Linke+ÖH UniWien: Pregetter, der Antisemit?!

Rosa Luxemburg Konferenz RLK-Wien: ich wollte 2 Vorträge halten - Radikale Linke und die ÖH Uni-Wien denunzieren mich als "Antisemit" - die Veröffentlichung meiner Klarstellung wurde abgelehnt?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

1. - 2. März - Rosa Luxemburg Konferenz:
ich wurde im Vorfeld als "Paradebeispiel für strukturellen Antisemitismus" von einer Plattform Radikale Linke ... denunziert.
Eine Chronologie der letzten 2 Wochen, die zu meiner Absage an der RLK führte.
- - -
Ich freute ich schon auf meine 2 Vorträge über unser 100%iges Schuldgeldsystem und die Falsifizierung des Neoliberalismus am 2. März, 11-15.00h.
- - -
Die "Radikalen Linken" denunzierten mich am 8. Feber als "Paradebeispiel für strukturellen Antisemitismus" ?!

Ich schrieb eine Klarstellung - die Veröffentlichung auf der RLK-Seite lehnten die Organisation jedoch ab.
-
Nachdem sich vor ein paar Tagen auch die ÖH UNI Wien ... diesen infamen Diffamierungen anschloss und sogar meinen Ausschluß von der Konferenz forderte - bekommt diese Causa eine ungleich wuchtigere Dimension.

Anbei alle Infos, zur Information.
- - -
Plattform Radikale Linke, 8. Feber 2019.
Ich zitiere:
"Ein Paradebeispiel für strukturellen Antisemitismus liefert auch Otmar Pregetter und schafft damit den Hattrick, was mehr als kritikwürdige Veranstaltungen auf der Konferenz betrifft.

Otmar Pregetter, der meint das „Plutokraten die Welt regieren“, will sich dem annehmen, was seit jeher das Ressentiment jener auf sich zieht, die von Gesellschaftskritik nichts wissen wollen und dennoch das „System“ kritisieren versuchen: Das Geld.

Dass er mit der Herrschaft des Geldes nicht jene des Kapitals meint, wird schon durch die Schreibweise des Titels der Veranstaltung ersichtlich: wer reGIERt das Geld? fragt sich der Ökonom und weist darauf hin, dass das „Schuldgeldsystem“ der Banken einfach „GELD AUS DEM NICHTS“ erzeugt.

Nicht die menschenverachtende Rechenweise des Kapitalismus an sich scheint ihm das Problem, die alles und jede nach Verwertbarkeitskriterien sortiert und zurichtet, und Menschen wie Staaten in Konkurrenz zueinander setzt, sondern die scheinbare Gier einer verschworenen, verdorbenen Clique, die mittels Geld und Schuld ihre Herrschaft über die Menschheit zementiert.

Dass diese Analyse nicht nur falsch ist und auf dem Schein der Oberfläche verharrt, weil sie nicht die Grundkategorien kapitalistischer Vergesellschaftung wie Ware, Kapital und Arbeit kritisiert, sondern auch gefährliche Nähen zu antisemitischen Gedankenbildern aufweist, liegt bei dieser moralisierenden und personalisierenden „Kapitalismuskritik“ auf der Hand.
- - -
Nun,
- ich kenne weder diese Plattform Radikale Linke,
- ich kenne auch keine Personen die dort aktiv sind,
- sie wandten sich vor dieser Denunzierung nicht an mich, um sich über meine Inhalte zu informieren,
- sie kennen weder mich - noch mein Programm dieser Konferenz.

Es geht - und ging - wohl nie um einen sachlichen Austausch - sondern nur um persönlichen Rufmord, um mich nachhaltig zu beschädigen.
Ein anderes Motiv kann ich nicht erkennen.
- - -
Siehe auch deren Homepage:
https://radikale-linke.at/de/kontakt/
- - -

https://www.facebook.com/notes/plattform-radikale-linke/gegen-nationalismus-und-antisemitismus-auch-in-der-linken/2071749422863043/

- - -

Meine Klarstellung.

Ich habe Sie am 13.2. an die Organisatoren gemailt. Leider wurde sie nicht veröffentlicht - und so hole ich das hier nach.

