Wahlen in Zeiten"fokussierter UNintelligenz!

Kern, Kurz, Wahl2017 "Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd". (Otto von Bismarck).
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Der Begriff "fokussierte Unintelligenz" stammt vom Wiener Landeshauptmann Häupl. Ich weiss nicht, ob er diesen Spruch auch auf sich selbst bezog?

Die Wahl 2015 ging gerade noch gut (in den Umfragen lag die FPÖ teilweise schon vor der SPÖ - letztendlich siegte aber die SPÖ mit um die 40% und verlor fast 20% ihrer Wähler) und ich war seit langem wieder mal im Zelt der SPÖ zum Feiern beim Burgtheater. Die Worte Häupls schwingen noch in meinen Ohren: "So kann es nicht mehr weiter gehen, Genossen und Genossinen"... usw.

Und was genau hat er seither getan? Wenig bis nichts, denn von den 40% kann die SPÖ nur träumen, sie liegt um die 28-32% und die FPÖ scheint sich bei 35-38% zu stabilisieren. Die SPÖ ist in zwei unversöhnliche Lager gespalten. Die linke Fraktion, die für eine normalisierte Zuwanderung steht - und die rot-blaue Danubia-Abteilung (die beölkverungsreichsten Bezirke über der Donau), die schon seit Jahren auf Bezirksebene mit der FPÖ zusammenarbeitet. Für die Nationalratswahlen am 15. Oktober jedoch, hängt alles von Wien ab: schmiert die SPÖ ab, erreicht sie unter 35% SPÖ-Stimmen, ist Kern Kanzler gewesen.

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Häupl, ein Sozialdemokrat mit echtem Stallgeruch, führte den Wahlkampf 2015 mit dem alles niederwälzenden Slogan: "A G`spür für Wien"! Anmerkung: dass von 1,8 Mio Einwohner Wiens 500.000 (in Worten: FÜNF-HUNDERT-TAUSEND) in Armut leben, darüber redete Häupl nie ... Ob nun fokussierte Unintelligenz oder typisch-roter Realtitäsverlust die Sozialdemokratie beherrscht, darüber sollen einige Dissertationen bald Aufschluss geben ;)

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"Fokussierte Unintelligenz / Lügen / Volksver******* !

Angesichts der politischen Tsunamis, Rücktritte, Regierungsauflösung, Neuwahltermine - und dem irren Bekenntnis, JETZT aber wirklich noch "sachlich zu arbeiten" ( ? ), hauts jedem vernunftbegabten Menschen die letzten Sicherungen durch. Verständlicherweise. Ich überlebe diese kurze Analyse nur mit Kübeln von Sarkasmus und Zynismus. Danke für Ihr Verständnis.

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Politik am Bürger vorbei?

Einer Umfrage von Emnid zufolge, halten 3/4el der Deutschen die Parteien für "realitätsfremd"! 42% meinten "Ja, stark" und 32% sagten sogar, dass die Realitätsferne "sehr stark" ist.

Der Politikwissenschaftler Gero Neugebauer meinte, das bestimmte Gruppen nicht mehr vertreten werden und nur noch ein kleiner "Ausschnitt der Wirklichkeit" an der Spitze ankomme.

Die Bürger fühlen sich immer mehr verraten, weil die Parteien vor den Wahlen so tun, als ob sie was verändern könnten - aber nach den Wahlen alles in faulen Kompromissen verkomme. 6 von 10 Deutschen empfinden die Lebensverhälntnisse für ungerecht - 58% der CDU-Wähler sagten, es gehe gerecht zu, währenddem bei der SPD nur 45% dem zustimmten. 70% der Deutschen fühlen, dass sie bei der Besteuerung ungerecht behandelt werden und dass die Medien, die Sorgen der Menschen nicht genügend aufgreifen würden.

