PvdD

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RE: Gender Mainstreaming - ein Gespenst? | 14.05.2010 | 07:50

Ich würde das Pferd anders aufzäumen. Nicht der Feminismus hat sich in den letzten Jahren damit hervorgetan, den Dialog mit den Männern zu suchen, sondern eine breitaufgestellte Medienberichterstattung hat die Argumente der Maskulisten (doch, so schreibt sich das nämlich) kommuniziert und dem bisher wortfernen Unbehagen die notwendigen Vokabeln zur Geschlechterdebatte geliefert. In der Folge wurde neben dem ersten Belächeln durch Feministinnen eine Trennlinie bemerkt, die gesamtgesellschaftlich sehr scharf den Feminismus von der Lebenswirklichkeit und dem Lebenwollen der Mehrheitsbevölkerung trennt. Die Idee scheitert an der Realität und dialektisch wurde behauptet, diese sei zu ändern - dafür dann GM. Als dies trotz EU-rechtlicher Implantierung in die nationalen Gesetze immer noch keinen überzeugte, warf man den argumentatorischen Bettel hin und will nun mit den groben Mitteln der Diffamierung der Männerrechtsbewegung als konservatives, also unprogressives Lager mit besten Verbindungen zum Rechtsextremismus eine Nebenwirklichkeit schaffen. Das Dialogangebot an die Männer, angeblich Inbegriff des etwas neueren Feminismus, stellt sich aber anders dar. Es ist der Versuch zu retten, was noch zu retten ist und ebenso wie das grüne Männermanifest eine Antwort auf das Erstarken des Maskulismus. Freiwillig würde der Feminismus seine Deutungshoheit nicht aufgeben, wie in all den Jahren erkennbar war. So klingt es eher nach der nackten Not mit (für mich) diffusen Angeboten Leute ins Boot zu holen, die sich längst freigeschwommen haben. Unter anderem von dem Links-Rechts-Antagonismus des letzten Jahrhunderts.

Das Geschäft an der Sache sieht folgendermaßen aus: Wenn eine bipolare Geschlechtlichkeit mehrheitsfähig konstruktiver und wirtschaftlicher ist, als die Verheißungen des Gender Mainstreaming, dann fällt die Wahl nicht schwer. Mein Lebensmodell muß nicht sämtliche fließenden Übergänge berücksichtigen, die Natur oder gesellschaftliche Prägung eventuell bereithalten. Dafür ist meine Lebenszeit schlicht zu schade und zu kostbar, da begrenzt. Und, nicht weniger wichtig, viele Leute mit sozialistischer Lebenserfahrung, mit elaborierten geschichtlichen Kenntnissen, lehnen den Sozialismus nicht weniger ab, als den Nazismus. Das totalitäre Moment ist in der Schnittmenge schlicht zu groß. Somit ist Gesterkamp oder die Auftragsarbeit der FES einerseits unwichtig und anderseits auch die gewollten Lebensentwürfe die GM und Feminismus so zwingend bereitstellen.