- - -

Sehr geehrter Herr Mag. Michael Wögerer,

Ich war auch, so wie Sie, der Meinung, dass die Rosa Luxemburg Konferenz eine Plattform der vielschichtigen Kritik des Kapitalismus, Neoliberalismus und den daraus entstehenden verheerenden sozialen und humanitären Verwerfungen und irren Ungleichheiten, ist.

Es gibt überall Splitter-Grüppchen, die - statt sich über Inhalte von Beiträgen zu informieren und sachliche Kritik zu äußern - in ihre charakterlichen Untiefen abdriften. Mangels ökonomischer Grundkenntnisse fühlt sich die „Plattform Radikale Linke“ dazu berufen, mich als „ein Paradebeispiel für strukturellen Antisemitismus“ zu denunzieren.

Diese Diffamierung erinnert mich an Jorg Haider, FPÖ, der Univ. Prof. Dr. Doralt unflätig anpatzte, nur damit nicht er sondern Dr. Moser (derzeit Justizminister und früherer Haider -Sekretär) RH-Chef wird. Sobald mein Rechtsanwalt den Tatbestand der üblen Nachrede und Kreditschädigung als gegeben ansieht, werde ich Klage gegen diese Gruppe einbringen. Dies zu Ihrer Information.

Zu meinen Inhalten zum Geldsystem stelle ich klar:

Ich bin promovierter Nationalökonom - kein Theologe! - und studierte auch in den USA in Berkeley, Cal. und der Cornell University, N.Y.State. Als Wissenschaftler halte ich mich immer an die empirisch-gesicherten Erkenntnisse – bin aber immer wieder über die erschütternde Unkenntnis vieler „Experten“ über unser Schuldgeldsystem und die Buchgeldschöpfung der privaten Banken erstaunt.

Dr. Bofinger hat wohl recht, wenn er im Handelsblatt vom 8. Feber meint: “Die Standardlehrbücher ignorieren immer noch die Fähigkeit der Banken, im Prinzip unbegrenzt Geld zu schöpfen. Sie beschreiben die Banken als reine Vermittler, die Kapital vom Sparer zum Investor durchleiten und verwenden Modelle, in denen das Finanzsystem für eine Körner-Ökonomie abgebildet wird“. (Dr. Bofinger ist Univ. Prof. für VWL an der Uni-Würzburg und Mitglied der 5 Wirtschaftsweisen Deutschlands – genannt Sachverständigenrat).

Der allseits bekannte Begriff - GELD AUS DEM NICHTS – beschreibt die Buchgeldschöpfung der Privaten Banken. Die Bundesbank schreibt dazu in ihrer Broschüre: Geld und Geldpolitik, für Schüler der Sekundarstufe VII im Kapitel 3.5 - Geldschöpfung, Seite 75, folgendes:

„Geldschöpfung bezeichnet die Schaffung von Geld… Wird einem Kunden ein Kredit über 1.000 Euro gewährt (z.B. Laufzeit 5 Jahre, 5% p.a.), erhöht sich die Sichteinlage des Kunden auf seinem Girokonto um 1.000 Euro. Es ist Buchgeld entstanden oder es wurden 1.000 Euro Buchgeld geschaffen. Die Buchgeldschöpfung ist also ein Buchungsvorgang“.

Dieser Buchungsvorgang der Buchgeldschöpfung wird seit ewigen Zeiten an allen Schulen gelehrt. Nachzulesen ab Seite 150 ff. wo die korrekte Verbuchung der Kreditaufnahme, der Tilgung und der Zinserlös vonseiten der Bank erklärt wird. ( Einführung in die Buchhaltung im Selbststudium, Band 1, Wilfried Schneider, Ingrid Dobrovits und Dieter Schneider, Wien, 2013).

Vor 100 Jahren schrieb der bekannte österreichische Ökonom, Ludwig Heinrich Edler von Mises in seinem Buch: Theorie des Geldes und der Umlaufmittel, 1914 / 1924, … “Kredite werden nicht durch Ersparnisse als Warenkredite gebildet, sondern entstehen als Fiatgeld ex nihilo (Geld aus dem Nichts) u n g e d e c k t, als Zirkulationskredit im Rahmen eines fractional banking“ (sinngem. zitiert).