Andere Umfragen (Allensbach) stellen fest, dass mehr als die Hälfte verächtlich über Politiker denken. Für fast 2/3el ist die repräsentative Demokratie nicht nachvollziehbar, weil sie erwarten, dass die gewählten Mandatare in "ihrem Sinne" - und nicht dagegen - entscheiden müssten.

Die Ergebnisse überraschen nicht und gehen querbeet durch die Länder und Parteien Europas. Man möchte annehmen, dass dies zu einem Umdenken in den Parteistuben führen muss - aber wenn man die Abgehobenheit verbunden mit einer sachlichen Inkompetenz der handelnden Akteure genauer hinterfragt, ist dem nicht so.

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Politik - "Stockholmsyndrom für Arme"?

"Als ich jung war, war die Satire absurder als die Realität. DAS war schön" ... (Obersteirische Lebensweisheit).

Sie glauben es sicher nicht, aber die CDU tritt mit einer völlig neuen Strategie in den BT-Wahlkampf:

Steuersenkung und Sicherheit!

Nun, das ist eine faustdicke Überraschung und obwohl das Programm erst im Juli fixiert wird, dürfte es zu einem Tsunami an neuen Wählern führen, zumal die SPD ihre Strategie nach dem so gottlosen Ausbleiben des Schulz_Effektes erst überdenken muss . . . "Zudem sei es das Ziel, auch diejenigen zu entlasten, die keine Steuern zahlen. Das sind etwa Geringverdiener mit einem Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags", so Seehofer, strategisches Grosshirn der CDU/CSU.

Gut, diese Ansage verwundert doch sehr, denn jene die keine Steuern zahlen zu "entlasten"... ist schon ein politischer Salto mit eingesprungenem Rittberger, so to say. Politische Haltungsnoten dafür gibts nur alle 4 Jahre: beim bayrisch-olympischen Aschermittwoch_Lügen_Festival in Passau. Merkel wird das Rennen wohl wieder machen.

Ja, man hätte auch Beckenbauer ... hinstellen können, es ist völlig "Powidl" (= wuascht, für Nordmittelhochdeutsche: wurst=egal) wer die Politik der Konzerne umsetzt und die längst falsifizierten Dogmen des Neoliberalismus den Menschen als "heilsbringende Religion" verkauft.

Da passt der Katholiken - oder doch Evangelen-Tag? - haarscharf ins Kalkül, Vor allem wenn Obama, der grösste US-Krieger aller Zeiten ... vor Tausenden Hörigen, pardon: Gläubigen - seine salbungsvollen Worthülsen in die Menge hinausposaunt.

Alles was zählt ist die Show, die Inszenierung,der Rest ist - wie gesagt - "Powidl".

"Mit 600 Euro Rente ist man nicht arm" (Müntefering, SPD, Rentner). Nee, ich weiß auch nicht woran es liegt, dass gerade die Genossen beim Geld - also beim "Handerl_auf_halten" - so einsame Klasse sind?! Vielleicht ist es diese Nonchalance, diese eloquente Unverfrorenheit, sich - mal am Futtertrog angekommen - in einer Art und Weise zu bedienen, die seinesgleichen sucht:

- Vranitzky, Ex-Kanzler, SPÖ, erhielt in einem Plastiksackerl ca. 1 Mio Schilling (heute läppische 70.000 Euronen) für 5 Beratunsgespräche per Telefon zum Euro vom später gefeuerten BAWAG-Boss Elsner (BAWAG, die Gewerkschaftsbank ging 2006 aufgrund von irren Spekulationen des Sohns vom Ex-General, Flöttl jun., pleite); das entsprach damals ca. dem 3 fachen Jahreseinkommen eines Arbeiters - für 5 Telefonate!

