Hypo-Bank: Der größte Raubzug Österreichs!

Geld,Kredit,Banken "Those who have the privilege to know - have the duty to act". (Albert Einstein)
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Der "Kriminalfall-Hypo" (so betitelte der Grüne Abgeordnete Werner Kogler seine Hypo-Aufklärungstour durch die österreichischen - wunderschönen - Landschaften; ich nahm an seiner sehr spannenden Präsentation im Feber in der Wiener Börse teil) - ist nun a m t l i c h.

Die zuvor von allen (ich gestehe, auch große Bedenken im Vorfeld gehabt zu haben) gering eingeschätzte "Untersuchungskommission", die vom ehem. Vizekanzler Spindelegger aus der Taufe gehoben wurde und wo er die ehem. Vorsitzende Richterin des OGH, Frau Irmgard Griss, mit dem Vorsitz betraute, hat nun ihren schonungslosen und in der Sache "knallharten" Bericht vorgelegt.

Und - fast einer "Revolution" gleich - regnete es allerseits ein großes Lob für den abgelieferten Bericht, dem ich mich zur Gänze anschließe. Das Interview im ORF erzeugte danach (fast) ein Erdbeben in den Medien.

http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/8871361

CHAPEAU - Respekt und Anerkennung auch von mir an dieser Stelle !!!

Ich hätte so etwas in Österreich nicht m e h r ... für möglich gehalten: ein herzliches Dankeschön.

"Grill for president" . . . überschlugen sich die Kommentare, aus denen sich eine derart tiefe Sehnsucht nach Sachverstand, klaren Worten abseits der Polit-Sprechblasen, Authentizität, Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber den Menschen herauslesen lässt, dass es jedem wohl darob die Sprache verschlug.

Frau Grill wurde über Nacht zum gefeierten (Polit) - Star und das wunderschöne daran ist, dass dies ohne große Medienunterstützung von LohnschreiberInnen "passierte", ohne das "erkaufte" Hochhypen irgendwelcher Figuren, die sich dann - so wie der ehem. Finanzminister, Karl Heinz Grasser - als Blender herausstellen. http://kurier.at/politik/inland/hypo-hype-um-irmgard-griss-frau-griss-for-president/100.559.461

In einem Land, wo die Packelei "erfunden" wurde (ich weiß, eine spitze Formulierung, aber ich lebe auch schon sooo lange hier - und tue dies immer noch gerne) und das Land bis hinunter zur Postenschacherei des "Wurstsemmeldirektors" in den Volksschulen in Rot/Schwarz aufgeteilt wurde . . . sind klare Worte, die die allumfassende Unfähigkeit a l l e r involvierten Organe (Regierung, Nationalbank und Finanzmarktaufsicht u n d die Landesregierung Kärntens, die die irren Haftungen für die Bank vergab, die das Jahresbudget um das 10-fache (!) überstiegen...) benamsen, ungefähr so selten wie ein Känguru . . ., das die Ampel von der Oper zum "Sacher" überquert, um sich dort an der Bar einen "G´spritzten" zu gönnen.

You understand?!

Falls Sie Zeit über haben, empfehle ich Ihnen die kurze Zusammenfassung des Berichtes zu lesen, er ist in der Qualität der Analyse, der Klarheit und leichten Veständlichkeit der Sprache - vor allem aber im messerscharfen "Urteil", ein Schmankerl der ganz seltenen Art. www.untersuchungskommission.at

Vom Bericht rückwärts gedacht, denke ich, ist es vielleicht für einige Leser interessant, wenn ich hier meinen Kommentar vom März (dem Beginn der unsäglichen Debatte um einen parlamentarischen U-Ausschuss - Rot/Schwarz wollte diesen gar nicht zulassen!) reinstelle. Aus der Kenntnis, wie das "Geld aus dem Nichts" funktioniert . . . fällt die Analyse von Banken, die beim Staat um "Rettung" bitten, ganz anders aus, als wenn man den üblichen Nebelgranaten der Banken und der Politik Glauben schenkt.

