Memes zur Israel-Wahl: Epilog (6/6)

Netzkultur Am 17. März wählte Israel ein neues Parlament. Was bewegt die jungen Wähler, und wer tritt überhaupt an? Ein Streifzug durch israelische Meme-Blogs liefert Antworten
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Memes zur Israel-Wahl: Epilog (6/6)
Der Morgen nach der Wahl: Anhänger der Linken sind geschockt, während sich rechte Wahlkämpfer freuen

Foto: Screenshot, hazfalafel.com

Folge 6: Epilog

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Der Morgen nach der Wahl: Anhänger der Linken sind geschockt, während sich rechte Wahlkämpfer freuen. credit: hazfalafel.com

Mit einer Szene aus der US-Reality-Serie „Survivor“ beschreibt das Meme-Blog HazFalafel die Stimmung in Israel am Morgen nach der Wahl: Anhänger der Linken sind geschockt, während sich rechte Wahlkämpfer freuen dürfen. Benjamin Netanjahu hat mit deutlichem Vorsprung gewonnen und erreicht mit seinem Likud 30 der insgesamt 120 Sitze im Parlament. Die Zionistische Union von Tzipi Livni und Jitzchak Herzog erreicht 24 Sitze, gefolgt von der gemeinsamen Wahlliste der arabischen Israelis, die mit 14 Sitzen drittstärkste Kraft werden. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob Netanjahu eine Regierung des rechten Flügels auf die Beine stellen kann, oder ob es zur großen Koalition zwischen Likud und Zionistischer Union kommt.

Zum Abschluss unserer Serie ein Anruf bei der Fachfrau: Warum erstellen junge Menschen Internet-Memes? „Memes zu produzieren ist einfach“, sagt Limor Shifman, Kommunikationswissenschaftlerin an der Hebrew University in Jerusalem und hauptberufliche Meme-Forscherin. „Alles was du für ein Meme brauchst, ist eine gute Idee und die passende Schablone“. Im Fall der israelischen Memes sei interessant, dass sich rechte und linke User an den gleichen popkulturellen Meme-Vorlagen bedienten. „Sie zeigen eine klare politische Meinung und gleichzeitig ihre Zugehörigkeit zu einer globalen Meme-Kultur“, so Shifman. Dabei ermöglichen Memes den jungen Israelis vor allem eines: Teilhabe. „Die Eintrittskarte, an einer öffentlichen Debatte teilzunehmen, ist heute viel günstiger früher“, sagt Limor Shifman.

Auf Debatten darf sich die israelische Öffentlichkeit auch in den kommenden Wochen freuen, wenn Koalitionen geschmiedet und Ministerposten aufgeteilt werden. Wer solange in die Welt der Internet-Phänomene abtauchen möchte, kann Limor Shifmans Buch „Meme – Kunst, Kultur und Politik im digitalen Zeitalter“ lesen. Oder einfach im Internet surfen – das nächste Meme kommt bestimmt.

Folge 1: Bad Luck Bibi – Benjamin Netanjahu
Folge 2: Like a Wrecking Ball – die Zionistische Union
Folge 3: Königsmacher
Folge 4: Lo-Lo-Lonely
Folge 5: Außenseiter
Folge 6: Epilog

Du interessierst dich für Memes und Co.? Mehr über neue politische Bildkultur findest du auf unserem Tumblr-Blog: www.putsch-berlin.de

Autor: Thilo Kasper

Am 17. März wählt Israel ein neues Parlament. Was bewegt die jungen Wähler, und wer tritt überhaupt an? Ein Streifzug durch israelische Meme-Blogs liefert Antworten. In sechs Folgen erklären wir den israelischen Wahlkampf anhand von Internet-Memes.

10:17 18.03.2015
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Geschrieben von

Putsch

Wie kann Politik visuell erzählt werden? Thilo Kasper vom PUTSCH Blog schaut hin, von Graphic Journalism bis Internetkunst.
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