichern" - am besten bis über seinen Tod hinaus.

Nachdem aber in derZEIT vom letzten Mittwoch sogar ein Arikel über Island und die Geldreform enthalten ist, scheint es doch allmählich zu dämmern ... das da was nicht so richtig ist :)

Heinz 26.10.2015 | 19:42

Dann ist da noch eine tief sitzende Furcht vor Mangel; in D haben wir 3 von 4 Generationen Mangel erlebt; der Aufschwung mit dem Wiederaufbau der zerstörten Städte hatte wie ein Märchen gewirkt, war aber bereits in den 1960ern vorbei und seit den 1970ern wird wieder Mangel mit der künstlichen Geldschwemme gedopt.

So langsam dämmert es den Medien, was für einen Schwachsinn die laufend verbreitet haben und verbreiten und vor allem, daß diese elenden Machenschaften mit dem Internet aufgedeckt werden.

Pregetter Otmar 26.10.2015 | 20:03

Dass dieZEIT, wenn auch in abgeschönter Form, über die Geldreform in Island berichtet - das ist für mich so ein kleines Indiz. Ich kann mich aber auch täuschen und sie wollten nur die leeren Seiten etwas aufpäppeln :)

Du kennst sicher das Buch von Naomi Klein: Die Schockstrategie? Die Finanzkrise war ja hausgemacht - was ein Blinder erkennen konnte. Der damit einhergehende - Stichwörter: Terror + zentrale Führung - Abbau der Demokratie, war das eigentliche Ziel, um das Endstadium der Umverteilung (1 % besitzt mehr als der Rest der Welt) zu etablieren.

Parlamente sind nur hinderlich.

Pregetter Otmar 26.10.2015 | 20:07

Die tief sitzende Furcht vor Mangel, kann ich bei den älteren Generationen bemerken. Bei den jungen hingegen - ist Konsum + Spass die treibende Kraft, aber auch so ab 25 beginnt bei vielen die 1. Dämmerstunde...

Das Netz ist genau das, was sie - noch - nicht so im Griff haben, um alles zu manipulieren. Asange + Snowdon usw. sind die wahren Helden unserer Tage - nicht die "Friedensnobelpreisträger" ...

Heinz 27.10.2015 | 10:20

Ich verfolge das auch in Radio, daß sich vermehrt kritische Stimmen in den LeitHammelMedien durchsetzen.

Ob die Finanzkrise genau so geplant war, wie sie dann eingetreten ist, wage ich zu bezweifeln, daß hieße, die Intelligenz der Aktöre zu überschätzen; eher trifft zu, daß die was geplant haben und das Ergebnis systemisch ist:

Jedes Desaster führt zu einer Umverteilung von unten nach oben.

Geplant war meiner Ansicht nach die Finanzierung des IrakKrieges, dazu brauchten die USA viel Umsatz, um Steuern abgreifen zu können, und einen Zustrom von Geld aus aller Welt; den erreichten die USA mit Billigkrediten und dem Versprechen hoher Renditen bei den Anlagen.

Daß sowas stinkt, sollte eigentlich jeder Bänker wissen, weil der Abstand zwischen Kreditzins und Anlagezins auch systemisch ist.

Zum Mangel kommt noch der mediale Mangel hinzu, wenn jeden Tag durch die Medien geplärrt wird, daß es zu wenig Arbeitsplätze gibt und zu viele Arbeitslose, die eigentlich nur elende Faulenzer sind, daß die Gier der Steuerparadiesler nicht für alle reicht, daß die LügenPolitik jeden Tag neue Schändlichkeiten erfindet, um das Volk draußen im Lande zu schröpfen.

Da entsteht auch bei Kindern und Jugendlichen ein Bild von Präkariat: Was soll's, Leistung lohnt nicht, weil sowieso nur Vitamin B weiter hilft.

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2015 | 19:54

Noch so'n Würmle:

..."Die Vorstandstätigkeiten von Mary Maxwell (Bill) Gates beschränkten sich dabei allerdings nicht nur auf den Non-Profit-Bereich. Mary Maxwell Gates arbeitete außerdem viele Jahre in verschiedenen Vorstandsfunktionen für große Wirtschaftsunternehmen. Dazu zählten: First Interstate Bank of Washington; Unigard Security Insurance Group; Pacific Northwest Bell Telephone Company (später US WEST Communications) und KIRO Incorporated"...

Geht halt weiterverarschen...

;-)

Pregetter Otmar 28.10.2015 | 01:02

Genau so geplant - glaube ich auch nicht ... ganz.