- Gusenbauer, auch Ex-Kanzler, SPÖ, verrechnete einer Tochter der Hypo-Kärnten, für ein Kamingespräch 18.000,- Euro: auch kein schlampiges Sümmchen, wenn man dafür 2 Stunden ansetzt (mit Verlaub: es ist keine Diskussion, sondern nur ein Kamingespräch), beträgt der Tagessatz 72.000,- Euro ... und bei 20 Arbeitstagen ergibt das ein Monatssalär von bescheidenen 1,4 Mio Euro. Top-Manager der grössten Frimen verdienen um die 2 Mio. Euro - pro Jahr. Sie reichen an einen Ex-Kanzler eben nicht heran...

Nur damit kein Neid aufkommt: Obama kassiert für eine ganze Stunde 400.000,- US-$, nur damit hier mal die Realitäten klargestellt werden.

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"Der Hirntod bleibt bei Einigen jahrelang völlig unbemerkt" (ob steirische- oder chinesische Weisheit ist nicht überliefert).

Also so ganz bin ich mir da nicht sicher, ob man dieses Sprichwort so 1 : 1 auf alle nicht so durchdachten Sprechblasen unserer Eliten in der Politik anwenden kann: entscheiden Sie einfach selbst mal.

Ingrid FELIPE, neue Grün-Bundessprecherin in Österreich.

Im Interview mit derPresse vom 22. Mai antwortete sie auf die Frage, wo den die versprochenen Jobs der EU nach der Krise verblieben sind, wie folgt:"Eine funktionierende EU ist das beste Wirtschaftsprogramm, das man haben kann.Wir haben uns hervorragend entwickelt. Ohne EU wäre die Krise schlimmer gewesen".

Nun, das hat schon was, nicht wahr?

Bei solchem ökonomisch wie sozial profunden Kenntnissen bleibt nicht nur den Rentnern in Griechenland, den vielen Spaniern, die aus ihren Wohnungen durch die Banken vertrieben wurden, oder gar allen jungen Menschen unter 30 Jahren, die seit mehr als 8 Jahren um ihre Zukunft betrogen werden, der Mund voll offen stehen!

Die völlige Unkenntnis, dass sich die EU und der Euroraum nach 8 Jahren gerade aus (Italiens BIP liegt real auf dem Niveau wir vor 15 Jahren!) der grössten Depression aller Zeiten herausverschuldet (die Staatsschulden stiegen um 50%!), überrascht nur die Wenigsten: denn wenn wer für einen 101%igen, an Naivität nicht mehr zu toppenden, EU_phorimsus steht - dann sind es die Grünen: wer sonst? Vergeblich wartet man auf einen Hinweis zu Island z.B. - ja, Schweden als NICHT-Euroland geht auch - die genau die gegenteilige Politik der TROIKA umsetzten und um JAHRE früher aus der Rezession herauskamen. Fakten sind halt nicht Grün: Basta!

Ulrike Lunacek, Spitzenkandidatin der Grünen.

Sie ist Vizepräsidentin des EU-Parlamentes und wird als Spitzenkandidatin in die Wahlschlacht ziehen; sie hofft einiges an Terrain gutzumachen, dass Glawischnig mit dem Rauswurf der Jungen Grünen verloren hat: die Umfragen liegen so um die 7-10%. Lunacek ist eine der Gallionsfiguren, wenn es darum geht, den EU-Zentralismus rasch umzusetzen und die Nationalstaaten zu entmachten.

Ihren Sprechblasen nach zu schliessen, hat sie den Lissabon_Vertrag nicht verstanden, wo das Prinzip der SUBSIDIARITÄT verankert ist. Dieses regelt die nationale Zuständigkeit für die Fiskalpolitik und die Steuerhoheit. Ungeachtet dessen - ökonomischen Hausverstand sucht man bei ihr ebenso vergebens wie bei Felipe - rattert sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit die banalen Floskeln, wie z.B. "Kleinstaaterei, die Nationen müssen überwunden werden" usw. herunter. Wer diesen intelligenzbefreiten EU-Dogmen nicht folgt, läuft sofort Gefahr den Titel eines nationalen Verschwörungstheoretikers umgehängt zu bekommen.