Also - bitteschön.

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Hypo: der größte Raubzug der österreichischen Geschichte!

„Ich habe mich kaum je unter den Menschen so fremd gefühlt als gegenwärtig, oder ist es eine Täuschung durch Vergessen? Das Schlimmste ist, dass nirgends etwas ist, mit dem man sich identifizieren kann. Alles brutal und verlogen.“ (Albert Einstein, Einstein sagt, Alice Calaprice, Hrsg.)

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht – aber aus meinem beruflichen wie privaten Umfeld trifft wohl kein Gedanke mehr den Kern der Stimmung in Österreich, als das Zitat von Albert Einstein. Es brodelt unter der „Tuchent“, wie man zwischen Gürtel und dem Ring in Wien so bezeichnend den Zorn über das totale Versagen, die entlarvende Unfähigkeit als auch Uneinsichtigkeit der Politiker, selbsternannten Finanzexperten und Banker, beschreiben kann.

https://lh5.googleusercontent.com/-NcnD89rrZ-I/VICKXebZogI/AAAAAAAAAjY/vGVmbQINAKg/w958-h719-no/Hypo%2B-%2BK%C3%A4rnten%2B-%2BUdine.jpg

Eigentlich eine coole Werbung der Hypo aus Udine, die nach den Malversationen rund um die Bank nun etwas "abgehangen" klingt." Im Sujet wurden mit - "Schützen Sie Ihre Ersparnisse vor Schlechtwetter" und „Wählen Sie die Ruhe und Rendite, die unsere Anleihen bieten" die Anleihen der Hypo beworben.

Hypo: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“

Das Zitat von Bertold Brecht trifft den Nagel auf den Kopf, denn der gewaltbehaftete Raub einer Bank ist in seinem Sachschaden völlig unerheblich zu den Mrd. Verlusten, die nun von einer in sämtlichen Belangen des Krisenmanagements versagenden Regierung, dem Steuerzahler umgehängt wird.

Bankräuber: mieses Einkommen von „prekär Beschäftigten“.

Wie eine Untersuchung ergab, zählen die echten Bankräuber (jeder erinnert sich an klingende Namen, wie z.B. Bonnie & Clyde, John Dillinger oder früher Butch Cassidy) zu den „prekär Beschäftigten“ (es ist ja kein eight-to-five-job) und sie sind überdies auch noch echte Geringverdiener. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/statistik-bankraeuber-verdienen-schlecht-a-838450.html

Zwar liege das durchschnittliche Einkommen in England bei ca. 20.331,- Pfund und Jahr (ca. 25.000,- Euro) aber ein Leben mit starken Autos, in den schönsten und teuersten Orten der Welt und natürlich immer in einer Umgebung mit den attraktivsten „Bräuten“, wie uns der Film „Ocean`s Eleven“ vorgaukelt, lässt sich damit nicht finanzieren. Dass auch noch jeder 3. Versuch ohne Einnahme endet, macht das Leben auch nicht erträglicher.

In den USA - „The Land of the Free“ – sind sie aber echt arme Schlucker, denn mit 4.330,- US $ / je Bankraub (ca. 3.500,- Euro) den man auch noch durch die Anzahl der Räuber dividieren muss, lässt sich nicht weit springen.

Hypo-Kärnten: DER größte Betrug der österreichischen Steuerzahler!

Die Einnahmen der echten Bankräuber sind nicht mal die berühmten „Peanuts“ gegen die Provisionen für die Kreditvermittlung, vor allem aber die „widmungswidrige Verwendung“ beim schweren Kreditbetrug – wie der Schaden der Hypo-Kärnten, der so zwischen 13-24 Mrd. Euro liegen dürfte, (wenn man die bisherigen Subvention von ca. 4 Mrd. hinzurechnet) beweist. Ob Bertold Brecht dies bei seinen Gedanken auch so drastisch schon vor Augen hatte, ist nicht überliefert. Ich will mich aber dem Thema „Hypo“ (HGAA: Hypo Group Alpe Adria) von einer anderen Seite nähern – nämlich:

Eine (Landes-)Bank als „kriminelle“ Gelddruckmaschine?