Es gibt aber 1 sehr entscheidendes Indiz, nämlich die in ca. nur 3 Wochen durch das EU-Parlament durchgepeitschte Änderung der Bankbilanzierungsrichtlinien im OKT 2008.

Berichtet hat damals nur die FTD.DE - sonst las ich nirgends darüber. Der Schmäh ... war ganz simple:

- nachdem alle toxischen Papierln im Umlaufvermögen (weil nur Spekuationsmasse und keine "Veranlagung", also kein Anlagevermögen) ausgewiesen waren, was bedeutet hätte, dass a l l e Banken diese so ca, auf null abwerten hätten müssen (es gab keine Marktpreise dafür, weil niemand den Schrott seiner Konkurrenzbank kaufen wollte/durfte!) - und dies hätte für (fast) alle größeren Banken die unmittelbare Insolvenz bedeutet,

- wurde einfach eine Regelung geschaffen, wo die Banken ihren Schrott ins Anlagevermögen "umbuchten" ... und dann unter dem Titel "hold to maturity" ... als "Anlagevermögen" auswiesen und eben n i c h t wertberichtigen mussten!

Die meisten hatten so eine Laufzeit von 5-10 Jahren und die Regelung gilt immer noch, d.h. die stärkeren Banken haben einen Teil abgeschrieben und verkauft ... und einige gar nicht so kleine dürften noch immer auf etlichen Mrd.-wertlosem Papier draufsitzen.

Aber - für 2008 konnten dann die "systemrelevanten" Banken eine Bilanz - allerdings mit Aussagewert z e r o ... - erstellen.

Tja ... creative accounting - eben ;-)

- - -

Ja, jede Krise dient nur der irren Umverteilung, dafür werden sie ja "geschaffen" ...

Pregetter Otmar 28.10.2015 | 01:17

Petrikovics war DER Star - nicht nur der Osterweiterung der österr. Banken, sondern auch DER Immo-Banker. Toll vernetzt - eh klar ... - aber dann kam eben der Größenwahn (o.k., ich nenne es mal so) dazu, dass man mit Mrd.Anlegergeldern (der Osten war für viele so was wie der Goldrauch in Alaska - damals) dazu. Und nachdem ein solche Top-Mann es nicht haben will, dass der Kurs der Aktien seines Unternehmens sinkt ... wurde über 2-4 Ecken (natürlich über Steueroasen - schon klar) der Kurs etwas "beeinflusst" - so to say.

Danach brachen alle Dämme - es gibt noch immer zig Anlegerklagen und die Chuzpe, sich auch noch zig-Mio Boni ohne Augfsichtsratszustimmung selbst zu genehmigen ... ging dann auch den "Haberern" (die kleine, feine Schicht der Banker kennt sich ja bei uns aus allen Cafes + Gasthäusern - und, nicht zu vergessen, den gemeinsamen "Jagden" ...) zu weit. Futterneid dürfte auch keine kleine Rolle spielen.

Irgendwann wirds dann jedem Aufsichtsrat zu bunt - und dann ists mit der Freundschaft bald vorbei.

Der Grund - oder sagen wir die eher unerfreuliche Ursache - wieso der Held fiel, war eine Banalität:

die Immofinanz hatte der "FPÖ-Buberlpartie" (die Prozesse werden bald anfangen) für einen Immo-Deal wo der Staat um ca. 1 Mrd. Immovermögen "verscherbelte" (unter der Schüssel-Haider-Regierung) - davon 1% Provision überwiesen . . . ;-)

Dummerweise - der Spruch: "w o s woa mei Leistung" ist seitdem der Slogan für die Kompetenz dieser Ex-Regierung - waren die Buben nicht so smart ... wie der Immo-Banker. Sie überwiesen die Summe zuerst nach Zypern, dann Malta und später dann LIE + einen Teil nach LUX - eh scho wissen, w i e s o.

Petrikovics ... wurde dann gefeuert - und sein Nachfolger musste diese "Kickbacks" einerseits aufdecken, weil die Eigentümer das Geld für die Buben zurückhaben wollten - und andererseits bekam auch die Finanz davon Wind.

Der Nachfolger konnte nicht anders ... und legte die Zahlungsflüsse nach Zxpern offen.

Damit begann der FPÖ-Korruptionsskandal - und dafür geht nun der Top-Banker in den Häfn.