1972 - Spiegel : Geld aus dem Nichts lautete der Titel eines Beitrages vom 18. September. Liest man den Artikel, so muss man zur Auffassung kommen, dass weder Ökonomen und noch weniger Politiker g`scheiter geworden sind. So schimpfte der damalige Vizechef der Bundesbank Emminger: „So machen die Privatbankiers das, was ihnen seit langem verboten ist: selber Geld . . . Das ist ein Rückfall in das vergangene Jahrhundert, wo jede Zettelbank Geld drucken konnte."

2012 – Dr. Jens Weidmann, Chef der Bundesbank, hält eine Rede mit dem Titel: Papiergeld - Staatsfinanzierung – Inflation: Traf Goethe ein Kernproblem der Geldpolitik? Weidmann bezog sich dabei auf Goethes Faust, wo er kurz an die Geldschöpfungsszene im ersten Akt von «Faust II» erinnert. Mephisto, als Narr verkleidet, spricht mit dem Kaiser, der von akuten Geldnöten geplagt wird. . . Später hält er fest: „Die Finanzkraft einer Notenbank ist dabei prinzipiell unbegrenzt, da sich eine Notenbank das Geld, das sie vergibt oder mit dem sie bezahlt, vorher nicht etwa beschaffen muss, sondern es quasi aus dem N i c h t s . . . erschaffen kann.“

Bank of England – Quarterly Bulletin 2014 Q1: Money creation in the modern society. Die britische Zentralbank erklärt: … “the majority of money in the modern economy is created by commercial banks m a k i n g l o a n s. Money creation in practice differs from some popular misconceptions — banks do not act simply as intermediaries, lending out deposits that savers place with them, and nor do they ‘multiply up’ central bank money to create new loans and deposits.”

Der weltweit anerkannte Chefökonom der Financial Times, London, Martin Wolf, kommentierte messerscharf die Richtigstellung der Gelderzeugung durch die Bank of England. „The giant hole at the heart of our market economies needs to be plugged. Printing counterfeit banknotes is illegal – but creating private money is not. The inderdependance between the state and the businesses that can do this is the source of much of the instability of our economies. It could - and should - be terminated”.

Ungleichheit: Why are the rich getting richer? In nur 3 Minuten bringt dieses Video den Zusammenhang zwischen Geldsystem und der steigenden Ungleichheit auf den Punkt! Andere Organisationen wie www.monetative.de, wo sich Prof. Huber seit Jahren um die Aufklärung zu unserem Geldsystem bemüht, als auch als die Vollgeldinitiative der Schweiz, sowie Positive Money . UK, stellen umfangreiche Informationen, Analysen als auch Lösungen zu unserem Schuldgeldsystem zur Verfügung.

2014: USA has become Oligarchy, No Democracy: Ein bestechender Befund, den die Princeton University (nicht wirklich ein Hort “antisemitischer Verschwörungspraktiker”) hier vorlegte. Die Studie der Professoren Martin Gilens und Benjamin I.Page analysierte 1779 Einflußfaktoren und kam zum Schluss: „Multivariate analysis indicates that economic elites and organized groups representing business interests have substantial independent impacts on US government policy, while average citizens and mass-based interest groups have little or no independent influence. The results provide substantial support for theories of Economic-Elite_Domination” …

Und mit Verlaub: wenn man sich die “österreichische Schmalspurvariante” – ja ich meine die großen Parteispenden der Konzerneigentümer – ansieht, dann braucht man kein großer Denker zu sein, um die Handschrift der Industriellenvereinigung im Programm der FPÖVP zu erkennen . . .

2016: Reichtum ohne Gier – Sahra Wagenknecht. In ihrem Buch geht sie im Kapitel – Wie entsteht Geld? (Seite 194) und konkret auf Seite 209 - Millionen per Mausklick – auf das Geld aus dem Nichts ein: „Anders als Bargeld können die privaten Banken elektronisches Geld aus eigner Kraft schaffen. Das ist ein großes Privileg gegenüber allen anderen Wirtschaftsunternehmen. Für ihre Kreditvergabe brauchen die Banken weder Spargelder noch Zentralbankkredite“.Ich frage mich, ob sie nicht die einzige Linke weit und breit ist, die unser Geldsystem verstanden hat?

