GIER: Wirtschaftskrise mit System-Heute.21.15

Geldgeldsystem, $. "Der Vorgang mit dem Banken Geld erzeugen ist so simpel, dass der Geist ihn kaum erfassen kann" (John Kenneth Galbraith, Amerikanischer Ökonom und Präsidentenberater)
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Nach der ARTE-Doku: Troika - Macht ohne Kontrolle, folgt heute auf SERVUS - TV die ergänzende US-Dokumentation:

GIER - Wirtschaftskrise mit System, 21.15 h.

Univ. Prof. Dr. Haber (Donauuniversität Krems und kurzzeitig als Finanzminister Österreichs im Gespräch) und ich konnten einige Passagen kommentieren. Die Meinungen sind ziemlich konträr - auch klar, wenn ein "Experte" auf einen Geldsysestemkritiker trifft.

Die Dokumentation wird bereits zum 3. Mal ... gezeigt, was mich natürlich sehr freut. Sie wurde das 1. Mal im August 2013 und danach im Juli 2014 ausgestrahlt. Ich weiß zwar nicht, ob man in Deutschland SERVUS-TV empfangen kann, aber sie wird sicher so 1-2 Wochen auf der Mediathek als auch auf You-Tube, denke ich, zum Nachsehen sein.

Ich wurde ca. 1h45 Minuten interviewt und hatte keinen Einfluss darauf, welche Passagen letztendlich auch gesendet wurden. Ich bin zwar nicht restlos -aber zufrieden, zumal ich doch einige "Spuren" ... meiner Ansichten hinterlassen konnte.

Jedem wird gleich eines aufstossen:

nämlich die "Gold-Standard-Lastigkeit" der US-Wissenschafter, die sich dadurch erklären lässt, dass die meisten im Nahbereich zu diesen Thesen tätig sind und ihre Brötchen verdienen.

Ich teile nicht diese Ansichten, leider wurde meine Meinung diesbezüglich nicht gesendet.

Ich halte den Goldstandard für nicht geeignet, ein "stabiles Wührungs- und Geldsystem" zu schaffen und zu garantieren, weil einerseits z.B. die Goldbestände Österreichs einen Wert von ca. 8 Mrd. Euro betragen - und allein die aggregierte Bilanzsumme aller österreichischen Banken, die man ja fast 1 : 1 der "zirkulierende Geldmenge" gleich setzen kann, ca. 1000 Mrd. ausmacht.

Selbst wenn man Aufwertungsgewinne durch den Anstieg des Goldpreises die letzen Jahre mit dem Faktor 3 ansetzt, würden die "Währungsreserven" nur ca. 2-3 % der Geldmenge betragen: allein dieses Verhältnis erklärt für mich nicht ein stabiles Geldsystem, zumal die Banken - o h n e sich an diese Goldbestände der Nationalbank halten zu müssen - fast unbeschränkt das "Geld aus dem Nichts" erzeugen können.

Andererseits habe ich mit einem "Papiergeldsystem" kein Problem, wenn es sich dabei um SOUVERÄNES GELD handelt, d.h. wenn der Staat - und nicht die privaten Banken - das Geld als GUTSCHEIN und nicht als SCHULDSCHEIN, in die Wirtschaft bringt!

Ungeachtet dessen, zeigt die Dokumentation meiner Meinung sehr gut das US-System der FED (Zentralbank) auf, das ja im Gegensatz zur EZB andere Ziele - u.a. eben den Aufkauf der US-Staatsanleihen - hat.

Es wird auch klar und deutlich das "Geldringelspiel", das durch die irren Aussenhandelsdefizite der USA und den damit verbunden Aufkauf der US-Anleihen z.B. durch China, das ja der größte Gläubiger der USA ist, dargestellt.

Auch die Tatsache, dass es auf volkswirtschaftlicher Ebene - wieder anhand der US-FED-Staatsfinanzierung erklärt - NIE zu einer Tilgung der Staatsschulden kommen kann ..., sondern diese exponteniell wachsen, weil die alten Schulden wiederum nur durch Bankkredite + den Zinsen + der NEUverschuldung immer ansteigen m ü s s e n - wird mehrmals grafisch dargestellt und schlüssig erklärt.

Diese elementaren Zusammenhänge zwischen den Geld- und Güterströmen (Aussenhandel z.B.) sind leicht zu verstehen.

Wieso jedoch (fast) alle "ExpertInnen" als auch PolitikerInnen und die VertreterInnen der Medien, dies nicht "wahrhaben" - und/oder nicht verstehen wollen? - finde ich bezeichnend und selbstdisqualifizierend.

Wir leben in der bestausgebildetsten Gesellschaft e v e r . . . (ich weiß: morgen sind wir alle wieder g`scheiter geworden - hoffentlich!) - wieso es gerade beim Schuldgeldsystem an grundlegendem Verständnis derart mangelt, ist daher nicht zu aktzeptieren!

Aus diesem Grund bin ich seit einige Jahren "unterwegs", um eben genau diese simplen Zusammenhänge den Menschen verständlich zu machen und ich bin überzeugt, dass unser Schuldgeldsystem, die Hauptursache aller Finanzkrisen der letzten Jahrhunderte ist!

Es gibt etliche andere Lösungen und die Ideen sind nicht so weit voneinander entfernt, wie man auf den ersten Blick vielleicht annimmt.

Alle ziehen eine staatliche Geldschöpfung vor - gut so!

Dass es damit die Spekulationen irren Ausmasses als auch Finanz- und Immobilienblasen verhindert werden können, wissen alle! Am besten natürlich die "Banker" . . ., die mit ihrer schieren Allmacht dagegen opponieren und ihre Lobbygruppen auf die Parlamentarier ansetzen, um genau dies zu hintertreiben.

Ja - zu Beginn wird auch auf "Occupy-Wallstreet" eingegangen, die natürlich das Geldsystrem debattierten und auch genau darüber Bescheid wussten. Ob es reiner Zufall ist/war, dass sie (deshalb?) vom FBI und CIA "überwacht" wurden, darüber kann sich jeder von Ihnen seinen eigenen Reim basteln.

ad) VT + Antisemitismus usw.

Selbstredend wird darüber kein Wort verloren - das war auch ein wesentlicher Grund meiner Zusage, Kommentare abzugeben.

Alle die meinen hier sofort ihre "Antisemitismuskeule" auszupacken und durch die naiven Argumentationslüfte zu schwingen sei hier - wiederholt - gesagt, dass das Thema Geldsystem ein rein sachlich-ökonomisches - und der Zins nur ein mathematisches Problem ist. Die Keule schwingt also in Form der eigenen Disqualifikation zurück.

Nun - wenn Sie Zeit haben, gucken Sie mal rein: es lohnt sich.

Selbstverständlich stehe ich gerne der FC für Kommentare und einen fundierten Austauch zur Verfügung - ich freue mich darauf.

18:18 26.02.2015
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Geschrieben von

Pregetter Otmar

Prom. Ökonom, Uni-Lektor, Buchautor. Mein Credo: gute Recherche + griffige Kritik = Lesenswert.
Pregetter Otmar

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