Als Mitglied der SPINELLI-GRUPPE, (auch Swoboda, SPÖ, und Karas, ÖVP, sind Mitglieder) die u.a. vom früheren Goldman Sachs Mann, Mario Monti (Ex-Premier Italiens), mitgegründet wurde und die auch als "Sponsor" dahintersteht, setzt sie sich stark für deren Ziele ein. Sehr bedenklich ist, zuhause den Wählern zu versprechen für die Interessen Österreichs einzutreten - um sodann lautstark und bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Ziel der Spinelli_Gruppe zu propagieren.

Diese verfolgt die vollkommene Entmachtung der Nationalstaaten und die Schaffung eines "Vereinigten-Europa", wo die Länder nur mehr wie "Profit-Center" eines Konzerns abgehandelt werden. Das Gerücht, dass sie nur wegen dieser Mitgliedschaft so weit im EU-Parlament aufstieg, ertönt immer wieder.

Unabhängig davon ist eine Politik, die Menschen ob solcher Mitgliedschaften in Institutionen, die massiv auf die EU-Institutionen Einfluss nehmen, nicht informiert, unseriös und unredlich. Ob dies auch von den österreichischen Mainstreammedien kritische aufgegriffen wird, ist angesichts der "Verwobenheit" (man könnte auch Verkorrumpiertheit sagen, wenn man will) sehr unwahrscheinlich.

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Kern - "Fan" von Macron und Hampelmann der Neoliberalen?

Von Alain Juppé stammt ein vielsagendes Zitat aus dem Jahr 1986. Vor den Wahlen, in denen François Mitterand in seinem Am bestätigt werden sollte, prognostizierte er: “Die Sozialisten helfen uns bei unserer Arbeit. Sie machen die Säuberungen, die wir niemals hätten tun können.”

Wenn man an Hartz4 denkt - DAS grösste Verbrechen der SPD! - dann lag Juppe fast 20 Jahre zuvor schon richtig. Ich weiss, das kann man Kern nicht anlasten, aber einige seiner Positionen schlagen in dieselbe Kerbe, wie z.B.

- Ich mache weder rechte noch linke, sondern moderne Politik? (Wenn er kein Linker sein will, wieso spielt er dann deren Kanzler?) Dazu passt das Zitat:

"Wer für alles offen ist - ist nicht ganz dicht"!

- Wenn er ein "Fan" von Macron ist, dann ist er auch für ..."If people had voted on the issues, the majority would never have elected a man representing the trans-Atlantic elite totally committed to “globalization” ..., using whatever is left of the power of national governments to weaken them still further..., turning over decision-making to “the markets” ... – that is, to international capital, managed by the major banks and financial institutions..., notably those located in the United States, such as Goldman-Sachs".

- Mit seiner 1. Amtshandlung vor einem Jahr, hat er genau die Politik Macrons vorweggenommen: er liess die Bankenabgabe von 650 Mio. auslaufen - o h n e Not und obwohl die Banken die grössten Gewinne aller Zeiten im ersten Halbjahr 2016 auswiesen! Schröder war der Boss der Bosse - und Kern ist der "Trabant der Banker"?

Die Politik ist zu 95% Inszenierung (Kern)

Da kann man gar nix dagegen sagen, denn Kern selbst wird immer mehr zur tragischen Figur seines so "unglücklichen Sagers".

Gerne kehrt er immer seine angeblichen Macherqualitäten hervor und seine Karriere lässt dies auch vermuten. Aber alle "Normalos" in Österreich wissen, dass man weder beim Verbund noch der Bahn auch nur Wurstsemmeldirketor ohne Parteibuch wird. Nun holt Kern, eines seiner Projekte - er wollte vor einem Jahr mit einer ÖBB-Tochter dem 80%igen Marktführer bei Fernbussreisen auf den Pelz rücken - ein: die Bahn zieht die Notbremse uns steigt aus dem "Hellö-Bus" aus.