Wer regiert hier eigentlich? In nur 8 Minuten zerdröselt Georg Schramm, der scharfzüngigste deutsche Kabarettist und widerspenstige Humanist, der sich kompromisslos, böse-brillant, konsequent der Aufklärung und Veränderung verpflichtet fühlt, die Tulpenspekulation und die Finanzkrise 2008 ff. Der Erich Fromm-Preisträger stellt die Gier – und Habgier – in das Zentrum seines Beitrages.

Brillant!

Käme auch nur irgendein vernunftbegabter Mensch auf die Idee, Dr. Bofinger (Sachverständigenrat) , Dr. Weidmann (Chef der Bundesbank), Martin Wolf (Chefökonom der Financial Times), die Ökonomen der Bank of England, Martin Gilens und Benjamin I. Page (Princeton University), Prof. Huber (Monetative), Sahra Wagenknecht oder Georg Schramm als „Paradebeispiele für strukturellen Antisemitismus“ . . . zu denunzieren, nur weil sie sich sachlich und sehr kompetent der Aufklärung unseres Geldsystems, der Finanzkrise und der von reiner Gier getriebenen Spekulation widmen als auch den Einfluss der reichen Eliten auf unsere Demokratie wissenschaftlich hinterfragen - und nach Lösungen suchen ?

Wohl kaum!

Wie Univ. Prof. Dr. Bofinger eingangs erwähnte, wird die Buchgeldschöpfung der privaten Banken in den Lehrbüchern nach wie vor ignoriert.

Es verwundert daher nicht, dass vielen Menschen die wahren Zusammenhänge unseres Geldsystem – Ungleichheit - Kapitalismus – Finanzkrisen (laut IWF gab es die letzten 100 Jahre 147 Bankkrisen) nicht bekannt sind. Genau aus diesem Grund wählte ich dieses Thema: es wird Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen.

Ich freue ich mich sehr auf die Rosa Luxemburg Konferenz und eine lebendige, sachliche Debatte mit all jenen, die sich konstruktiv austauschen und einbringen wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Otmar Pregetter

- - -

Denunzierung - ÖH UNI WIEN: sie fordert die Organisator_innen der RLK auf, mich auszuladen . . .
- - -
Am 26. Feber, 14.01h, veröffentlichte die ÖH UNI WIEN folgendes Statement auf ihrer Homepage (screenshots liegen mir vor):
- - -
Stellungnahme der ÖH UNI WIEN zur Entziehung der Unterstützung für die Rosa Luxemburg Konferenz 2019
https://www.flickr.com/…/…/47180866182/in/dateposted-public/

Ich zitiere nur die für meine Person relevanten Aussagen der ÖH UNI WIEN:

Seite 2:
Ein weitere Vortrag der auf der Konferenz stattfinden soll (Geld regiert die Welt … aber wer reGIERt das Geld? von Otmar Pregetter) propagiert verschwörungstheoretisch eine verkürzte Kapaitalismuskritik, indem Kapitalismus nicht als eine gesellschaftlich, historische gewachsene Form der Arbeitsteilung verstanden wird, sondern ein aus Gier entstandenes Gebilde kontrolliert von einer Elite. Die menschenverachtende kapitalistische Logik wird hier personalisiert und nicht als gesamtgesellschaftliches Phänomen kritisiert.
Diese nicht- materialistische Kritik sucht wegen ihres Moralismus nach Sündenböcken, was ein Merkmal des strukturellen Antisemitismus ist. All diese Beispiele können wir nicht als ein Bestandteil einer linken Debattenkultur hinnehmen.
https://www.flickr.com/…/…/47180868712/in/dateposted-public/

. . . Zur Krönung hat nun Otmar Pregetter in einer Nachricht an uns angekündigt, die „Plattform Radikale Linke“ aufgrund ihrer Vorwürfe juristisch wegen „Übler Nachrede“ und „Kreditschädigung“ klagen zu wollen. Um die Namen der - vermeintlich - Verantwortlichen zu eruieren, schreibt er davon, die Vertreter_innen der ÖH Uni Wien als Zeug_innen zum Prozess laden zu wollen.