Eine lange, nicht ganz saubere ... Geschichte.

iDog 28.10.2015 | 01:48

Ja was soll man dazu sagen. Es sollen Anfang 2014 etwa 7oo Billionen auf diese Art unterwegs gewesen sein - neuere Zahlen kenn ich nicht - ein Anwachsen dieser Zahl ist aber sehr warscheinlich, denn ein Zurück wird es auch hierbei nicht geben können .... und die DB hat 64 davon am Hacken. Bei den US Banken scheint es auch nicht anders zu sein.

Man fragt sich wie diese mit Einsätzen übervolle Wettbüros sich überhaupt halten können. Ob da irgendwann einer mal sehen will wie die Wetten wirklich stehen? Man hat eher nicht den Eindruck. Lieber wettet man darauf, dass das Wetten weitergeht.

Sind das nicht an sich alles Luftbuchungen? Wenn das Wettbüro durch einen Vertrauensverlust zb. in die benutzte Währung, durch ungünstige Wirtschaftszahlen, letztlich durch schlechte Bewertungen der Handelsbank selbst kolabiert, sind die meisten der tollen Lose auf jeden Fall Nieten ... ist das so vorgesehen?

Man nennt es dennoch Handel. Aber es ist ein Losbude ...

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2015 | 03:20

Es ist keine Losbude, kennst du Honeywell International?

Fast mit GE verschmolzen, das waere der groesste Laden auf der Welt geworden, oder Amancio Ortega? Irgendwo zwischen reichster Mann der Welt und Platz 4, schon mal von dem gehoert?

Die wissen ganz genau was sie auf der "Losbude" machen, noch mehr Kohle...

Es ist erstaunlich wie wenig die Menschen ueber die Losbudenbesitzer wissen...

Grupo Carso?

Das sind so komische Namen mit denen noch nicht mal das "Manager-Magazin" was anfangen kann, aber der Waehler schon.

Die "kaufen" keine Regierungen, haben die gar nicht noetig, die "machen" Regierungen.

;-)

Gruss

Pregetter Otmar 28.10.2015 | 09:06

Schau mal - SO werden die Daten erhoben ?!?!

https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Service/Meldewesen/otc_derivative_statistik_biz.html

Meldepflichtige

Kreditinstitute, die in ihrem Konzernabschluss für das der Erhebung vorangehende Jahr einen Nominalbetrag aller ausstehenden OTC-Derivate von mehr als 1000 Mrd. Euro oder einen Nominalbetrag ausstehender Kreditderivate von mehr als 100 Mrd. Euro ausweisen. . . ?

OTC = over the counter, d.h. die Ziffern werden nur zwischen den Banken hin- und hergeschoben und ob sie diese (beide z.B. über ihre gegenseitigen Forderungen/Verbindlichkeiten) so genau der BB melden - das weiß nur der Wind ;)

Siehe auch hier - Daten der BIZ. http://www.bis.org/statistics/derstats.htm

Mich würde es nicht wundern, wenn das Volumen mehr als das Doppelte der an die BIZ von den Banken gemeldeten Ziffern betragen würde. Vielleicht ist aber auch das zu niedrig angesetzt?

Wie die Wetten stehen - hmhm.

Es war eine größere US-Investmentbank ... glaube ich, die im Rahmen der Sub-Prime-Krise den Kunden Schrott andrehte - und dann darauf wettete, das diese Papierln "pleite" gehen, also eh nix wert sind, d.h. man macht ein "Geschäft" wo man FÜR den für die Bank notwendigen Profit wettet - und damit eben die Kunden - vorsätzlich und kriminell ... - schädigt! Dazu gibt es x-Beispiele...

Natürlich ist dies ein Nullsummenspiel - wenn die DB-Investmentbanker gewannen, steckten sie Mio- Boni ein, auf der anderen Seite liest man halt wenig über die Loser - zumeist nur dann, wenn irgendeine Landes- oder Regionalbank (die sich im IRRglauben mit den Big-Playern mithalten zu können mit diesen "anlegte"...) wieder vom Steuerzahler zu retten ist.