Die Verluste dürften um die 10-15 Mio für ein Jahr betragen. In der Quartalsbilanz schlagen sich diese noch nicht nieder. Auch wenn er für das operative Jahr nicht verantwortlich zeichnet, so war es doch sein "Baby".

Kern - Mr. Ahnungslos bei der Lohnsteuer?

Der BK meinte in einem Kurier-Interview mit dem Chefredakteur Brandstätter vor 2 Tagen zum Thema der Kalten Progression: "Es gibt aber auch 2.3 Mio Menschen, deren Einkommen pro Jahr unter 11.000,- liegen. Diese Menschen wollen wir auch entlasten".

Ähm, unter 11.000 Euro Jahreseinkommen beträgt die Lohnsteuer NULL!

Was/Wen will Kern "entlasten"?

Haben sowohl Kern als auch Brandstätter keine Ahnung von der Lohn(Einkommens-)steuer?

Was sollen solche "propagandistische Interviews" bewirken, ausser die Menschen in Vorwahlzeiten zu verdummen? (Anmerkung: es sind auch nicht 2,3 Mio Menschen von 6,7 Mio Steuerpflichtigen, die keine Lohnsteuer zahlen (Einkommen unter 11.000,- p.a.) sondern 1,6 Mio - und davon ca, 1.1 Mio Pensionistinnen)

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Kurz - 2 Männer und ein Baby.

"Alter ist kein Verdienst - stimmt. Jugend aber auch nicht!"

Der Hype um Kurz erreicht wirklich beängstigende Ausmasse und erinnert sehr an Karl-Heinz Grasser (KHG), den Schüssel, Ex-BK der blau-schwarzen Koalition, schon die ÖVP andichten wollte. Er wurde fast in letzter Sekunde von Khol gestoppt - viele dankten es ihm. Schüssel fungiert nun als "Kurz-Berater" und viele orten dasselbe Spiel um Macht, das Schüssel vor mehr als 10 Jahren veranstaltete.

Werber bekommen schon das Herzflattern, weil der Sturz bei dieser Höhe ungleich wuchtiger ist, als bei Kern, obwohl dieser auch "ausser Streit" steht und es keine echte Alternative zu ihm in der SPÖ gibt.

Es ist sehr erstaunlich, dass in den beiden grossen Volksparteien es partout nicht gelingen will, innerhalb von Jahren Nachfolger aufzubauen. Eigentlich müssten sich die "Young Potentials" nur so drängen, an vorderster Front zu stehen. Gibts aber nicht.

Zuerst Neuwahlen provozieren - und dann "konstruktiv arbeiten"?

Nach all den so aufgeregt und hysterisch kommentierten Berichten über den neuen "Messias" der ÖVP und Österreichs - denn alle anderen Parteien/Personen sind nur mehr Statisten - schaltete Kurz das in der oa. Abbildung dargestellt Sujet am Wochenende in einigen Medien. Der Text in der Mitte gibt stark zu denken, wenn man es überhaupt noch will/kann:

"Mir ist wichtig, dass wir die Monate bis zur nächsten Wahl ordentlich und konstruktiv gestalten...Auch im Parlament werden wir unsere Verantwortung für das Land wahrnehmen" ... bla bla bla / fasel fasel fasel...!

Mit Verlaub: da sprengt ein Jungmann nicht nur die Regierung in die Luft, sondern intrigiert den Vizekanzler weg, um dann per Annonce den "Menschen da draussen im echten Leben" zu verklickern, dass nun GERADE ER für konstruktives Arbeiten steht?

Geht`s noch?

Simple Frage: was macht Kurz ... beruflich?

Sie finden das frech? Ehrlich?

Also fragen wird man wohl noch dürfen, auch wenn es der Clique um Kurz nicht in den Kram passt. Kurz und sein "Mann fürs Grobe" (so wird in Österreich immer der bissige Hund tituliert, der immer dann vorgeschickt wird, wenns ums Wadlbeissen und Intrigieren geht), Sobotka, sind jene Minister, die von ca. 44 Ministerratssitzungen am meisten fehlten.