Dass Pregetter auch in diesem Zusammenhang mit weiteren juristischen Schritten droht, zeigt unmissverständlich: Sein Verhalten ist jenseitiges , nicht nur unsolidarisches, sondern auch gefährliches, das in der Linken nichts verloren hat, und auf allen Ebenen zu verurteilen ist“.

Und weiter:
In Anbetracht des für die Konferenz angekündigten Programmes ziehen wir also unsere Unterstützung für die Rosa Luxemburg Konferenz zurück. Dieser Schritt ist nicht nur notwendig, weil sich die ÖH Uni Wien klar zu emanzipatorischen Schritten bekennt, sondern auch weil mehrere Veranstaltungen klar der Satzung der ÖH Uni Wien widersprechen, die die Förderung solcher Positionen ausschließt.
Gleichzeitig fordern wir die Organisator_innen der Konferenz auf, Pregetter auszuladen“
- - -
https://www.flickr.com/…/…/32290891807/in/dateposted-public/

Ähm ... das letzte Mal, als ich von der ÖH Uni Wien hörte, war im Zusammenhang mit dem "Rosa Cafe" ... wo ca. eine halbe Million Euro an Steuergeldern versenkt wurde. Seit damals dürften sich die "monetären- und ökonomischen Grundkenntnisse" nicht wirklich verbessert haben ...

By the way - gibt man bei Google den Begriff: ÖH UNI Wien ein, so landet man bei ca. 2,7 Mio Zugriffen.

Gibt man GELD AUS DEM NICHTS ein, so zeigt die Auswertung 342 Mio Zugriffe! Natürlich sagt dies rein gar nichts über die Bedeutung aus ... https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=ge%C3%B6d%20aus%20dem%20nichts&fbclid=IwAR3c7nkGq_Lnp10_BRrDyTzzRCRXAyra_Cqftar6j3QjWCoXwjAYPW0pjLM

- - -

Absage meiner Teilnahme an der Rosa Luxemburg Konferenz
27.02.2019, 23:50 (vor 2 Stunden)

Sehr geehrter Herr Mag. Wögerer,

zur infamen Diffamierung der Radikalen Linken vom 8.2., die mich ein „Paradebeispiel für strukturellen Antisemitismus“ nannte, habe ich Ihnen meine Klarstellung am 13. 2. übermittelt.

Ich ersuchte Sie zweimal, diese für alle Teilnehmer ersichtlich, zu veröffentlichen. Sie lehnten dies mit dem Hinweis, dass „sich die Lage beruhigt habe“ (?), ab.

Solch wüste Beschimpfungen kenne ich bisher nur von der FPÖ - nicht von – angeblich - Linken!

Es sind die Tatbestände der Üblen Nachrede (§ 111 Strafgesetzbuch) und Kreditschädigung (§ 152 StGB) erfüllt.

Beides ist strafrechtlich zu ahnden und wird mit einer Geldstrafe von bis zu 360 Tagsätzen oder mit einem bis zu 6-monatigen Gefängnisaufenthalt bestraft. Erfolgt die Verbreitung im Internet, beträgt das Strafausmaß das Doppelte.

Antisemitismus-Vorwürfe sind als schwere Rufschädigung zu werten. Es ist keine zu vernachlässigende Kleinigkeit, die man so locker vom Tisch wischt.

Die Entscheidung ist einfach:

entweder man will die primitive Denunzierung der Radikalen Linken unter den Tisch kehren, sie totschweigen, nur weil sich „die Lage beruhigt hat“ und man, typisch österreichisch, „keine Wellen will“ . . . oder man gibt dem Betroffenen die Gelegenheit, seine Klarstellung zu veröffentlichen und sich gegen solche Anschuldigungen zu wehren.