Vor dem Hintergrund des Wissens um die „Gelderzeugung aus dem Nichts“ werden die kriminellen (dafür gab/gibt es etliche Belege) Handlungen offenkundig als auch die derzeitige Diskussion mangels Kenntnis der Geldschöpfung der Banken in einem völlig anderen Blickwinkel zu betrachten ist:

- für die irre Ausweitung der Bilanzsumme (= Kreditvergabe) von ca. 8 auf über 40 Mrd. Euro, wäre die Landeshaftung nicht notwendig gewesen, weil die Banken jederzeit „Geld aus dem Nichts“ selbst erzeugen können. Diese Geldausweitung durch Kredite wird (neben der Eigenkapitalausstattung) nur durch die Mindestreserve von 1 % (bei einer Bilanzsumme von 100 muss 1 Geldeinheit bei der EZB hinterlegt werden) eingeschränkt. Die Mindestreserve betrug vor ca. 2 Jahren noch zwei Prozent. Die Senkung hat also eine Verdoppelung des Kredithebels aller Eurobanken bewirkt;

- unbestritten ist hingegen, dass mit den Landeshaftungen nach außen hin (Sie wissen, man muss die „sensiblen Finanzmärkte beruhigen“) der Eindruck einer soliden und seriösen Bank vermittelt wurde;

- die leichtfertige Vergabe von Krediten (= selbst erzeugte Buchungszeilen im Computer) vor allem der südeuropäischen Töchter, die nicht der österreichischen Aufsicht unterlagen, wird nun tagtäglich breit debattiert, gleichwohl gerade diese Kreditexpansion seit Jahren bekannt war;

- „Non Performing Loans“ (NPL-zweifelhafte Kredite) im Ausmaß von bis zu 70% (!) des Kreditvolumens sind bis heute in keiner einzigen Bank aufgetreten! Dies vor allem deshalb, weil sich Banken bei Kreditnehmern entweder über deren Realvermögen (Grundstücke, Wertpapiere u.a.m.) absichern oder sofort in das Einkommen der Kreditnehmer Exekution führen und sich schadlos halten können. Dadurch liegen über Jahrzehnte betrachtet, die NPL und Kreditausfälle im Bereich von 0,5 – 1,0 Prozent des Kreditvolumens - anders gesagt:

wenn 7 von 10 Krediten als „uneinbringlich“ bewertet werden, kann man ohne viel Nachzudenken von betrügerischen und kriminellen Absichten ausgehen!

Dazu ein einfaches Beispiel:

An ein Unternehmen wird ein Kredit von 100 Mio. vergeben, wobei die „Sicherheitsprüfung“ mangelhaft ausfällt. Der Kreditnehmer erhält diesen Betrag auf seinem Kreditkonto gutgeschrieben - überweist dann so nacheinander fünf mal 10 Mio. auf sein Privatkonto in Zypern - dort weiter nach Luxemburg - weiter nach Liechtenstein - und zum Schluss auf irgendeine britische Bank in der „City of London“. Mit dem Rest baut er, vielleicht, einen Rohbau eines Hotels um 30 Mio. Euro und danach geht er in Konkurs. Er kann seinen Kredit nie tilgen, hat aber das übrige Geld längst über Off-Shorekanäle verschwinden lassen. Bei jedem Bankbetrug gilt der simple Zusammenhang:

Das Geld ist nicht weg – es hat nur ein anderer!