Nein, ich bitte Sie, hören Sie auf auch nur einen Hauch eines Vergleichs mit der Welt da draussen - der Privatwirtschaft - zu ziehen und sich in die Lage zu versetzen, was mit einem Vorstandsdirektor, Prokuristen oder Abteilungsleiter passiert, wenn dieser bei niedrigerem Gehalt im Vergleich zu einem Ministerbezug, so mir nix - dir nix bei 40% aller wichtigen Termine nicht anwesend ist.

Gut, dass Kurz statt beim Ministerrat zu sein lieber Schulen in Vorarlberg besucht, auch das müssen Sie einfach so hinnehmen und verstehen. Der Mann ist Aussen - nicht Innenminister und da reist man eben viel, auch im Inland.

So what?

Simple Frage: was macht Kurz ... wirklich beruflich?

O.K. - seien wir nicht pinzelig sondern großzügig: Kurz ist erst seit 2013 Minister und seit Kern Kanzler ist, ist er eben lieber woanders, als im Ministerrat, dem Leitungsmeeting der Republik.Aber was macht er dann?

Kurz - ein EU_Minderleistungsträger?

Nun das will so ganz und gar nicht zu dem mit irrem Aufwand herbeigeschriebenen "Heilsbringer" und "Hoffnungsträger der EU" - ja, wieso nicht gleich des ganzen Planeten ?! - passen:

Kurz schwänzt auch mehr als die Hälfte der EU-Sitzungen!

Es gibt keinen Minister, der so konsequent seinen Job nicht wahrnimmt, wie Kurz. Wenn man schon der Ansicht ist, dass man als Aussenminister locker 40% der Ministerratstermine für unnötig hält und daher keinen Bock darauf hat - dann möchte man wohl annehmen, dass auf EU-Ebene, dem Parkett wo alle glänzen, dies nicht so ist:

f a l s c h!

Gemäß der Stellenbeschreibung im Bundesministeriumgesetz sollte der Europa- und Aussenminister 2 der 10 EU-Ministerratsformationen abdecken: die Räte für Allgemeine Angelegenheiten sowie Außenbeziehungen.

- Im letzteren war Kurz ungefähr gleich oft vertreten als der EU-Schnitt. Dies gilt aber nicht für den Unterbereich der "Entwicklungspolitik", wo er 2016 komplett durch Abwesenheit glänzte. Kurz erinnert: er findet alle Zeit der Welt um nur für ein paar Stunden - und einige Fotos im Boulevard - nach Libyen zu fliegen ... und dort das Land zu "retten", aber er lässt sich bei mehr als der Hälfte seiner EU-Termine von ständigen Vertretern - ohne Stimmrecht - seine Pflichten abnehmen?

- Im Rat für Allgemeine Angelegenheiten, der alle wichtigen EU-Politikfelder akkordiert und für den EU-Rat vor und nachbereitet, war Kurz 2016 nur zu 22% anwesend - der Durchscnitt anderer Länder lag bei 80%! Für heuer erreichte Kurz, der vielbeschäftigte Reisender in Sachen - "Ich rette die Welt" - eine Teilnehmerrate von NULL Prozent! (EU-Schnitt 72%).

- Eine Mitverantwortung ist von Kern als Kanzler gegeben, da es ihm jederzeit möglich ist, Staatssekretäre z.B. zu entsenden um so auch eine stimmrechtsfähige Vertretung zu gewährleisten. Angesichts des offensichtlichen Desinteresses vonseiten des so hochgehimmelten ÖVP-Bosses und dem permanent verkündetem Mantra: nur wenn man Mitglied der EU ist, kann man auch mitreden usw., tun sich doch Welten zwischen dem Politikgesabber, der eigenen Inszenierung - und der wahren Leistung und der Verantwortung des Aussenministers auf.

