RE: Deutungshoheit gepachtet | 29.10.2013 | 22:14

Ich wundere mich einigermaßen, daß in dem Appell übersehen wurde, auch Kundeninnen und Kunden von männlichen Prostituierten mit Strafen zu bedrohen. Der vorletzte Punkt im Appell hätte wohl eher lauten müssen.

Bestrafung der Freierinnen und Freier, also der Männer- und Frauenkäuferinnen und -käufer....

Wobei Käufer nicht der üblichen deutschen Semantik entspricht, mit nach Hause nehmen darf man die Prostituierten glaube ich nicht. Nur am Rande bemerkt,

RE: „Sie haben es nicht gelernt“ | 03.06.2013 | 21:45

'"Die Wenigsten sprechen mit ihren Vätern über Sexualität" fragt man sich allen Ernstes auf welchem Stern der Sex-Berater lebt.'

In dieser Welt. Meine Erfahrung stimmt voll mit der von Stein überein.

"Aber es geht auch anders, liebe Leute"

Gratuliere, wenn Sie das geschafft haben. Jungen, die in die Pubertät - in dem Zeitraum wären solche Gespräche am wichtigsten - kommen, lösen sich just dann auch von ihren Eltern ab und werden selbständig. So ein Testosteronschub und der folgende Gehirnumbau wirken sich meistens deutlich negativ auf die Gesprächsbereitschaft aus, alleine schon ein Gesprächsangebot richtig zu signalisieren kann eine Hürde sein. Mütter leiden glaube ich noch viel mehr an dieser Ablösung und mentalen Trennung der Kinder in der Pubertät, dem Wissen, daß die Entwicklung des Kinds jetzt irgendwo draußen bei Freunden und in der Schule stattfindet.

Und dann gibt es noch ein Henne-und-Ei-Problem: Wenn man selber seinen Vater so nicht erlebt hat, fehlt einem das Beispiel. Und nach 12 - 15 Jahren dürfte es in den meisten Ehen so einigen Sand im Getriebe geben (falls die Ehe ausnahmsweise noch besteht), was den Kindern nicht verborgen bleibt. Als Vater dem Sohn gute Ratschläge zu erteilen, die man selber nicht realisiert hat, kann schon bizarr wirken.

RE: Gehen Quote und Qualität zusammen? | 03.06.2013 | 20:46

Diese Studie ist schon vom Ansatz her verfehlt. Da reicht ein kleines Gedankenexperiment: statt einer Liste mit z.B. 20 Plätzen, in der die geraden bzw. ungeraden Plätze an separate Gruppen vergeben werden, macht man einfach zwei separate Listen mit je 10 Plätzen, eine Männer- und eine Frauenliste.

Wenn jetzt die Plätze nach der Qualität der Bewerber sortiert vergeben werden und wenn früher 15 der 20 Plätze von Männern besetzt waren, dann bekommen auf der 10er Männer-Liste die 5 schlechtesten Männner keinen Platz mehr. Bei den übriggebliebenen 10 Männern ist dann die Durchschnittsqualität höher. Von "Qualitätsentwickler der Männlichkeit" kann keine Rede sein, das können exakt die gleichen Leute wie vorher gewesen sein.

D.h. wenn man das Prinzip der Bestenauslese (durch die Wähler in diesem Fall) unterstellt, dann konnte gar nichts anderes bei der Studie herauskommen.

Die viel entscheidendere Frage bleibt offen: wenn auch schon die 20er Liste nach dem Prinzip der Bestenauslese besetzt war, dann sind die 5 herausgefallenen Männer durch 5 noch schechtere Frauen ersetzt worden. Aber da man die Leistung von Politikern nicht messen kann, wie dieser Effekt wohl auf immer unerforscht bleiben, was ideologisch sicher nicht unerwünscht ist.

