Puddingattentat

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RE: Die Antwort auf die SPD-Krise | 04.03.2018 | 22:08

Bin mit der Grundtendenz des Artikels einverstanden. Schlechte Politik, in drei Monaten mindestens viermal zentrale Versprechen gebrochen (vermutlich könnte man noch ein paar mehr Versprecher finden), zuletzt die angeblichen roten Linien, welche die Delegiertenkonferenz für den Koalitionsvertrag gefordert hatten.

Ich fand es sehr verwunderlich, dass nach dem inkompetenten Gerangel der SPD-Spitze dann diese rein soziologischen Erklärungen zum Niedergang der Partei kamen: Ich kenne Leute aus ganz unterschiedlichen Milieus, die durchaus eine konsequente SPD wählen würden. Wichtige Grundhaltungen z.B. zu Klima und Fairtrade sind durchaus schichtübergreifend, was nicht heißt, dass ökonomische und Statusinteressen keine Rolle spielen oder gerade ungebildete zu den Nichtwählern oder der AfD abwandern.

Ich habe in letzter Zeit mit verschiedenen SPD-Leuten gesprochen, sie sind sowohl von der Führung wie den Inhalten schwer frustriert, aber sehen auch die Schwächen von Linkspartei und Grünen.

RE: Haut ab! | 12.05.2013 | 15:47

Noch vor ein paar Jahren gab es in Berlin kaum Erklärungen auf Englisch oder englischsprachige Schilder; ich konnte es nicht fassen. Ich bewundere Spanier und Griechen mit Abenteuerlust, die sich eine so schwere Sprache wie Deutsch antun, um neue Perspektiven zu entwickeln. Sie sind bereit, sich zu qualifizieren, wir brauchen sie.

Aber immer wieder höre ich, wie die Ämter Selbstständigen das Leben schwer machen - gerade Griechen und Ex-Jugos. Und das Attentat gegen einen türkischen Jungen in Rudow ist immer noch nicht aufgeklärt - er hatte keine persönlichen Feinde und wurde auf offener Straße erschossen.

Deshalb, kommt zu uns, lasst uns mit den Spießern nicht allein. Ich bedanke mich besonders bei dem Flüchtlingscamp auf dem Oranienplatz, der diesem Thema endlich Öffentlichkeit gibt. Auch ein Dank an Bürgermeister Franz Schulte(?). Die Geschichten der Flüchtlinge dort geben bessere Drehbücher ab als der gewöhnliche Tatort. They're heroes and heroines of survival.

Aber Berlin muss aufpassen, die gierigsten Spekulanten schieben sich gerade gegenseitig Immobilien-Portfolios zu. London und Paris der 70er Jahre waren auch mal menschliche Städte - schaut euch an, was aus ihnen geworden ist! Lehrer und Krankenschwestern, um ein Stereotyp zu benutzen, können sich in schönen Gegenden keine Wohnungen mehr leisten. Ihren aufgehübschten Fassaden und teuren Café-Ketten haftet die Todeskälte der brave new world des totalitären Finanzkapitalismus an.