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Es gab etliche bitterböse Posts im Standard, einige führe ich an:

...Das ist jetzt aber unfair, Sebastian Kurz so kurz vor einer Wahl plötzlich an seiner Arbeit zu messen.

...Alles klar: Während dieser Sitzungen wird nicht fotografiert.

...Am Ministerrat nimmt er kaum teil weil er "andere Verpflichtungen" wahrnehmen muss, und nun lesen wir, dass es auch seinen "anderen Verpflichtungen" nicht nach kommt.

...In einer normalen Firma wäre der Typ längst rausgeschmissen worden, so einen arbeitsunwilligen Blender hat es ja seit KHG nicht mehr gegeben.

...Wenn man eine parteiinterne Revolution plant, hat man halt keine Zeit für den anderen Palawatsch.

...Das grenzt für einen Poltiker der selbsterklärten "Europapartei" schon hart an eine Frechheit.

...Hetzkampagne. Cand. Mag. jur. Sebastian Kurz ist nicht weniger als der Anführer der größten staatstragenden österreichischen Oppositionspartei mit Regierungsverantwortung. Selbst ein Mann vom Kaliber eines Sebastian Kurz kann sich nicht um alles selber kümmern. Es geht immerhin um nichts Geringeres als die Neue und die Alte ÖVP! Unzählige Leistungsträgerschicksale hängen nun alleine von ihm ab.

...Hier geht es um einen bezahlten Job der auch im Interesse Österreichs wahrzunehmen ist. Wenn Kurz das nicht schafft, dann möge er von dem Posten zurücktreten und jemandem, der diese Aufgabe ernst nimmt überlassen.

...immerhin war sein Argument, nicht den Vizekanzler geben zu müssen, er sei als Außenminister, und im speziellen wegen seiner internationalen (eu) Verpflichtungen zu sehr beschäftigt.

...Es war halt kein Geld mehr für die Flüge da.

...Das gesamte Reisebudget wurde schon vom Sobotka aufgebraucht.

...Außer Eigenmarketing zu betreiben hat der noch nie etwas in seinem Leben gearbeitet.

...Eine Unverschämtheit von einem ÖVPler Arbeit zu verlangen.

...Am Ministerrat teilnehmen? - Nur in Ausnahmefälle!

Im Nationalrat sitzen? - Wozu bitte?

EU-Ministertreffen? - Aber echt nicht!

Verantwortung als Vizekanzler übernehmen? - Geh bitte!

...Wunderkind? Kein Tag in der Privatwirtschaft, kein abgeschlossenes Studium und seine politischen Aufgaben als Außenminister nimmt er auch nicht in angemessenem Ausmaß wahr.

Bravo und dieser Leistungsträger soll Bundeskanzler werden

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Der Unmut ob solcher Minderleistung ist verständlicherweise sehr gross!

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Ist Schelling auch ein Minderleistungsträger?

- Auch er glänzt im wichtigen ECOFIN (EU-Finanzministerrunde) durch große Abwesenheit von 60% der Termine.

- Gerade im ECOFIN werden elementare Themen besprochen, wie Finanztransaktionssteuer, Vorgehen gegen Steueroasen usw., dass eine Abwesenheit ein "Armutzeugnis" für Schelling darstellt, zumal er zuhause immer wieder auf die Wichtigkeit der EU hinweist.

- Wer nur zu solch einer geringen Frequenz fähig ist, der sollte besser seinen Job an jemand weitergeben, der im Interesse Österreichs diese Aufgabe besser ausfüllen kann.

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"Wieso gibt es eigentlich so viel Unfähigkeit in der Welt? Diese Eigenschaft steht auf keinem einzigen Lehrplan eines Bildungsinstituts". (Willy Meurer, 1934, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto)

11:36 26.05.2017
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Geschrieben von

Pregetter Otmar

Prom. Ökonom, Uni-Lektor, Buchautor. Mein Credo: gute Recherche + griffige Kritik = Lesenswert.
Pregetter Otmar

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