Neue Verfahren zur Bekämpfung von Leberkrebs

Lebertumore Als Lebertumoren werden Tumore bezeichnet, die sich auf oder auch in der Leber bilden. Lebertumore können erkannt werden durch verschiedene bildgebende Verfahren.
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Als Lebertumoren werden Tumore bezeichnet, die sich auf oder auch in der Leber bilden. Lebertumore können erkannt werden durch eine Sonographie oder auch durch eine Computertomographie. Sie können aber auch zu Bauchschmerzen, Fehlfunktionen doer Gelbsucht führen und dadurch entdeckt werden.

Grundsätzlich sind gutartige und bösartige Lebertumore zu unterscheiden, wobei letztere auch als Leberkrebs bezeichnet werden.

Es existieren unterschiedliche gutartige Lebertumoren wie z.B. die Hämangiome und die Adenome, die in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben und über deren Prognose erst wenig bekannt ist. Es wird vermutet, dass es bei diesen Tumoren zu einer Leberkrebsentwicklung kommen kann.

Hamartome sind die zweithäufigste gutartigen Lebertumore und ihre Entstehungsursache ist weithin unbekannt

Bösartige Lebertumore werden gemeinhin Leberkrebs genannt. Das häufigste Leberkarzinom ist das sogenannte Hepatozelluläre Karzinom (HCC), das ungefähr 90 % der in oder auf der Leber entstandenen Tumore ausmacht.

Wie genau Leberkrebs entsteht, ist bis heute noch unklar. Offensichtlich spielen dabei jedoch chronische Entzündungen der Leberzellen eine wichtige Rolle, die zu einer Schädigung der Leberzellen führen können und in der Folge vermutlich auch zu Leberkrebs.

In mehr als 80% aller Leberkrebsfälle spielen Leberzirrhose oder chronische Hepatitis-Infektion eine Rolle.

Bislang galt Leberkrebs in Deutschland als eine relativ seltene Erkrankung Inzwischen erkranken derzeit jährlich ca. 9000 Menschen neu an Leberkrebs - Tendenz steigend.

Ein innovatives und erfolgreiches Verfahren zur Behandlung fortgeschrittener Leberkrebserkrankungen ist die Selektive Interne Radiotherapie, kurz SIRT. SIRT erlaubt die punktgenaue Bestrahlung der Krebszellen, ohne dabei gesundes Gewebe zu schädigen oder den Körper zu belasten.

Bei SIRT-Verfahren werden gezielt mikroskopisch kleine, strahlende Kügelchen injiziert, die die krebsbefallen Zellen im Körper zerstören. Dieses Verfahren ist insbesondere für Patienten mit fortgeschrittenen Lebertumoren sehr vielversprechend. Wenn eine z.B. eine Leberkrebsoperation aufgrund der Größe des Lebertumors nicht mehr in Frage kommt, kann die gezielte Bestrahlung von innen den Krebs direkt im Körper stoppen.

Dadurch können z.B. Patienten, die eine neue Leber benötigen, die Wartezeit sinnvoll überbrücken. In einigen Fällen kann eine SIRT-Behandlung aber auch dazu führen, dass der Tumor sich verkleinert und dann operiert werden kann. Die erst seit einigen Jahren zugelassene SIRT-Therapie wird bisher nur an wenigen großen Kliniken eingesetzt, wird aber künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Links zum Thema:

Leberkrebs - Behandlungsmethoden

Über das SIRT-Verfahren

Lebertransplantation

Reportage aus dem OP

DGIM

17:11 08.03.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Prof. Dr. med. Sven Jonas

Prof. Dr. med. Sven Jonas ist Direktor der Klinik für Hepato-Pankreato-Biliäre Chirurgie und Facharzt für Viszeralchirurgie in der 310Klinik
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