RE: Sagt bloß nicht Opfer | 18.05.2013 | 14:09

"ab und an kann ein perspektiv switch zu echter freiheit im wort im besten sinn durchaus hilfreich sein"


Das ist das zentrale Problem des "Beton-Feminismus", der aus diesem Artikel spricht. Es gibt ja in der Geschlechterdebatte sowohl auf der Männer- wie Frauenseite Fraktionen, die die komplette Wirklichkeit auf ca. 1% reduzieren, die das eigene Weltbild aufrechterhalten, ergänzt um wilde Spekulationen über die Wirklichkeit. Ein Betonpanzer gegen alle anderen Perspektiven auf das Problem. Dann kommen dann so Sätze wie

"Das Risiko, als Frau geboren zu werden, ist individuell nicht zu verantworten" (Panik!)

"Schon die Nachricht schafft Fakten, die nicht mehr aus der Welt zu schaffen sind." (... und zwar Fakten im Sinne von Ereignissen, die ungefähr so wichtig wie Eurokrise, Krieg in Afghanistan und der Nobelpreis in Physik zusammengenommen sind, also Potential zur Traumatisierung haben)

"Die Vorzeigeväter müssen um ihre Rückkehr nicht fürchten,..." (Väter sind nicht einfach so Väter, sondern allenfalls gefakte Vorzeigefiguren)

"verpflichtet neuerdings sogar die Frauenbeauftragten, sich um die Belange diskriminierter Männer zu kümmern" (von einer Änderung der diskriminierenden Gleichstellungsgesetze und der dort festgelegten Aufgabe von Gleichstellungsbeauftragten ist nichts bekannt)

"Gleichheit noch lange nicht Gleichheit bedeutet" (Philosophisch eine gewisse Herausforderung)

"Weil nicht mehrheitlich konsensorientierte Frauen dafür sorgen, dass ein Kompromiss gefunden wird, bestimmen Kampfhähne das Feld." (yep. Steht so in meinem feministischen Biologiebuch im Abschnitt genetisch-hormonell bedingte Charaktermerkmale von Männern und Frauen)

RE: Männer baggern wie blöde | 23.04.2013 | 21:04

Jetzt verstehe ich endlich, warum ich beim Vorlesen von Petterson & Findus-Geschichten dauernd denken mußte: der Typ ist ne Frau. Irgendwie mit Schlapphut und angeklebtem Bart getarnt. Oder irgendwas transsexuelles.

Den Kindern wars egal, die waren sowieso mehr auf der Seite von Findus.

Ich rätsele gerade, ob das Buch als klammheimliche Indoktrination der Kleinen gedacht war. Falls ja: hat nicht geklappt, die Testosterondusche in der Pubertät ist dreimal wirksamer als alle Kindermärchen.

RE: 19.03.13: Selbst-Moderation | 10.04.2013 | 19:29

"Die Kommentare kann man auch wieder anknipsen, wenn man mag."

So 100% scheint das nicht zu funktionieren. In der Diskussion

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-kampf-gegen-lila-pudel

hat der Autor ziemlich unter den Kommentaren gewütet, von 60 sind 21 gesperrt. Davon kann man in der Tat einen auf und zuklappen, die anderen nicht. Bei dem aufklappbaren steht der Kommentar in diesem Element: <div class="inner running-text comment"></div>, bei allen anderen gesperrten Kommentaren ist das Element leer.

RE: Streng feudalistisch | 03.04.2013 | 18:05

"... 1996 erlebt, wie ein Angehöriger im Dienstzimmmer eines Krankenhauses nachfragte: "Ich bin der Mann von Frau X und möchte mit dem Stationsarzt sprechen." Die anwesende Stationsärztin entgegnete: "Das bin ich . ..."

Das Verhalten dieses Herren war absolut unverschämt. Ich halte ja so manche feministische Exzesse (wie z.B. die gegenderte neue STVO) für absurd, aber hier wird jemandem die persönliche Qualifikation und die dienstliche Stellung, die er offensichtlich hat, abgesprochen, das ist eine persönliche Beleidigung und war auch schon Mitte der 90er Jahre nicht mehr zeitgemäß. Höfliche Umgangsformen sind das mindeste, was man erwarten darf.