Ihre Entscheidung, mein Ersuchen nach Veröffentlichung abzulehnen, kann man nur dahingehend interpretieren, dass Sie sich mit den Denunzianten solidarisieren! Was das mit linker, sozialer, menschenwürdiger Einstellung und Werten zu tun hat, bleibt wohl Ihr Geheimnis …

"Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“

(verkürzt zitiert aus: Rosa Luxemburg: Die russische Revolution. Eine kritische Würdigung, Gesammelte Werke Band 4, S. 359.)

Ich sage daher meine 2 Referate am 2. März ab und beende hiermit auch meinen Kontakt mit Ihnen.
Ich ersuche Sie, meinen Namen aus der Liste der Unterstützer zu entfernen, danke.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Otmar Pregetter

- - - - -

Rosa Luxemburg Konferenz - mein Fazit:


Als Kritiker des Geldsystems und der irren Macht der Banken, bin ich so einiges gewohnt.“Unwissenschaftlich … Banken-Bashing“ sind so die gängigsten Unterstellungen, mit denen zumeist Politiker und ökonomisch Unbedarfte auffahren. Solche Beflegelungen entbehren einer sachlichen Basis und sind leicht zu entkräften.

Dass gerade – vermeintlich – Linke die Antisemitismus-Keule auf primitivste Weise schwingen, hat auch mich erstaunt.
Das gebe ich gerne zu.

Ich lasse die strafrechtlichen Tatbestände mal außen vor (es ist nicht lustig, wenn Studierende vorbestraft sind und ihre Studienberechtigung verlieren), so müsste ihnen zumindest bewusst sein, dass sie sich damit auf das inferiore Niveau mancher FPÖ-Denunzierung begeben.

Alle linken Gruppen und Personen, die sich nicht klar von solchen persönlichen Diffamierungen distanzieren - bedienen selbst nur eine rechtsradikale, menschenverachtende Politik.

Sie werden Eins mit jenen, die sie am meisten verachten!

- - - - - - - - - -

Nachschlag:

Die Kleine Zeitung schrieb am 27. Feber darüber

Sie zitierten die ÖH Uni Wien:

Dass Pregetter auch in diesem Zusammenhang mit weiteren juristischen Schritten droht, zeigt unmissverständlich: Sein Verhalten ist jenseitiges , nicht nur unsolidarisches, sondern auch gefährliches, das in der Linken nichts verloren hat, und auf allen Ebenen zu verurteilen ist“.

Die ÖH Uni Wien scheint auf der FB-Seite der Radikalen Linken als „Freund“ auf. Ich wies sie am 16. Feber darauf hin, dass im Falle einer Klage, sie als Zeugin einvernommen werden könnten.

Mal davon abgesehen, dass den „Führungskräften“ der ÖH Uni Wien das in der Verfassung verankerte Prinzip der Rechtsstaatlichkeit nicht bekannt sein dürfte, liegt dieser Ansicht eine sehr bizarre Logik zugrunde: kuscht man, lässt man sich brav und devot diffamieren, legt mal ein „linkes und solidarisches Verhalten“ an den Tag – wehrt man sich gegen solche Unwahrheiten, ist man „gefährlich und wird gnadenlos von diesen linken Grüppchen verurteilt“?

Sehr seltsam.

Seit Jahren regiert der sog. „Papageien-Journalismus“: alle schreiben von allen ab.

Der Qualitätsjournalismus, wo man noch selbst recherchierte, die Inhalte überprüfte usw., ist schon vor Jahrzehnten verstorben. Damit das so abgekupferte Erbrochene … einen eigenständigen Geschmack bekommt, werden die üblichen „Sättigungsbeilagen“ als Füllwörter beigemengt. Fertig ist der Bericht. (Anmerkung: als Sättigungsbeilage bezeichnete man in der DDR die „Speisekartenrubrik für Kartoffeln, Reis, Nudeln“.)

So gestrickte Artikel haben mit Qualitätsjournalismus so viel gemein, wie der Dalai Lama mit einem Meerschweinchen …

02:57 28.02.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Pregetter Otmar

Prom. Ökonom, Uni-Lektor, Buchautor. Mein Credo: gute Recherche + griffige Kritik = Lesenswert.
Pregetter Otmar

Kommentare 15