Ein Beispiel aus dem so "wunderschönen" Österreich:

Linz hatte (und hat) eine roten Bürgermeister, der mit der BAWAG

(der ehem. Gewerkschaftsbank - die auch durch YEN-Wetten des Sohnes des ehem. Direktors pleite ging - natürlich hat keiner der im Aufsichtsrat vertreteten ÖGB-Bosse etwas davon "geahnt", oder gar gewusst. Einer davon, Hr. Kaske, wurde in einer TalkShow gefragt: Na - und wieso haben Sie nicht nachgefragt, als Aufsichtsrat? Die Funkstille ... war nicht zu überhören ;) Mittlerweile ist er der Boss der AK-Österreich ... eine nicht ganz. untypische Karriere - nicht nur bei uns, denke ich).

eine Zins-Swap-Deal abschloss - eh nur so um di 500 Mio., also Pea-Nuts. Nun ergab es sich, dass daraus Verluste für die Stadt entstanden und auf einmal, heller Aufruhr, wusste keiner w e r ... für den Abschluss dieses eher einseitigen Vertrages "politisch zuständig" war. Es haben einige unterschrieben - auch der dam. BGM + sein Finanzreferent usw. usw. -

Der BGM meint lapidar: ich kann doch nicht jeden Vertrag lesen, den ich so per Tag unterzeichne (sinngem. zitiert) - und der Finanzreferent, immerhin ein studierte BWLer, sagte aus, dass das einzige (ich überzeichne etwas...) Finanzprodukt, das er verstünde, ein Bausparvertrag ... sei.

Nun - der BGM ging in die "wohlverdiente" Rente und für den Finanzreferenten hat die SPÖ wohl wieder einen Job "gefunden".

- - -

Ja, die Wetten gehen immer weiter, weil eben nicht offiziell (OTC) und beim Volumen dürften die Banken der BIZ auch nicht so die ganze Wahrheit mitteilen, schätz ich mal. Gedanken, dass sie das bei den Libor/Euribor-Betrügereien auch nicht taten - sind wenig hilfreich.

Die Gewinner stehen in der prallen Sonne . . . "Leistungsträger" - eben!

Die Verlierer werden, wie immer, vom Steuerzahler aufgefangen.

Und dieses Spiel wird spätestens seit 1929 so gespielt, in unterschiedlicher Ausprägung.

Dazulernen - vonseiten der Politik etwa gar - keine Chance!

Pregetter Otmar 28.10.2015 | 09:32

Luftbuchungen:

Ja - in dem Sinne, das sie eben nicht in der, der Steuerermittlung und den Rechnungslegungsgesetzen unterworfenen Finanzbuchhaltung aufscheinen ... eben ausserbilanziell und daher die freiwillige Meldung an die BB/BIZ über die "Aussenstände".

Nich Luft hingegen sind dann die eingetretenen Verluste - die müssen schon auch bezahlt werden - das wär ja noch schöner...

Und wenn man nun von den 64.000 Mrd. Derivaten der DB einen mikrigen Verlust von 1 Promille annimmt, dann ist das Eigenkapital eben futsch ... BUM.

Selbst bei einem Vierterl ... Promille, ist sie "insolvenzgefährdet", weil sie dann die gesetzl. Eigenkapitalanforderungen unterschreitet - und wer gibt der DB dann auch noch sein Geld (also kauf Aktien und erhöht somit das Eigenkpaital der DB) um diese zu "retten" ... ?

Da bleibt nur mehr der Staat ... genau jener Sektor der Wirtschaft, der von den "LeistungsträgerInnen + den Neocons" so gehasst wird ?!

Handel:

Es wird auf die Preisentwicklung von Reis, Zinn, Kakao oder auch den Zinsen gewettet - ja. Gehandelt, also ein echter Warentausch, erfolgt da nicht.

- - -

DIE Lösung wäre ganz einfach:

1.) A l l e dürfen wetten - müssen aber, am besten beim Finanzamt, den Gesamtbetrag der Wette mit EIGENKAPITAL hinterlegen.

Das wäre bei der DB ein schwieriges Unterfangen, weil a.) dies ja der Aufischtsrat absegnen müsste - und b.) kaum möglich, wie denn auch bei 64.000 Mrd. Wetten - und nur ca. 60 Mrd. Eigenkapital . . .

2.) Nur echter Handel (das war ja das ursprüngliche und auch sinnvolle Hedging, also das Absichern gegen Zinsen und Devisenkurse im Welthandel), also nachgewiesener Tausch von Waren, darf an einer Börse mit Hedging abgesichert werden. Früher war dies mal der Fall, wo eine Bank eben keinen "Eigenhandel" - sondern nur Geschäfte auf fremde Rechung und in fremden Namen durchführen durfte.

Eine sehr sinnvolle, uralte Regelung . . .

iDog 28.10.2015 | 12:21

Danke für die ausführlichen Erläuterungen. Wenn man das so liest, wundert man sich, dass es überhaupt so lange gut gegangen ist. Auch wundert man sich ein weiteres Mal über die unglaubliche Macht, die hier am hebeln ist, um diese immer wieder neu aufgelegten "Goldrush" Situationenen gegen alle juruistische bzw staatliche Regulierung und die "ökonomische Vernunft" ( was immer das auch sein mag - ein weites Feld je nach Überzeugung ) durchzusetzen.