Damit nun die Gerichte nicht so schnell dem Fluss des virtuellen Geldes folgen können, haben die Regierungen mit der Duldung von Steueroasen mitten in der EU (Zypern, Malta, Liechtenstein, Luxemburg, vor allem aber „The Citys of London“ und die Kanalinseln, die dem Einflussbereich der Queen unterstehen) ein perfektes Netzwerk der Steuerhinterziehung und Geldwäsche geschaffen:

Nein - dies ist kein Zufall!

Wenn es also darum geht, dass IMMER nur der Steuerzahler eine Bank – also die Bankeigentümer! – retten soll, dann wird die alles entscheidende Frage:

Wohin ist das Geld verschwunden?

nie gestellt. Man würde sodann sofort in irgendwelchen dunklen Einbahnstraßen suchen müssen – und JA, man würde sehr rasch fündig werden.

Österreich: Die letzte „Steueroase“ – der sicherste Platz für Steuerhinterzieher

Übrigens - Österreich selbst hat großen Anteil an der Vertuschung und Ermöglichung solcher Transaktionen und ist nun das letzte Land (sogar Luxemburg hat nach der Schweiz klein beigegeben), das die EU-Zinsrichtlinie n i c h t unterschrieben hat. Mit dieser Vereinbarung verpflichten sich alle EU-Staaten zum automatischen Informationsaustausch über verdächtige Fälle der Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Dass gerade die Sozialdemokraten auch noch das Steuerabkommen betreffend der „nicht versteuerten Vermögen“ mit der Schweiz und Liechtenstein unterschrieben (die SPD ließ diesen ungustiösen Deal Schäubles mit der Schweiz platzen, kaufte etliche Steuer-CD`s woraus Ende 2013 auch der Sozialschmarotzer Hoeness als Zocker und Steuerhinterzieher hervorstach) das die Schwarzgeldbesitzer amnestiert und nur einen Teil der Vermögenszuwächse pauschal versteuert, macht keinen schlanken Fuß. Die Chuzpe liegt vor allem darin, dass weder das Schwarzgeld angetastet (also nach versteuert) wird und überdies die Steuerhinterzieher weiterhin anonym bleiben. Ich erspare Ihnen bei dieser Gelegenheit auch noch auf die volksverdummbeutelnden „Argumente“ der Faymann-Regierung zum Bankgeheimnis (das Sparbuch der Oma darf nicht angetastet werden u.ä.m.) näher einzugehen.

Das Mantra lautet: Ich schütze die Reichen – und verhöhne alle ehrlichen Steuerzahler!

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Deshalb - einige wirklich unangenehme Fragen:

- Die Hypo erhielt ca. 24 Mrd. aus den verkauften Anleihen: wohin ist das Geld geflossen?

- Der Staat pumpte bis heute ca. 5 Mrd. in die Bank: an wen wurde das Steuergeld ausbezahlt?

- Wieso soll der Steuerzahler die restlichen Anleihenbesitzer (es sind angeblich noch ca. 13 Mrd. offen) bedienen, wenn die Hypo wie jede Bank sowieso „das Geld aus dem Nichts“ erzeugen kann?

- Wer sind die Begünstigten der irr hohen, zweifelhaften Kredite (NPL)?

- Über welche Steueroasen wurden die nun uneinbringlichen Kreditauszahlungen überwiesen?

- Wurden in diesem Zusammenhang Informationen eingeholt und was ist das Zwischenergebnis dieser Untersuchungen?

- Welche (österreichischen) Politiker haben von den lockeren Kreditvergaben über zwischen-geschaltete Strohmänner und/oder „Beratungsfirmen“ profitiert?

- Wieso wurden gerade jene Personen/Institutionen mit der Lösung (Task-Force etc.) betraut – die Bestandteil des Problems sind und zuvor bereits ihre Inkompetenz bestätigten?

- Was sind die Erkenntnisse der ca. 300 Mio. teuren Beratungsleistungen?

Usw. usw.

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Bleibt auch diesmal dem Steuerzahler nur das „Bummerl“?