".... Chirurgie betrifft, so findet man hier m.E. tatsächlich patriarchale Strukturen, die endlich aufgebrochen gehören."

Mag sein, aber der rüpelhafte Herr hat damit nichts zu tun, er war offenbar nur Kunde und nicht Teil des Betriebs.

RE: Gendermarketing in der Produktwelt | 02.04.2013 | 23:09

Ich habe mich gerade in einem anderen Blog über unseriöse Statistiken aufgeregt und kann hier gleich weitermachen:

- Waren das wirklich nur je ca. 25 Männer und Frauen? Für welche Bevölkerungsschicht soll diese mikroskopisch kleine Stichprobe repräsentativ sein?
- Sind die beiden Gruppen homogen genug gewesen?

Methodisch ist diese Studie offenbar sehr fragwürdig, und ich weigere mich strikt, so etwas als Basis für allgemeinste Theorien über Männer und Frauen zu akzeptieren wie z.B.

"Frauen scheinen eher bereit zu sein, für Männer entworfene Produkte zu verwenden während es Männern eher unangenehm ist, speziell für Frauen gestaltete Objekte zu nutzen."

OK, für Krawatten und Strumpfhosen stimmt das sogar, aber für die Erkenntnis hätte ich keine "Studie" gebraucht.
Und egal, was passiert, es beweist immer den Opfer-Status der Frau und die ungerechte Bevorzugung des Patriarchats:

"...markieren diese Grenzen und Bewertungen gleichzeitig eine Geschlechter-Hierarchie. Denn sozial ist es nicht egal, wenn Männer so genannte Frauenprodukte verwenden, da dies eine Abwertung für ihren Gender-Status bedeuten könnte. Dagegen ist der Griff zu einem männlichen Produkt für Frauen mit einer Aufwertung verbunden."

Der Zusammenhang mit dem Stuhl-Experiment erschließt sich mir nicht.

"... indem man praktisch allen Menschen eine Schuluniform anzieht? Oder wäre diese Lebensvorstellung einfach nur furchtbar langweilig und unkreativ?"

Ja. siehe Mao_Zedong und die Einheitskluft, in die er die chinesische graue Masse eingekleidet hat.
Männer und Frauen wollen verschieden sein, denn je deutlicher man sie als Zugehörige ihres Geschlechts erkennt, desto attraktiver wird man für das andere (zumindest bei Heteros...). Welche Symbole gerade als typisch männnlich oder weiblich gelten, ist Zufall und völlig wurscht, Hauptsache man hat welche.

RE: Streng feudalistisch | 02.04.2013 | 22:02

"2. Schleichend WENIGER Studierende"

in der Medizin oder generell? Im Moment haben wir infolge des Wegfalls der Wehrpflicht und G8 generell deutlich mehr Studierende und die meisten Fächer stocken temporär die Kapazitäten deutlich auf. Die Medizin m.W. nicht, da reicht es nicht, ein paar ehemalige Kinosäle als zusätzliche Hörsäle anzumieten. In ca. 3 Jahren werden diese Sondereffekte aber vorbei sein, in ca. 5 - 7 Jahren dürfte die Zahl der Anfänger massiv zurückgehen. Nix mit schleichend, das sind eher Turbulenzen. Deswegen sind auch alle Prognosen sehr unsicher, wieviel Nachwuchs in ca. 5 - 10 Jahren auf den Arbeitsmarkt drängen wird.

"3. ... gibt es in diesem Bereich längst nicht so viele Stellen für HOCHqualifizierte, wie anscheinend Frauen immer noch glauben."

Wegen der Sondereffekte sind alle Prognosen sehr unsicher. Klar ist aber, daß die Nachfrage nach ärztlichen Leistungen in den nächsten 20 - 30 Jahren enorm sein wird, weil dann geburtenstarke und wohlhabende Jahrgänge ihre letzte Jahre verbringen werden. Ich habe mal irgendwo gelesen, daß ein Bundesbürger typischerweise in seinen letzten 3 Jahren genausoviel Krankheitsbehandlungskosten verursacht wie im ganzen Leben davor, das ist durchaus glaubwürdig. Diese Ausgaben sind großenteils Gehälter von Ärzten.