Wenn man jetzt in der "Krisensituation" bzw in Zukunft von realwirtschaftlichem Nullwachstum oder generell rückläufigem Wachtum ausgehen muss, bzw. dieses schon jetzt von Wachstum auf dem Derivatenmarkt ersetzt wird, müsste doch dieser "Markt" an sich mitschrumpfen. Man kann ja nicht auf Handel wetten , der nicht stattfindet bzw höchstens noch auf die Frage, ob er stattfinden wird .... . Kannst Du zu diesem quais internen Widerspruch mal was sagen?

karamasoff 28.10.2015 | 13:41

Da wird man aber massiv dran gehindert.

Letztens kam da ein Radiofeature im BR2 über eine Österreicher, der über unübliche Lebensumstände im Schuhbusiness landete.

Der hat jenseits der üblichen Pfade Finanzierungen angeleiert, unter anderem auch eine eigene Gemeindewährung mitgetragen und ist dann irgendwann wegen nichtlegaler Bankgeschäfte angeklagt worden von der Austria-Ausgabe der BAFIN, der FMA.

Hier kann man sichs , noch , anhören

Heini Staudinger hiess der.

Pregetter Otmar 28.10.2015 | 15:21

Lieber IDOG,

mein lieber Freund Gunkl hat die Lösung: über Soziopathen ...

http://kabarett-und-kleinkunst.de/gunkl-ueber-soziopathen/

Ich schrieb ja einen Artikel über Wachstum - und Zins. Beides hängt nicht zusammen - weil es völlig egal ist, ob Konjunktur oder Rezession, das Geld - hier eben für Wetten aller Art - wird eben aus dem Nichts erzeugt: genauer - der Verlust aus aus den Wetten wird eben dann (Annahme: beie Vertragspartner sind Banken) einfach erfunden ... der Verlust dess einen = der Gewinn des anderen.

KonsumentInnen, die meinen, sich auf solche Wetten - also alle möglichen Produkte, die die Banken erfinden (wie z.B. die DB hat Wetten angenommen, um wieviele die Rezession noch tiefer sein wird ... die Commerzbank, glaube ich, liess auf Sterebetafeln von Lebensversicherungen wettetn - quasi, wer stirbt früher/später (?) usw.) einzulassen, sind halt selber schuld, weil sie kaum zu den Gewinnern gehören ...

Also: es ist kein Widerspruch, weil es keiner realen Güter bedarf um "Geld zu erzeugen" - sondern das jede Bank einfach nach Lust/Laune tun kann. (quasi fast unbeschränkt - siehe DB!)

Pregetter Otmar 28.10.2015 | 15:36

Heini ist mit uns mal im Burgkino "aufgetreten" ... ich kenne ihn.

https://plus.google.com/photos/118235186664200162503/albums/6050491133459343409/6210704810553976338?banner=pwa&pid=6210704810553976338&oid=118235186664200162503

Die FMA hat ihm "Einlagegeschäft" vorgeworfen und mit einer Finanzstrafe belegt. Ob er sie nun schon bezahlt hat, weiß ich nicht mehr genau. Er hat halt "private Einlagen" entgegengenommen ... was aber nicht bedeutet, dass er Geld "erzeugt" hätte; er hat ja nur zuvor schon vorhandenes Geld, als "Beteiligung" angenommen. Aber da spalten sich die juristischen Geister, wobei - so weit ich mich erinnere - auch deren Ansicht nicht wirklich der Realität, ich meine der Geldschöpfung, entspricht.

Kein Wunder, denn im österr. Bankwesengesetz - BWG, ca. 1.300 Seiten (vergleichbar mit dem deutschen Kreditwesengesetz) kommt das Wort Geldschöpfung / Buchgeld / Giralgeld usw . gar nicht vor ... auch nicht im noch detallierten "Kommentar zum BWG" - 2 Teile auch je so um die 1000 Seiten.

Dort gibt es so um die 100 Seiten zur Kommentare zur "Rechnungslegung" - aber auch wie die Buchgelschöpfung "funktioniert" wird nicht erklärt . . .

- - -

Er ist halt ein Rebell - ein sehr sympathischer, der nicht einknickt wie ein Grashalm, nur weil irgendein Beamter der FMA irgendwas in irgendeiner Zeitung vor sich herschiebt ...

etwas überspitzt formuliert ;)