Manchmal werde sogar ich müde, all die medialen Vertuschungs- und Vernebelungsgranaten der Regierung, die von machtgeilen Vermögenden und natürlich den „Finanzmärkten“ wie einfältige, blökende Schafe durch die Arena getrieben werden, zu entschärfen.

- Vizekanzler Spindelegger, der „Lehrbub“ als Finanzminister (er verfügt über keine kfm. Grundkenntnisse) wollte das Gutachten des Hr. Wymann nicht öffentlich bekannt machen: bitte nicht nach dem wieso fragen …

- Dass er von BK Faymann keine große „sachliche“ Unterstützung erwarten kann, brauche ich nicht näher analysieren

- Die „Experten“, allen voran jene der Nationalbank und der FMA (Finanzmarktaufsicht), haben sich seit Jahren als inkompetent erwiesen und spielten im Duett mit der Politik dass „die-Hypo-ist-systemrelevant-Spiel“, das außer ihnen keiner mehr glaubt.

- Die Abgeordneten der Regierungsparteien können, vielleicht, „Hypo“ buchstabieren und damit ist ihre Kompetenz (ich weiß, ich überzeichne ein bisschen) genügend umschrieben. Sie werden aber sicher zur Stelle sein, wenn es darum geht, bei der entscheidenden Frage im Parlament ihr „Handerl zu heben“.

Dass das NEIN zu einer Insolvenz der Hypo für alle zuvor Benamsten die „logischste“ und einfachste Lösung ist, liegt auf der Hand. Dies vor allem deshalb, weil diese Variante auf elegante Art ihre völlige Verantwortungslosigkeit und ökonomische Einfältigkeit unter den Teppich kehren soll – oder was da noch an Ungutem ans Licht der Öffentlichkeit kommen könnte. Blöd nur, dass ganz Österreich dagegen ist und sich nicht mehr von mit „naiv“ wohlwollend qualifizierten PolitikerInnen ein A für ein U vormachen lässt.

Die einzige Chance für dieses Politpersonal liegt in einem JA zur Insolvenz und einer substantiellen Beteiligung der Gläubiger – eben nach den allseits bekannten und bei jedem Feuerwehrfest von den Apologeten der Marktwirtschaft heruntergeleierten Prinzipien, dass eine hohe Rendite auch ein entsprechendes Risiko als „Beiwagerl“ inkludiert. Alle Details der Abwicklung sind de facto nur ein belangloses Nebengeräusch, um die sich echte Insolvenzexperten anzunehmen haben.

Es versteht sich von selbst, dass nur ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß ein (halbwegs) gerechtes Licht in diesen Kriminalfall bringen kann, denn nichts fürchten Politiker aller Couleurs mehr – als die WAHRHEIT!

Dass die Hypo der größte Bankraub der österreichischen Geschichte ist, ist längst jedem klar, der das 100%igen Schuldgeldsystems verstanden hat.

Bananenrepublik – bizarr.

- „Situationselastisch“ – oder rückgratlos?

Nachdem sich die beiden Staatsmanager, Faymann und Spindelegger, vor den letzten 2 Presse-konferenzen selbst wegdrückten, schuf der Verteidigungsminister die Wortcreation „situationselastisch“, die mit hämischer Begeisterung kommentiert wurde. Ja, rückgratlos ist der treffendere Begriff.

- Für Zahnspangen ist kein Geld da.

Der arme Gesundheitsminister musste öffentlich zugeben, dass er sein Wahlversprechen – Gratis Zahnspangen – nicht halte könne, weil das Geld hierzu fehle. Dass dieses Geständnis angesichts des Milliarden-Kriminalfalls-Hypo für die Menschen sehr „befremdlich“ klang, sah die Regierung rasch ein. Nun kommen sie doch (5000,- sind auch ein fetter Lappen Geld dafür, offen gesagt!) – aber erst per Juli 2015, weil man noch „verhandeln“ müsse. Ä h m …die Mrd. der Banken flossen innerhalb weniger Tage!