Auf der Angebotsseite geht durch jeden work-and-life-balancierten Nachwuchsarzt, der einen alten Malocher ersetzt, Kapazität verloren. Außerdem ist der Arztberuf durch die vielen Dienste für die Erbengeneration derart unattraktiv geworden, daß gar nicht mehr jeder Studienplatz besetzt wird. Ich habe so einen Fall kürzlich erlebt bei jemandem, der schon einen Studienplatz hatte und ihn nach sehr viel Beratung und Nachdenken nicht genommen hat (und stattdessen Lehrer wird).

Meine Prognose ist daher: jeder, der jetzt Medizin studiert und in 8 - 10 Jahren fertig ist, wird dann keine Probleme haben, einen Job zu finden.

Mit den tollen Karrieren bzw. Gehältern als Chefarzt wird es nicht mehr so gut aussehen, weil die linear mit der geringeren Arbeitszeit fallen und die lukrativen Extraleistungen immer weniger von den Kassen finanziert werden.

"4. .... Entweder Linke können wirklich nicht kopfrechnen ..."

Für die soziale Gesinnung mancher Leute ist es sogar eine unabdingbare Voraussetzung, nicht rechnen zu können oder zu wollen. Wenn ich Eigentum umverteile, dann nehme ich es ja jemandem weg. Das kann ich damit rechtfertigen, es dem moralisch minderwertigen Klassenfeind (oder dem Patriarchat) wegzunehmen. Oder ich kann nicht rechnen und habe keine Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen, dann merke ich nicht, was ich anrichte, und brauche keine Rechtfertigung. Hollande mit seiner 75% Reichensteuer ist ein Beispiel für letzteres (und dafür, daß Dummheit und fehlende Mathematikkenntnisse nicht vor Strafe schützen).

RE: Streng feudalistisch | 02.04.2013 | 12:21

"Denn auch die Frage der Vereinbarkeit von Famlie und Beruf wird natürlich gynozentrisch geregelt."

Also der männliche Nachwuchs holt nach meiner Beobachtung ganz schön auf. Die haben bei den Klageliedern der Frauen gut zugehört und haben keine Lust mehr, sich für ein paar Euro mehr, die weitgehend der Einkommensteuerprogression zum Opfer fallen, zu arbeiten bis zum Umfallen.

Der Traum des Feminismus (gleiche absolute Gehälter) dürfte sich bei der jungen Generation bald erfüllen, aber nicht, weil die Frauen mehr bekommen, sondern die Männer weniger, weil sie weniger leisten. Die Arbeit wird nicht weniger, auch nicht die verfügbaren Gehaltssummen, denn wesentlich mehr Geld für das Gesundheitssystem kann und will sich die Allgemeinheit nicht leisten. Das Geld wird also nur auf mehr Ärzte verteilt.

Man kann nur hoffen, daß genug Studienplätze bereitgestellt und auch besetzt werden, denn für 2 Ärzte, die früher je 50-70 Stunden die Woche gearbeitet haben, braucht man jetzt 3, die 40 oder weniger Stunden die Woche arbeiten. Mein Zahnarzt, der eine Einzelpraxis betreibt, sagte letztens, er gehöre damit einer aussterbenden Gattung an. Dank 70% Frauen beim Nachwuchs, die überwiegend halbtags arbeiten wollen (auch wenn sie keine Kinder haben), und ähnlich denkender Männer wird es fast nur noch Gemeinschaftspraxen geben.

Ich fürchte allerdings, es wird gar nicht möglich sein, die Zahl der Studienplätze in der Größenordnung von 50% zu steigern, d.h. wir steuern langsam aber sicher auf einen Versorgungsnotstand zu.
Bei Notdiensten haben wir den Ärztenotstand übrigens in unserer Region schon jetzt, dank der hohen Frauenquote und der fehlenden Bereitschaft der Damen, für Notdienste zur Verfügung zustehen.