- Herr Kapsch: „Unerträglich für unsere Reputation“ …

meinte der Präsident der Industriellenvereinigung zu einer (angedachten) Insolvenz der Hypo. Seine Empörung steigerte sich furios weiter – „es ist ein Wahnsinn, eine Insolvenz auch nur in den Mund zu nehmen. Österreich hat bisher als höchst stabiles Land gegolten - und jetzt plötzlich soll der Staat eines seiner Unternehmen pleitegehen lassen“? (Kronenzeitung) Wenn der Industrieadel, der keinen öffentlichen Furz scheut, sein „Privatisierungslied“ bei jeder Hasenjagd zu singen auf einmal von Wahnsinn spricht, eine verstaatlichte Bank pleite gehen zu lassen, nur weil auch einige involvierte Industrielle Gerichtsurteile wegen zweifelhafter Geschäfte mit der Hypo befürchten müssen, dann ist glasklare Distanzierung nötig. Stimmt, ER ist „unerträglich für alle Steuerzahler“.

- IHS-Chef kategorisch gegen Insolvenz!

Auch er sang dasselbe „alternativlose“ Lied, dass die Pleite eines Staatsbetriebes keine „zulässige Frage“ und „prinzipiell keine Alternative“ sei. Also – irgendwie sind wir Normalos im falschen Film, denn genau jene erzkapitalistischen Vorbeter, die die Religion des freien Marktes („Invisible Hand“, you know) wie eine immer kleiner werdende Sekte herunterleiern und im selben Atemzug den Staat wie ein böses Monster verdammen, halten eine Bank, die gerade nicht mal 3% des Kreditvolumens ausmacht – und aufgrund irrer Malversationen verstaatlicht wurde - für „rettunspflichtig“?

Für ihn gilt dieselbe „Unerträglichkeit“ wie für Herrn Kapsch.

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Was zeichnet einen „HYPOchonder“ aus?

Willkommen im Club – aber nur wenn sie alle 3 Fragen korrekt beantworten.

- Ein Schuldenschnitt für die Anleihegläubiger würde diese so stark treffen, dass das Vertrauen des Kapitalmarktes in Österreich erschüttet werde, heißt es von den Gegnern einer Insolvenz oft. Doch wie viel an Zinsen lukrieren die Gläubiger eigentlich über die gesamte zehnjährige Laufzeit für die 12,5 Milliarden noch ausständigen Anleihen?

a) 700 Mio. b) 2,3 Mrd. c) 5 Mrd.

- Am Wochenende des 12./13. Dezembers 2009 wird die Hypo notverstaatlicht. Was machte der damalige Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler am Samstag des 12. Dezembers?

a) er war zu Verhandlungen im Finanzministerium und der Nationalbank in Wien

b) er war in München und machte den Bayern den Einstieg bei der Hypo schmackhaft

c) er verteilte in Klagenfurt 3 Mio. Euro als Inflationsscheck an die Bürger

- Bereits vor zehn Jahren hat die EU mit einer Übergangsfrist bis 2007 Landeshaftungen für Banken verboten. Kärnten hatte im Jahr 2004 acht Milliarden Euro an Hypo-Haftungen.

Wie hoch waren sie im Jahr 2007?

a) 5 Mrd. b) 15 Mrd. c) 25 Mrd.

P.S. Wenn sie sich weiter quälen wollen – nur zu: http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/series/game/vote.do?id=1568268

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Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht.

(Franz Kafka, Der Prozeß)

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P.S.

"Situationselastisch" wurde erst kürzlich zum UNwort des Jahres gewählt.

18:17 04.12.2014
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Geschrieben von

Pregetter Otmar

Prom. Ökonom, Uni-Lektor, Buchautor. Mein Credo: gute Recherche + griffige Kritik = Lesenswert.
Pregetter Otmar

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